Wohnkosten

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
KerstinM.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7437
Registriert: 17.08.2009, 21:09
Wohnort: Thüringen

Wohnkosten

Beitragvon KerstinM. » 24.04.2018, 11:16

Hallo, nachdem wir Widerspruch gegen den Wohnkostenbescheid eingelegt hatten, nun die Antwort:

Kurzform:

da unser Sohn vor dem 10.07.2017 bereits anteilig Kosten für Heizung und Wasser (13,37 €) , stände ihm nach neuer Rechtslage (Wohnkosten nach Differenzmethode auch ohne Mietvertrag mit den Eltern) keine Übernahme zu.

So ein Quatsch, oder? Dann bräuchten wir ja keine Gesetzesänderungen mehr machen bzw. sie gilt nur für die Personen, die danach erst beantragen und die, die vorher eben genau die neu regulierte Leistungen nicht bekamen, würden dann immer leer ausgehen?

Ich bin mehr als sauer.....

LG Kerstin

PS: Es geht um 42a SGB XII
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

Werbung
 
monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3535
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 24.04.2018, 11:50

Hallo Kerstin,

hier findest zu dem Thema eine Erklärung vom BVKM dazu:

http://bvkm.de/recht-ratgeber/

Unter Rechtsratgeber "Merkblatt zur Grundsicherung" anklicken
und dort findest du dann das Infoblatt:

Wichtige Änderungen ab 2017!

Zum 1. Januar 2017 wurden die Regelsätze bei der Grundsicherung erhöht. Menschen mit Behinderung, die bei ihren Eltern leben, werden außerdem ihre Wohnkosten ab 1. Juli 2017 leichter geltend machen können. Einzelheiten erfahren Sie hier:



Der Direktlinkt funktioniert hier leider nicht :? :
http://bvkm.de/wp-content/uploads/Regel ... kosten.pdf

Ich bin übrigens ganz Deiner Meinung.... :wink:

LG
Monika

Benutzeravatar
KerstinM.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7437
Registriert: 17.08.2009, 21:09
Wohnort: Thüringen

Beitragvon KerstinM. » 24.04.2018, 12:26

jaja, Monika, da steht was von leichter ...

Allerdings liebe ich mein Kind viel zu sehr, als dass ich über eine Heimunterbringung nachdenke, um dem Amt mal zu zeigen, was es anderswo kosten könnte. .....

LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie

PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein

Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3535
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 24.04.2018, 12:43

Hallo Kerstin,

hast Du Dir das Infoblatt einmal durchgelesen?

..."Künftige Rechtslage
Ab 1. Juli 2017 sind die Kosten für Unterkunft und Heizung von grundsicherungsberechtigten Menschen, die zusammen mit ihren Eltern eine Miet- oder Eigentumswohnung bewohnen, wie folgt zu berücksichtigen:
 Ist der Leistungsberechtigte Mitmieter der Wohnung erhält er die Kosten für Unterkunft und Heizung in angemessener Höhe nach der sogenannten Kopfteilmethode. Bei einem Dreipersonenhaushalt bedeutet dies die Übernahme eines Drittels der Unterkunftskosten. Besteht dagegen ein gesonderter (Unter-)Mietvertrag mit den Eltern über die alleinige bzw. gemeinschaftliche Nutzung bestimmter Räumlichkeiten, ist die mietvertragliche Vereinbarung für die Anerkennung der Wohnkosten maßgebend, in der Höhe jedoch begrenzt auf die angemessenen Aufwendungen für einen Einpersonenhaushalt.

 Eine Übergangsregelung stellt außerdem die Anerkennung von Unterkunftskosten in der vorgenannten Weise sicher, wenn das Sozialamt diese vor dem 1. Juli 2017 trotz fehlenden Mietvertrages (zum Beispiel aufgrund einer „faktischen Einigung“ zwischen dem Leistungsberechtigten und seinen Eltern)1 anerkannt hat. Die entsprechenden Wohnkosten sind in diesen Fällen solange weiterhin anzuerkennen, wie der Leistungsberechtigte mit mehreren Personen in derselben Wohnung lebt.

 Neu ist, dass das Sozialamt die Kosten für Unterkunft und Heizung der Leistungsberechtigten künftig auch dann übernimmt, wenn ein Miet- oder Untermietvertrag nicht besteht. Berechnet werden die Kosten in diesem Fall nach der sogenannten Differenzmethode."....

