Wie habt ihr mit GuK angefangen?

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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Yvonne und Kjeld
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Wie habt ihr mit GuK angefangen?

Beitragvon Yvonne und Kjeld » 25.07.2018, 22:13

Hallo
Heute sind endlich unsere GuK Karten angekommen. Eine grobe Idee wie man damit arbeitet habe ich bereits und steht ja auch in der Anleitung drin, dennoch sind einige Fragen aufgetaucht, die mir das Heft nicht beantwortet.
Wieviele Gebärden habt ihr so am Anfang eingeführt und habt ihr im Alltag nebenher auch schon andere Gebärden benutzt, wenn es passte, ohne sie explizit mit dem Kind schon geübt zu haben?
Also beispielsweise sind für kjeld wichtige Gebärden essen, trinken, Mama und Ähnliches, dennoch habe ich z.B. die mir bereits bekannte Gebärde für Pferd beim therapeutischen reiten mit benutzt. Macht das Sinn ?

Außerdem Frage ich mich, Macht es Sinn, auch die wenigen Wörter, die er schon kann mit zu Gebärden, oder würdet ihr die auch einfach wegfallen lassen weil er die ohnehin schon sicher beherrscht?

Liebe Grüße yvonne

LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 25.07.2018, 22:21

Hallo Yvonne,
bei uns hat es mit der GUK nicht wirklich geklappt, wir starten bald einen neuen Anlauf mit professioneller Unterstützung.
Vom Prinzip her würde ich die bekannten Worte immer mitmachen, damit er ganz konsequent lernt, dass die Worte und Gebährden unmittelbar zusammen gehören.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Anne81
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Beitragvon Anne81 » 25.07.2018, 23:01

Liebe Yvonne, google mal „Modelling in der unterstützten Kommunikation“, da wird sehr anschaulich und für mich logisch erklärt warum man direkt viele Gebärden oder andere Formen der UK selber nutzen sollte. Ganz kurz gesagt: auch beim normalen Sprechen lernen redet man ja ganz viel und normal mit dem Baby und nutzt nicht nur die wichtigsten Schlüsselwörter.

Liebe Grüße und viel Erfolg, Anne

Yvonne und Kjeld
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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 27.07.2018, 13:21

@lovisannalarsmama das ist sehr schade, ich drücke euch die Daumen, dass der nächste Anlauf besser klappt. Ich sehe unseren Chanceln ganz gut, kjeld versucht schon jetzt manchmal die Gebärden nachzuahmen, wenn auch noch weit entfernt von der korrekten Ausführung, aber haben ja auch grade erst angefangen

@Anna vielen Dank, danach werde ich auf jeden Fall mal googlen. Mein empfinden ist halt auch, dass es natürlicher ist, alle Gebärden die ich so kenne nach und nach dazu zu nehmen, ich hatte nur Sorge, den kleinen Mann damit evtl zu überfordern
Enya *08.14 gesund
Kjeld *03.16 globale Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, Brille, Hörgerät, Epilepsie, Ataxie, insgesamt auf dem Stand eines ca 24-26Monate alten Kindes PG4, GdB100
Svea *10.18 gesund

Anne-muc
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Beitragvon Anne-muc » 27.07.2018, 20:19

Hallo Yvonne,

ich glaube ein „falsch“ oder „zuviel“ gibt’s nicht. Ich gebärde seit mittlerweile 3 Jahren, das erste halbe Jahr gefühlt „umsonst“, dann kamen eigene Gebärden meiner Tochter (zB für „nein“ den Arm vor den Mund - das war wegen der damaligen Essenssituation wohl für die die wichtigste Geste 😉).

Bis heute habe ich die GUK- Karten gar nicht sondern schaue der gebärdenden Logopädin zu bzw lasse mir Worte zeigen (es gibt auch Apps). Ich war anfangs auch überfordert, merkte dann aber, dass ich selbst nur begrenzt aufnahmefähig bin. Also zeige ich alles was mir einfällt und ich kenne und die zunehmende Nutzung durch meine Tochter macht mir Mut.

