Wann macht man was - und welche Zeiträume sind hier real

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Silvia & Iris
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Wann macht man was - und welche Zeiträume sind hier real

Beitragvon Silvia & Iris » 24.06.2018, 20:36

Hallo ihr Lieben,

das Ende der Schule naht...
15 - Ende der Schulpflicht...

18 - erwachsen...

Wann macht man nun was - wie lange dauert was?

Diese Informationen habe ich:
wenn ich Glück habe und mir eine Verlängerung vom Stadtschulrat bewilligt wird, kann mein Kind bis zu dem Jahr in der Schule bleiben in dem sie 18 wird... - bis jetzt hat das funktioniert...

dann habe ich die Information erhalten, dass ich frühestens zum 17. Geburtstag um einen Platz in einer Tagesstätte mit Wohnheim ansuchen soll - und mich auch dort in die Wartelisten eintragen soll... (damit der Antrag nicht im Müll landet).

- und dann sollte man bereit sein, sobald ein Platz frei wird ihn auch tatsächlich zu nehmen...

Daher meine Frage in die Runde: wie war es bei euch? Wie lange seid ihr in Warteschleifen gehangen? wie prompt ging das dann alles? -

Ich richte mich vor allem an jene, die wirklich sehr beeinträchtigte Kinder haben, also 24-Stunden-Pflege benötigen!

Ich danke für eure Infos!
Und auch: ist es die Wunscheinrichtung geworden?

LG
Silvia
Liebe Grüße
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Beitragvon KerstinM. » 24.06.2018, 22:04

Hallo,

unser Sohn geht noch ein Jahr zur Schule, dann ist er 22,5 Jahre. Geht dann in die Tagesförderung.
In Thüringen sind 12 Jahre Förderschulpflicht und dann noch 3 x 1 Jahr Verlängerung möglich. Noch ist das so, aber eine Schulgesetzänderung kommt. Mal sehen, wie es dann wird.

Er bleibt weiterhin hier wohnen. ein Wohnheim ist ja nicht Pflicht. Es ändert sich also nur die Tagestruktur für ihn.

Willst du ihn denn in ein Wohnheim geben?

Beantrage frühzeitig die Betreuung.
Beantrage für ab 18 die Grundsicherung. Zu beidem gibt es hier schon mehrere Beiträge.

LG Kerstin
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Beitragvon Susanne 61 » 24.06.2018, 22:10

Hallo Silvia,
ich stehe aktuell vor denselben Fragen. Was mache ich wann? Allerdings lebe ich in einem anderen Land (sehe, du bist aus Österreich) und mein "Kind" ist wohl auch anders beeinträchtigt.
Hallo Kerstin,
was ist frühzeitig bei der Beantragung für die Betreuung?
LG,
Susanne
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Beitragvon Sinale » 24.06.2018, 22:12

Hallo Zusammen,

zur Information:

Silvia gibt hier an, in Österreich zu wohnen.
Viele Grüße
Sinale

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Beitragvon KerstinM. » 24.06.2018, 22:14

Für die Betreuung haben wir ein halbes Jahr gebraucht, da die Gerichte alle mächtig übelastet sind und dann hat es über den Geburtstag hinaus noch 14 Tage gedauert. Und da war ich dann schon persönlich bei der Richterin und habe gedrängelt. Bei einer anderen Familie hat es 9 Monte gedauert.

Kommt aber sicher auf die Region an.

Bei Grundsicherung sagt man ein Vierteljahr. Aber da stört es nicht, wenn es später kommt, wird ja nachgezahlt. Wichtig ist vor dem 18. Geburtstag zu beantragen, da es ab Antragstellung läuft und somit dann ab dem 18. Geburtstag.


LG Kerstin
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Beitragvon KerstinM. » 24.06.2018, 22:16

Sinale hat geschrieben:Hallo Zusammen,

zur Information:

Silvia gibt hier an, in Österreich zu wohnen.


Aber es klingt ja so, als wenn sie ihr Kind auf alle Fälle in ein Wohnheim geben soll. Das ist ja nirgends Pflicht. Von daher habe ich eben unseren Weg dargestellt.

LG Kerstin
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Beitragvon Silvia & Iris » 24.06.2018, 22:41

... liebe Kerstin,

ich weiß schon, dass ein Wohnheim keine Pflicht ist, aber irgendwann kann man einfach nicht mehr... und wenn ich dann sehe, wie sich so manche Eltern mit über 75 um ihre 35 - 40 jährigen Kinder kümmern, weil sie sie nicht abgeben...
Bandscheibenvorfall, wickeln, füttern, lagern, Stiegen rauf und runter tragen... (kein Lift möglich) usw...
Haben wir denn kein Recht auf ein Leben nach der Arbeit? - Andere gehen auch mit 65 Jahren in Pension...

