Genervt, weil trocken werden nicht klappt

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Michaela.Sandro
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Genervt, weil trocken werden nicht klappt

Beitragvon Michaela.Sandro » 29.06.2018, 21:45

Hallo zusammen, ich bin gerade völlig genervt von dem Thema trocken werden und weiß nicht, wie ich das ändern kann. Sandro schafft es teilweise sehr gut, auf die Toilette zu gehen, manchmal sagt er auch von sich aus Bescheid, aber es klappt nur beim „kleinen Geschäft“, was wiederum verhindert, dass ich die Windel weg lassen kann. Ich habe jetzt einige Male versucht, zumindest zu Hause die Windel stundenweise wegzulassen, aber heute hat er mir im Wohnzimmer und zum Teil in der Küche sein großes Geschäft hinterlassen, obwohl Bad frei war und ich auch das Licht angelassen hatte (ich war auf dem Balkon). Ich habe natürlich nicht mit ihm geschimpft, aber meine Genervtheit konnte ich trotzdem nicht ganz verheimlichen, so dass er völlig irritiert/unglücklich wurde. Ich habe versucht ihm zu erklären, dass alles ok ist, aber zweifle daran, dass es glaubwürdig klang. Ich weiß, dass Geduld gefragt ist und negative Gefühle bei dem Thema völlig falsch sind, aber ich schaffe es nicht, immer total tiefenentspannt und ruhig zu bleiben. Wie kann ich Ruhe bewahren? L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.06.2018, 22:03

Hallo Michaela,
hatte Sohnemann viele Jahre Verstopfung? Meine gesunde Tochter war mit ca 4 trocken, hat aber weiter eingekotet, was fürchterlich für sie war. Sie hatte durch ihre jahrelange milde Hypotonie immer wieder Verstopfung und "dicke Würste", so dass der Schließmuskel ausgeleiert war und sie den Kot nicht spürte. Ein halbes Jahr konsequent Movicol und sie wurde quasi über Nacht "sauber"... So lange haben wir die Windel noch gelassen. Alles andere wäre zuviel Stress gewesen ... Nur so als Idee :idea:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Michaela.Sandro
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Beitragvon Michaela.Sandro » 29.06.2018, 22:13

Hallo Angie, Sandro hatte tatsächlich jahrelang Probleme mit Verstopfung! Wie hast du das gemacht mit dem Movicol, ihr gegeben und sie direkt auf Toilette gesetzt oder hat sie es dann von sich aus gespürt? L. G. Michaela
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.06.2018, 22:20

Hallo Michaela,
nein, sie bekam jeden Tag einen Beutel Movicol. Dadurch wurde der Stuhl weicher. Mila machte weiterhin in die Windel, da sie den Stuhldrang nicht spürte. Erst nach einen halben Jahr mit weichem Stuhl - genau wie die FF-Ärztin vorhergesagt hatte - war der Schließmuskel wieder OK. Ab dann war sie von heute auf morgen sauber. Sprich doch mal mit dem Kinderarzt :wink:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 29.06.2018, 22:26

Einen Tipp, mit dem Ärger zurecht zu kommen, habe ich leider nicht. Meine Jungs haben beide Toilettenprobleme. Der ältere Sohn hat bis zum Alter von 6 Jahren Tag und Nacht Windeln gebraucht, obwohl er mit 3,6 Jahren mal für 3 Monate tagsüber komplett trocken und sauber war. "Psychosomatisch" hieß es und war es vermutlich auch, denn es gab keine organische Ursache. Seit Schuleinstieg hat er zwar tagsüber keine Windeln mehr, aber lange Zeit hat er trotzdem immer wieder eingenässt, vor allem abends, wenn er entspannt zu Hause war (in Schule oder Hort nur selten). Es ist jetzt (er ist 8 Jahre alt und kommt in die 3. Klasse GS) zwar deutlich besser geworden, aber etwas geht immer noch rein, das rieche ich an den Unterhosen. Bei ihm bin ich auch manchmal genervt, weil ich mir denke "Himmel, wann kriegt er das endlich auf die Reihe!". Im Gegensatz zum jüngeren Bruder ist mein älterer Sohn "nur" Asperger Autist und vermutlich auch noch hochbegabt, aber so einfache Dinge wie RECHTZEITIG aufs Klo zu gehen, machen immer noch Schwierigkeiten.

Wenn ich wieder mal so eine Ärger-Phase habe spreche ich das aber sehr wohl an. Zum Beispiel "Ich weiß, du machst es nicht absichtlich, aber mich macht trotzdem wütend, dass du schon wieder reingemacht hast" (wenn auf der Hose ein nasser Fleck sichtbar ist). Spüren tut er meine Gefühle sowieso, dann kann ich sie auch sagen und muß nicht so tun, als wäre für mich alles ok.

Mein jüngerer Sohn wird nächstes Monat 6 und beginnt im September mit der Schule. Bei ihm ist noch keinerlei Eigeninteresse am trocken-werdne erkennbar. Dabei liebt er Toiletten, weil ihm die Beschläge, wo man zusperren kann, so gut gefallen (wir mußten ihn unterwegs schon öfter aus Toiletten holen lassen, wo er sich eingesperrt hatte). Bei ihm habe ich im Moment (noch) keinen Frust, aber er hat auch noch nie sein großes Geschäft in unsere Küche gemacht :wink: .

Aber insgesamt sehne ich den Tag, wo ich KEINE Windeln mehr kaufen und wechseln muss, sehr herbei!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Michaela.Sandro
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Beitragvon Michaela.Sandro » 29.06.2018, 22:27

Hallo Angie, vielen Dank, werde meinen Kinderarzt dazu befragen. Sandro hat zwar jetzt seit ca. 2 Jahren nichts mehr mit Verstopfung zu tun, aber vielleicht sind es „Nachwirkungen“! Lieben Gruß Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!


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