PG3 Bescheid, Widerspruch bei wenigen Punkten?

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Yvonne und Kjeld
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PG3 Bescheid, Widerspruch bei wenigen Punkten?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 08.08.2018, 13:51

Hallo,

da die ganze Sache mit dem Pflegegrad und so für mich noch ziemliches Neuland ist, habe ich schon wieder eine Frage.

Heute kam der Bescheid und uns wurde auf Anhieb PG 3 gewehrt mit Kontrolle 2021. Allerdings sind mir einige Punkte aufgefallen, die nicht/ falsch bewertet wurden, ich weiß nicht, ob es für PG4 reichen würde (fehlen uns "nur" 7 Punkte zu) und hinzukommt, dass Kejld bald 2 1/2 ist und dann ja noch mehr mitbewertet werden würde.
Macht es Sinn, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen (ich glaube es sind grob geschätzt 6 Teilbereiche)?
Oder sollte ich erstmal abwarten und gegebenenfalls zu einem Späteren Zeitpunkt eine neue Begutachtung anstreben? Oder es doch besser einfach auf sich beruhen lassen?

Und fallls ja, kann ich dennoch schon Pflegehilfsmittel beantragen, oder müsste ich in dem Fall warten, bis der abschließende Bescheid bei uns eintrifft?

Vielen Dank schon mal für eure Antworten

Herzliche Grüße
Yvonne
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Kjeld *03.16 globale Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, Brille, Hörgerät, Epilepsie, insgesamt auf dem Stand eines ca 18-20Monate alten Kindes PG4, GdB100
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kati543
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Beitragvon kati543 » 08.08.2018, 15:10

Hallo,
grundsätzlich kann man immer in Widerspruch gehen, eine Verschlechterung kann auch nicht passieren, es sei denn du hättest bei der vorherigen Begutachtung gelogen.
Allerdings sehe ich 7 Punkte nicht als "nur" an, sondern als eine ganze Menge. Die Punkte steigen ja nicht zwangsweise, wenn dir in einem Modul mal noch irgendwo ein Pünktchen mehr gegönnt wird, sondern sie steigen sprungweise an. Du musst also mal schauen, ob du in 1-2 Modulen so viele Punkte mehr bekommst, dass du in die nächste Stufe kommst.
Pflegehilfsmittel kannst du sofort beantragen. Die Kasse braucht da eh eine gefühlte Ewigkeit, ehe die genehmigt werden.
Interessant ist es noch, welches Datum im Gutachten steht ab wann die Pflege notwendig ist. Da du sicher seit Geburt pflegst, kannst du Verhinderungspflege auch sofort nutzen. Allerdings musst du das der Kasse begründen. Bei uns stand das damals gleich im Gutachten drin.
LG
Katrin
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Yvonne und Kjeld
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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 08.08.2018, 22:46

Hallo Kati,

vielen Dank für deine Antwort. Ich werde das Gutachten morgen mal nochmal genauer durcharbeiten, um dann genau sehen zu können, wieviel wir evtl an meh rPunkten bekommen könnten/ sollten.
Wenn ich Widerspruch einlege, meinst du, es macht auch Sinn darauf hin zu weisen, dass Kjeld ja bald 2 1/2 ist und dann noch mehr Punkte Relevanz bekommen, die bisher noch nicht berücksichtige wurden?

Liebe Grüße
Yvonne
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MOmitJulian
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Beitragvon MOmitJulian » 09.08.2018, 06:58

Hallo Yvonne,

das macht insofern keinen Sinn, denn bei einem Widerspruch wird nur geschaut, ob rückblickend bei der Begutachtung Dinge nicht gewährt wurden.
Es wird nicht neu bewertet, wenn sich das Alter in der Zwischenzeit ändert.

Dazu müsstest du dann einen Höherstufungsantrag stellen, wenn es soweit ist.

kati543
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Beitragvon kati543 » 09.08.2018, 11:53

Hallo Yvonne,
mein Jüngster hat mit 2 Jahren PS1 bekommen - damals gab es ja keinen PG. Ja, er hatte auch den erhöhten Wert im Assessment erreicht, aber wir könnten das nie nutzen. Anfangs gab es dafür ja kein Geld.
Mein Jüngster hat sich beständig weiter entwickelt. Seine Diagnosen stehen in meiner Signatur. Es sind immer mehr dazugekommen. Heute hat er PG4.
Was ich dir damit sagen will...PG3 ist in dem Alter schon ganz ordentlich. Warte einfach noch etwas. Tu dir und deinem Kind den Stress nicht an. Die nächste Begutachtung kommt bestimmt. Ich persönlich glaube nicht mehr an Wunder, auch wenn unsere Pflegekasse da ja immernoch dran glaubt. Bei jedem neuen Termin wird mir wieder geschrieben, dass der Zustand sich ja verbessert haben kann 😥...ich würde es mir so wünschen.
Ich weiß nicht, ab welchen Alter mehr Fragen mit in die Begutachtung einfließen. Meine Kinder haben bereits alle Fragen, bis auf die Haushaltsfragen. Aber ein zukünftiges Alter wird NIE berücksichtigt. Fies gesagt weiß man ja auch nie, ob das Alter überhaupt erreicht wird. Ich kenne Menschen, die den PG beantragt haben und vor der Begutachtung gestorben sind.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Yvonne und Kjeld
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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 12.03.2019, 13:10

