Widerspruch Ablehnung Stundenerhöhung Persönliches Budget

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Karin D.
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Widerspruch Ablehnung Stundenerhöhung Persönliches Budget

Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 17:37

Ein freundliches Hallo in die Runde,

ich habe für meinen Sohn einen Antrag gestellt, die Assistenzstunden von 20 auf 40 pro Woche zu erhöhen.

Vor April beantragt, gab es Mitte April eine Konferenz im Bezirksamt dazu. Ohne Begründung verschoben, also am 19.4. war das Gespräch mit der Sachbearbeiterin im Bezirksamt, einer Reihe von anderen Mitarbeiter*innen aus dem Amt und Assistenz.de.

Ich musste dann noch zwei Mal Erklärungen abgeben warum und wieso, was genau gemacht werden soll. Ich habe dann alles abgegeben und begründet, Förderung in der Freizeit ohne Pflege, da ausschließlich ich meinen Sohn pflege.

Dann ein Schreiben vom Bezirksamt, sie werden jetzt besprechen, ob und wieviel vom Pflegegeld mit dazugenommen wird zur Persönlichen Assistenz. Ich habe geschrieben, dass das nicht zutreffend ist, denn ich pflege meinen Sohn ja wirklich allein. Der Assistent führt keine Pflegeleistungen durch, null.

Darauf die Ablehnung meines gesamten Erhöhungsantrags.

Da ich schon alles geschrieben hatte in den Unterlagen und weiteren Erklärungen, die immer wieder verlangt wurden, weiß ich nicht, was ich noch als Widerspruch schreiben soll.
Daher habe ich mich an den VdK gewandt. Dort liegt es jetzt aber schon lange zur Bearbeitung, und wenn die Anwältin dort immer noch nichts geschrieben hat sondern auf meine Mailbox sprach, ich soll mir einen Telefontermin für ein weiteres Gespräch mit ihr geben lassen, habe ich ein ungutes Gefühl. Die Widerspruchsfrist läuft langsam ab, so um den 5.8.

Es macht mich ziemlich betroffen, dass die Anwältin beim VdK nicht handelt und den Widerspruch schreibt, denn wir hatten bereits alles besprochen und sie hat die Unterlagen. Sie sagte beim Erstgespräch, ich soll die Ablehnung abwarten und ihr gleich geben, dann können wir ins Widerspruchsverfahren gehen. Passiert ist ihrerseits gar nichts, nur Freitag der Anruf auf meiner Mailbox.
Gestern hieß es, montags wäre die Anwältin nicht im Haus, und bis Mitte August wären alle Telefontermine voll. Man würde ihr eine Nachricht hinglegen, damit sie mich direkt anruft.

Heute habe ich schon mal vergeblich gewartet.

Ich werde nun anfangen selbst den Widerspruch inhaltlich zu begründen.

Allerdings kann ich auch nur widerkäuen, was ich bisher schon alles hingeschrieben habe. Habt ihr noch Tipps für mich?

- Außer dem, was ich schon geschrieben habe, könnte ich nur noch hinschreiben, dass meine halbe Stelle nicht ausreicht für die Miete und ich endlich Stunden aufstocken muss, daher braucht Andi mehr Assistenz. Kommt aber auch nicht hin, weil die Assistenzstunden zu seiner Förderung sind.

- Er unternimmt ja auch nichts mehr mit mir am Wochenende. Kein Kino, keine Unternehmung, nichts. Nur mit dem Assistenten, und damit am Wochenende Unternehmungen stattfinden können, brauchen wir mehr Stunden.

Alles andere habe ich schon aufgeschrieben, was in den zusätzlichen 20 Stunden passieren soll an Förderung.

Über eure Tipps und Erfahrungswerte wäre ich sehr dankbar. Ich weiß ja nicht, warum die Anwältin vom VdK mit mir telefonieren möchte statt den Widerspruch zu schreiben.

