Sapa90 mit Sohn (Entwicklungsverz., Hypotonie, Strabismus)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Sapa90
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Sapa90 mit Sohn (Entwicklungsverz., Hypotonie, Strabismus)

Beitragvon Sapa90 » 21.05.2018, 15:54

Endlich hab ich den Mut hier zu schreiben, war bisher nur stille Mitleserin!
Hallo, mein Mann (41) und ich (28) haben im Januar 2017 unser absolutes Wunschkind zur Welt gebracht! (Geb am 20.1. bei 37+0)
Er kam relativ schnell und es war alles gut! Er hat von Anfang an sehr gut getrunken aber auch sehr viel geschlafen. Die erste „Auffälligkeit“ war der späte Blickkontakt, der dann zwar kam aber er konnte ihn nicht wirklich lang halten. Dann ist uns ein relativ starkes Außenschielen (bds, aber deutlich linksbetont) aufgefallen. Rein organisch laut Augenarzt unauffällig. Bei der U4 fiel dem Kinderarzt dann eine starke Hypotonie auf. An dem Tag war sie stark, das lag aber mehr daran, dass Linas an dem Tag zu nichts Lust hatte. Seitdem machen wir Physio. Begonnen haben wir mit Vojita (allerdings nur 2 Sitzungen) haben dann aber auf Bobath umgestellt weil die Therapeutin seine Hypotonie nicht gravierend fand.

Zum aktuellen Stand:
Linas ist gestern 16 Monate alt geworden. Er kann sitzen, krabbeln, sich in den Stand hochziehen und übt aktuell das freie Stehen. Er lautiert, hat auch schonmal sowas wie hallo gesagt. Er interagiert und unserer Ansicht nach versteht er vieles (meistens). Ab Ende Mai fangen wir Frühförderung an.

Was für uns „auffällig“ ist:
-das Schielen
-die Hypotonie - zeigt sich eher daran dass er alles später gemacht hat (nicht viel später) und dass er im Stand zb sehr wackelig ist und manchmal im Sitz wenn er in eine andere Position (zb zum krabbeln) will, dass das Ganze nicht so flüssig wirkt.
- er kann kaum Gesten, also eigentlich nur die arme ausstrecken zum hoch nehmen, kein winken, kein klatschen - er lacht allerdings sehr viel, interagiert sehr gut
-er liebt alles was sich dreht und das spielt er auch meistens, er benutzt zwar auch andere Spielsachen aber das drehen ist im Moment sein Augenmerk
-wenn wir draußen unterwegs sind ist er fixiert auf Autos und Räder.

Ich muss jetzt etwas abkürzen auch wenn ich noch ewig schreiben könnte was er super kann und was auffällig ist. Zu meiner Frage: passt das ins autismusspektrum? Ich habe gerade hier in dem Forum so viele „ähnliche Fälle“ gelesen die dann oft am Ende der Diagnostik bei Autismus landeten. Kann es auch sein, das viel vom schielen kommt? Der Strabismus ist teilweise sehr ausgeprägt, er kann es immer wieder kompensieren aber wenn ich mir vorstelle dass am Tag immer mal wieder eines meiner Augen komplett weg rutscht - das kann doch für eine „normale Entwicklung“ nicht förderlich sein?

Ich Danke euch jetzt schon fürs lesen und freue mich auf eure Antworten.

Viele Grüße
Sarah

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Leela
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Beitragvon Leela » 21.05.2018, 22:10

Hi, mein Sohn war lange auffällig und ich war mir sicher, dass er Autist ist. Es war aber nur Entwicklungsverzögerung. Das einzige, was ich an der Beschreibung komisch finde, ist, dass er nicht winkt/klatscht. Er ist aber korrigiert 15 Monate, ich würde ihm noch Zeit geben.
und: Jungs mögen Autos, es ist normal ;)
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)

Nuria
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Beitragvon Nuria » 21.05.2018, 22:42

