Welchen PKW für ein Kind im Rollstuhl?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 06.04.2018, 22:26

Moin,

unser Großer ist jetzt fast 5 und wird vermutlich später im Rollstuhl sitzen, aktuell Buggy und Kindersitz und rutschend auf dem Boden und BobbyCar-fahrend usw.

Wir haben uns jetzt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern einen neuen Wagen gekauft - einen VW Multivan. Wir haben lange überlegt und geschaut, haben uns auch viele andere Busse angeschaut (Mercedes, Ford, Citroen, Toyota) - wir fanden den Multivan den besten. Groß, innen flexibel (wesentlich flexibler als der Mercedes zB), viele durchdachte Lösungen, die wir zB bei dem Mercy vermisst haben ... klar, eine teure Sache ist so eine Kiste (der V ist aber auch nicht wirklich billig).
Wir haben ihn gekauft, weil wir - gerade für den Urlaub - viel Platz im Auto haben wollen, sowohl im Kofferraum wie auch vorne, wir wollen auch ohne weiteres im Bus "Pause machen können"- und wir wollen flexibel mit den Sitzen reagieren können, falls wir doch irgendwann auf Rollstuhltransport umstellen müssen.

Wegen dem Schwerbehindertenrabatt ... den bekommst du nur auf den Listenpreis (also nicht auf Hauspreise o.ä.), Mercedes ist da bei dem V auch noch etwas "wählerisch", bei welchen Versionen man den bekommt. VW zieht den einfach stumpf an, aber ...
... bei VW gibt es die Tradeport-Autohäuser. Die verkaufen die Fahrzeuge aus dem Werksangehörigenleasing. Die Wagen sind dann so etwa 10 Monate alt und haben zwischen 10.000 und 15.000km auf dem Tacho - und gehen dann mit über 30% Nachlass auf den Neupreis in den Verkauf (und riechen innen noch neu).

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung

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Lumoressie
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Beitragvon Lumoressie » 06.04.2018, 22:44

Hallo,

wir haben einen Fiat Doblo und einen Fiat Scudo.
Bei beiden Autos haben wir ohne Behindertenausweis vorzuzeigen vergünstigte Konditionen erhalten.
Wichtig war uns ein großer, hoher Kofferraum, dass das Auto in die Tiefgarage passt, dass es Schiebetüren auf beiden Seiten hat und relativ günstig ist.
Unser Doblo ist jetzt schon 7 und hatte noch nie irgendetwas.

AndreaR
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Beitragvon AndreaR » 07.04.2018, 07:20

Guten Morgen Patrick!

Wir haben einen VW Caddy in der Langvariante.
In der zweiten Reihe fährt unsere gesunde Tochter, hinten unsere behinderte Tochter im Rollstuhl. Der Umbau des Caddys (Rampe, Reihe weg, Rollstuhlbefestigung etc.) wurde durch eine spezialisierte Garage gemacht. Wenn wir viel Gepäck haben, sprich Urlaub, montieren wir eine Dachbox.

Alles Gute Euch

Andrea
Lucia (2004), mehrfachbehindert (spastische Tetraparese) wegen multipler de novo Mikrodeletionen, Isabelle (2006) fit und munter

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Beitragvon maritatina » 07.04.2018, 10:31

Also wir haben den renault trafic.
Wenn Du kaufst denk an später.weil dein Kind wird ja im Rolli sitzen bleiben müssen und da ist ein Auto mit Rampe besser.
Die Mama von dajana auch in Einrichtung haben einen kleinen Citron Berlingo mit abgesenkten Boden und Rampe und 4 sitze zusätzlich gesamt.
Bei uns zb sind gesamt 4 einzelsitze plus Fahrer und Beifahrer.und Boden ist hinten für einselzitze mit schienensystem ausgestattet.so das Mann sitze auch wie Mann möchte verschieben kann.
Ok Auto war teuer besonders Umbau aber wir haben's nicht bereut bisher. Einselzitz neben Tina ist Gold wert bei längeren Fahrten.
Fotos folgen
lg Marita
Tina 8.4.94 Frühk.Hirnschädigung mit CP,MC,Spastik,Epelepsie,rechts konvexe Kyphoskoliose,Sehb.(leichte)Störung der Blutg.Coxalgie,Hüftdysplasie
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Beitragvon maritatina » 07.04.2018, 10:38

Unser auto
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Beitragvon Ullaskids » 07.04.2018, 10:53

Hallo,
maritatina hat geschrieben:Wenn Du kaufst denk an später.

das sehe ich etwas anders.
Denk dran, was für die Zeit sein wird, die du genau dieses Auto fahren willst. Wenn du da an ~10 Jahre denkst, finde ich Rampe, Rollitransport (also kein Umsetzen in den Autositz) etc. am Bedarf vorbei gedacht. Das wird erst später Thema. Und auch dann nur vielleicht, je nach Entwicklung.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon maritatina » 07.04.2018, 12:14

Hallo Ulla das ist richtig. Aber Mann kann sowie wir jetzt die anlegbaren schienen ja zur Seite legen und für später nutzen .Also hätten wir gewusst damals was uns bevorsteht hätten wir schon früher das Auto so gekauft.
Naja wir mussten ja nun neu kaufen da der alte fast 13 Jahre war und 1. Viele reparaturenkosten hatte und 2. Ein Umbau mit extra Sitz zu teuer wär und zu lang gedauert hätte.
lg Marita

