Verhinderungspflege - Regelungen/Fallbeispiele, Teil 2

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Sabine
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Verhinderungspflege - Regelungen/Fallbeispiele, Teil 2

Beitragvon Sabine » 06.06.2018, 09:55

Hallo,

der alte Thread wurde nun zu lang. Daher gehts jetzt hier weiter.

LG
Sabine
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Monika77
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Beitragvon Monika77 » 27.09.2018, 11:44

Hallo,

bitte können mich die Profis doch noch mal aufklären. Trotz allem Lesen verstehe ich es nicht:

Wenn seine Oma meinen Sohn stundenweise übernimmt, kann ich ihr dann im Jahr 901 Euro (er hat PG 5) oder 1.350 Euro für die Verhinderungspflege zukommen lassen, ohne dass sie es versteuern muß?

Und wie ist es mit der Kürzung auf einen Tageshöchstbetrag duch die Kasse? Was kann ich ihr am Tag bei PG 5 maximal zahlen?

Vielen Dank!

Monika

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MichaelK
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Beitragvon MichaelK » 27.09.2018, 13:17

Hallo Monika,

a) Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse regelmäßig den Betrag des Pflegegeldes nach § 37 Absatz 1 Satz 3 für bis zu sechs Wochen nicht überschreiten.

somit also bei PG 5 = 901 € + 450 € = 1351 €

Dieser Betrag wäre auch steuerfrei.

Die Kürzung auf den Tagesbetrag gemäß Pflegegeld ist umstritten, wird aber meist angewandt. Bei 30 EUR täglich bist du auf der sicheren Seite.

Hat die Oma noch zusätzlich Kosten (Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Lohnausfall) ?

LG Michael
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Beitragvon kati543 » 27.09.2018, 13:28

Hallo,
jetzt habe ich auch eine Frage zur Verhinderungspflege.
Bei uns hat die Oma ihre beiden Enkel über 10 Tage gepflegt. Die Oma wohnt normalerweise 400km entfernt und ist zu uns gekommen, da die Kinder in der Zeit auch in die Schule mussten. Beide Kinder sind bei der gleichen Pflegekasse.
Wie rechne ich das jetzt ab über die VHP?
Die Kinder haben PG2 und PG4.
LG
Katrin
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MichaelK
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Beitragvon MichaelK » 27.09.2018, 14:12

Hallo Katrin,

Kind a in PG 2 : 316 € /30 * 10 = 105 €
Kind b in PG 4 : 728 €/ 30 *10 = 243 €

dazu für die Fahrtkosten hin und zurück pro km 0,2 € = 800* 0,2 = 160 €.
Technisch sollten die Fahrtkosten zu gleichen Teilen auf die Kinder aufgeteilt werden.

LG Michael
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kati543
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Beitragvon kati543 » 27.09.2018, 14:52

Hallo Michael,
Danke für die schnelle Antwort.
Katrin
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Beitragvon Monika77 » 28.09.2018, 09:10

Hallo Michael,

auch von Mir herzlichen Dank für deine schnelle Antwort. Schreiben sind fertig, von Oma unterschrieben, und gehen jetzt raus. Drückt mir die Daumen!

Herzliche Grüße

Monika

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Beitragvon AnnaFB1985 » 28.09.2018, 11:39

Hallo!
ich hab jetzt auf die schnelle nicht den alten Faden gefunden, vielleicht mag ihn jemand verlinken?

Wir haben grade frisch einen Pflegegrad für unsere Zwillinge bekommen und würden jetzt gern die stundenweise Verhinderungspflege in Anspruch nehmen.
Eine Freundin von mir würde das übernehmen (also nicht verwandt). Sie kennt die Kinder, kann mit ihnen umgehen (kann nicht jeder) und würde es auch mehr aus Freundschaft machen als mit Gewinnabsicht. Auch nur bei uns.
Bei zwei Kindern kommt aber trotzdem ja was rum und das soll sie auch bekommen!

Jetzt hat sie nach Internetrecherche beim Finanzamt nachgefragt ob diese Einkünfte wirklich steuerfrei sind (Stichwort "Sittliche Verpflichtung") aber die haben sie da gar nicht drauf eingelassen.
Das wäre Einkommen aus Arbeit und damit Steuerpflichtig. Punkt.
Das ist aber natürlich unverbindlich, in verbindlich gibt es die Auskunft nicht :roll:

Kann uns jemand helfen? vielleicht mit Gesetzestexten oder so?

Danke!

Edit: Ich hab jetzt noch ein bisschen gegoogelt...
Die "sittliche Pflicht" wird ja oft schon damit begründet, dass nur ein Pflegebedürftiger gespflegt wird.
Nun hab ich Zwillinge, die beide Pflegebedürftig sind.
Dazu hab ich noch den §36 des EStG gefunden, der die Steuerfreiheit auf die Höhe des Pflegegeldes begrenzt.
Würde es in unserem Fall (angenommen, die sittliche Pflicht wird anerkannt) dann das zweifache Pflegegeld sein?

Unser Finanzamt scheint da wie gesagt nicht so auskunfstfreudig zu sein :roll:

Nochmal Danke!
Anna mit 4 Töchtern
*2001 & *2012 normal entwickelt
Zwillinge *10/2013 Extremfrühchen 24+5, entwicklungsverzögert, sozial-emotionale Störung, V.a. AD(H)S

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Beitragvon MichaelK » 29.09.2018, 18:13

AnnaFB1985 hat geschrieben:Die "sittliche Pflicht" wird ja oft schon damit begründet, dass nur ein Pflegebedürftiger gespflegt wird......


Vereinfacht gedacht wäre doch, die Regeln, die für uns als pflegende Angehörige gellten, für den Fall zu übertragen- demnach endet die "sittliche Entlohnung" mit der Weitergabe des Pflegegeldes.
Warum sollte das bei anderen Personen anders sein? Der Gedanke ist m.E. man tut es entweder, weil man was verdienen will - was die Einkommensteuer auslöst oder man tut es, weil man sich verpflichtet sieht, was wiederum das Entgelt entsprechend limitiert.

LG Michael
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Beitragvon MichaelK » 29.09.2018, 18:30

AnnaFB1985 hat geschrieben:Würde es in unserem Fall (angenommen, die sittliche Pflicht wird anerkannt) dann das zweifache Pflegegeld sein?


die Frage stellt sich doch sowieso nur, wenn die Zahlung das Pflegegeld überschreiten würde.
Also entsprechend für jeden Vertretungstag Pflegegeld geteilt durch 30 als Entgelt und zusätzlich nur, wenn Kosten entstehen /Fahrtkosten, Verdienstausfall etc.

LG Michael
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