Betreuung

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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KathrinS
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Betreuung

Beitragvon KathrinS » 27.07.2018, 12:35

Hallo,

wir als Eltern sind beide Betreuer für unseren Sohn. Macht es Sinn noch einen zusätzlichen gerichtlichen Betreuer in Betracht zu ziehen? Ist dies überhaupt möglich? Angenommen einer von uns Eltern fällt mal aus, da sind dem anderen extrem die Hände gebunden in unserer momentanen Situation (bisher noch keine Möglichkeit gefunden nach der Schule, dass heißt rund um die Uhr zu betreuen usw.) Da wäre es eventuell sinnvoll, wenn noch jemand mit eingebunden ist?

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

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anna h.
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Beitragvon anna h. » 27.07.2018, 13:03

Hallo Kathrin,
ein rechtlicher Betreuer hat erst mal nix zu tun mit der Betreuung, die Du meinst u brauchst.
Dafür müsstet Ihr anders Vorsorge treffen.
Lieben Gruß
Anna H.

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 27.07.2018, 15:13

Hallo Kathrin,

du must rechtliche Betreuung und "tatsächliche Betreuung" trennen!

Der rechtliche Betreuer hat nicht viel mit der "tatsächlichen Betreuung" zu tun, der regelt rechtliche Dinge, ist aber ansonsten nicht täglich da um sich um dein Kind zu kümmern.

Wie alt ist den euer Sohn?
Sobald er über 18 Jahre alt ist, müsst ihr sowieso eine rechtliche Betreuung haben, wenn ihr Euch um die Belange eures Sohnes kümmern wollt.

Gruß
Jörg
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Beitragvon anna h. » 27.07.2018, 15:46

Hallo Jörg,
da beide Eltern Betreuer sind, muss er bereits über 18 sein. Katrin fragt ja auch nach einem weiteren "gerichtlichen", also rechtlichen Betreuer.
Gruß
Anna H.

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 27.07.2018, 15:49

Hallo anna,

grundsätzlich hast du Recht ... aber in dem von dir geschilderten Falle sind die beiden Eltern auch schon "gerichtliche Betreuer".
Ich habe eher den Eindruck, dass bei der Threadstarterin ein grundsätzlicher Irrtum über das Wesen der "rechtlichen Betreuung" vorliegt ...

Ich jedenfalls verstehe nicht so wirklich das Problem, das die Threadstarterin offenbar hat/ sieht ...

Gruß
Jörg
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Beitragvon KathrinS » 27.07.2018, 16:31

Hallo,

es ist vielleicht etwas irritierend. Ja, wir Eltern sind schon beide gerichtliche Betreuer.
Angenommen, einer von uns bricht in der "wirklichen" Betreuung weg, haben wir ein Problem alles aufrecht zu erhalten. Bisher war der erwachsene Bruder noch im Notfall da, geht aber bald ins Ausland. Unterbringung ggf. außerhalb müsste dann geregelt werden u.U. Könnte da ein fremder gerichtlicher Betreuer hilfreich sein z. B. Anträge auf Ämtern zu stellen u.ä. , mit dem Jungen im Schlepptau bekommt man das nicht hin. Ich weiß aber nicht, ob es generell geht. Nur das man im Notfall weiß, wer einen helfen könnte.

LG Kathrin
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Beitragvon anna h. » 27.07.2018, 16:45

Hallo Kathrin,
sicher alles sehr schwierig, falls einer "wegbricht". Aber wie ich in meinem ersten Beitrag schrieb u Jörg auch noch mal:
das sind 2 Paar Schuhe, die nix miteinander zu tun haben.
Und zur Problem-Lösung ist es sicher zielführender Eure Kraft da rein zu setzen, dass Ihr i-eine Art von Tagesstruktur o.ä. für Euren Sohn hinbekommt, also i-eine Art von Arbeit, Förderung etc.
Dass das schwierig ist, ist mir klar, aber eine zusätzliche rechtliche Betreuung wird da nicht helfen, sondern alles noch viiiiel komplizierter machen.
Setzt Eure Energie lieber in das eigentliche Problem.
Lieben Gruß
Anna H.

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Beitragvon Jörg75 » 27.07.2018, 17:05

Hallo Anna,

in der praktischen Handhabung bei den Gerichten sind zwei eingesetzte Betreuer für einen Betroffenen schon das absolute Maximum. Es kommt dazu, dass es - ohne Notfall in der normalem Praxis - sehr unübersichtlich wird, wenn es mehrere Betreuer gibt, die ja alle für den Betroffenen tätig werden (können).

Ihr werdet - meine Prognose - keinen Erfolg haben, wenn ihr jetzt quasi als "Reserve" einen weiteren Betreuer installieren wollt.
Ihr müsst ggfs dann, wenn der Notfall eingetreten ist, einen weiteren Betreuer bei Gericht beantragen - vorsorglich als "Reservebestllung" wird das nicht gehen.

Gruß
Jörg
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Beitragvon Mellie » 27.07.2018, 17:15

KathrinS hat geschrieben:Könnte da ein fremder gerichtlicher Betreuer hilfreich sein z. B. Anträge auf Ämtern zu stellen u.ä. , mit dem Jungen im Schlepptau bekommt man das nicht hin. Ich weiß aber nicht, ob es generell geht. Nur das man im Notfall weiß, wer einen helfen könnte.



Hallo Kathrin,

die ganzen Anträge kann man doch schriftlich von zu Hause stellen. Auch ein fremder gerichtlicher Betreuer kann nicht den ganzen Tag auf den Betreuten aufpassen. Da muss sich jeder zusätzliche Hilfe holen.

Was ist nach der Schule geplant? In einer Werkstatt für behinderte Menschen wäre Dein Sohn tagsüber bis ca. 16:00 Uhr. Das wird dann so sein, wie zur Schulzeit. Guck Dich mal nach betreutes Wohnen um, wenn ihr meint, dass ihr es mit eurem Sohn nicht schafft.
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon Anja mit Tristan » 27.07.2018, 18:07

Hallo Kathrin,

ich verstehe Deine Frage so, dass Du rechtliche Betreuung nicht immer wahrnehmen kannst, z.B. bei Behördengängen, weil Du ja auch noch Deinen Sohn tatsächlich betreust, oder? Du kannst ihn nicht mitnehmen, schreibst Du. Da gäbe es die
Möglichkeit, einzelne Aufgabenkreise bei Euch herauszunehmen und sie einem anderen Betreuer zu geben. Dann seit Ihr dort aber raus. Ist das gewollt? Ob Euer Amtsgericht das machen würde, müsstest Du dort erfragen.

Liebe Grüße
Anja
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