Wohnheim bald anschauen für unser Kind an, auf was achten?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Andrea5
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Wohnheim bald anschauen für unser Kind an, auf was achten?

Beitragvon Andrea5 » 11.08.2018, 18:29

Hallo alle Zusammen,

Anfang übernächster Woche sehen wir uns mit Ben zusammen ein Wohnheim an, in das er nach Beendigung der Schule oder ein paar Jahre später einziehen könnte. Es ist bei uns in der Nähe.

Und sicher haben wir auch noch viele Fragen wie eigenes Zimmer bekommen,Möbel mitnehmen, Freizeitangebote, Betreuungsschlüssel (finde ich wichtig, da unser Sohn Autist ist), ob dort Heimbeiräte sind.

Was ich von euch wissen möchte, was habt ihr der Heimleitung für Fragen noch gestellt, bevor eure Kind dort eingezogen ist? Ben wird frühstens mit 18 Jahren dort einziehen. Und wir wollen dann auch die gesetzliche Betreuung übernehmen als Eltern.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 11.08.2018, 19:06

Hallo Andrea,

das ist jetzt vielleicht nicht das , was du hören möchtest, aber das, was mich die Wohngruppesuche gelehrt hat: achte auf dein Bauchgefühl.

Stelle alle deine Fragen, aber gehe nicht davon aus, immer ehrliche Antworten zu erhalten. Ihr seid potenzielle Kunden.

Ich hatte mich mal sehr intensiv mit Wohngruppen beschäftigt, sie abtelefoniert und welche angeguckt. Mit dabei war ein pedantisch ausgearbeiteter Fragenkatalog. Letztendlich wohnt mein Sohn nun in einer WG, die ich nicht vorher kannte. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich sie mir nicht angucken können. Ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl und wurde nicht enttäuscht. Es ist nicht alles perfekt, aber das ist es nie, aber: das Miteinander stimmt.
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Beitragvon Caki » 11.08.2018, 19:43

Hallo,

ich ziehe bald in eine Wg für Autistin. Ich habe gefragt, wer da noch mit einzieht, wie die so sind. Wie die Betreuungssituation ist, wie es mit den Kosten aussieht, zu wann ich einziehen könnte.

Die Wg wird neu gegründet, daher war es beim angucken noch Rohbau.
Sebehindert/blind und Frühkindliche Autistin Hfa

Senem
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Beitragvon Senem » 11.08.2018, 19:56

Hallo Andrea5,

Ich würde auch sagen, achte auf dein Bauchgefühl!

Ich habe leider die Erfahrung gemacht, das immer erst alles schön und perfekt geredet wird und die Realität dann ganz anders aus gesehen hat!!!

Ich lebe nun seit 2006 in einer Einrichtung für Körperbehinderte.

Bitte schaut euch die Einrichtung gut an und stellt ruhig so viele Fragen, wie möglich!!

Was den Betreuungsschlüssel angeht, so fürchte ich das er überall gleich ist, nämlich sehr schlecht!

Als ich in mein Zimmer und später dann in meinen Apartment zog, war die Grundausstattung an Möbeln schon drin (Bett, Stühle, Schreibtisch usw).
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Beitragvon Steffi 71 » 12.08.2018, 09:59

Hallo Andrea,
wir haben uns vor kurzem auch eine Wohngruppe für unseren Sohn angeschaut.Wir haben diverse Fragen gestellt.Betreuungsschlüssel,Tagesablauf,Schulunterricht,wie oft die Kinder nach Hause können......aber das Wichtigste war unser Bauchgefühl.Es wurde uns auch nicht vorgespielt,dass die Einrichtung perfekt ist,Zimmer alle picobello aufgeräumt.......es wirkte alles sehr authentisch.
Wir können uns die Einrichtung für unseren Sohn sehr gut vorstellen.
Viele Grüße
Steffi
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Beitragvon Silvia & Iris » 12.08.2018, 10:36

Hallo Andrea,

ja, auch ich starte derzeit mit dem "auf Liste setzen" - Natürlich, primär kommt es auf das Bauchgefühl an...

