Verschiedene Fragen beim Wechsel der Krankenkasse

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Burkihard
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Verschiedene Fragen beim Wechsel der Krankenkasse

Beitragvon Burkihard » 19.08.2018, 05:47

Meine Krankenkasse die Siemens Betriebskrankenkasse (SBK) hat den Antrag auf Kostenübernahme für das Kölner Konzept „Auf die Beine“ für unseren zweijährigen Sohn leider abgelehnt. Sie behaupten diese Behandlungsmethode gehört zu den „Neuen Behandlungsmethoden“ und hat seine Wirksamkeit noch nicht bewiesen... usw... Ich habe daraufhin sofort gekündigt. Das war vielleicht ein wenig zu emotional und zu voreilig.

Da ich erst vor kurzem bei dieser Kasse begonnen habe (ich war vorher 5 Jahre im Ausland versichert und war davor bei der Barmer) kann ich nicht so schnell zu einer neuen Kasse wechseln sondern habe ich Sperrfrist von 18 Monaten. Davon sind schon 7 Monate um.

Jetzt will ich einen Widerspruch gegen diese Entscheidung einreichen, mit einer Stellungnahme bzw. Bericht des SPZ wo das Kölner Konzept „Auf die Beine“ für unseren Sohn befürwortet wird.

Keine Ahnung ob sich meine Kündigung hier negativ auswirkt, eventuell würde ich die Kündigung zurückziehen.

Wie seht ihr das?

Ich könnte mir doch auch eine Überweisung vom Kinderarzt geben lassen, so dass ich wenigstens die erste Untersuchung in Köln bezahlt kekomme? Damit wäre ichnerstmalmauf der Warteliste. Die Wartezeit ist sowieso ein Jahr und bis dahin könnte ich schon in der neuen Krankenkasse sein.

Ich würde gerne entweder die Barmer oder die AOK nehmen. Es war m. E. Ein Fehler, dass ich mich von meinem Arbeitgeber habe überzeugen lassen in die SBK zu gehen. Ich hatte mich nämlich bereits für die AOK entschlossen und hatte meinen Antrag dann leider zurück gezogen.

Noch weitere Fragen ergeben sich wenn ich über das Thema „Krankenkassenwechsel“ nachdenke.

Was ist mit bereits gewährten Hilfsmitteln?

Wir haben zwei Therapiestühle (einen für zu Hause, einen im Kindergarten), einen Stehtrainer mit Rädern und bekommen jetzt neue Orthesen.

Die müsste ich wohl alle zurückgeben und bei der neunen Kasse erneut beantragen, was dauern kann. Vielleicht kann mir das Sanitätshaus, wie bereits vorher schon geschehen, leihweise die genannten Hilfsmittel zur Verfügung stellen, solange der Antrag läuft. Das geht aber nur, wenn so ein Hilfsmittel zufällig gerade vorrätig ist.

So einfach wie es manchmal dargestellt wird, hat der Gesetzgeber den Wechsel der Krankenkasse leider doch nicht gemacht. Vor allem wenn man Behinderungen hat, oder Kind mit Beeinträchtigungen, ist der Wechsel der Kasse besonders schwierig.

Wie sind eure Erfahrungen hier bei diesem Thema? Gerne würde ich von betroffenen Eltern wissen welche Erfahrungen sie in einem gleichen oder doch zumindest ähnlichen Fall gemacht haben.

Vielen Dank schon einmal dafür an dieser Stelle.

Beste Grüße,

Burkhard mit Söhnchen Anbo (Beinbetonte spastische Zerebralparese) und Ehefrau Deborah (China)

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Sandra_mit_Rasselbande
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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 19.08.2018, 06:44

Ich unterstelle mal das es nichts bringt mit Kündigung zu drohen und sie eher froh sind eine Familie los zu werden, die mehr Kosten verursacht als sie mit Mitgliedsbeitrag zahlt.

Das klappt evtl wenn man seit 20 Jahren Mitglied ist und nun eine Kleinigkeit nicht bewilligt wird
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 19.08.2018, 06:52

Hallo Burkhard,
zu den meisten Fragen kann ich leider nichts beitragen.