Natürlich ist mir auch bewußt, dass es Kosten verursachen wird - aber ist Geld wichtiger als die eigene Gesundheit? -

Da man ja vollkommen alleine ist, wenn man einen jungen Erwachsenen pflegt - mit Ausnahme der Tagesbetreuung - hat man auch noch einiges zu tun - etwa am 7 - 7.30 wird das Kind abgeholt - um 15 - 16 Uhr kommt es wieder... - Jeden Feiertag, 2 Wochen Ferien, einige geseztliche Feiertage... - tragen, wickeln, füttern....

- auch wenn man selber nicht mehr kann....

Es gibt Grenzen! der körperlichen Belastbarkeit - der seelischen Belastbarkeit....

Habt ihr zu Hause Hilfen? (Ohne künstliche Ein- und Ausgänge beim Patienten?)

Einen Menschen zu betreuen, der eine 24-h Hilfe benötigt heißt nicht zwangsläufig Intensivpflege!

LG
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Beitragvon KerstinM. » 24.06.2018, 23:11

Silvia & Iris hat geschrieben:... liebe Kerstin,

ich weiß schon, dass ein Wohnheim keine Pflicht ist, aber irgendwann kann man einfach nicht mehr... und wenn ich dann sehe, wie sich so manche Eltern mit über 75 um ihre 35 - 40 jährigen Kinder kümmern, weil sie sie nicht abgeben...
Bandscheibenvorfall, wickeln, füttern, lagern, Stiegen rauf und runter tragen... (kein Lift möglich) usw...
Haben wir denn kein Recht auf ein Leben nach der Arbeit? - Andere gehen auch mit 65 Jahren in Pension...

Natürlich ist mir auch bewußt, dass es Kosten verursachen wird - aber ist Geld wichtiger als die eigene Gesundheit? -

Da man ja vollkommen alleine ist, wenn man einen jungen Erwachsenen pflegt - mit Ausnahme der Tagesbetreuung - hat man auch noch einiges zu tun - etwa am 7 - 7.30 wird das Kind abgeholt - um 15 - 16 Uhr kommt es wieder... - Jeden Feiertag, 2 Wochen Ferien, einige geseztliche Feiertage... - tragen, wickeln, füttern....

- auch wenn man selber nicht mehr kann....

Es gibt Grenzen! der körperlichen Belastbarkeit - der seelischen Belastbarkeit....

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LG
Silvia


so meinte ich es ja nicht. Sicher darfst du, wenn du es magst und wenn es dein Weg für und mit deinem Kind ist.

Für mich klang es eher so, als wenn man es dir vorschreiben will. Und genau das ist eben nicht der Fall. Es ist und bleibt deine Entscheidung!!

LG Kerstin
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Beitragvon Silvia & Iris » 24.06.2018, 23:17

Liebe Kerstin,

es ist für mich einfach schwer vorstellbar sie - wo sie jetzt schon gut versorgt ist und es gewohnt ist viele Aktivitäten haben zu können, dann zu Hause versauern zu lassen... - ich schaffe es gar nicht, sie stündlich Mieder raus - rein - Motomed, aufdehnen, füttern, wickeln, dazwischen noch putzen, kochen, einkaufen (6 km entfernt mind.) und all die anderen Dinge... - Fahrten KH, Therapie... andere Kinder versorgen... Vorfahren versorgen... (keine 24-h-Pflege nötig, noch)

da hängt schon einiges dran...

LG
Silvia
... die schon sehr froh ist, dass es Waschmaschinen und Staubsauger gibt :lol:
Liebe Grüße

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Beitragvon KerstinM. » 25.06.2018, 00:08

wen sie doch aber dann in einer Tagesförderung ist, dann hat sie doch dort auch Beschäftigung und Gemeinschaft mit anderen. Kann sie denn dort nicht die Therapien bekommen?

Dass mein Sohn den ganzen Tag hier Zu Hause wäre, kann ich mir auch nicht vorstellen. Ferien sind schon immer lang genug und das funktioniert auch nur, in dem er einige Tage in die Ferienbetreuung geht. Ich sage immer: Ferien mit nur Mama sind doof :wink: Im Sommer ist es besser, da man viel raus kann. Winterferien sind schwieriger.

O ja, Staubsauger und Wama sind tolle Erfindungen. Das Leben wäre aber auch schön, wenn man sie nicht bräuchte :wink: :lol:

LG Kerstin
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