Integration Schule / Fahrzeiten / pass. Schule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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SandraKohl
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Integration Schule / Fahrzeiten / pass. Schule

Beitragvon SandraKohl » 04.01.2005, 23:21

Hallo,

wir wohnen sehr ländlich in Mittelhessen und unser Christian (5) wird nächstes Jahr schulpflichtig. Er hat eine beinbetonte spast. Tetraparese und Epilepsie (Pseudo-Lennox).
Zur Zeit ist angeplant, ihn integrativ in der Regelschule vor Ort zu beschulen, die aber keine Erfahrung damit hat. Zwar laufen dort schon einige Integrationsmaßnahmen, aber das sind alles Kinder mit Verhaltensproblemen.

Laut Schuluntersuchung (dauerte 15 Minuten) ist Christian schulreif und auch sein Intelligenztest (über mehrer Tage in der Reha und wohl eher aussagekräftig) bestätigt eine "normale" Intelligenz. Auch läuft er recht gut, das wäre nicht das Problem. Da Christian aber ein Drillingskind ist, fällt mir der Unterschied zu seinen gesunden Brüdern täglich ins Auge. Es sind nur Kleinigkeiten, aber ich habe einfach so ein Bauchgefühl, das das nicht klappen wird.

Das Problem ist aber, das wir keine echte Alternative haben. Unter einer Stunde Fahrzeit ist nichts zu haben... (tja, Landluft ist nicht immer so toll ;-) aber ich finde das für so einen kleinen Wurm schon ganz schön happig. Selbst der Herr vom Schulamt sagt, das wäre eigentlich zu weit. Es gibt bei uns ein gutes Angebot für Praktisch Bildbare, aber "normalbegabte" körperbehinderte Schüler werden irgendwie vergessen.

In der Schule, zu den Lehrerinnen dort habe ich einen guten Kontakt, haben wir schon über Alternativen gesprochen, falls es nicht klappt. Dann sollte er auf die Schule für Lernhilfe - ich weiß nicht, das scheint mir, als würde er dann "abgeschoben".

Ich bin echt wütend, das es hier nicht mehr Angebote und Bemühungen für solche Kinder gibt. Zumal wir im Kindergarten schon so reingefallen sind: Einzelintegration in Hessen im Kiga heißt nämlich null Anspruch auf Nichts! Da gibt es noch nicht mal einen Fahrdienst, über den man sich beschweren kann, kein Therapeut darf einen Fuß über die Schwelle des Kindergartens setzen...

Was ich mich sehr frage, ist, ob Christian mit seinen Macken in der Regelschule bestehen kann. Ein Beispiel: Christian hat eine sehr schwache Mundmotorik und gelegentlich läuft ihm noch Speichel aus dem Mund (besonders im Winter). Die dummen Sprüche würde ich ihm gern ersparen...
Am meisten Sorgen macht mir seine Feinmotorik. Er soll mit dem Computer schreiben lernen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das in einer normalen Klasse mit Doppelbesetzung von nur 6 Stunden gelingen kann. Hat da jemand von euch Erfahrungen???

So, vielen Dank fürs Zulesen. Ich habe heut irgendwie meinen Sorgentag und bin froh, das mal mit jemanden teilen zu können. Schön, das es euch gibt!

LG

drillmama Sandra mit
Jonas, der gerade Jonas-Pöckchen heißt (Windpocken),
Christian, spast. Tetraparese und Epi
Samuel (der blondgelockte Superstar des Kindergartens)
*6/99 SSW 30+5

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Susekie
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Beitragvon Susekie » 05.01.2005, 02:03

Hallo Sandra!

Da hatte ich gerade eine Antwort erstellt und hab dann aus Versehen falsch geklickt...alles gelöscht.. *heul* Ich fang also nochmal von vorn an. Achja...wir wohnen in Niedersachsen, insofern mag das Schulrecht etwas anders sein...

