Was bringt Frühförderung?!

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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*Simone*
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Was bringt Frühförderung?!

Beitrag von *Simone* »

Liebes Forum,
Es ist ketzerisch formuliert, aber was bringt die Frühförderung für ein Kind mit Entwicklungsverzögerung, aber in einer intakten Familie, mit größeren Geschwistern und gutem Kindergarten?
Ich habe gerade eine Sinnkrise und es hat sicherlich damt zu tun, dass ich schon sehr unterschliedliche wirksame Physiotherapie kennen gelernt habe und die Frühförderung für uns logistisch aufwändig ist. Hinzu kommt oder verschärft das Ganze, dass ich (noch?) nicht in gutem Kontakt mit der Heilpädagogin gekommen bin und mich oft frage, was die macht und was das Ziel ist. Oder ob es überhaupt ein Ziel gibt.
Ich habe das schon angesprochen, aber für mich bleibt die Frage, was würden wir verpassen, wenn wir die Frühförderung abbrechen, bestehen. Ich weiß, dass das wahrscheinlich nicht messbar ist, aber bin an euren Erfahrungen sehr interessiert.
Sonnige Grüße,
Simone

melly210
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Beitrag von melly210 »

Hm. Ja ich denke auch wie du. Mein Sohn hat eh das ganze Förderspielzeug-Klump zuhause und wir machen auch viel in die Richtung. Was es ev. bringen kann: die Heilpädagogin sieht dien Kind regelmäßiger und kann dir eine bessere Einschätzung geben als ein Entwicklungsdiagnostiker der das Kind alle Jubeljahre sieht. Ansonsten sehe ich wenn das Umfeld gut passt und das Kind auch zuhause gut gefördert wird auch wenig Sinn drin.

Silvia & Iris
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Beitrag von Silvia & Iris »

Liebe Simone,

da bei uns die Frühförderung mit dem Eintritt in den Kindergarten endet - es sei denn, es liegt eine Sinnesbehinderung vor, - was ist du Ursache, dass ihr Frühforderung erhält? - und wie alt ist dein Kind?

- Also ich kann hier nicht wirklich etwas Negatives sagen, da auch die Frühförderung immer wieder neues Spielmaterial brachte und ich wirklich nicht die finanziellen Mittel habe mir all das anzuschaffen - und vor allem Dinge, die man nur sehr kurz verwendet... - oder nur zum probieren, wie das Kind es annimmt - manche Dinge, die ich da so gesehen habe, die gibt es (fast) nicht im Handel - diese Vibrationsspielzeuge und mehr... - mein Kind hat es überhaupt nicht angenommen - und ich war froh, dass ich das mal testen durfte, bevor man es selbst besorgt hat...

Auch so fand ich die Frühförderung ganz gut - einige dieser Dinge wären mir gar nie eingefallen - auch weil ich das nie verwende - wie z. B. mit Rasierschaum einschmieren (das haben wir gar nie zu Hause) und mehr...

- ich fand das nicht sinnlos... auch, weil ich selbst jemanden zum Sprechen hatte - da ich da gar niemanden kannte zu dem Zeitpunkt und die meisten einen Bogen um mich machten... - das Kind auch in einer anderen Gemeinde im Kindergarten war, nie von gleichalten eingeladen wurde... - also auch zu der Zeit zweifelte ich manches Mal... - aber das ist ja alles ganz normal...

und es tut einfach gut, mal auch zu hören... - dass man viel macht, und sich sehr einsetzt... bzw. auch mal vielleicht Informationen erhält, was man wo sonst do erhalten könnte in der näheren Umgebung... - z. B. Auspendeln und so... - oder Osteopathie... und vieles mehr... - diese Informationen habe ich damals nirgends wo erhalten (es gab damals noch nicht so vieles im Internet...

Also ich war zufrieden.



LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

JustinsMum
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Re: Was bringt Frühförderung?!