Danke schon im Voraus und liebe Grüße

Karin
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Beitragvon konik » 31.07.2018, 19:19

Hallo Karin ,


Das ist wirklich blöd . Was wurde denn aufgeführt warum abgelehnt ist !
Dir ist bewusst das natürlich durch Assistenz de die Stundensätze höher ausfallen was sagen die denn dazu wenn die schon für dich dabei waren ?

Bringt ja nichts wenn das Geld kostet aber nichts bringt.

Dein Sohn hatte ja schon Stunden soweit war der Bedarf doch klar , wiso sollte denn da jetzt keiner mehr sein.


Zum VDK habe ich keinen guten Draht , da hab ich nur sehr wenig motivierte Leute erlebt die von Versorgung von Jugendlichen so gar keine Ahnung hatten.

LG

Konik

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Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 19:23

Der Bedarf hat sich erhöht, deshalb der Antrag auf Stundenzahlerhöhung.
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Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 19:39

Ich hatte jetzt über 10 Jahre nichts mehr mit dem VdK zu tun. Damals war es in Ordnung, die Anwältin war nicht nur nett sondern sehr kompetent. Aber jetzt ist da scheinbar landunter. Ich bin sehr enttäuscht. Seit 1999 bin ich Mitglied dort, in der ganzen Zeit habe ich die Rechtsberatung zwei Mal in Anspruch genommen, jetzt das dritte Mal. Keine Antwort auf meine Email, warum von der Anwältin nichts kommt. Am Telefon auch eine reservierte Mitarbeiterin, als ob man stört. Eine andere legt ja wenigstens der Anwältin noch eine Nachricht hin, dass sie mich zurückruft - sie wollte mich an sich sprechen. Ich erwarte ja einen inhaltlichen Widerspruch. Zu sprechen ist sie aber nicht. Au, weia...
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Beitragvon konik » 31.07.2018, 20:00

Hey Karin ,

Das hab ich verstanden das euer Bedarf gestiegen ist , ich will wissen warum die Eingliederungshilfe gar keinen mehr sieht !
Also welcher Grund wurde angegeben?
Oder gab es keine schriftliche Ablehnung?
Oder gibt es die alten Stunden weiter .

Konik

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Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 21:05

Es gab eine Ablehnung, schriftlich. Ob die Stunden wenigstens wie bisher beibehalten werden, erfahren wir auf der Hilfekonferenz.

Danke dir, und viele Grüße
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Beitragvon LasseUndJohannes » 31.07.2018, 21:58

Hi, wenn am 5.8.die Widerspruchsfrist abläuft, dann kannst du ja schriftlich und per Einwurfeinschreiben widersprechen. Ein Satz genügt zur Fristwahrung. Die Begründung kannst du nachreichen. Damit hast du Zeit dich mit der Anwältin auszutauschen.
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Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 22:01

Hi, ich habe bereits fristgerecht Widerspruch erhoben und mitgeteilt, die Begründung (Inhalt des Widerspruchs) so bald wie möglich nachzureichen.

Wahrscheinlich muss ich doch auch den Inhalt des Widerspruchs bis zu der Widerspruchsfrist abgegeben haben?
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Beitragvon konik » 31.07.2018, 22:14

Karin was war der Grund der Ablehnung !
Was hat dir Assistenz de gesagt waren die Gründe warum sie nicht erfolgreich waren?

Das ist doch wichtig damit man im Widerspruch da ansetzen kann , - deswegen frag ich immer wieder!
Dann kann man überlegen wo du ansetzen kannst !

Ich hatte auch schon Widersprüchen wegen Assistenz und wusste genau was deren Grund ist dafür .
Genau da hab ich dann angesetzt.

Ich wollte dir ja so helfen das du was davon hast bringt ja vermutlich nichts wenn ich unseren Weg aufzeigen

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Beitragvon Karin D. » 31.07.2018, 22:19

Der Grund ist, dass die Stunden Eingliederungshilfe an der Grenze sind und, da der Assistent keine Pflege macht, die Stunden der Hilfe zur Pflege nicht erhöht werden.

Assistenz.de begleitet mich doch nur, sie sind bei der Konferenz anwesend, aber ich mache den gesamten Schriftverkehr und bin Wortführerin.
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