Therapiedreirad Momo abgelehnt

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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DaniundKids
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Therapiedreirad Momo abgelehnt

Beitragvon DaniundKids » 21.08.2018, 14:37

Hallo ihr Lieben,

als wir vor ein paar Wochen einen Brief von der Krankenkasse bekamen worin uns mitgeteilt wurde, das das ganze dem MDK zur Entscheidungsfindung vorgelegt wird hatte ich schon ein ungutes Gefühl.

Und es ist genau das eingetreten was ich erwartet habe. Unser Antrag auf Übernahme der Kosten für ein Therapiedreirad wurde abgelehnt.

Begründung:

Anhand der uns derzeit vorliegenden Unterlagen können wir die medizinische Notwendigkeit für ein Therapiedreirad nicht erkennen. 😡😡

Der Verdacht der ICP und die Gleichgewichts Problematik reichen scheinbar nicht. Bräuchte nun ganz dringend Tios, Ratschläge usw. wie ich den Widerspruch am besten formulieren kann. Und nachher noch unserem Kinderarzt und dem neuen SPZ ne Mail schreiben.

Manchmal frage ich mich echt, wie die ihre Entscheidungen treffen. Lesen die sich wirklich die Unterlagen durch?? 🤔 Wenn mein Sohn das nicht brauchen würde, würde ich es bestimmt nicht beantragen. Haben die eigentlich eine Ahnung davon, was ich drum geben würde mit ihm ganz normal in ein Fahrradgeschäft gehen zu können und er sich sein Wunschrad aussuchen könnte?

😔😔

Werden uns nebenbei auch nach einem neuen Laufrad umschauen. Wer auch hier Tipps hat, gern her damit. An das mittlerweile zu klein geratene hatten wir Stützräder montiert damit er damit fahren kann.

Liebe Grüße
Daniela *78
L.(m) *04 Stoffwechseldefekt (VLCAD),ADS, überempfindliche Lungen
A.(w) *05 gesund, E.(w) *07 gesund, C.(m) *08 gesund
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Senem
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Re: Therapiedreirad Momo abgelehnt

Beitragvon Senem » 21.08.2018, 14:55

[quote="DaniundKids"

Manchmal frage ich mich echt, wie die ihre Entscheidungen treffen. Lesen die sich wirklich die Unterlagen durch??

[/quote]

Hallo,

das frage ich mich auch!!!

Kann deinen Ärger verstehen.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Beitragvon Michaela.Sandro » 21.08.2018, 16:13

Hallo Dani, für ein Therapierad muss man deutlich mehr Argumente anbringen, das weiß ich aus eigener Erfahrung: Konzentration, Koordination vom Treten/Lenken, Einfache Verkehrsregeln werden gelernt, Rad wird in den Alltag integriert (Zu Therapien usw.), soziale Teilhabe, Akzeptanz von anderen Kindern, die auch Rad fahren, Training der Körperspannung, Selbstbewusstsein wird gestärkt, Muskulatur stabilisiert sich und mehr Familienfreizeit ist möglich. Dazu ein guter ausführlicher Bericht von eurem Kinderarzt und möglichst einem Facharzt und ein Foto von deinem Kind auf dem Rad! Das war es mal in aller Kürze. Ich hatte 2015 bis dieses Jahr ein Schuchmann und habe jetzt ein TrigoUp, beides ohne Widerspruch auf Anhieb bekommen, allerdings vermutlich auch, weil ich kein Auto habe. Viel Erfolg, l. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

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Beitragvon sandy.albert » 21.08.2018, 19:21

Hallo,

bei uns im SPZ schreiben wir Stellungnahmen bei Ablehnungen bzw. schon vorab. Von daher wäre SPZ schon die richtige Anlaufstelle, es sei denn es werden dort keine Hilfsmittel etc. verordnet und es läuft über den KiA. Bei Bedarf könnte ich eine Formulierungshilfe schicken aber ich würde erst einmal beim SPZ nachfragen. Du kannst formlos Widerspruch gegen den Bescheid einreichen und reinschreiben, dass eine Stellungnahme gesondert kommt.

LG Sandy
Kinderphysiotherapeutin/SPZ

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Re: Therapiedreirad Momo abgelehnt

Beitragvon Jörg75 » 21.08.2018, 20:21

Moin,

DaniundKids hat geschrieben:
Anhand der uns derzeit vorliegenden Unterlagen können wir die medizinische Notwendigkeit für ein Therapiedreirad nicht erkennen. 😡😡

Der Verdacht der ICP und die Gleichgewichts Problematik reichen scheinbar nicht.


das Problem an der Sache ist, dass die Krankenkasse für das Rad NUR aus medizinisch-therapeutischen Gründen zuständig ist. Alles andere - also zB Teilhabegesichtspunkte, Freunde, usw. - wäre ggfs. Eingliederungshilfe.