Beitrag von JustinsMum »

*Simone* hat geschrieben:Liebes Forum,
Es ist ketzerisch formuliert, aber was bringt die Frühförderung für ein Kind mit Entwicklungsverzögerung, aber in einer intakten Familie, mit größeren Geschwistern und gutem Kindergarten?
Ich habe gerade eine Sinnkrise und es hat sicherlich damt zu tun, dass ich schon sehr unterschliedliche wirksame Physiotherapie kennen gelernt habe und die Frühförderung für uns logistisch aufwändig ist. Hinzu kommt oder verschärft das Ganze, dass ich (noch?) nicht in gutem Kontakt mit der Heilpädagogin gekommen bin und mich oft frage, was die macht und was das Ziel ist. Oder ob es überhaupt ein Ziel gibt.
Ich habe das schon angesprochen, aber für mich bleibt die Frage, was würden wir verpassen, wenn wir die Frühförderung abbrechen, bestehen. Ich weiß, dass das wahrscheinlich nicht messbar ist, aber bin an euren Erfahrungen sehr interessiert.
Sonnige Grüße,
Simone
Ketzerisch geantwortet: Genauso sinnvoll wie 45 min Logopädie pro Woche - sinnfreien, aufwendig und Ziele sollte Dir ja eigentlich die Heilpädagogin benennen können - hat ja sicherlich einen Förderplan erstellt und ihn Dir ausgehändigt.

In meinen Augen stammt das aus einer Zeit in der man Kinder schnellstmöglich in Sondereinrichtungen untergebracht hat und es von dort dann direkt in die Sonderschule ging.

Mein Kindergarten hatte nach der 3. Frühförderin des Jahres genauso die Nase voll wie ich und wir haben dann gemeinsam beschlossen, dass wir das nicht brauchen.

Kommt Eure Heilpädagogin nach Hause? Dann würde ich den Sinn darin sehen 45 min (oder wie lange sie dann eben da ist) in Ruhe zu putzen, in Ruhe zu duschen, das Abendessen vorzubereiten oder einfach mal mit einer Freundin zu telefonieren und einen kostenlosen Babysitter zu haben. Dann hat es auf jeden Fall einen Sinn.

Ansonsten denke ich, dass musst Du für Dich entscheiden - mach einer hat sicherlich einen Nutzen, wenn er z.B. hier Anregungen zur sinnvollen (oder eben weniger sinnvollen) Beschäftigung bekommt oder sich Fördermaterial leihen kann.

Grüße

justinsMum

LenaMaxi
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Beitrag von LenaMaxi »

Hallo Simone,

wieso macht ihr nicht einfach mal eine Pause? Du hast das Gefühl, es bringt euch nichts und der zeitliche Aufwand belastet dich. Das sind für mich zwei gute Gründe etwas zur Ruhe zu kommen. Wenn du in ein paar Wochen das Gefühl habt, es sei mal wieder Zeit für ein pasr Einheiten oder die Motorik verschlechtert sich, dann geht ihr dann eben wieder hin. :cry:

Wenn ich meinen Sohn sehe, hat die frühe Physiotherapie sehr viel gebracht. Aktuell machen wir Ergo, da kann ich es nicht einschätzen. Das liegt aber auch daran, dass mein Sohn nun 2,5 Jahre alt ist und die Entwicklungsschritte kleiner werden. Die Feinmotorik hat sich weiter verbessert, ob das nun an den 40 min Therapie liegt, kann ich nicht sagen. Für uns ist aber der Aufwand gering und es macht Maxi viel Spaß.

