Familienhilfe - wie sieht das konkret aus?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Katha71
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Familienhilfe - wie sieht das konkret aus?

Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 12:20

Hallo Eltern!

Sowohl kürzlich das SPZ wie auch die Schule haben erneute Einzelfallhilfe wie auch nun Familienhilfe angeraten.

Mit Einzelfallhilfe habe ich vor einigen Jahren gute Erfahrungen gemacht, erneute Beantragung ist eher eine Frage des einigermassen aktuellen ESt-Bescheides (wir sind selbständig, also eher der Erklärung mit Anlagen usw..grins.).

Meine Fragem: Ich habe nur ganz diffuse Vorstellung von Familienhilfe und verbinde sie gedanklich eher mit asozialen Familien. Selbstverständlich ginge es bei uns nicht darum, den Kinder und Eltern das Zähneputzen oder das Aufräumen beizubringen...

Was aber sonst?
Und: Wie werden die notwendigen Daten erhoben, Beobachtungen gemacht..??
Setzt sich jemand auf die Couch und beobachtet paar Nachmittage lang das Leben der Familienmitgliedern, um nach Auswertung irgendwelche Ratschläge zu geben..?

Hat hier jemand entsprechende Erfahrungen gemacht und kann sie mir kurz schildern, gern pn.

Danke!
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Beitragvon IlonaN » 24.04.2018, 12:38

Hallo Katha71,
Hm Familienhilfe kenne ich persönlich wirklich nur Herkunftsfamilien meiner Pflegekinder. Kann aber durch aus sein das es da noch eine andere Art gibt die ich nicht kenne.
Für mich ist familienhife eine Hilfe die erstmal auf die Interaktion innerhalb der Familie schaut und Vorschläge macht wie etwas anders oder besser im Miteinander gestaltet werden könnte und dann auch bei der Umsetzung hilft. Es gibt Hilfeplangespräche mit schriftlichen Zielen an dessen Verwirklichung gemeinsam gearbeitet wird. Die Familienhilfe kommt zu festgelegten Zeiten ins Haus und muss darüber auch Protokoll führen und ans JA weiter leiten.
Wenn du Hilfe im Haushalt oder für dein Kind brauchst, würde ich die lieber privat suchen über Minijob oder so. hast du allerdings Zweifel ob euer Beziehungsgeflecht bzw. euer Umgang untereinander vielelicht nicht in Ordnung ist und du etwas ändern möchtest, tja dann könnte bei einer guten Familienhilfe das auch funktionieren. Gaaaaanz wichtig ist das im ersten Hilfeplan schriftlich festgehalten wird.
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Beitragvon Heikem » 24.04.2018, 12:42

hallo katha!

ich habe seit 4 jahren eine familienhilfe. sie unterstützt uns bei behördengänge ; schulen ; kitas ..alles , was mit der familie zu tun hat ....sie ist bei der caritas angestellt und wird vom jugendamt finanzier.ich hatte zuerst auch bedenken gegenüber einer familienhilfe....sie hat sehr gute arbeit bei uns geleistet .....vielleicht erkundigst du dich einfach mal zum bsp. bei der caritas , was für aufgaben eine familienhilfe hat ...wenn du fragen hast , gerne per pn

lg
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Beitragvon Engrid » 24.04.2018, 13:25

Hallo Katha,

als ziemlich Unperfekte im Haushalt und mit einem Kind, das mit 14 noch nicht Zähneputzen kann, und solidarisch mit den Leuten, die nicht so „selbstverständlich“ alles im Griff haben wie du vielleicht:
verbinde sie gedanklich eher mit asozialen Familien. Selbstverständlich ginge es bei uns nicht darum, den Kinder und Eltern das Zähneputzen oder das Aufräumen beizubringen..
Ich finde deinen Ton abwertend. Vielleicht mal drüber nachdenken, dass die anderen, die mit dir im Glashaus („Familienhilfe“) sitzen, auch nicht schlechter sind, oder auch nicht unbedingt „selber schuld“.

Das ist keine Schande, Hilfe anzunehmen, weder für euch noch für andere.

Grüße
Engrid
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 13:48

Ohje.... :( :( :(

Das tut mir leid!!
Ich war in dem Moment ziemlich verärgert über die Sozialarbeiterin der Förderschule von Sophie, die mir eine wirklichklich unhöfliche Antwortmail auf meine Anfrage zu Unterstützung zurückschrieb.

