Besonderheit anderen Kindern erklären

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 14.04.2018, 08:31

Guten Morgen,

also, der Logo-Film über Asperger ist nicht gelungen (vor allem weil er rein defizitoroentiert ist, ich finde ihn aber auch zu verallgemeinernd, und zu sehr an der Oberfläche). Würde ich nicht empfehlen. Gut ist zb der Autismus-Artikel in www.helles-koepfchen.de, und das Video von Claudio Castaneda auf Youtube.

Grüße
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Katha71
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Beitragvon Katha71 » 24.04.2018, 12:40

Ich erkläre auf dem Spielplatz oä. Sophie Eigenheiten gern, das nimmt den Kinder (und Eltern..) die Angst.

Ich sage: Sie ist ein Mädchen wie andere auch, sie ist bloss nur geistig behindert. Sie ist schon so auf die Welt gekommen, der Grund sind ihre Gene.

Gene sind klitzklein Bücher, die überall in dem Körper eines Lebewesens sind, auch eines jeden Menschen.
Dort steht geschrieben, wie der Köper aufgebaut ist und sich entwickelt.
Und bei einigen Kindern steht in den Büchern, den Genen drin, dass das Gerhin, das das Denken steuert, sich langsam oder anders entwickelt.

Dann verhalten sich die Kinder auch anders.

*lach*

Ok, bin bislang damit ganz gut gefahren, die Kinder fanden es interessant.
K`71 mit Sophie`04, spätes Frühchen 35. SSW, leichte myoklonische fokale Epilepsie, 80% gb, spricht nicht, Syndrom unbekannt
Maja `06, gut entwickelt
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Beitragvon Michaela.Sandro » 27.05.2018, 20:56

Hallo zusammen, ich sage anderen Kindern, dass Sandro sehr viel langsamer lernt als andere Kinder, deshalb nicht so gut spielen und nicht so viel reden kann. Kinder reagieren ganz unterschiedlich, man merkt immer deutlich, ob sie schon mal mit Behinderten Kindern zu tun hatten und wie die Eltern mit dem Thema umgehen. Ich finde, oft haben Eltern mehr Probleme im Umgamg mit Sandro und das merken die gesunden Kinder und bleiben auf Distanz. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass ich etwas ernsthafter mit Kindern reden musste, weil sie über Sandro gelacht oder ihn nachgeäfft haben, das finde ich immer sehr traurig. L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 28.05.2018, 11:24

Michaela.Sandro hat geschrieben: Ich finde, oft haben Eltern mehr Probleme im Umgamg mit Sandro und das merken die gesunden Kinder und bleiben auf Distanz. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass ich etwas ernsthafter mit Kindern reden musste, weil sie über Sandro gelacht oder ihn nachgeäfft haben, das finde ich immer sehr traurig. L. G. Michaela


Leider habe ich auch schon einige Male die Erfahrung gemacht, dass die Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder mit Alexander spielen oder nach ihm fragen(also, was mit ihm los ist, warum er anders ist). Dabei könnte ich ganz vieles kindgerecht beantworten.

Nachgeäfft wurde er noch nie, aber das stelle ich mir besonders gemein vor. Es tut aber auch weh, wenn Eltern ihre Kinder aus dem Ringelspiel rausholen, weil Alexander reingegangen ist.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Kaati
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Beitragvon Kaati » 28.05.2018, 11:52

Bei uns ist es auch schon öfter passiert das sich die Eltern blöd verhalten. Es kommt auf meine Vervassung an ob ich in die Aufklärung gehe. Da sind viele total verdattert :lol:
Oder ob ich die Eltern ignoriere. Ist nicht nett aber die Verwunderung ist dann auch da und das tut mir dan gerade auch gut. :wink:

Und ja es fällt total auf welchen Input die Kinder zuhause bekommen
Was Behinderung oder anders sein angeht. Oder ob es vielleicht sogar nur darum geht immer die oder der beste zu sein..... :roll:
Mit der Geschichte wir sind alle unterschiedlich finde ich gelingt der Einstieg für die Kinder immer gut. Einige haben da genug und andere Kinder wollen mehr wissen...
Denn unsere Sohn hat gerade viel Spaß zu Einladungen zu gehen wo auch ander Kinder sind :D
Zuschauen und das eigene Spiel nebenher zu spielen kann ja auch viel Spaß machen :wink:
Lg Kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
________________________
Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 28.05.2018, 12:21

Beim Erklären sollte man nie vergessen, dass gerade Vorschulkinder überhaupt keine Vorstellung von Alter und Fähigkeiten haben, also auch nicht die Defizite sehen. Ein Kind im Kinderwagen ist ein Baby, auch wenn es 2 Köpfe grösser ist als man selbst. Dann reicht als Erklärung aus, dass das Kind müde ist oder noch laufen lernen muss, oder oder.
Gerade beim Erklären ist weniger mehr !
Wenn Eltern ihre Kinder von uns wegholen, sage ich immer extra laut: "Gut, dass du fragst, der Grund ist ....!" meist kommt dann von den Eltern sogar ein "Ah, das wusste ich auch nicht!" und ein verständisvolles Lächeln!
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Beitragvon elke.theaterfisch » 28.05.2018, 16:34

Hallo, ein toller Thread mit vielen guten Ideen! Danke allen! Ich werde mir ein paar Formulierungen für unseren Alltag merken. Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.


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