18 Jahre - Beckengurt darf nicht sein, lt. Amtsgericht?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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michaelakirsch
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18 Jahre - Beckengurt darf nicht sein, lt. Amtsgericht?

Beitragvon michaelakirsch » 11.06.2018, 15:08

Hallo,
Unser Julian ist am 1. Juni 18 Jahre alt geworden.
Julian hat am Rollstuhl einen Beckengurt.
Das Amtsgericht möchte es aber Nicht, sondern eine Sitzhose

Julian muss aber an der Hüfte gut gehalten werden. Was kann ich dagegen tun?
Welche Rechte habe ich als Betreuer?
Lg
Michaela geb.68, Julian 2000 geb. Hypontonie,Epilepsie,körperlich-wie geistig schwerst Behindert. Pflegegrad 5
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MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 11.06.2018, 15:13

Hallo!

Eigentlich müsste der Halt mit einer Sitzhose besser sein als mit Beckengurt- aber woher hat das Amtsgericht die Expertise, über eine Hilfsmittelversorgung zu entscheiden?

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

michaelakirsch
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Beitragvon michaelakirsch » 11.06.2018, 16:17

Hallo Maria,
Wir hatten früher schon sitzhose gehabt.
Ich finde der Beckengurt besser, weil er seine Hüfte verschiebt.
Er kann nicht alleine Sitzen. Seine Hüften sind beide draußen.und er hat in der Mitte des Sitzes eine Erhöhung. So wurde es mit der Physiotherapeutin besprochen. Er hat es jetzt seid 2 Jahren so.
Ein Arzt vom Klinikum , der vom Amtsgericht bestellt würde, hat das so entschieden. Am kommenden Montag Montag haben wir einen Termin mit dem verfahrenspfleger. Mal sehen was der sagt.
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 11.06.2018, 23:00

Oha Michaela,

als würde es einem sonst langweilig! :shock:

Unfassbar!

Wäre nie auf die Idee gekommen, dass sich da (grundlos) ein Amtsgericht berufen fühlt, Hilfsmittel und Transport-Verfahren (unsere wird liegend mit Befreiung von der Gurtpflicht transportiert :oops: ) zu überprüfen und zu beanstanden.

Wünsch Euch eine konstruktive Lösung!

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Beitragvon KerstinM. » 11.06.2018, 23:50

Beantrage das Recht auf Entscheidung für Freiheitsentziehende Maßnahmen, dann darfst du selbst entscheiden.
Dies ist ebenso wichtig, falls dein Sohn in die Klinik muss und Bettgitter als Rausfallschutz benötigt.


Wir hatten es vor drei Jahren gleich mit beantragt und auch bekommen. Unterdessen haben sich ja die Bestimmungen zum Fixieren deutlich verschärft.

LG
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

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Beitragvon michaelakirsch » 12.06.2018, 00:09

Beantrage ich das auch beim Amtsgericht?

Lg
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Beitragvon Mamamarti » 12.06.2018, 11:11

Hallo Michaela,
ich denke es geht um die Freiheitsentziehenden Maßnahmen. Wir hatten vor kurzem ein Gespräch beim Betreuungsgericht. Ich habe es so verstanden, das es ok ist, fall er zuhause Bettgitter wegen herausfallen hat, aber in der Einrichtung darf es nicht sein.
Ich denke, ihr solltet es nochmals Medizinisch begründen, hatte der Arzt überhaupt die Orthopädische Qualifikation?
Ehrlich, als hätte man sonst nichts zu tun. Wir fixieren die Kinder doch nicht, um ihnen die Freiheit zu Entziehen. LG Marti

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Beitragvon TimsMama2009 » 12.06.2018, 11:16

Hallo Kerstin,
wo beantragt man das "Recht auf Entscheidung für freiheitsentziehende Maßnahmen" und ist das schon bei Minderjährigen erforderlich?

Lieben Gruß
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
- Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -

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Beitragvon Sabine1970 » 12.06.2018, 13:28

Hallo Michaela,

Sitzhose ist eine freiheitsentziehende Maßnahme, hält aber an der Hüfte ganz sicher besser als ein Gurt.

Falls Dein Sohn inkontinent ist, kannst Du zwei für ihn beantragen, wenn eine mal gewaschen werden muß.

LG Sabine

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michaelakirsch
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Beitragvon michaelakirsch » 12.06.2018, 14:54

Hallo Sabine,
Wer bezahlt mir die Sitzhose?
Von der Krankenkasse bekomme ich es Nicht, weil ich erst im März diesen Jahres einen neuen Beckenbauer bestellt habe.
Es ist Geschmacksache.
Julian kann man einer sitzhose immer noch sehr sein Becken bewegen. Was für ihn nicht fördernd ist. Er hat durch jahrelanger falschversorgung eine starke deformierung des Rückens.
Die Hüfte muss gerade gehalten werden damit seine Hüfte sich nicht dreht.
Montag wird es sich entscheiden. LG.
Michaela geb.68, Julian 2000 geb. Hypontonie,Epilepsie,körperlich-wie geistig schwerst Behindert. Pflegegrad 5

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