Berufsbildungswerk und all die Anträge: Arbeitsamt, etc.

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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TatjanaR
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Berufsbildungswerk und all die Anträge: Arbeitsamt, etc.

Beitragvon TatjanaR » 29.04.2018, 15:08

Hallo

Unser Sohn (20 Jahre, aber nur auf dem Papier :roll: )hat für kommenden September einen Platz im Berufsbildungszentrum; einschliesslich Internatszimmer.
Kostenzusagen vom Arbeitsamt liegt uns vor, ebenso die Aufnahmebestätigung von dem diakonischen Werk.

Mündlich (Arbeitsamt) hatte man mir von dem Gutachten berichtet; unteranderem auch, dass der Medizinische Dienst es als nicht zumutbar erachtet.. dass unsere Sohn (Epileptiker mit unkontrollierbaren Sturzanfällen) mit öffentlichen Vekehrsmittel fährt.
Nun hatten wir auch noch einen Wechsel unserer Reha-Sachbearbeiterin. Diese hat auch noch so neben bei gesagt, dass ich mich noch um 3 Taxi-Kostenvoranschläge kümmern muss. (Damals habe ich leider nicht geschalten, sonst hätte ich gleich gefragt wo hin ich diese schicken muss)

Jetzt trudeln so nach und nach irgendwelche Anträge vom Arbeitsamt ein.
Hierzu massenhaft Fragen meinerseits; die Servicehotline kannte sich mit diesem Antrag nicht aus.. > keine Hilfe.. hat deswegen eine interne Nachricht an die Dame geschrieben; die Sachbearbeiterin ist telefonisch leider nicht greifbar > keine Hilfe; ich erreichte den Kollegen telefonisch.. dieser wollte den Anruf nicht durchstellen und gab an, ihr eine Nachricht zu übermitteln.. > keine Hilfe; ich habe eine Email an das Reha-Team geschrieben (vergangenen Mittwoch)> bisher noch keine Antwort.

Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig :lol:

Wie gesagt, dass die Taxi-Kosten übernommen werden, habe ich nur mündlich. Jetzt kommt unteranderem ein Antrag zwecks Transportkosten (von einer anderen Sachbearbeiterin.
Es wird nach Wertmarke gefragt;... ist es ratsam diese Fragen zu beantworten.. wenn doch der medizinische Dienst die Notwendigkeit von einem Taxi im Gutachten erwähnt hat!????? :?
Auf Seite 3 wird dann noch darauf hingewiesen, falls man wegen der Behinderung keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann, soll man dies gesondert beantragen. Man soll sich dazu bei dem Berater erkundigen ( ich bekomme leider aber niemanden an die Strippe!)


Vielleicht kann mir noch jemand Folgendes erklären:
" Nur ausfüllen bei Erhalt von Leistungen nach dem persönlichen Budget oder Teilnahme an einer Unterstützten Beschäftigung."
Ist das das BVB? Persönliches Budget? Ist das das geringe "Taschengeld" von etwa 100 Euro?
Unser Sohn ist derzeit noch mit uns familienversichert (Krankenkasse) .. ist gilt das im amtsdeutschen auch als "pflichtversichert"?


Derzeit bekommen wir für unseren Sohn noch Pflegestufe 2; ist das gefährdet? Kann dies das Arbeitsamt einnehmen?
Der Schwerbehindertenausweis zeigt: B, G, 80%
Die Sachbearbeiterin gab an, dass sie 2x im Monat (sprich an 2 Wochenenden im Monat die jeweilige Heimfahrt und die Rückfahrt ) zum Bildungswerk bezahlen.
Ist das richtig so? Auch bei Behinderten mit deutlicher Entwicklungsverzögerungen?

Hauptsächlich verunsichert mit die Fragerei nach den Transportkosten.. da weiss doch die eine Hand nicht von der anderen. Oder sehe ich etwas völlig falsch.

Wenn dann unser Sohn selbst vom Berufsbildungswerk bei seiner Krankenkasse versichert wird (aktuell sind wir IKK, da würden wir ihn auch weiter haben wollen) , was passiert dann mit der Pflegestufe?

Kann man eigentlich ohne Termin (vielleicht gibt es sowas wie eine öffentliche Sprechzeiten) mit dem Antrag beim Arbeitsamt erscheinen und um Unterstützung bitten (bzgl. Korrektes Ausfüllen deren Fragen) ?

Unsicherheiten sind mal wieder unser Begleiter.. wie mache es nur richtig? :roll: :?

Herzlichst Tatjana

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TatjanaR
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Beitragvon TatjanaR » 29.04.2018, 15:19

Sorry, ich hatte etwas vergessen..