Unser muskelkranker, vollbeatmeter und E-Rolli fahrender Sohn hat uns bei der Schulfrage auch mächtig beschäftigt...Zufrieden sind wir mit der jetzigen Situation noch nicht, müssen/wollen aber erstmal noch abwarten. Und so lief das ab:

Integration hätten wir uns sehr gewünscht, ist aber derzeit unrealistisch, weil die Schule hier überhaupt nicht "will" und weil es zumindest momentan eher nicht geeignet wäre. Für uns war alternativ eine Rückstellung denkbar, wenn auch mit Bauchschmerzen: Therapeuten und Kindergarten waren der Meinung, daß ein weiteres Kindergartenjahr für ihn nur noch Langeweile bedeuten würde, weil er dringend mehr "Input" bräuchte. Wir haben diese Meinung ein bißchen geteilt, andererseits war Tobias erst seit Anfang 2003 überhaupt in einem Kindergarten, also erst mit knapp 5 1/2 - "noch ein Jahr im Kiga" hätte auch Fortschritte bringen KÖNNEN, zumindest im Sozialverhalten.
Die Rückstellung kam dann doch nicht in Frage, weil er nirgendwo hätte bleiben können - nur zuhause, aber das hätte gar nichts gebracht!

Also wurde das Verfahren auf Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet: zunächst "begutachtete" die Schule für Lernhilfe - Fehlanzeige! Dann kam die - in unseren Augen zuständige - Körperbehindertenschule: "nein, zu uns kann er nicht kommen, er kann ja nicht sprechen, und außerdem fangen wir gleich mit lesen, schreiben rechnen an, und das kann er ja sowieso nicht".

Diese Unterstellung tat weh und kann von unseren Therapeuten und Kinderkrankenschwestern kaum nachvollzogen werden. Alle - auch wir - dachten, gerade auf der KB-Schule könne er optimal gefördert werden! Wir dachten, auch dort gäbe es nicht-sprechende Kinder!
Eine Sache sprach aber gegen DIESE Körperbehindertenschule: sie liegt über eine Stunde Fahrtzeit von uns entfernt, ist aber die örtlich für uns zuständige, obwohl zwei andere KB-Schulen viel besser und schneller erreichbar sind! Lt. Schulleiter der KB-Schule sei es "absolut normal", daß die Kinder sogar bis zu 2 Stunden Fahrtzeit pro Strecke in Kauf nehmen müssen!!! Er hatt kein Verständnis dafür, daß es für Tobias möglicherweise ein "Problem" darstellen könnte. Abgesehen davon, daß wir ihn dann hätten morgens gegen halb fünf wecken müssen!!! naja, da diese Schulform sich für nicht zuständig erklärte, war das Verfahren noch nicht zu Ende.

Zum Schluß kamen dann Lehrerinnen von der Schule für Geistigbehinderte (dürfte dasselbe wie die Schule für Praktisch Bildbare bei Euch sein). Diese hinterließen im Kindergarten den Eindruck, daß sie unseren Sohn für recht pfiffig, aber auch hinterlistig hielten, ABER: DEREN Schule sei doch goldrichtig für ihn!!! NUR dort könne er so (individuell) gefördert werden wie er es braucht. Und überhaupt...nach ein bis zwei Jahren - so hatte sich die KB-Schule das vorgestellt oder zumindest uns gegenüber behauptet - könne er dann ja immer noch wechseln!

Er besucht nun mehr oder weniger gelangweilt und unzufrieden die Schule für Geistigbehinderte. Da er nicht sprechen kann (und noch keinen Sprachcomputer besitzt), bekommen wir auch nicht exakt heraus, wie es und was ihm dort gefällt oder nicht.
Ich vermisse auch die so hoch gepriesene "individuelle Förderung"! Vielleicht bin ich zu ungeduldig, vielleicht aber auch die Lehrkräfte überfordert? Von Lesen, Schreiben oder Rechnen sind sie meilenweit entfernt, die "praktischen Dinge" wie Tisch decken, abräumen usw. sind für ihn - rein motorisch/kräftemäßig - kaum erlernbar und auch ansonsten erkenne ich bisher nichts besonderes, vor allem keinen richtigen Unterschied zum Kindergarten.

Um eventuelle Sprüche anderer Kinder in der Regelschule würde ich mir weniger Gedanken machen, Sorge würde mir allerdings auch bereiten, ein Kind in der Regelschule mit Computer schreiben lernen zu lassen! Genau das würde bei uns auch eintreffen und ohne engagierte (Klassen-)Lehrer wird das kaum vernünftig klappen. Allerdings kann ich mir von der Lernhilfe-Schule in unserer Nähe NICHT vorstellen, daß dort Kinder per Computer schreiben lernen könnten!!! Das müßte doch am besten auf der KB-Schule funktionieren (wurde uns gegenüber übrigens bestritten: "alle" Kinder würden mit der Hand schreiben können).

