Finanzamt: Formulierung für eine Dauerverordnung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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marie-theresia
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Finanzamt: Formulierung für eine Dauerverordnung

Beitragvon marie-theresia » 31.07.2018, 10:39

Guten Morgen,
das Finanzamt erkennt Dauermedikamente wegen chronischer Erkrankungen nicht an, obwohl wir Schreiben von Fachärzten mit Diagnosen haben.

Weiß jemand, wie so eine Formuierung des Arztes aussehen muss um ein Medikament 1 x als Dauermedikation zu verordnen? Uns fällt nichts mehr ein. Bei uns sind das Medikamentenkosten von 300 Euro die seit 2 Jahren nicht mehr anerkannt werden.

Danke für Infos
m-t
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SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 31.07.2018, 13:36

Hallo marie-theresia,

privat Rezepte?
Dann Stückzahl pro Jahr verordnen lassen und einen entsprechenden Vermerk zur Gültigkeit des Rezepts mit drauf.
Und dann jeden Kauf in der Apotheke quittieren lassen.

z.B.
4x Vigantol 1000 I.E 100 Tabletten

Rezept gültig bis 31.12. 2018

Ausstellungsdatum des Rezepts, Name und Geburtsdatum des Patienten und natürlich die Daten zum verschreibenden Arzt nicht vergessen.

Das entspricht zumindest den Vorgaben der Verschreibungsverordnung.

Geht es denn um ein apothekenpflichtiges Medikament oder vielleicht auch um Nahrungsergänzungsmittel o.ä.?
Dann weiß ich nämlich nicht, ob das überhaupt anerkannt werden muss.

LG
Simone
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marie-theresia
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Beitragvon marie-theresia » 31.07.2018, 16:19

Hi Danke,
es geht um Citerizin für die Kinder
und Vitamin D und Cefasel für mich.

Nur will das Finanzamt jedesmal ein Rezept und die Begründung, warum es genau jetzt verordnet wurde. Und das gibt mir Rätsel auf. Mein Hausarzt wird nicht jedesmal einen Arztbericht dazu schreiben ;-)

Ich kenn so ein Rezept, wie Du es beschrieben hast nicht, aber das sollte dann schon passen, wenn der Arzt da 1 x die Diagnose drunter setzt. Werd mal sehen ob die beiden Ärzte das mitmachen.

Falls noch andere Idee da sind - immer her damit. :D
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Beitragvon TimsMama2009 » 31.07.2018, 17:20

Hallo,
eine Verordnung verlangt das Finanzamt deshalb, weil damit die Zwangsläufigkeit der Kosten bestätigt wird. Sonst könnte man ja auf die Idee kommen, alle frei käuflichen Medis beim Fiskus geltend zu machen.

Mit einer Begründung geht mir das Finanzamt aber einen Schritt zu weit - in Anbetracht der Höhe der Kosten sollte eine Verordnung ausreichen.

Viele Grüße Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
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Beitragvon marie-theresia » 31.07.2018, 17:54

@SimoneChristian
Lt. Apotheke ist so eine "Jahresverordnung" in Deutschland nicht erlaubt. :-{

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SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 31.07.2018, 19:24

Hallo marie-theresia,

https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/AMVV.pdf

§2 Nr. 6 Menge Nr. 8 Gültigkeit der Verordnung

Das ist eher unüblich, aber deshalb nicht gleich "nicht erlaubt"
Zu Lasten der Krankenkasse wäre es wegen anderer, nachrangiger Verträge auch nicht erlaubt, aber für ein Privat-Rezept schon.

Im Übrigen darf ein Privat-Rezept auch auf Klopapier, Bierdeckel oder Supermarktrechnung ausgestellt werden. :wink:

LG
Simone

P.S. Der Apotheker sollte mal eine Fortbildung zum Thema Recht machen. :wink:
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Beitragvon kati543 » 31.07.2018, 20:12

Hallo,
das Finanzamt MUSS es anerkennen, wenn das Gesundheitsamt euch einen Bescheid gibt, dass diese Medikamente medizinisch notwendig sind. Zwar kostet diese Bescheinigung (einmalig) ich glaube 25€, aber dafür darf sich das Finanzamt dann eben nicht mehr rausreden.
Das gleiche Problem gibt es ja bei vielen anderen Dingen, die zwar der Arzt verordnet (und sogar die KK teilweise zahlt) aber das Finanzamt akzeptiert das deswegen noch lange nicht ...
LG
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Beitragvon Kaja » 31.07.2018, 21:44

Hallo,

die Regelung lautet:

https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzei ... 48_33___4/

Bei einer andauernden Erkrankung mit anhaltendem Verbrauch bestimmter Arznei-, Heil- und Hilfsmittel reicht die einmalige Vorlage einer Verordnung

es reicht also eine Verordnung aus, die auch nicht als Dauerverordnung gekennzeichnet sein muss. Dazu kann man ein Attest des Arztes beifügen: "Frau ... leidet an ... und benötigt zur Therapie aus zwingenden medizinischen Gründen dauerhaft das Medikament ... "

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon marie-theresia » 01.08.2018, 13:02

@Kaja
"....es reicht also eine Verordnung aus, die auch nicht als Dauerverordnung gekennzeichnet sein muss. Dazu kann man ein Attest des Arztes beifügen: "Frau ... leidet an ... und benötigt zur Therapie aus zwingenden medizinischen Gründen dauerhaft das Medikament ... "

Genau das wurde nicht anerkannt. Auch Schreiben von Fachärzten nicht. Deswegen hin ich so am hampeln.

Gruß M-T
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Beitragvon IlonaN » 01.08.2018, 13:04

Hat das denn wirklich das Gesundheitsamt ausgestellt???
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.


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