Komplette Info:
http://bvkm.de/wp-content/uploads/Regel ... kosten.pdf

http://bvkm.de/recht-ratgeber/



Das Amt müsste Euch doch jetzt eben auch Unterkunftskosten zahlen.... :?: :!:


LG
Monika

Benutzeravatar
KerstinM.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7437
Registriert: 17.08.2009, 21:09
Wohnort: Thüringen

Beitragvon KerstinM. » 24.04.2018, 13:09

Hallo Monika,

erst wollten sie nur weiterhin die 13€ für Wasser und Heizung bezahlen. Den Bescheid hat man dann abgeändert und gemäß der Satzung für Wohnkosten einen Teil der Wohnkosten übernommen = 15 m². Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt, da mein Sohn MZ aG hat und ihm somit weitere 15m² Mehrbedarf zusteht . Nun schreibt man, dass ja sowieso nur die 13€ gelten würden, da nur das weiterhin gezahlt werden müsste, was vor dem 01.07.2017 gezahlt wurde, wegen Bestandschutz. Bestandschutz gilt aber nur, wenn überhaupt schon Mietkosten vorher übernommen wurden und dort die pro-Kopf-Methode ( Miete durch zB 4 ) galt. Jetzt geht es ja nach Differenzmethode (Kosten der 4 Personen weniger 3, das Ergebnis wird dann gezahlt und ist weniger, als das pro Kopf). Deshalb der Bestandsschutz. Nun will man wohl den Bestandschutz auf sich selbst münzen: wir haben vorher nix gezahlt, also bleibt das bestehen.

Ohne Worte ....

Der Hammer: Ich soll jetzt die Kosten des Widerspruches bezahlen, obwohl ich als gesetzl. Betreuerin doch für meinen Sohn Widerspruch gemacht habe. Ok, dann bezahlen wir jetzt von Grusi und den 13€ noch die Gebühren. Auf den Gebührenbescheid bin ich gespannt. Ich platze gleich.

Wir sind derzeit auf der Suche nach einem neuem Haus. 20 angeguckt, 20 abgelehnt, da nie genügend Platz für unseren Sohn da war. Er hat nun mal auf Grund seiner schweren Mehrfachbehinderung ein wenig mehr Ansprüche, zumindest was Platz angeht. Selbst in einem Wohnheim würde ein "normales" Zimmer nicht ausreichend und man müsste auch dort einen höheren Platzbedarf bezahlen. Bett, Schrank und Stuhl reicht eben nicht.....

LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie

PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein

Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3535
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 24.04.2018, 13:27

KerstinM. hat geschrieben:
Der Hammer: Ich soll jetzt die Kosten des Widerspruches bezahlen, obwohl ich als gesetzl. Betreuerin doch für meinen Sohn Widerspruch gemacht habe. Ok, dann bezahlen wir jetzt von Grusi und den 13€ noch die Gebühren. Auf den Gebührenbescheid bin ich gespannt. Ich platze gleich.



Hallo Kerstin,

das ist doch wohl ein Witz :?:

Was denn für Kosten? :shock:

Wir müssen fast zu jedem Grundsicherungsbescheid einen Widerspruch
schreiben. Kosten sind uns da noch nie entstanden....

Vielleicht kannst Du Dir Unterstützung zB bei dem VDK oder so holen...

LG
Monika

Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7063
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 24.04.2018, 13:40

KerstinM. hat geschrieben: Ich soll jetzt die Kosten des Widerspruches bezahlen, obwohl ich als gesetzl. Betreuerin doch für meinen Sohn Widerspruch gemacht habe.

aha:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__64.html

Für das Verfahren bei den Behörden nach diesem Gesetzbuch werden keine Gebühren und Auslagen erhoben

Benutzeravatar
KerstinM.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7437
Registriert: 17.08.2009, 21:09
Wohnort: Thüringen

Beitragvon KerstinM. » 24.04.2018, 14:02

Hallo Monika , hallo Kaja , steht aber im Bescheid:

1. Den Widerspruch weisen wir zurück.

2. Die Verfahrenskosten hat der Widerspruchsführer zu tragen.

LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie

PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein

Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

Werbung
 
Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7063
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 24.04.2018, 14:12

Hallo Kerstin,

das sind meist nur Textbausteine, die manchmal verwendet werden, ohne zu Ende zu denken. Falls doch ein Gebührenbescheid kommt, hast du ja die Rechtsgrundlage für eine entsprechende Erwiderung.

Viele Grüße Kaja


Zurück zu „Erwachsen werden: Leben, Arbeit, Wohnen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast