Wohngruppe ja oder nein? - wir können nicht mehr!

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Steffi 71
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Wohngruppe ja oder nein? - wir können nicht mehr!

Beitragvon Steffi 71 » 08.07.2018, 19:35

Hallo,
das Zusammenleben mit unserem 10 jährigen,geistig behinderten Sohn wird von Jahr zu Jahr schwieriger.Er braucht eine permanente 1:1 Betreuung zu Hause.Wir geraten immer mehr an unsere Grenzen und wissen kaum noch,wie wir den Alltag bewerkstelligen sollen.Es eskaliert ständig und seine kleine Schwester(3) hat auch sehr darunter zu leiden.
Wir überlegen,ob eine Wohngruppe für alle eine gute Lösung wäre?!Wir schauen uns nächste Woche eine Einrichtung in Kappeln an.Aber wie überall,wird auch da sicher Pflegenotstand herrschen und was passiert dann mit den Kindern??
Wir wissen nicht mehr weiter,vielleicht gibt es hier Eltern die diesen Schritt auch gegangen sind und uns ihre Erfahrungen mitteilen können.
Viele Grüße
Steffi
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Jaqueline
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Beitragvon Jaqueline » 08.07.2018, 19:49

Hallo Steffi,

wenn die Situation schon so ist, würde ich mich für eine Einrichtung entscheiden.
Hier gibt es schon viele, die diesen Weg gegangen sind.

Hier findest du unter anderem Austausch dazu: phpBB2/viewtopic.php?t=39924&highlight= ... inrichtung
LG Jaqueline
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Beitragvon Tina&Andi » 08.07.2018, 20:14

Hallo Steffi,

ich finde es ist die beste für eure Familie.

Ich kann zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen.
Denke dass deine Sohn mal ein Probewohnen macht.
Danach könnt ihr euch entscheiden.

LG
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Beitragvon KerstinM. » 08.07.2018, 21:29

Inwiefern eskaliert es denn im Alltag?

LG Kerstin
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Beitragvon Mama Ursula » 09.07.2018, 13:36

Hallo Steffi,

bei Jessy in der Klasse sind 3 sehr "anstrengende" Jungs, die auch permanent 1:1 betreut werden müssen.
Bei denen haben sich die Eltern in Absprache mit der Schule vor einigen Jahren für eine Internats-Lösung entschieden. Das läuft wohl für alle Seiten sehr entlastend und gut und auch die Ferien und Wochenenden müssen nicht (ausschließlich) von den Familien übernommen werden, aber man kann :wink:

Vielleicht gibt es da was Passendes bei Euch im Umfeld?!

Alles Gute!
Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Beitragvon IlonaN » 09.07.2018, 13:53

Hallo Steffi 71,
unser Junge war zwar schon 15, bald 16 als wir die Notbremse für die Familie zogen, aber ich weis heut noch nach 1,5 Jahren wie zerrissen ich mich bei der Entscheidungsfindung gefühlt habe. Wir konnten ihm und uns nicht mehr gerecht werden. Nun kommt er einmal im Monat ein WE und ab und an in den Ferien zu uns. Im Nachgang betrachtet war es die richtige Entscheidung und zwar nicht nur für seine Geschwister und uns sondern auch für ihn. Er hat jetzt "gleichgesinnte" Um sich und muß sich nicht mehr für Verhalten "rechtfertigen" für das er nichts kann womit er aber in der Familie immer "angeeckt "ist. Die zeit die er jetzt bei uns verbringt ist fast nur noch mit positiven Erfahrungen verbunden und das ist für alle schön.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Beitragvon violaya » 09.07.2018, 21:15

Hallo Steffi,

mein Sohn ist seit Mai in einer Wohngruppe. Es gab keine Alternative mehr und ich habe es noch nicht bereut, obwohl es natürlich nicht wirklich "schön" ist.

Aber man sollte schon ein gutes Gefühl bei der entsprechenden Einrichtung haben, um sich dann nicht täglich Sorgen zu machen. Deshalb lieber früher als später etwas ansehen, um einen Überblick zu haben. Wichtig ist natürlich auch, sich noch einbezogen zu fühlen, was sicher immer von den jeweiligen Betreuern abhängt.

Gruß
Viola
Viola (1974, alleinerziehend), Hüftdysplasie, Rosacea
und Sohn (2006), 2010 Diagnose frühkindlicher Autismus "high-functioning", meine Erachtens hyperaktiv, zeitweises Stottern
2015 ASS bestätigt + einfache Aufmerksamkeitsstörung

Steffi 71
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Beitragvon Steffi 71 » 10.07.2018, 15:55

Hallo,
vielen Dank für Eure Rückmeldungen.Der Thread bezüglich dieses Themas ist sehr hilreich.
@Kerstin :Eigentlich kann man unseren Sohn nicht 5 Minuten aus den Augen lassen.Er ist auf dem Stand eines 2-3 jährigen Kindes,dementsprechend macht er zu Hause ständig irgendwelchen Blödsinn.
Und das jeden Tag,uns fällt es schwer,da noch gelassen zu bleiben.Er lebt in seiner eigenen Welt,die für uns nicht zugänglich ist.Hinzu kommt,dass er größer und kräftiger wird und auch schon mal schlägt.Uns bis jetzt noch nicht,aber seine Fahrbegleitung hat von ihm schon mal eine Ohrfeige bekommen.Und das geschieht aus dem Nichts heraus.Ich habe permanent Angst,dass er seine kleine Schwester mal schlägt.
Ich habe im Internet bis jetzt nur 2 Einrichtungenin Schleswig Holstein gefunden,die geistig behinderte Kinder betreuen.Ein Internat hab ich noch gar nicht gesehen,das ist wahrscheinlich eher im Bereich Körperbehinderung zu finden?!
Steffi
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Beitragvon Steffi 71 » 11.08.2018, 11:51

Hallo,
wir haben eine sehr schöne Wohngruppe für unseren Sohn gefunden.Nächstes Jahr kann er dort aufgenommen werden.Jetzt hab ich über die Eingliederungshilfe einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt.Wir müssen jetzt einen Sozialhilfeantrag ausfüllen,der die wirtschaftlichen Verhältnisse meines Mannes inklusive Kontoauszüge der letzten 3 Monate darlegt.
Kann es sein,dass wir die Kosten komplett übernehmen müssen,da mein Mann gut verdient?
Steffi
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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 11.08.2018, 19:11

Soweit ich weiß, müsst ihr nur die Haushaltsersparnis abführen (was ihr an Kosten spart für Essen, etc). Wieviel das ist richtet sich nach dem Einkommen.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie


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