Ich verstehe auch nicht, warum Christian auf die Lernhilfeschule soll (ist die in der Nähe?), wenn es in der Regelschule nicht klappt!? Wenn er doch "normal intelligent" ist, kann er nach meinem Verständnis dort nicht so gefördert werden, wie es vielleicht nötig wäre! Vielleicht würde es aber in der Regelschule auch besser klappen, als alle sich bisher vorstellen können!!!

Achja...Intelligenz...uns "verfolgt" ein Bericht aus der bisher einzigen Reha, in dem bei unserem Sohn eine "schwerste geistige Behinderung vermutet" wird. Den Psychologen hat damals weder interessiert, daß Tobias sich die einzelnen "Programme" seines V-Tech-Computers selbst erarbeitet hatte oder den E-Rolli teilweise perfekt steuern konnte, noch, daß die "häuslichen" Therapeuten diese "Vermutung" überhaupt nicht teilen konnten! Wir sind zwar auch der Ansicht, der Psychologe hat Unrecht, aber wir sind ja bloß die Eltern...tja, und jetzt haben wir den Schlamassel...die im letzten Sommer herbeigesehnte Wiederholung einer Reha wurde abgelehnt, weil ja so überhaupt nicht nötig! Damit fiel auch aus, den "alten" Psychologenbericht möglicherweise zu widerlegen, aber wenn die Schule sich jetzt daran orientiert, sehe ich schwarz für Tobis schulische Zukunft! :-(

Und zum Schluß noch eins: unsere Therapeuten "durften" im Kiga (sowohl im heilpädagogischen, in dem er einknapes halbes Jahr verbrachte, als auch im integrativen) völlig problemlos erscheinen! Dafür geht dies aber in der Schule nicht: dort gibt es "eigene" Therapeuten, die natürlich ALLE (naja, fast) Kinder der Schule therapieren müssen. Unsere Krankengymnastin ist deshalb schon sauer, denn sie muß zwangsläufig irgendwann nach 15:30 Uhr kommen, weil Sohnemann vorher nicht zuhause ist!

So, wenn es jetzt zu umständlich oder durcheinander ist, frag einfach nach, gern auch als PN!

Lieben Gruß,
Suse

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Beitragvon Sabine » 05.01.2005, 11:24

Hallo Sandra,

wenn Christian geistig normal entwickelt ist, würde ich es vielleicht doch erst mal mit der Regelschule versuchen. Dieser Versuch setzt meiner Meinung nach jedoch voraus, dass die Kinder in der Klasse vorab über Christian und seine Besonderheiten informiert werden, damit es erst gar nicht zu der von dir befürchteten Ausgrenzung kommt.
Inzwischen gibt es ja so genannte Patenschaften an den Grundschulen. Wird das bei euch auch praktiziert? Ein älteres Grundschulkind kümmert sich als Pate im ersten Jahr um einen Schützling aus der 1. Klasse, hilft bei Problemen usw. Für Christian wäre ein solcher Pate sicher auch von Vorteil.
Für sehr wichtig halte ich auch Vorab-Gespräche mit den Lehrern, vielleicht lässt sich vor der Einschulung auch ein Elternabend organisieren, wo den Eltern auch noch einmal mitgeteilt wird, dass ihr Kind einen Klassenkameraden mit besonderen Bedürfnissen haben wird, der ab und zu mal etwas mehr Hilfe braucht.
Vielleicht kann ja für Christian auch eine zusätzliche Hilfskraft eingestellt werden (Ein-Euro-Job). Das wäre dann mit dem Rektor oder dem Schulamt zu klären.
Ich würde auf jeden Fall erst mal alles daran setzen, dass es mit der Regelschule klappt.

