Wechsel Privatversicherung/Beihilfe in die GKV

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

*Martina*
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4375
Registriert: 25.07.2004, 12:11

Wechsel Privatversicherung/Beihilfe in die GKV

Beitragvon *Martina* » 29.07.2018, 06:54

Guten Morgen,

vielleicht könnt ihr mir weiter helfen. Ich habe bisher unterschiedliche Infos.

Unser Sohn Jakob ist seit Geburt (gezwungenerweise, da Papa Beamter) privatversichert mit Beihilfeanspruch.

Wir sind geschieden. Papa weiter Beamter, ich EU-Rentnerin mit Midijob und daher "normal"gesetzlich versichert.

Meine Fragen:
Könnte ich Jakob in meine Familienversicherung übernehmen?
Gibt es Gesundheitsfragen?
Hätte ich Nachteile? Ich meine jetzt nichts Organisatorisches, das bekomme ich hin, sondern irgendwelche Fangstricke, von denen ich nichts weiss?

Hintergrund sind alleine die Abrechnungen über Beihilfe und PKV. Sie überschwemmen uns.

Ich würde mich über Hilfe freuen,

Martina mit Jakob und seinem Papa.
Martina mit Jakob (schwerst mehrfachbehindert, 16 Jahre), Pauline (22 J.), Sophie (21 J.)

Werbung
 
Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 6677
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Wechsel Privatversicherung/Beihilfe in die GKV

Beitragvon Regina Regenbogen » 29.07.2018, 09:08

*Martina* hat geschrieben:Könnte ich Jakob in meine Familienversicherung übernehmen?


Ich vermute mal eher nicht, da eure Einkommen doch sehr unterschiedlich hoch sind.
Allgemein ist es so, dass das Kind keinen Anspruch auf Familienversicherung hat, wenn der privat versicherte Partner ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (derzeit 4.950 Euro brutto monatlich, Stand 2018) hat und regelmäßig ein höheres Einkommen bezieht als der gesetzlich Versicherte. Verdient der gesetzlich versicherte Partner allerdings mehr oder fällt das Einkommen des privat Versicherten unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze, dann kann das Kind wieder in die Familienversicherung aufgenommen werden.

Quelle
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3887
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 29.07.2018, 09:47

Hallo,
das kommt darauf an. Ich habe damals mit meinen Söhnen exakt diesen Weg gewählt um sie in die GKV zu bekommen. Es ist also möglich. Es ist auch vollkommen unabhängig vom Einkommen der beiden Elternteile. Ich hatte außer dem Kindergeld, Pflegegeld und Unterhalt keinerlei Einkommen und mein Exmann war Gutverdiener.
Nun der Haken an der Sache...das Ganze ist zeitlich befristet. Du musst schon ziemlich exakt mit rechtskräftiger Scheidung bei deiner Krankenversicherung deswegen anfragen. Die Kinder dürfen WEGEN DER SCHEIDUNG (!) die Krankenkasse neu wählen...also Jahre später klappt das definitiv nicht.
Bei mir hat es insgesamt 4 Monate gedauert bis der Wechsel vollzogen werden konnte. Das Organisatorische ist echt nicht zu unterschätzen, gerade wenn die Kinder behindert sind und Anspruch auf Leistungen aus der PV haben und eventuell noch Hilfsmittel vorhanden sind. Ansonsten war aber bei uns alles problemlos. Die Pflegestufe wurde übernommen und das Pflegegeld anstandslos weiterbezahlt (genau deswegen hatten wir die 4 Monate, dass auch wirklich alles geklärt war), benötigte Hilfsmittel wurden sofort weiter bezahlt und die KV war informiert über die Behinderungen. Ca. 6 Monate später kam eine Begutachtung wg. der Pflege. Die stellte aber nur fest, dass alles so blieb.
Seit 2014 sind meine Kids nun in der GKV vorher (von 2006 bzw. 2008) waren sie in der PKV. Wir sind voll zufrieden damit.

https://www.finanso.de/pkv-gkv/private- ... ng-eltern/

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3887
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Re: Wechsel Privatversicherung/Beihilfe in die GKV

Beitragvon kati543 » 29.07.2018, 09:55

Regina Regenbogen hat geschrieben:
*Martina* hat geschrieben:Könnte ich Jakob in meine Familienversicherung übernehmen?


Ich vermute mal eher nicht, da eure Einkommen doch sehr unterschiedlich hoch sind.
Allgemein ist es so, dass das Kind keinen Anspruch auf Familienversicherung hat, wenn der privat versicherte Partner ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (derzeit 4.950 Euro brutto monatlich, Stand 2018) hat und regelmäßig ein höheres Einkommen bezieht als der gesetzlich Versicherte. Verdient der gesetzlich versicherte Partner allerdings mehr oder fällt das Einkommen des privat Versicherten unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze, dann kann das Kind wieder in die Familienversicherung aufgenommen werden.