Du musst also für die KK stringend medizinisch argumentieren, als "Therapiemaßnahme" für die ICP und sagen, wo das Radfahren therapeutisch hilft.
Michaela hat da einige Punkte schon benannt, wobei ich Teilhabe und Akzeptanz bei Freunden rauslassen würde, weil das zu sehr in Richtung Eingleiderungshilfe laufen würde.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon Michaela.Sandro » 21.08.2018, 20:45

Hallo zusammen, das Eingliederungshilfe ein Thema sein könnte, ist mir jetzt völlig neu! Meine KK hat kein Wort zur Zuständigkeit gesagt und mir direkt geschrieben, dass sie den MDK einbeziehen, was nach meiner Erfahrung ein gutes Zeichen ist, weil sonst eine sofortige Ablehnung gekommen wäre. Da habe ich aber offensichtlich viel Glück gehabt, weil ich alles rund um die Teilhabe/soziale Kontakte usw. sehr ausführlich erläutert habe. Mein Kinderarzt hat übrigens in seiner Stellungnahme erwähnt, dass die Gefahr von Rückschritten besteht, wenn Sandro nicht weiter Fahrrad fahren kann, weil er durch das Fahren große Fortschritte gemacht hat, fand ich ziemlich cool 😎, allerdings ging es da schon um unser zweites Rad.
Vermutlich ist es wie immer davon abhängig, bei welcher Kasse man ist und welcher Sachbearbeiter/in den Antrag bearbeitet. L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

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Beitragvon Leela » 21.08.2018, 22:13

Hi,
wir haben dieses:
Hauck Typhoon Tricycle
https://www.amazon.de/Hauck-T92002-Typh ... n+Tricycle

Mein Sohn fährt gerne damit.
Dieses sieht auch gut aus:
https://www.amazon.de/Berg-24-30-01-00- ... E5A8DV7B9R

LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)

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Beitragvon DaniundKids » 22.08.2018, 15:25

Michaela.Sandro hat geschrieben:Hallo Dani, für ein Therapierad muss man deutlich mehr Argumente anbringen, das weiß ich aus eigener Erfahrung: Konzentration, Koordination vom Treten/Lenken, Einfache Verkehrsregeln werden gelernt, Rad wird in den Alltag integriert (Zu Therapien usw.), soziale Teilhabe, Akzeptanz von anderen Kindern, die auch Rad fahren, Training der Körperspannung, Selbstbewusstsein wird gestärkt, Muskulatur stabilisiert sich und mehr Familienfreizeit ist möglich. Dazu ein guter ausführlicher Bericht von eurem Kinderarzt und möglichst einem Facharzt und ein Foto von deinem Kind auf dem Rad! Das war es mal in aller Kürze. Ich hatte 2015 bis dieses Jahr ein Schuchmann und habe jetzt ein TrigoUp, beides ohne Widerspruch auf Anhieb bekommen, allerdings vermutlich auch, weil ich kein Auto habe. Viel Erfolg, l. G. Michaela


Danke für deine Worte. Das was du anführst, läßt sich eins zu eins auf unseren Sohn übertragen. Und wir gewiss so bzw. so ähnlich in unseren Widerspruch einfließen. Allerdings werden wir erstmal Widerspruch einlegen und die entsprechenden Unterlagen anfordern um zu sehen, worauf sie ihre Ablehnung begründen.

Bisher gingen unsere Hilfsmittel problemlos durch. Irgendwie war ja zu erwarten, das es irgendwann eben nicht so problemlos klappt. Was mich allerdings daran ärgert, das der MDK nach Aktenlage entscheidet und nicht mal zu einem Termin einläd um sich persönlich ein Bild zu machen bzw. zu erfahren warum wir dieses Dreirag beantragt haben. Das wäre z.B. ein deutlich schnelleres Verfahren. Aber nein, so wird sich das hier wieder ewig hinziehen.
Daniela *78
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Beitragvon DaniundKids » 22.08.2018, 15:27

sandy.albert hat geschrieben:Hallo,

bei uns im SPZ schreiben wir Stellungnahmen bei Ablehnungen bzw. schon vorab. Von daher wäre SPZ schon die richtige Anlaufstelle, es sei denn es werden dort keine Hilfsmittel etc. verordnet und es läuft über den KiA. Bei Bedarf könnte ich eine Formulierungshilfe schicken aber ich würde erst einmal beim SPZ nachfragen. Du kannst formlos Widerspruch gegen den Bescheid einreichen und reinschreiben, dass eine Stellungnahme gesondert kommt.

LG Sandy


Danke für dein Angebot. Ich werde jetzt erstmal Widerspruch einlegen und Kinderarzt und SPZ infomieren und schauen, inwieweit sie uns weiterhelfen können.
Daniela *78
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Re: Therapiedreirad Momo abgelehnt

Beitragvon DaniundKids » 22.08.2018, 15:30

Jörg75 hat geschrieben:Moin,

DaniundKids hat geschrieben:
Anhand der uns derzeit vorliegenden Unterlagen können wir die medizinische Notwendigkeit für ein Therapiedreirad nicht erkennen. 😡😡

Der Verdacht der ICP und die Gleichgewichts Problematik reichen scheinbar nicht.


das Problem an der Sache ist, dass die Krankenkasse für das Rad NUR aus medizinisch-therapeutischen Gründen zuständig ist. Alles andere - also zB Teilhabegesichtspunkte, Freunde, usw. - wäre ggfs. Eingliederungshilfe.

Du musst also für die KK stringend medizinisch argumentieren, als "Therapiemaßnahme" für die ICP und sagen, wo das Radfahren therapeutisch hilft.
Michaela hat da einige Punkte schon benannt, wobei ich Teilhabe und Akzeptanz bei Freunden rauslassen würde, weil das zu sehr in Richtung Eingleiderungshilfe laufen würde.

Gruß
Jörg


Danke für den Denkanstoß. Allerdings finde ich den Punkt der Teilhabe gar nicht so unwichtig. Der Junge wird im Januar 6 und er will gewiss nicht sein leben lang von mir durch die gegend transportiert werden. Mal abgesehen davon, da er für den normalen Fahrradsitz mittlerweile zu groß und zu schwer ist. Und beim Anhänger sieht es nicht besser aus. Aber vielleicht mag die Kasse ja auch gern einen Anhänger sponsern, dann ziehe ich ihn weiter hinter mir her. :think:
Daniela *78
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