Lieben Gruß,
Sabine
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SandraKohl
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Beitragvon SandraKohl » 05.01.2005, 12:01

Hallo,

zur Zeit läuft die Beantragung eines Zivis, weil Christian zwar recht gut laufen kann, aber er könnte z.B. seinen Schulranzen nicht tragen, geschweige denn eine Treppe hoch. Wir gehen also davon aus, das er einen Zivi bekommt und dadurch zusätzliche Unterstützung. Zudem wird er einige Kinder seiner Klasse auch schon aus dem Kindergarten kennen und auch seine Drillingsbrüder kommen in die gleiche Klasse. Hört sich vielleicht auch ganz gut an (bestimmt mache ich mir zu viele Sorgen).

Es ist wie gesagt einfach so ein Bauchgefühl...und die leise Frage im Hinterkopf: Muß Integration auf Biegen und Brechen sein? Er wäre wieder mal (wie so oft) das einzige Kind mit Handicap - wie muß er sich dabei fühlen?

Mein Mann und ich haben gestern nacht :roll: lange darüber gesprochen (irgendwie hatte ich gestern keinen guten Tag :( ) und zunächst einmal beschlossen, das wir es probieren wollen - auch wenn es für alle Beteiligten hart wird. Evtl. kann er die erste Klasse auch in zwei Jahren machen, schlug uns die Schule jetzt vor.

@Sabine: Ja, das mit den Paten gibt es bei uns auch, aber nur für die ersten Tage.

@Suse: Das ist ja bei euch auch einer echt bescheidene Situation!!! :shock: Das es sowas gibt! Ich wünschte mir, alle daran beteiligten würden auch mal an unsere Gefühle denken....und dementsprechend handeln. Was hast du jetzt vor?

Bin gespannt auf weitere Antworten

LG und einen guten Tag

drillmama Sandra

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Beitragvon Sabine » 05.01.2005, 13:34

Hallo Sandra,

das hört sich wirklich alles schon mal ganz prima an.
Nur Mut! Vielleicht läuft es ja besser als du denkst.

Lieben Gruß,
Sabine
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@Sandra

Beitragvon Susekie » 05.01.2005, 21:17

Hallo Sandra!

Für mich war es letzte Nacht einfach schon zu spät! ;-) Als ich Dein Posting von heute gelesen habe, ist mir eingefallen, daß ich auch hatte fragen wollen, ob denn die künftigen Mitschüler alle völlig "neu" für Christian sind und umgekehrt.

Ich würde es in Deiner Situation probieren!!! Solange die Regelschule mitspielt - wunderbar! :-) Mit nem Zivi als Helfer wäre es natürlich noch besser - ich drück die Daumen!!! Nur Mut, das klappt bestimmt besser als Du befürchtest! Vielleicht packt er die erste Klasse mit Bravour und eine "Wiederholung" ist überhaupt nicht notwendig. Daran würde ich jetzt auch möglichst gar nicht denken, sondern einfach abwarten - und bis zur Einschulung dauert es ja noch...

Ähm...und außerdem finde ich - manchmal - MUSS man Integration wirklich auf Biegen und Brechen durchsetzen!!!! (auch wenn wir persönlich davon seeehr weit entfernt sind) Es gibt Länder auf dieser Erde, in denen (schulische) Integration der Regelfall ist! Warum soll sich das nicht auch hier durchsetzen können??? Blöde finde ich, daß viel zu wenig "Stunden" mit Sonderpädagogen eingeplant werden. Wir zumindest leben in einem Fleckchen, in dem man Integration insgesamt (also auch schon im Kindergarten) gaaanz klein schreibt und am liebsten gar nicht erst erwähnt!!!
Schöner als Einzelintegration wären in meinen Augen "richtige" Integrationsklassen - dann aber bitte nicht nur ein "offensichtlich behindertes" Kind, sondern zwei oder drei! Aber das kostet ja.... :-(

Im letzten Kindergarten von Tobias war er das erste, deutlich sichtbar behinderte Kind in einer I-Gruppe überhaupt! Die anderen Kinder fielen nach außen hin nicht auf, man konnte sie überhaupt nicht von den "normalen" Kindern unterscheiden. Aber Tobias fällt sowieso überall auf, allein wegen der Beatmung. ;-)