Aber erstens gibt es hier im Forum einige Beiträge zum Thema KK-Wechsel und welche die beste ist (und ich meine, die Barmer schneidet hierbei nicht besonders gut ab). Vielleicht liest du da mal, was es für Erfahrungen gibt.

Und zweitens kann ich mir eine Rückgabepflicht von Orthesen nicht vorstellen. Die sind schließlich nach individuellem Abdruck und werden ohnehin nicht eingelagert oder an andere Patienten weitergegeben. Wenn unsere Orthesen zu klein werden, schmeißen wir die immer in den Müll... die will keiner zurückhaben.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter: Gendefekt, Epilepsie etc.

Burkihard
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Beitragvon Burkihard » 19.08.2018, 08:51

Hallo und danke...


Hilfsmittel müssen bei Kassenwechsel zurück gegeben und neu beantragt werden. Orthesen vielleicht nicht, aber andere Hilfsmittel schon.

https://www.vdk.de/sachsen/pages/gesund ... senwechsel

Ich will mit dem Kassenwechsel nicht drohen. Ich will eine Kasse, die der Therapie „Auf die Beine“ offen gegenübersteht. Die Barmer und die AOK bezahlen unter anderem diese Therapie. Frage mich warum die das machen?

Es geht darum, wie sich meine Kündigung auf den Widerspruch auswirken könnte. Das steht doch so in meinem Text.

Senem
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Beitragvon Senem » 19.08.2018, 09:35

Hallo,

ich gebe @Sandra_mit_Rasselbande recht!

Hallo Burkihard,

ehrlich gesagt möchte ich auch viel, was mir die Krankenkasse bezahlen soll!

Aber heutzutage ist es echt schwer, was bei der Krankenkasse durch zu bekommen! Für das Nötigeste, fehlt eben das Geld :roll:

Also entweder, man kämpft um sein recht oder man zahlt eben selber!!

Man hat mir persönlich von einem Wechsel abgeraten, weil es überall wohl schlecht aussieht!
Gruß

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Beitragvon Jörg75 » 19.08.2018, 13:20

Hallo senem,

du hast vermutlich mit dem "entweder man kämpft um sein recht oder man zahlt eben selber" und "Man hat mir persönlich von einem Wechsel abgeraten, weil es überall wohl schlecht aussieht" bei einigen Dingen recht - aber bei dem Kölner Programm "Auf die Beine" hast du ganz sicher nicht recht!

Die Kölner UniReha hat Verträge mit einigen Krankenkassen - u.a. mit der Barmer und einigen AOK's (genaue Auflistung hier: https://unireha.uk-koeln.de/kinder-juge ... ebernahme/) - geschlossen. Und diese Kassen zahlen die Teilnahme an dem Konzept auf die Beine.
Andere gesetzliche (und private Kassen übrigens auch) zahlen es NICHT!

Insofern kann es - wenn es vor allem um dieses Programm geht - durchaus sinnvoll sein, die Kasse zu wechseln.


Hallo Burkihard,
warum die o.g. Kassen das Konzept bezahlen, weiß ich nicht - sie tun es aber. Wenn es dir also vor allem um "Auf die Beine" geht, dann solltest du dir eine Kasse von der Seite aussuchen, die ich dir verlinkt habe (es haben wohl auch nicht alle AOK's die Verträge unterschrieben).

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 19.08.2018, 13:32

Ah sorry,hatte ich falsch gelesen :)

Und Danke Jörg für die Erklärung
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konik
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Beitragvon konik » 19.08.2018, 14:56

Hallo ,

Ich nehme an dir geht nicht ! Nur um das Programm!
Nach dem was du schreibst hat dein Kind doch eine Menge bewilligter Hilfsmittel . Das ist schon mal gut und leider nicht selbstverständlich !
Also kann es so schlimm nicht sein.
Für das Programm:
Gehe in Widerspruch , stelle die Vorteile heraus . Bitte um Einzelfallentscheidung .
Klar ist das Program je nach Krankheitsbild , Behinderung gut aber es ist eben nicht anerkannt .
Hier kannst du nur und das überall abgesehen von den KK die in dem Projekt mitmachen kämpfen. Oder selber zahlen . Wenn du arztberichte hast die sagen es wär wichtig usw bekommst du es vielleicht durch . Auch macht Sinn dort Vorstellig zu werden erst mal zu hören was sie meinen . Die kennen ja die Vorgänge der KK und können sicher auch was schreiben .
Heute schreibt man sehr viele Widersprüche.