Hallo Sapa,
Findet der Augenarzt denn das Schielen gar nicht behandlungsbedürftig? Keine Brille, kein Abkleben?
Gefühlt würde ich mir da eine zweite Meinung holen.
Mein Kleiner schielt auch stark nach außen und ist darüberhinaus auch kurzsichtig, er hat durch Extremfrühgeburt und FAS allerdings noch mehr Baustellen
Er bekam mit zehn Monaten eine Brille und hat dadurch oder zumindest zeitgleich einen starken Entwicklungsschub hingelegt, ging viel mehr in Kontakt als zuvor und hat erst ab dann Blickkontakt wirklich gehalten, obwohl ich mir bei der Schielerei bis jetzt manchmal nicht sicher bin, wo er
eigentlich hinguckt.
Kann natürlich bei deinem Sohn ganz anders sein.
Wünsche Euch das Allerbeste.
Nuria
Nuria mit drei Kindern:
J.(m) geb.1995
A.(w) geb.2001, Pflegekind, V.a.FAS, leichte geistige Behinderung
L.(m) geb.2014, Pflegekind, Frühchen 24.SSW

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Beitragvon Sheila0505 » 22.05.2018, 01:38

Hi, also meine Frage wäre auch gewesen: Seid ihr bzgl des Schielens noch in Behandlung bzw. finden augenärztliche Kontrollen statt? Bestenfalls in einer Sehschule?

Es hatte sich so gelesen, dass der Augenarztbesuch schon längere Zeit her war - also genauer gesagt noch vor der U4 stattgefunden hatte :think:

Ein über einjähriges Kind, welches schielt gehört augenärztlichen Kontrollen unterzogen und in einer Sehschule von einer/m Orthoptistin/en betreut.
Unser Kind weist auch ein intermittierendes Auswärtsschielen auf, bekam mit 1 J Brille und wir starteten eine Okklusionstherapie.

Zur Entwicklung: Mittlerweile hatte ich so viele Gespräche mit Ärzten und Therapeuten geführt und es wurde immer wieder bestätigt: Die Fehlsichtigkeit (er sieht doppelt, verschwommen und ein Auge wird zunehmend abgeschaltet) kann durchaus großen Einfluß auf die Gesamtentwicklung nehmen, weil die Wahrnehmung von Anfang an gestört ist. Auch typische Gesten können da m.E.n. ausbleiben und verzögert kommen.

Mit dem Blickkontakt halten haben wir heute noch Probleme (er ist 3 J). Mittlerweile ist es insbesondere durch das Gebärden besser geworden. Wenn er etwas möchte, dann ist der Blickkontakt auch meist besser. Aber wenn ich zu ihm etwas sage, bleibt der Blickkontakt meistens aus, da er mich auch so versteht und es ihm "irgendwie" nicht "notwendig" erscheint.
Auch weiß ich bei ihm oft gar nicht, ob er tatsächlich Augenkontakt hat/hält - eben weil das Schielen ziemlich ausgeprägt sein kann. Kompensation beider Augen ist bei ihm wohl auch sehr schlecht, sodass evtl. eine OP ansteht bzw. im Gespräch ist.
Noch schafft er es glücklicherweise, das eine Auge dazu zu holen wenn er sich auf etwas konzentriert.

Er interessiert sich auch für Autos, bzw. vorzugsweise für die Reifen - denn er zieht allen SZAutos die Reifen ab. Er liebt Windräder und generell findet er Sachen die sich drehen toll.

Von Licht war er lange Zeit begeistert und "Lich" (ohne -t) ist auch eines der wenigen Wörter die er "gut" aussprechen kann.

Hypoton war er auch die ersten 3 Jahre, einseitig. Jetzt war die erste SPZ Entwicklungskontrolle, bei welcher keine Hypotonie mehr festgestellt werden konnte. Gut im Rumpf hat er eine Schwäche, er sackt oft einseitig etwas ein - aber nicht wild. Aber insgesamt war die Untersuchung sehr gut bzgl Muskeltonus. Allerdings wurde mir gesagt, dass es sich durch Wachstum wieder verschlechtern kann, aber es nicht so sein muss.