HAllo ihr Lieben,

nachdem ich damals dann doch Widerspruch eingelegt hatte, und die Dame vom MDK heute endlich da war, kann ich sagen, dass es funktioniert hat. Ich habe einen ausführlichen Widerspruch eingelegt, vorher ein entsprechendes Pflegetagebuch und die Auswertung des Familiara Pflegetagebuchs eingereicht und hier noch alle Arztbriefe kopiert. Mein SOhn zeigte sich auch direkt mal von seiner "besten" Seite und hatte 2 starke Wutanfäle, war sehr hypoton, ist kaum ein poaar Schritte gelaufen und hat insgesamt gezeigt, wie es an einem schlechten Tag bei uns so ist. Die Dame war sehr nett und wir haben ein komplett neues Gutachten erstellt. Sie war fast 2 Std da und meinte wir sind mehr als locker in PG4 (auch einige neue Baustellenn wie die Epi und einige Punkte, die nun mitberücksichtige wurden wegen des Alters) aber wir bekommen das sogar rückwirkend aller wahrscheinlichkeit nach.

Also ich würde es wieder so machen, habe allerdings das ganze auch wochenlang vorbereitet und mir Gedanken gemacht. Jegliche Therapiemittel hin gestellt (natürlich außer dem Bett), habe alle Arzt und SPZ Berichte durchgearbeitet und wichtiges markiert, das Tagebuch geführt, Pfeleggradrechner bemüht, von Therapeuten berichte besorgt etc.
Nun stehen sogar eine Empfehlung für Werscherberg, sowie Badumbau und Rampe drin.

Also nur Mut, beim Widerspruch, falls ihr euch recht sicher seid.

Liebe Grüße
Yvonne
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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 12.03.2019, 16:23

Glückwunsch :D

Aber man braucht starke Nerven, was? Das hat sich ja super lange gezogen.
Sandra mit Zirkusfamilie
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Sohn (13) massiv 84.5 + leicht ausgeprägt 90.1+ leicht ausgeprägt 81.1 (PG4 nach Klage) 70GdB, B+H
Sohn (12) massiv 84.5 + massiv ausgeprägt 90.1, massiv ausgeprägt 81.0 (PG4)80GdB (nach Klage) B+H
Tochter (10)
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Beitragvon Sheila0505 » 12.03.2019, 19:35

Hallo Yvonne, herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Widerspruch :icon_thumleft:

Gut, dass du so dahinter warst und dich zudem so gut vorbereitet hattest. Ich finde es auch toll, dass du ein Update geschrieben hast und der Ausgang nicht offen blieb.

Ich habe mich mit euch mitgefreut, dass es geklappt hat :icon_sunny:

Liebe Grüße, Sheila

Yvonne und Kjeld
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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 12.03.2019, 20:59

vielen Dank euch beiden.

Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat, gerade weil es wirklich starke Nerven gebraucht hat und einiges an Vorbereitung. Abe rich habe grundsätzlich die Erfahrung gemacht, dass ausführliche Schrieben und Berichte einen bei der Kasse oft weiterbringen (bisher wurden alle Hilfsmittel anstandslos bewilligt).
Warum sich das so gezogen hat, weiß ich auch nicht. Im Dezember wollte de rMDK kommen, rief mich aber nur einen Tag vorher an und daher musste ich absagen, weil wir einen anderne Termin hatten, dann haben sie sich ewig nicht gemeldet. Aber nun hat es geklappt. Die Sachbearbeiterin war auch sehr "froh" dass sie vorab schon so viele Infos von uns bekommen hat, das hätte ihr sehr geholfen, sich ein Bild von Kjeld zu machen
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BiancaD
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Beitragvon BiancaD » 13.03.2019, 11:54

Hallo Yvonne,

ich will dich nicht enttäuschen, aber für Werscherberg muss ein Kind entwicklungsmäßig allgemein auf dem Stand von 3-4 Jahren sein (außer der Sprache natürlich).
Schau mal auf deren Internetseite, da steht einiges dazu.

Viele Grüße aus dem Nachbarort

Bianca
L. geb. 2010: Z.n. umschriebener kombinierter Entwicklungsstörung, Sprachstörung, Asperger-Syndrom

großer Bruder geb. 2005, hochbegabt


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