Wir werden jedenfalls erstmal, das ohnehin in nächster Zeit vorgesehen "Gespräch" mit den Lehrern und Pädagogen abwarten. Dabei wird es - aus meiner Sicht - "knallen" (ist nicht bös gemeint), weil wir denken, die Damen haben noch immer so ihre eigenen Berührungsängste mit unserem Sohn. Diese Schule an sich ist eine sehr gute, das will ich auch gar nicht in Frage stellen, aber daß sie für Tobias geeignet ist, erscheint mir äußerst zweifelhaft. Sicherlich ist es schwierig, den "richtigen" Weg für ihn zu finden, sicherlich wäre auch der richtige, optimale Weg äußerst steinig und schwer zu bewältigen, Hindernisse werden uns sein Leben lang begleiten, aber soll man ihn jetzt schon "abschreiben"? Wir haben einfach Angst, daß ihm die Lust an jeglichem Lernen vergeht, da er für sich selbst keine Neuigkeiten, Veränderungen o. ä. wahrnehmen kann. Schade, daß man nicht Gedanken lesen kann, obwohl seine Blicke manchmal Bände sprechen!

Naja und außerdem fragen wir uns, wie Tobias jemals den "Absprung" auf die KB-Schule schaffen soll, wenn man dort doch jetzt schon mit dem Lehrstoff "viel weiter" ist? Wenn er jetzt im Sommer wechseln würde, hätte er genausogut im letzten Jahr gleich dort eingeschult werden können, wenn er nächstes Jahr wechseln sollte, hinkt er vermutlich heftigst hinterher!

Wir sind ratlos, versuchen mit unseren Therapeuten zu Hause möglichst viel aus ihm herauszuholen. Parallel macht uns aber die Streiterei mit der Krankenversicherung so zu schaffen, daß wir weder Mut noch Zeit finden, endlich mal das so sehr gewünschte Computer-Sprachprogramm zu beantragen.

Trotz allen Unglücklichseins mit dieser vertrakten Situation, ärgert und ängstigt es uns jedes Mal, wenn Tobias nicht zur Schule kann. Bisher war dies nur an zwei oder drei Tagen der Fall, weil er "krank" war, es gab aber auch Tage - wie vor den Weihnachtsferien -, an denen er nicht zur Schule konnte, weil sein E-Rolli kaputt war bzw. wohl noch ist! Da plagt uns das schlechte Gewissen, daß er zuhause bleiben muß und nach Aussage der Schule "ist das nicht so schlimm"! Hört sich für mich so an, als ob ich ihn trotz Schulpflicht fast nach Lust und Laune zuhause lassen könnte!!! Als ob er nichts verpassen könne! Achja...noch hoffen wir, daß wir eines Tages positiver denken können, was das Thema Schule angeht.

Lieben Gruß,
Suse

JuliaE
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Beitragvon JuliaE » 07.01.2005, 23:18

Hallo Sandra!

Ich kenne die Probleme deines Sohnes natürlich nur vom lesen, aber so wie es klingt ist er ja kognitiv ganz fit und ich würde Dir aus eigener Erfahrung auf jeden Fall raten ihn solang es möglich ist auf die Regelschule zu tun! Ich bin selbst Rollifahrin (Spina Bifida) und war bis zur 6. Klasse in der regelschule( Sowas wie einen Zivi als Hilfskraft habs damals wohl noch nicht). ich muss sagen, das ich zumindest am Anfang (so bis zum Wechsel in die Realschule, da kamen neue Mitschüler und die waren teilweise sehr gemein, liegt vielleicht auch mit am Alter.) nur davon profitiert habe. Ich denke ein Stück weit ist es gar nicht schlecht, wenn man sich als Kind ein wenig durchboxen muss, das kann einem auch viel selbstbewusstsein geben. Aber sobald du merkst, das er vielleicht doch sehr gehänselt wird, würde ich zunächst zumindest mit den Lerern reden und vielleicht auch selbst bei den Mitschülern ein wenig "Aufklärungsarbeit" leisten- wenn es aber echt nicht geht würdeich mich nach einer anderen Möglichkeit umgucken, denn sonst tut man ihm nur unnötig weh.

@Suse: Das Dein Sohn auf ne GB-Schule gehen muss ob wohl er geistig total "fit" is, find ich echt total erschreckend! :shock: :shock:
sachen gibts heute noch , da bleibt einem echt die Spcke weg! Gibts da wirklich keine andere Möglichkeit?

LG Julia


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