Die KK die am Besten ist war lange Zeit die Techniker aber auch hier sind inzwischen genug Leute da die Probleme haben.

Ihr braucht ja ein Rund um Programm und es hängt immer irgendwo ganz gleich welche KK .

Ich würde das sehr gut überlegen.
Habt ihr einen Pflegegrad ?
Dieser wird dann neu geprüft . Die neue KK kann muss aber nicht das Gutachten übernehmen. Das würde dann eine neue Überprüfung bedeuten außer du hast einen Übergeleiteten Grad.
Hilfsmittel da hat sich ne Menge verändert , bei Ersatzkassen wird inzwischen meist abgekauft so das man die Hilfsmittel behalten kann . Wenn das nicht so ist zb weil die alte KK noch einen Mega Preis dafür will , dann geht es über Rückgabe und Neue Beantragung.
Kein Mensch kann dir sagen ob du durch einen Wechsel besser dran bist.
Ich glaube inzwischen das es besser ist bei seiner KK zu bleiben und zu kämpfen bis es auch für den letzten Mitarbeiter klar ist.
Überhaupt hängt es ja an den Mitarbeitern , die kann man null beeinflussen . Selbst wenn es jetzt gut läuft kann ein SB Wechsel zu Problemen führen.
Viele sagen eine KK vor Ort wo man hingehen kann sei besser.
Meine Erfahrung über viele Jahre ist eher kein persönlicher Kontakt und alles schriftlich per Einschreiben ist viel besser!

Ich habe bei meinen Jungs immer wieder Kämpfe und auch Dinge die ich selber bezahle . Ich wäge auch ab wo Zahl ich selber und wo Kämpfe ich .

Ich hab bei vielen Leute mitbekommen das sie vom Regen in die Traufe gekommen sind... deswegen würde ich es nicht machen.
Eine kleine KK ist sicher besser weil sie wenige Behinderte haben im Vergleich zu den Großen.


LG

Konik

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Beitragvon Ainslie2009 » 19.08.2018, 16:29

Also wir sind im März d.J. von der Barmer zur Metzinger BKK gewechselt und ich bereue den Schritt. Ich warte sehnsüchtig, dass die 18 Monate Sperrfrist um sind und werde dann wieder Zurückwechseln. Die Barmer ist zwar sehr langsam geworden und man muss wegen vielem Widerspruch einlegen, aber sie sind besser.

Das Pflegegeld wird gezahlt, wann die Metzinger lustig dazu ist. Bei der Barmer war es immer am 26. d. Monats auf dem Konto, war dieser ein Wochenende oder Feiertag immer schon davor. Bei der Metzinger kommt es frühestens am 30. aber auch mal erst am 3. d. Folgemonats. Man kann mit dem Geld nicht rechnen, weil es so unterschiedlich kommt. Es wird wohl am 29. angewiesen. Ist dies aber wie z.B. im März ein Tag vor dem Feiertag und der noch vorm Wochenende kommt es eben erst am 3. d. Folgemonats.
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 30, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 60 mit Mz. H, B, PG 3

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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 19.08.2018, 21:06

Barmer ist aktuell super schnell. vHP hatte ich noch ein paar Tagen die Erstattung.

Mein Widerspruch war nach 3 Wochen abgelehnt (mein Antrag nach 6 Tagen)

Da muss man nicht so lange warten bis zur Klage ;)

Es war klar das wir klagen müssen. Daher freut mich die rasche Bearbeitung.
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