Fragen zur gesetzl. Betreuung

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Jutta T
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Fragen zur gesetzl. Betreuung

Beitragvon Jutta T » 15.04.2018, 14:11

Hallo zusammen,

wie ist das eigentlich mit der gestzlichen Betreuung ab 18 Jahren?

Ist es richtig, dass "jeder" behinderte Mensch ab 18 J. einen gesetzlichen Betreuer braucht ?

Unser Sohn ist kognitiv 100% fit - müssen wir uns trotzdem um eine gesetzliche Betreuung kümmern?

Wird von amtswegen geprüft, ob der betroffene in der Lage ist, Entscheidungen selbst gewissenhaft zu treffen?

Viele Grüße
Jutta

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Senem
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Beitragvon Senem » 15.04.2018, 14:17

Hallo Jutta T,

nein, nicht jeder behinderte Mensch braucht automatisch eine gesetzliche Betreuung!

Ich habe meinen mit weit über 18 Jahren bekommen und es auch selbst entschieden, das ich eine haben möchte.

Ich wurde überprüft, ob und in welcher Form ich die Betreuung bekomme.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 15.04.2018, 14:19

Gesetzliche Betreuer ab 18 gibt es nur auf Antrag und wenn derjenige es auch möchte. Bei uns waren 2 Gutachter da, die genau geprüft haben, in welchen Bereichen und ob überhaupt eine Betreuung notwendig ist.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

Sinale
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Beitragvon Sinale » 15.04.2018, 14:33

Hallo Jutta,

Ist es richtig, dass "jeder" behinderte Mensch ab 18 J. einen gesetzlichen Betreuer braucht ?


Wie kommst du darauf? Wo hast du dies gehört?

Du schreibst es selbst:

Unser Sohn ist kognitiv 100% fit


Deshalb wird dein Sohn keine gesetzl. Betreuung benötigen. Dies wird nicht von Amts wegen geprüft.

Ich selbst habe gleichfalls eine Tetraspastik und da ich kognitiv und psychisch fit bin, habe ich keinerlei gesetzliche Betreuung beantragt. Dies bedeutet, ich bin - wie du auch - in ganzem Umfang für meine Handlungen selbst verantwortlich.

Sollte dein Sohn im Erwachsenenalter selbst den Eindruck haben, er benötigt evtl. in Teilbereichen eine gesetzl. Betreuung, könnte er diese selbst beantragen.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

monika61
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Beitragvon monika61 » 15.04.2018, 15:04

Hallo Jutta,

bei Bedarf gibt es ja auch noch diese Möglichkeit:

---------------------------------------------------------------------------------
Ich sorge für mich – Vollmacht

Ich sorge für mich! Vollmacht in leichter Sprache

In vielen Fällen kann eine rechtliche Betreuung durch die Erteilung einer
Vollmacht vermieden werden. Mit einer solchen Erklärung kann ein
behinderter Mensch zum Beispiel seine Eltern oder eine andere Person
seines Vertrauens bevollmächtigen, ihn in bestimmten oder allen
Angelegenheiten, rechtlich zu vertreten.

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Ich-s ... mich-2.pdf

Der Direktlink funktioniert nicht.... :?

Hier unter Rechtsratgeber findest Du den Ratgeber
"Ich sorge für mich – Vollmacht":
http://bvkm.de/recht-ratgeber/

--------------------------------------------------------------------------------

LG
Monika

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Re: Fragen zur gesetzl. Betreuung

Beitragvon Jörg75 » 15.04.2018, 17:04

Jutta T hat geschrieben:
Unser Sohn ist kognitiv 100% fit - müssen wir uns trotzdem um eine gesetzliche Betreuung kümmern?


Hallo Jutta,

nein, wenn dein Kind 100% kognitiv fit ist, gibt es überhaupt keinen Grund an eine rechtliche Betreuung zu denken.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon Makbuled » 15.04.2018, 18:02

Guten Abend darf ich mich an die Frage anschließen ich bin auch 100% kognitiv fit mir wird geraten gesetzliche Betreung beantragen lassen durch meine Eltern :idea: LG Makbule
Geboren am 22.06.1995 Tetraspastik,Epilepsie,Muskelhypotonie Rumpfbetont,Shuntversorgter Hydrocephalus Asthma Balkenfehlbildung, Neurologische Schluckstörung Speiseröhre Funktionstörung , Rollstuhlfahrerin seit 2008 Shunt-Op 05/2018 V.a Unklare Gendefekt

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Beitragvon Senem » 15.04.2018, 18:05

Hallo Makbuled,

wenn du jemanden brauchst, der dir zb mit den Finanzen oder Behörden/Ämter gängen behilflich sein soll, dann kannst du die Betreuung beantragen und dem Gericht mitteilen das deine Eltern das übernehmen sollen.
Gruß



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Beitragvon Jaqueline » 15.04.2018, 19:24

Hallo Jutta,

nein, nicht jeder behinderte Mensch braucht automatisch eine gesetzliche Betreuung.
Ich habe auch keine. So wie du deinen Sohn beschreibst, braucht er das nicht.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und ET 2020

Für immer im Herzen.

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Beitragvon Jörg75 » 15.04.2018, 20:58

Makbuled,

wer rät dir das? Wobei brauchst du denn Hilfe?

Abgesehen davon kannst du auch alles per Vollmacht regeln ...

Gruß
Jörg
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