(Sie hat zusätzlich noch das Problem, dass sie aufgrund ihrer motorischen Probleme die Gebärden gar nicht zielsicher nachmachen kann, sodass wir anfangs zweifelten. Aber es läuft besser als erwartet.)

Viele Grüße Anne
Anne mit Tochter (*09/2013, Vorzeitige Plazentalösung, dadurch Asphyxie, ICP, Epilepsie)

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 04.09.2018, 10:18

Hallo Yvonne,
die Karten dienen ja eigentlich nur der sicheren Kommunikation der Betreuenden, denn es ist wichtig, dass möglichst das ganze Umfeld gebärdet und das mit einheitlichen Gebärden. Ein Zuviel gibt es wirklich nicht.

Ich habe die Karten immer für den Pflegedienst oder der KiGa passend zu m aktuellen Stand des Kindes zusammengestellt und die anderen verräumt, So konnte jeder immer mal schnell nachschauen, welche Gebärden beim Kind vorkommen könnten und was sie bedeuten. Binnen 1 Jahr hatten wir den ganzen 1.Kasten eingeführt. ca. 200 Gebärden
Vieles ist ja auch im normalen Alltag bekannt und im Einsatz, sodass auch die Nachbarin die Gebärde für Essen, Trinken, Schlafen intuitiv richtig versteht.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

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Beitragvon Sheila0505 » 04.09.2018, 12:47

Hi wir haben GUK I und II. Mit den Karten arbeiteten wir gar nicht, aber in der Logo wurde mit ihm anfangs mit GUK Karten geübt.

Zuhause lehnte er ein Üben mit den Karten ab. Aber bei den Sets sind die Übersichtshefte dabei und diese waren und sind für uns unschlagbar wertvoll.
Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden ich kopiert, laminiert, geschnitten und geklebt habe - aber es hat sich rentiert. Ich habe farbige Themenplakate erstellt z.B. Thema Essen: Frühstück/Abendessen, Mittagessen, Süßes und Gesundes.
Thema Gefühle, Thema Beschäftigung und Spielen, Thema Tiere, Thema Wetter/Tag und Nacht uns so weiter.

Auch habe ich einzelne laminierte Kärtchen überall zuhause angebracht, wo sie Sinn machen.

Kinderzimmer: Stuhl, Tisch, Lampe/Licht, Bauen/Bauklötze, Buch/Bücherregal, Malen/Buntstifte, Bett, Schrank und so weiter

Bad: Toilette, Waschbecken, Dusche, Zahnbürste und so weiter

Garderobe: Jacke, Mütze, Schuhe, Matschhose usw.

Die Themenplakate hängen bei uns im Wohnzimmer. Nur die Plakate mit dem Essen/Lebensmittel hängen am Kühlschrank bzw. Küchentüre.

Für die Kita habe ich die Plakate ebenfalls erstellt und dort abgegeben.

Es hilft uns insofern ungemein, weil wirklich JEDER mitmachen kann, auch der Besuch. Auch der Papa tut sich leichter, denn er war echt ein GuK Muffel. Jetzt greift auch er auf die Plakate zurück, insbesondere dann, wenn unser Kleiner etwas gebärdet und er ihn nicht versteht. Dann spickt er bei den Plakaten und die Kommunikation ist viel besser.

Unser Kleiner kombiniert auch Gebärden wie bspw. Apfel+Saft.
Aktuell haben wir sprachlich recht große Fortschritte, aber die Gebärden braucht er täglich.
Wir haben GuK dann auch mit Apps aufgestockt, weil uns der Wortschatz nicht ausreichte - z.B. brauchte er Fahrzeuge wie Rettungswagen, Feuerwehr usw.

Ich bereue nicht die Sets gekauft zu haben, auch wenn wir die Karten nicht nutzen.


Liebe Grüße, Sheila


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