Autismus: schwieriges Thema, da Autismus sich so unterschiedlich äußern kann. Bei uns heißt es: abwarten, denn diese manchmal leicht autistischen Züge können sich durchaus durch zunehmende Reife und fortschreitender Entwicklung noch auswachsen. Er ist mit seinen 3 J noch sehr jung und da sich bei ihm so viele Bereiche gegenseitig beeinflussen, ist es schwer zu sagen/schwer einzuschätzen wieso, wesshalb, warum. Aber wir haben Fortschritte, immer wieder - auch wenn sein Tempo sehr individuell ist hinsichtlich der Entwicklungsskalen.

LG Sheila

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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 22.05.2018, 10:28

Hallo Sapa,
ich muss mich mal den Vorrednern anschließen:
dein Kind ist noch nicht so alt, da kann man über Autismus noch keine Aussage treffen.
Hypotonie: das würde ich beobachten, aber besorgniserregend ist es nicht- das Kind sitzt, steht... Da zählt vor allem ganz viel Bewegung und Training.
Zu den Augen: wenn das Kind schielt, gehört das behandelt und zwar im möglichst jüngeren Alter. Durch Abkleben, Brille, Augentraining lässt sich ganz viel machen. Wenn ein Auge wegrutscht ist das schon sehr anstrengend- das kann sich leider auch im Alter noch ändern (eigene Erfahrung: 2 Op's in der Kindheit und eine dritte steht bald an). Ich vermute mal räumliches Sehvermögen hat auch Vorteile, auch wenn man ohne auch klarkommt.
Leider fängt mein Jüngster auch an zu Schielen- daher bekam ich letztens auch einen Einlauf meiner Augenärztin, dass wir noch nicht abkleben.
In eurem Fall würde ich nochmal einen anderen Augenarzt aufsuchen.
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Beitragvon Sapa90 » 22.05.2018, 17:04

Erstmal vielen lieben Dank für eure ausführlichen Antworten.
Es tut einfach wahnsinnig gut mal mit Leuten zu "reden" die einfach nachvollziehen können was man gerade fühlt....

Zu den Augen:
Sorry, in der Vorstellung habe ich das Augenthema viel zu sehr abgekürzt.
Wir sind seit der 1. Augenarztuntersuchung regelmäßig, alle 3 Monate beim Augenarzt und müssen auch abkleben. Eine Brille ist wohl vorerst nicht notwendig, da keine Sehschwäche vorliegt. Ende Juni sind wir in der Uni Würzburg, ich möchte ein Zweitmeinung. Lt Augenarzt ist eine Schiel-OP im Vorschulalter geplant, ich habe aber das Gefühl dass ihn das Schielen schon sehr in seiner Entwicklung beeinträchtigt und Frage mich einfach ob man in Einzelfällen nicht schon vorher operieren sollte?

@Leela: Hatte dein Sohn Stereotypen? Wie war sein Spielverhalten mit 15-18 Monaten? Wann hatte sich das mit dem Autismus erledigt?

@Nuria: Ja ich dachte auch erst, dass eine Brille anders ändert, aber dann kam (ja eigentlich erstmal die gute Nachricht) dass er keine braucht.
Und Danke, ich wünsche euch auch das Allerbeste :)

@Sheila0505: vieles hört sich irgendwie so ähnlich an wie bei unserem Kleinen.
Genau wie du schreibst habe ich einfach das Gefühl, dass seine Wahrnehmung durch das Schielen manchmal sehr eingeschränkt ist. Vor allem wenn wir irgendwo unterwegs sind, das schielt er grds. mehr , auch durch die vielen Geräusche). Er ist dazu noch sehr geräuschempfindlich , ist schon teilweise besser geworden aber immer noch auffällig.