Es wird auch noch nach Reise-Kosten für eine etwaige Begleitperson gefragt..
"Die Reisekosten für eine Begleitperson werden nur übernommen, wenn eine Begleitung wegen Art und Schwerde der Behinderung notwendig ist. "
Bestimmt das auch der medizinische Dienst vom Arbeitsamt?

Der Wechsel der Reha-Sachbearbeiterin war eher.. hmm.. wie soll ich sagen, nicht wirklich besser für uns. Eine junge Frau, die noch unerfahren wirkte. Im ersten und bisher einzigsten Gespräch sprach sie auch erst von öffentlichen Verkehrsmittel.. aber als ich sie dann darauf hinwies, dass ihre Vorgängerin von Taxi sprach. .. las sie das Gutachten (welches ich nicht habe) nochmals nach.. und sprach dann von den Kostenvoranschlägen dreier Taxiunternehmen.

Aktuell krampft unser Sohn etwa 1x die Woche.. dann ist wieder für mehrere Wochen bis Monate Pause. .. dann kommt rasend schnell das nächste Tief. Und in diesem steckt er gerade in aller Heftigkeit drin.
Atemstillstände hatten wir auch schon mehrfach.
Vor kurzem war er mit einer Bekannten in einer für ihn fremden Stadt. Glücklicherweise saß er zum Zeitpunkt des Anfalls auf einer Wartebank; einer Wartebank vor den GLEISEN !!!!! :? :shock:
Zufälligerweise sass gerade auch noch direkt daneben ein Notarzt in Freizeit.
Ansonsten ist er nach jedem Anfall über Stunden (ohne Übertreibung) bewusstlos.


Was würdet Ihr machen?

Gruß Tatjana

Mellie
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Beitragvon Mellie » 29.04.2018, 16:24

Hallo Tatjana,

ich hatte mal einen Thread zu dem Ablauf im BBW einen Thread eröffnet:
https://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic10 ... asc-0.html

Die Wertmarke würde ich nicht erwähnen, da Dein Sohn ja nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins BBW fahren wird. Das mit den Fahrtkosten und Begleitpersonen ist für die Anreise am ersten Tag gedacht. Dafür gibt es extra Geld. Mit dem Merkzeichen B ist doch der Nachweis erbracht, dass er eine Begleitperson braucht. Es werden immer nur zwei Heimfahrten bezahlt. Die anderen Fahrten muss man selbst bezahlen. Wie es mit dem Taxi ist, weiß ich nicht. Da werden glaube ich aber auch nur 2 Fahrten genehmigt. Die Kostenvoranschläge würde ich an die zuständige Rehaberaterin schicken. Das wird dann schon weitergeleitet, wenn jemand anderes zuständig ist.

Bei der Krankenkasse wird man pflichtversichert. Als Familienversicherter war man ja meistens über ein Elternteil versichert. Das fällt jetzt weg, da die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme als Ausbildung zählt. Man muss auch eine Bescheinigung der Krankenkasse vorlegen, wegen der Vorversicherungszeiten. Das Pflegegeld wurde bei uns zuerst eingestellt. Man kann es dann anteilig an den Zeiten bekommen, die man zu Hause ist. Da muss man Nachweise vorlegen. Da ich nachweisen konnte, dass mein Sohn jedes Wochenende zu Hause war, haben wir das Pflegegeld komplett ausbezahlt bekommen. https://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic127823-0.html Das BBW stellt monatlich Abwesenheitsbescheinigungen aus.

Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme läuft unter Teilhabe am Arbeitsleben, hat mit persönlichen Budget und unterstützter Beschäftigung nichts zu tun. Punkt 13 habe ich nicht ausgefüllt, weil es nicht zutrifft. Bitte auch kein Kindergeld angeben. Das bekommst Du, denn sonst wird es angerechnet.

Ich weiß, dass hört sich am Anfang alles kompliziert an.
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon TatjanaR » 29.04.2018, 17:12

Einen herrlichen guten Abend Mellie

Hab vielen Dank für Deine Mühe; den Link werde ich nachher in Ruhe durchlesen.

Hast Du dann auf das zuvor gewohnte Konto das Pflegegeld wieder bekommen?

Oh jaaaaaaa... :? Da gebe ich Dir recht.. "..dass hört sich am Anfang alles kompliziert an."


Ich muss bei Wertmarke ja oder nein ankreuzen; oder soll ich es gänzlich offen lassen?
Oder vielleicht einen dicken Querstrich bei den Fragen durchziehen.. und dies mit der Entscheidung "Taxi" vom med. Dienst argumentieren??