Tina 8.4.94 Frühk.Hirnschädigung mit CP,MC,Spastik,Epelepsie,rechts konvexe Kyphoskoliose,Sehb.(leichte)Störung der Blutg.Coxalgie,Hüftdysplasie

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Beitragvon Ullaskids » 07.04.2018, 13:52

Siehst du, Marita, und hier geht es um ein Baby... in 13 Jahren wird die Familie mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr das Auto fahren, das jetzt gekauft werden soll.
Dann braucht man doch noch nichts für einen evtl. Umbau planen, der erst beim nächsten Auto - und auch nur vielleicht - ansteht.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon Maike_82 » 07.04.2018, 14:32

Hallo Patrick,

wir haben seit einem Jahr einen VW Caddy für 4 Jahre geleast (mit eingerechnetem Schwerbehinderten-Rabatt zahlen wir eine monatliche Leasing-Rate in Höhe von 250 Euro). Grundsätzlich sind wir mit dem Caddy sehr zufrieden. Was mir sehr wichtig ist, ist die ebene Ladefläche, so dass ich den schweren Reha-Buggy nicht umständlich über eine Ladekante heben muss. Außerdem passt der Buggy (Kimba Neo) aufrecht hinein, so dass ich ihn nicht ständig zusammenklappen und wieder aufbauen muss. Der Reha-Buggy wird wohl auch für euch erst mal in Frage kommen, bevor der Kleine einen Rollstuhl bekommt.
ACHTUNG! Einen enormen Nachteil hat der Caddy leider, weswegen wir ihn jetzt doch "zurückgeben" (ist ja geleast) und gegen einen Touran "tauschen" werden (ist dann monatlich allerdings 100 Euro teuer in der Leasing-Rate). Und zwar ist der Kofferraum zwar schön hoch und groß, aber dafür ist der Platz im Innenraum kaum ausreichend. Wenn unsere Große im Kindersitz (Römer) sitzt, stößt sie mit ihren Füßen bereits an den Beifahrersitz, obwohl dieser bereits ganz nach vorne gestellt ist und der Beifahrer mit den Knien direkt am Handschuhfach sitzt. Nun bekommt M. einen noch größeren Kindersitz (Thomashilfen), weswegen die Platzsituation noch schlimmer wird. Auch das Anschnallen des Maxi Cosi unserer Jüngsten ist unter den Umständen immer eine ganz schöne Fummelei. Das ist aber auch schon die einzige Kritik, ansonsten sind wir mit dem Caddy sehr zufrieden. Die mangelhafte Platzsituation für die hintere Reihe und für den Beifahrer sollte aber wirklich mitbedacht werden. Die Sitzreihen lassen sich nämlich leider nicht individuell verschieben.
Der Touran wiederum hat viel Platz im Innenraum und einen ebenso großen Kofferraum, wenn auch nicht so hoch. Da M. jetzt aber nicht mehr auf den Reha-Buggy angewiesen ist, sondern einen Kinder-Rolli bekommen wird, ist dieser Kofferraum völlig ausreichend.

Davon abgesehen, möchte ich hier noch mal die Idee äußern, euch tatsächlich mal über Privat-Leasing sachkundig zu machen, anstatt ein Auto zu kaufen, denn das könnte sich durchaus lohnen. Dann müsst ihr euch nicht jetzt schon darüber Gedanken machen, was in 5, 10, 15 Jahren ist, sondern least jeweils für 2, 3 oder 4 Jahre und guckt dann jeweils, wie die aktuellen Bedürfnisse sind. Außerdem gebt ihr das Auto wieder zurück, bevor die großen, teuren Reparaturkosten kommen, wenn das Auto altersschwach wird.

Viele Grüße, Maike
Viele Grüße, Maike

M *09/2015, Zustand nach FMTS und schwerer Asphyxie; ICP, Epilepsie, Mikrozephalie, globale Entwicklungsstörung; Pflegegrad 4, 100% GdB aG, G, H & B

H *10/2017 ausgeglichene, tiefenentspannte Knutschkugel

Unsere Vorstellung: https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... highlight=

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Karin D.
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Beitragvon Karin D. » 07.04.2018, 14:58

Einen Kombi kann ich mir gar nicht gut vorstellen, weil Buggy/Rolli usw. richtig hochgehoben werden müssen um im Kofferraum verstaut zu werden.

Meine Knochen brauche ich noch ein paar Jahre ;-)

Für mich war immer ein Kastenwagen die ideale Möglichkeit. Wir haben jetzt einen Citroen Berlingo mit Rampe und Dreh- und Schwenksitz.
Mein Sohn kann immer aussuchen, ob er über die Rampe einsteigt und im Rolli sitzenbleibt, oder ob er auf dem Beifahrersitz mitfährt.
Wenn Letzteres der Fall ist, brauche ich den Rolli nur ankippen, die Vorderräder auf die Kante setzen und quer reinstellen in den Ladebereich. Das geht sehr gut.

Für mich kommen deshalb nur Kastenwagen in Betracht. Vorher ein Renault Kangoo.
Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus


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