Unser Kleiner interessiert sich auch nur für die Reifen, nicht für die Autos an sich und immer wenn er die Möglichkeit hat daran zu drehen dann tut er es auch. Auch bekommt Licht von ihm oft noch besondere Aufmerksamkeit, nicht immer zu, aber manchmal eher nur so wie man es von den Säuglingen kennt die anfangs sehr oft ins Licht schauen, er grinst manchmal das Licht einfach an...

@LovisAnnaLarsMamma: Ja die Hypotonie an sich ist nicht sehr ausgeprägt, manchmal habe ich das Gefühl es sind mehr Gleichgweichtsstörungen - auch vom Schielen ausgehend? Er sitzt, lacht und auf einmal kippt er dabei zu einer Seite weil er das Gleichgewicht verliert - schon merkwürdig.
Bzgl. des Schielens: Hast du denn Tips fürs das Augentraining? :lol:
Und heißt das wenn man schielt hat man automatisch kein räumliches Sehen? In der Zeit wenn die Augen parallel stehen schon, oder?

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Beitragvon Sapa90 » 22.05.2018, 17:12

Bezüglich des Autmismus:
Ich weiß das es für so eine Diagnose zu früh ist, aber es sind für mich schon einige Dinge auffällig die ich hier noch nicht so ausführlich aufgeführt habe:
-also wie gesagt spielt er fast nur mit Dingen die sich drehen und das sind dann zu 90% Reifen
-sind wir im Kinderwagen unterwegs verbiegt er sich regelrecht um reifen von Autos oder Kinderwägen anzuschauen und bekommt manchmal von seiner Umwelt gar nichts richtig mit
-er krabbelt oft zu Fensterscheiben und klopft dann mit den Zeige-, Mittel- und Ringfinger daran (immer mit den Spitzen)
-er geht gerne mal zur Waschmaschine und ist fast ganz drin verschwunden
-eben die fehlende Gestik
-er ist sehr empfindlich was Geräusche angeht
-die fehlende Sprache (bis jetzt noch kein einziges Wort, außer mal sowas wie "Hallo")
-das Spielverhalten an sich, ich meine er hätte mal eine Phase gehabt das war er mal kurz interessiert Sachen auszuräumen, das macht er aber nicht mehr...
- er zeigt noch auf nichts oder holt keine Sachen wenn ich ihm das sage oder gibt mir irgendwas (da bin ich mir aber auch nicht sicher ob er so etwas überhaupt schon können sollte)

Entschuldigt, ich möchte nicht nur aufzählen was er nicht kann, auf der anderen Seite ist er ein Chameur, ein freundlicher und man kann schon interagieren. Und ich weiß auch dass er ja immer weiter Fortschritte macht und sicher noch nicht soooooo hinterher hinkt. Ich mache mir einfach wahnsinnige Sorgen (so wie wahrscheinlich alle hier).Und ich frage mich ob die genannten Dinge sich einfach noch entwickeln können, bzw die Stereotypen verwachsen können oder ob es schon "zu viele Hinweise" für eine Entwicklungsstörung ist...

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Beitragvon Angela77 » 22.05.2018, 17:36

Hallo Sapa,
ich kann deine Sorge sehr gut verstehen. Genaues kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, auch wenn es viele Parallelen zu meinem Sohn gibt. Aber: Was du jetzt schon tun kannst, und was auf keinen Fall schadet, ist die Kommunikation anzubahnen.
Guck mal hier:
https://www.google.com/search?q=claudio ... =firefox-b
Das hätte ich in dem Alter wirklich gerne schon gehabt!
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Beitragvon Sapa90 » 22.05.2018, 20:26

Vielen Dank liebe @Angela77, das Buch ist soeben im „Einkaufswagen“ gelandet :D

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Beitragvon Angela77 » 22.05.2018, 21:21

Hallo Sapa,
gerne :wink:
Und nur zur Sicherheit: Wurde schon mal ein Schlaf-EEG geschrieben?
Das geht bei so kleinen Kinder mit Melatonin am Nachmittag üblicherweise ganz gut ...
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

Vorstellung plus Diäteffekte:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html



Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)


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