Worauf ich aber auch achten muss: die Distanz! - Das Land versucht natürlich die Betreuten in der Nähe der Eltern anzusiedeln. - Man fährt ja auch nicht einfach mal so 200 km... - und das kann dann schon mal erforderlich werden... - Auch ist es so, wenn dein Kind (und das ist es ja auch noch, wenn es volljährig ist) einen regelmäßigen Transport braucht, du auch einen bewilligt bekommen möchtest... - Irgendwann kann man dann nicht mehr selbst fahren... - aber meist kann man dann auch sein Kind nicht mehr betreuen... - nicht einmal am Wochenende, oder einmal im Jahr für 2 Wochen Ferien...

Ich habe mich erkundigt - meine angedachten Einrichtungen liegen in nicht einmal 40 km Entfernung...

Leider bietet die eine Einrichtung derzeit nur Tagesplätze, bei der anderen ist man zur Zeit händeringend auf der Suche nach neuen Bewohnern - aber ich sehe mein Kind (noch) nicht außerhalb der Schule...

Deshalb habe ich auch noch keine verbindlichen Formulare ausgefüllt - die finanzielle Lage habe ich nun auch schon halbwegs geklärt - zumindest wie es jetzt ausschauen würde (da ist derzeit einiges in Bewegung).

Es gibt auch noch andere Einrichtungen in diesem Radius, doch bei der einen wird zu viel Gewicht auf den Faktor "Produktivität" gelegt, und die andere Einrichtung ist für Bewohner ausgelegt, die sehr viel medizinische Unterstützung benötigen...

Andere sind auch schon durchgefallen, weil nicht für immobile Klienten gedacht...

- Betreuungsschlüssel ist bei beiden Einrichtungen ähnlich, das Konzept unterschiedlich... wobei ich natürlich nun anders an die Sache rangehe, da ich ja Tages- und Wohneinrichtung gemeinsam suche...

Und da frage ich mich auch: Ist es gescheiter, wenn die Betroffenen dort wohnen, wo sie auch unter Tags sind, oder wenn da eine gewisse Entfernung ist?

Und ich denke, dass es so sein wird wie meistens: wenn die Zeit reif ist wird wohl nur eine dieser beiden Türen offen sein - und durch die wird man dann gehen... (ich habe mir da einen Zeitrahmen von 2 Jahren gesetzt).

LG
Silvia
Liebe Grüße
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Beitragvon NataschaSte » 12.08.2018, 12:59

Hallo,

Was mir wichtig wäre, wie wird das Personal ersetzt wenn wer krank ist.

Kommen da pooldienste, springt eigenes Personal ein...

Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

Ein guter Schulabschluss ist kein Indikator für Intelligenz, sondern von guter Anpassungsfähigkeit. - Gerald Hüther

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Beitragvon Silvia & Iris » 18.08.2018, 16:33

Liebe Natascha,

ich habe da noch nie von Pooldiensten gehört - in keiner der Einrichtungen, die ich für behinderte junge Erwachsene gesehen habe...

Gibt es das überhaupt?

LG
Silvia
Liebe Grüße

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Beitragvon NataschaSte » 18.08.2018, 17:16

Hallo Silvia,

In Österreich gibt es das ganz sicher, da ich dort aushilfsweise in der Pflege gearbeitet habe. War auch insgesamt nur vier Tage. Ich habe aber mit bekommen dass ich nicht die einzige war die dort nicht fix arbeitet.
Aber wahrscheinlich war dort so Not am Mann das ich besser war als nix... arbeite eigentlich geriatrie...

Vielleicht heißt es nur anders.

Grüße
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Beitragvon Silvia & Iris » 19.08.2018, 11:25

Liebe Natascha,

ich habe mich auch noch nicht wirklich so ganz intensiv damit beschäftigt...
aber ich werde es demnächst auch müssen...

Weil ein zurück gibt es dann auch nicht mehr...

LG
Silvia
Liebe Grüße

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