18 Jahre - Beckengurt darf nicht sein, lt. Amtsgericht?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 12.06.2018, 22:24

Jörg75 hat geschrieben:Moin,

also ... ein bißchen etwas geht hier durcheinander :-)

- beim Amtsgericht kann man, wenn man Betreuer einer anderen Person ist, ggfs. auch den Aufgabenkreis "freiheitsentziehende Maßnahmen" bentragen. Das ändert allerdings nichts daran, dass man die Zustimmung des Amtsgerichts (hier des Betreuungsrichters) für einzelne konkrete Maßnahmen braucht, wenn es dann soweit ist (Bettgitter hochziehen, geschlossene Unterbringung).

Gruß
Jörg


Hallo Jörg, ich bräuchte also bei einem Krankenhausaufenthalt trotzdem ich die Betreuung und somit ja auch das Entscheidungsrecht (?) für "Freiheitsentziehende Maßnahmen" habe, die Einwilligung des Richters :shock: .

Genau für den Fall der Fälle, haben wir das doch gleich mitbeantragt und auch bekommen. Ohne ein entsprechendes Gitter + Segufix würde er aus dem Bett fallen, da er sich allein aufsetzen kann und dann im Bett "turnt". Da könnte ich ja nicht mal auf die Toilette gehen :roll:


Fragende Grüße
Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 12.06.2018, 22:31

Hallo Kerstin,

wenn Du den Aufgabenkreis nicht hättest, dürfest Du dich mit dem Thema Bettgitter gar nicht beschäftigen (was aber auch nichts machen würde, da man dir den Aufgabenkreis im Falle des Falles ganz schnell "überhelfen würde", auch ohne deinen Antrag).

Ja, du brauchst im Krankenhaus trotz deines Aufgabenkreises noch die Zutimmung des Richters ...
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1906.html, hier besonders bitte auf Absatz 4 achten.

Gruß
Jörg
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Beitragvon KerstinM. » 12.06.2018, 23:22

Hallo Jörg, der Link funktioniert nicht. Probierst du es bitte nochmal? Danke

LG Kerstin
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Beitragvon Claudia&Co » 13.06.2018, 06:29

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Beitragvon gesaartur » 13.06.2018, 07:48

unser verstorbener Sohn schlief immer in einem Pflegebett, und da er immer rausfiel , zog ich das Bettschutzgitter hoch. Als er in eine Einrichtung zog, wollten die, dass es per Beschluss geregelt wird. Der Richter verweigerte diesen und somit fiel er wieder aus dem Bett, nicht immer aber ab und zu.
Ich schüttel heute noch mit dem Kopf über soviel Behördenirrsinn, irgendwann brauchen wir die Erlaubnis, unsere Babys im Kinderbett mit Gittern schlafen zu lassen
immer noch leben wir in einem Land, da steht der Mensch nicht im Mittelpunkt, da ist der Mensch Mittel. Punkt

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Beitragvon KerstinM. » 13.06.2018, 08:43

Claudia&Co hat geschrieben:https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1906.html

LG Claudia


Danke


Verstehen tue ich es leider immer noch nicht. :roll: :wink:

Ich habe doch mit der Übertragung der Aufgabe für "Freiheitsentziehende Maßnahmen" die schriftliche und amtliche Genehmigung des Richters. :?: :?:

LG Kerstin
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Beitragvon michaelakirsch » 13.06.2018, 09:05

Hallo Kerstin.
Wie hast du das beantragt bzw. Formuliert.?
Es ist ja alles Neuland. Furchtbar.
LG. Michaela
Michaela geb.68, Julian 2000 geb. Hypontonie,Epilepsie,körperlich-wie geistig schwerst Behindert. Pflegegrad 5
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Beitragvon KerstinM. » 13.06.2018, 10:11

Hallo Michaela,

das hatten wir dann beim gemeinsamen Gespräch mit der Richterin nochmals besprochen und begründet.
Sie hat es dann eben mit formuliert und es steht auch so im Betreuerausweis, wo die einzelnen Aufgaben/Rechte/Befugnisse aufgelistet sind.

LG Kerstin
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Beitragvon KerstinM. » 13.06.2018, 10:18

ich sehe gerade: Da das Antragsverfahren so lange dauert, habe ich dann zwischendurch noch einen Eilantrag gestellt, weil mir schon Angst und Bange wurde. Da heißt es dann unter anderem:

Unser Sohn Markus hat eine schwere Mehrfachbehinderung und kann nicht für sich agieren. Da es jederzeit zu einem medizinischen Notfall kommen kann, ist die Einrichtung einer Betreuung zwingend angeraten.

Die vorläufige Betreuung soll die Mutter, Frau Kerstin M. ….., übernehmen und zwar für folgende Bereiche:
1. Gesundheitssorge
2. Aufenthaltsbestimmung
3. Vertretung gegenüber Ämtern und Behörden
4. Unterbringsungsähnliche Maßnahmen im Rahmen von Krankenhausaufenthalten und /oder Kurzzeitpflege in entsprechenden Einrichtungen
Punkt 4 ist zwingend nötig, um unseren Sohn vor dem Herausfallen aus stationsüblichen Betten zu sichern. Unser Sohn kann sich selbstständig aufsetzen, hat keinerlei Gefahrenbewusstsein und würde ohne Bettgitter und Sicherung durch einen sog. Segufix aus dem Bett fallen. Dies gilt es dringend zu verhindern.


Hinzu genommen hat dann die Richterin noch das mit der "Entgegennahme und Öffnen der Post "

Nun muss ich erst mal noch sehen, ob das ausreichend ist, um in der Klinik notfalls das Anbringen von Bettgittern erlauben zu dürfen. :shock:

LG Kerstin
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Beitragvon Jakob05 » 13.06.2018, 11:18

Ergänzung zu Jörgs Ausführungen:
Die Entscheidungsfreiheit zuhause hat man zwar, besonders bei Minderjährigen, allerdings will auch ein Pflegedienst heutzutage eine schriftliche Anweisung wie mit Gurten in Kinderwagen und Autositz und Bettgittern etc. zu verfahren ist. :twisted:
Ich finde es schon reichlich absurd, dass ein PD bei einem Baby den Gurt im MaxiCosi nicht schliesen darf, ohne dass die Eltern das schriftlich anweisen.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)


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