Ich zitiere: "hallo frau XY,
zu meiner großen verwunderung will ich mich äußern.
mehrfach haben wir mit dem klassenteam über die beantragung beider hilfen gesprochen."

Ah, und meinen Nachnamen hat sie auch falsch geschrieben... :roll:

Ich weiss wirklich nicht, was Familienhilfe beinhaltet und leistet, bin wohl mit den gesellschaftlichen Vorurteilen belastet, als ich meinen Eindruck, meine Vorstellung hier äußerte... :?

Bitte, nehmt es mir nicht übel.. :cry:

edit: Mittlerweile habe ich Kontakt mit demselben sozialen Träger aufgenommen, mit dem Sophie über die Erster-Mai-Feiertage verreist und bekam zu Beantragung entsprechender Hilfen alles genau erklärt.
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 14:15

Übrigens, Egrid, Sophie kann sich auch nicht die Zähne putzen, und wird es nie können.  8) Sie luscht nur an der Zahnbürste, wenn man sie allein lässt. Und quetscht die Zahnpastube aus, wenn man nicht aufpasst. Und sie ist ebenfalls 14.

Das hilt keine Familienhilfe....
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 14:21

So, und jetzt nochmal zur Sache:

Ilona, Heikem, danke für Antworten!

WIE sieht das wirklich aus??

Meine Befürchtung ist einfach: Da installiert "das Amt" eine fremde Person, die zwischen 17h und 20h im Wohnzimmer am Esstisch sitzt, alles beobachtet und Notizen macht.... (in der Zeit findet das Familienleben statt, also zwischen Rücktransport Sophies nach Hause und Anfägen des Insbettegehens).

:shock: :shock: :shock: :shock: :shock:

Ich hoffe, ich irre mich....
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Beitragvon IlonaN » 24.04.2018, 14:27

Hallo Katha71,
was die Hilfe ganz genau macht muß vorher im Gespräch im JA schriftlich festgehalten werden.
Warum meint SPZ und Schule denn eigentlich das Familienhilfe angebracht ist? Wie kommen die dadrauf. Einzelfallhilfe in der Schule oder als Freizeitassistenz kann ich mir ja noch irgendwie erklären, aber die Familienhilfe hat doch damit zu tun das ihr als Eltern in irgendeiner Form den Bedarf bei euch zu Hause seht, oder?
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 14:38

IlonaN hat geschrieben:Hallo Katha71,
was die Hilfe ganz genau macht muß vorher im Gespräch im JA schriftlich festgehalten werden.
Warum meint SPZ und Schule denn eigentlich das Familienhilfe angebracht ist? Wie kommen die dadrauf. Einzelfallhilfe in der Schule oder als Freizeitassistenz kann ich mir ja noch irgendwie erklären, aber die Familienhilfe hat doch damit zu tun das ihr als Eltern in irgendeiner Form den Bedarf bei euch zu Hause seht, oder?


DAS frage ich mich auch!!

Was ich sehr hilfreich finde, sind die Frauen (über die niedrigschwellige Hilfen), die Sophie übernehmen, wenn sie kurz vor 17h nach Hause gebracht wird, und mit ihr schaukel gehen (bis ca halb sieben...)

Dann kann ich nach der Arbeit was erledigen.


Ok, eine Putzhilfe schadet auch nie...*lach* (omg, in dem Moment fiel mir ein, dass ich die Waschmaschine einstellen sollte.. :shock: )


Ich bin aber grundsätzlich staatstragend, und wenn zwei staatliche Einrichtungen mir etwas ans Herz legen, dann gehen ich davon aus, mich zumindest probeweise auf den Vorschlag einlassen zu sollen..

Aber sonst......*seufz*
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 14:42

So jetzt, ganz im Geheimen: Die Schule hat uns auf dem Kieker...  8) Wir haben durchaus den Einschätzungen der Schule widersprochen.
So bin ich z.B. NICHT der Meinung, dass ich Sophie alle zwei Tage die Haare waschen muss, sondern dass es zweimal in der Woche ausreicht.

Ich will aber den Bogen nicht überspannen, und nun kooperieren. :twisted:
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