LG Lena
Lena *1989 Tagträumerin
Maxi *08/2015 pränatater Schlaganfall (ICP), Krampfanfälle kurz nach der Geburt; dezente Hemi links, armbetont - ein kleiner Clown, der ohne Pause quasselt und alle verzaubert *sooo stolz*

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http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120949.html

Jörg75
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Beitrag von Jörg75 »

Moin,

wir hatten die Frühförderung bei uns zu Hause, und wir fanden es gut. K. mochte seine Frühförderin, wir mochten sie auch, sie hat mit K. gespielt und immer neue "Anregungen" mitgebracht, die wir dann auch umsetzen konnten/ umgesetzt haben. Sie hatte doch immer wieder neue Ideen für K.

Ob das jetzt "messbar" etwas gebraucht hat, weiß ich nicht - aber weil es bei uns zu Hause war und uns zweimal die Woche eine Stunde "frei" gebracht hat und die Frühförderin sympathisch war und neue Idee mitbrachte, hat es uns in keiner Weise gestört!

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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PaulaW
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Beitrag von PaulaW »

Hallo Simone !

Auch ich bin nicht wirklich sicher, was es bringt. Wir haben jahrelange Therapien hinter uns und Frühförderung war auch dabei.

Wenn ich wüsste wie unser Sohn sich ohne diese Therapien entwickelt hätte,
könnte ich Dir eine gute Antwort liefern.

Aktuell kann ich nur soviel sagen: Für uns war es gut, den Mittelweg zu
suchen. Nämlich, Therapie ja, aber nicht durchgehend. Und immer auch schauen ob es realistisch zu stemmen ist oder Ihr Euch da überfordert.

Mir hat es insofern geholfen, als es mich/ uns beruhigt hat. Manchmal haben wir auch gute Anregungen oder Infos für zuhause bekommen.

Viel Glück,
alles Gute

Paula
Autismus, PG3, 70% GdB, GBH
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Chrissi 68
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Beitrag von Chrissi 68 »

Hallo,
die Hauptarbeit läuft eh zu Hause, die Therapien,... 1x die Woche sind ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aber: die Therapeuten schieben und lenken in eine Richtung, die ich als Mutter gar nicht absehen kann.
DieTherapeuten sind die Profis mit dem professionellen Abstand. Die Therapeuten wissen auch, wie ich aus einem Waldspaziergang z.B. eine nebenher eine Sinnesreise veranstalte.
Wir haben dazu noch die Heilpädagogik im Dorf. Ich outsorce die Therapieinhalte und hab die freie Zeit für mich;)

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Tanja2014
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Beitrag von Tanja2014 »

Hallo,

wir hatten zuerst eine Heilpädsgogin, bei der ich mir auch nicht so sicher war, was es bringt bzw., ob es uns überhaupt was bringt. Dann hab es nach ca. acht Wochen einen personellen Wechsel und von da an hatte ich plötzlich das Gefùhl, es bringt uns als Familie wirklich viel. In verschiedenen Situationen war es wirklich gut, jemanden zu haben, der das Kind quasi im Alltag kennt. Unsere HP macht ihre Stunden jetzt hauptsächlich im KiGa (Regeleinrichtung) und hat da auch schon ganz viel für B. bewirkt. Ich denke, es hängt einfach sehr an der Person. Bei B. denke ich inzwischen manchmal, so richtig dringend braucht er die Stunden nicht mehr, aber für mich und für uns als Familie gibt es einfach auch viel Sicherheit, so gute Beratung zu haben.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

Jörg75
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Beitrag von Jörg75 »

Moin,

seit K. im KiGa ist, haben wir keine Heimfrühförderung mehr, dafür ist im KiGa in der I-Gruppe von K. eine Heilpädagogin als "dritte Vollzeitkraft".
Was sie nun genau bewirkt, vermag ich nicht zu sagen - das aber der KiGa als solches (und da wird neben den vielen andere Kindern sicherlich auch das Personal eine große Rolle spielen) einen RIESENFORTSCHRITT gebracht hat, das weiß ich ganz sicher.

Und die Elterngespräche gerade mit der Heilpädagogin im KiGa sind auch für uns Eltern hilfreich.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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