Wenn da etwas nicht stimmt oder noch offen steht ( für das Arbeitsamt mit den Detailfragen an uns) , melden die sich dann wieder?


Herzlichst Tatjana

mariongrothe
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Beitragvon mariongrothe » 29.04.2018, 19:21

Hallo,
so wie bei Melli läuft es bei meiner Tochter auch.
Bei der Wertmarke habe ich ,,nein,, angekreutzt. Meine Tochter wird auch mit dem Taxi gefahren.

Alles Gute für Euch
Viele Grüße
Marion

Marion(*60),Katharina(*99)Schiencephalie, Nystagmus

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Beitragvon Mellie » 29.04.2018, 20:24

TatjanaR hat geschrieben:Hast Du dann auf das zuvor gewohnte Konto das Pflegegeld wieder bekommen?

Ich muss bei Wertmarke ja oder nein ankreuzen; oder soll ich es gänzlich offen lassen?
Oder vielleicht einen dicken Querstrich bei den Fragen durchziehen.. und dies mit der Entscheidung "Taxi" vom med. Dienst argumentieren??


Hallo Tatjana,

das Pflegegeld geht auf das Konto meines Sohnes. Ich hole es dann in bar ab.  8) Da Dein Sohn einen Zweitwohnsitz im BBW bekommt, musst Du es auch der Krankenkasse/Pflegekasse melden. Manche Kassen stellen dann gleich das Pflegegeld ein. Aber man ist dazu verpflichtet es zu melden. Wie gesagt, wenn Dein Sohn jedes Wochenende nach Hause kommt, dann wird das Pflegegeld nicht gekürzt. War jedenfalls bei uns so.

Das mit der Wertmarke würde ich frei lassen, da Du ja einen Fahrdienst beantragst und nicht Deinen Sohn mit der Bahn ins BBW bringen möchtest. Das mit der Wertmarke wollen sie nur wissen, weil es dann keine Fahrtkosten für Bahnfahrten gibt. Ich hatte damals die Kilometer angegeben und danach wurden die Fahrtkosten berechnet.  8)

Ich bin auch die gesetzliche Betreuerin meines Sohnes. :D
Viele Grüße,

Mellie

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Beitragvon TatjanaR » 30.04.2018, 11:22

Einen herrlichen guten Morgen

Als erstes möchte ich mich ganz herzlich für Eure Mühe bedanken. :P

Heute morgen hat die Sachbearbeiterin zurückgerufen und sich entschuldigt, dass ich warten musste. Sie war auf Fortbildung in einer anderen Stadt. ..

Sie gab an, dass diese Anträge teilweise wirklich sehr komplex seien und auch sie hin und wieder Schwierigkeiten damit hätte. :lol:

Der Antrag (auf welchen sich hier ja meine Thread-Frage bezieht :wink: ) ist leider aus Versehen mir zugesendet worden. Ich müsse den nicht ausfüllen :) .

Was mich natürlich freut.

Selbstverständlich bleibt es bei dem Taxi-Transport. Sie hat mir auch erklärt, wie ich mit den 3 Kostenvoranschläge weiter verfahren soll.

Suuuuupi!


Nochmals ein dickes "Danke schön" an Euch :P
Einen tollen Start in die neue Woche, herzlichst Tatjana Rühle

Mellie
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Beitragvon Mellie » 30.04.2018, 13:17

Hallöchen Tatjana,

es freut mich, dass sich alles aufgeklärt hat. :D

Deinem Sohn wünsche ich alles Gute bei dem Start ins BBW. :hand:
Viele Grüße,

Mellie

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Beitragvon TatjanaR » 30.04.2018, 14:33

Hallo :-)

Danke schön :P

Herzlichst Tatjana

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Petra62
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Beitragvon Petra62 » 30.04.2018, 17:59

Hallo Tatjana

Noch ein Tipp, mein Sohn wird auch gefahren. Ich weiß ja nicht wo ihr wohnt. Bitte erkundige dich unbedingt auch z.B. bei den Johannitern, rotes Kreuz oder Caritas. Gerade solche Organisationen sind geschult auf solche Jugendliche. Wenn jetzt ein normales Taxi kommt und dein Sohn hat einen Anfall, was passiert dann ? Die Frage nach der Begleitperson würde ich mich Ja ankreuzen. Du kannst die Fahrtkostenrechnung erst abgeben, wenn die Kostenvoranschläge vorliegen. Ich habe bei der An und Abreise, sowie die familienheimfahrten geschrieben, Siehe KV und Rechnung vom Fahrdienst.
So wurde es von der Rehaberaterin gesagt.
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit


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