Vater verweigert Unterschrift für Landespflegegeld

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Steffi41
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Vater verweigert Unterschrift für Landespflegegeld

Beitragvon Steffi41 » 03.08.2018, 21:35

Hallo Zusammen,

ich bin Alleinerziehend und habe zusammen mit dem Papa vom Kleinen das gemeinsame Sorgerecht.

Der Kleine bekam vor Kurzem den Pflegegrad 2 zugesprochen.
Nun habe ich auch einen Antrag auf das Landespflegegeld gestellt (wir leben in Bayern) und den Antrag dem Papa zum Unterschreiben geschickt.
Er verweigert jedoch seine Unterschrift mit der Begründung, dass er nicht der Meinung ist, dass sein Sohn einen PG braucht. Ich muss dazu sagen, dass er das scheinbar alles nicht wahrhaben möchte und schon einen riesen Aufstand gemacht hat, weil ich überhaupt einen PG beantragt habe. Er hat dann auch bei der Pfleekasse angerufen und sich beschwert, das Gutachten vom MDK zweifelt er auch an. Wie komme ich denn jetzt zu seiner Unterschrift? Soll/ kann ich sie gerichtlich ersetzen lassen oder mich erst Mal an die Antragsstelle wenden?

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Beate139
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Beitragvon Beate139 » 03.08.2018, 21:40

Hallo Steffi,

du kannst das Jugendamt einschalten. Habe ich damals auch gemacht, als mein Ex die Unterschrift für einen Schulwechsel verweigert hat. Das Jugendamt hat ihn dann zur Unterschrift gezwungen. Letztendlich geht es - auch bei dir - um das Wohl des Kindes

RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 04.08.2018, 11:11

Hallo,

es gibt die Möglichkeit in Einzelbereichen das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Du solltest das mit dem Jugendamt oder einem Anwalt besprechen. Bei dir wäre es dann der Bereich Gesundheit. Wäre vielleicht auch sonst ratsam, wenn der Vater die medizinische Versorgung so boykotiert.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Michele 11
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Beitragvon Michele 11 » 04.08.2018, 16:12

Hi, Du kannst auch ohne Anwalt bei Gericht einen Antrag auf Ersetzung der Unterschrift beantragen (das geht auch als Eilantrag = einstweilige Anordnung) oder eben auf Gesundheitsfürsorge. Das Jugendamt wird dann mit am Verfahren beteiligt.
Frag doch mal beim zuständigen Familiengericht nach. Bei uns in BW - vielleicht auch in Bayern- gibt es sogar Stellen, die Dir bei der Antragstellung behilflich sind (Rechtsantragstelle).

Lg Michelle

helena_muc
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Beitragvon helena_muc » 04.08.2018, 17:23

Vermutlich will er die Behinderung seines Kindes nicht akzeptieren, weil das an seinem Selbstbild kratzt. Ich würde die Einschaltung des Jugendamts empfehlen, vielleicht wäre der Einsatz einer Person, die ihn berät oder zwischen Euch mediativ tätig wird, sinnvoll. Du muss ja auch daran denken, dass diese Probleme sich künftig fortsetzen und auch andere wichtige Entscheidungen durch die fehlende Einsicht Deines Ex negativ beeinflusst werden könnten. Auf alle Fälle würde ich auf eine Einigung hinarbeiten und erst als letztes Mittel versuchen, ihn zu zwingen. Das Kindswohl geht ja über das Finanzielle hinaus und für Dein Kind ist es sicher besser, wenn die Eltern miteinander reden und gemeinsam Entscheidungen herbeiführen können, auch dann, wenn sie keine gemeinsamen Wege mehr gehen.
Ich wünsche Euch das Beste!

helena
Oldie, but goodie

kati543
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Beitragvon kati543 » 04.08.2018, 18:38

Hallo,
eigentlich gibt es gar keine bessere Begründung als diese, das Sorgerecht für den Bereich Gesundheit allein auf dich übertragen zu lassen. Wenn der Vater die Behinderungen des Kindes nicht akzeptiert, ist er da raus. Es wäre perfekt, wenn du das nun irgendwie beweisen könntest. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass er nicht so glücklich darüber ist das Sorgerecht teilweise zu verlieren.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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