Quelle


Hallo,
das Gesetz trifft hier nicht zu, da geschiedene Ehepartner im Sinne dieses Paragraphen keine Partner mehr sind. Voraussetzung ist wirklich die Ehe. Die Scheidung erlaubt ein einmaliges (!), zeitlich begrenztes, erneutes Wahlrecht.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 6677
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Wechsel Privatversicherung/Beihilfe in die GKV

Beitragvon Regina Regenbogen » 29.07.2018, 10:20

OK, dann bleiben nur noch die Fragen

*Martina* hat geschrieben:Wir sind geschieden.


seit wann und wie lange ist diese zeitliche Begrenzung?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)



Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS

Sohn * 09/2001 - ADS

Tochter * 04/1998 - nix

Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3887
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 29.07.2018, 12:43

Hallo,
ich kann nur eines raten. Das Gesetz lautet exakt:
(§ 10 Abs. 3 SGB V) " der mit den Kindern verwandte Ehegatte", d.h. leibliche Mutter und leiblicher Vater MÜSSEN miteinander verheiratet sein, damit all diese bescheidenen Regelungen bezüglich des Ausschlusses der Familienversicherung in Kraft treten. Scheitert es schon an der "Ehe", braucht man den Rest des Paragraphen nicht zu lesen.
Das ist der Paragraph über den man eine Familienversicherung erreichen kann. Darin steht das. Die Ehe wurde rechtskräftig geschieden. Damit ist es unmöglich, dass Absatz 3 in Kraft treten kann. Also einfach versuchen indem man die Scheidungsurkunde einreicht mit dem Rechtskräftigkeitsvermerk.
Viel Erfolg dabei.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

*Martina*
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4375
Registriert: 25.07.2004, 12:11

Beitragvon *Martina* » 30.07.2018, 06:30

Guten Morgen,

ich bin schon seit vier Jahren geschieden.
Damit kann ich einen Wechsel für Jakob wohl vergessen.

Vielen lieben Dank für eure Hinweise,

Martina mit Jakob
Martina mit Jakob (schwerst mehrfachbehindert, 16 Jahre), Pauline (22 J.), Sophie (21 J.)

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3887
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 30.07.2018, 18:16

Hallo Martina,

versuche es einfach. Mehr als ein Nein kann ja nicht kommen. Und es spart ja nun wirklich Zeit und Nerven.
Schicke denen einfach den Paragraphen mit und die Scheidungsurkunde.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)

O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7045
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 31.07.2018, 22:04

Hallo Martina,

*Martina* hat geschrieben:ich bin schon seit vier Jahren geschieden.
Damit kann ich einen Wechsel für Jakob wohl vergessen.

Ich kenne nur zwei Fristen bei einem Wechsel PKV in GKV

https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__205.html

Wird eine versicherte Person kraft Gesetzes kranken- oder pflegeversicherungspflichtig, kann der Versicherungsnehmer binnen drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht eine Krankheitskosten-, eine Krankentagegeld- oder eine Pflegekrankenversicherung sowie eine für diese Versicherungen bestehende Anwartschaftsversicherung rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht kündigen.

Das trifft auf euch nicht zu

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__9.html

(beim Wechsel in die freiwillige Versicherung). Auch das ist von euch nicht gewollt. Bei der Übernahme in die Familienversicherung nach § 10 SGB V sind mir keine Fristen nach Wegfall des "Hindernisses" bekannt. Ein Wechsel in die Familienversicherung (unter Einhaltung der Kündigungsfristen der PKV) dürfte deshalb eigentlich auch jetzt noch möglich sein.

Viele Grüße Kaja

Werbung
 
Sabrinchen123
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 1
Registriert: 21.08.2018, 11:11

Beitragvon Sabrinchen123 » 21.08.2018, 12:47

Hallo zusammen,

Krankenversicherung mit Kind ist wirklich eine komplizierte Sache. Wir hatten damals auch zu kämpfen, da alles so unübersichtlich ist.

Meiner Meinung nach kann dein Kind gesetzlich versicht werden, wenn ihr wirksam geschieden seid, und das Kind bei Dir wohnt. Dann ist eine beitragsfreie Familienversicherung in der GKV ohne Gesundheitsprüfung möglich. Bei der Entscheidung, ob ihr zur GKV wechseln wollt, solltet ihr auch berücksichtigten, dass es auch zu niedrigeren Leistungen im Vergleich zur PKV kommen kann. Die Umstellung solltet ihr einplanen.

Weitere Infos und wichtige Hinweise bekommst Du hier:https://www.kinder-privat-versichern.de/zusatzversicherung/gkv-leistungen-fuer-kinder/

Die Seite hatte uns damals auch sehr geholfen Licht ins Dunkle zu bringen :-)


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste