Klage wg. Lagerungskeil nach Pörnbacher Art

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Anton09
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Klage wg. Lagerungskeil nach Pörnbacher Art

Beitragvon Anton09 » 05.04.2018, 19:27

Hallo,
nun ist es amtlich, müssen unser Lagerungskeil leider einklagen.
Widersprüche waren erfolglos.
Sind bei der TK.
Machen wir mit dem vdk.

Wer musste das auch?
Hat bestimmt gedauert?
Vielleicht hat jemand mal ein Aktenzeichen dazu.

LG Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5

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FritzMama
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Beitragvon FritzMama » 05.04.2018, 20:13

Hi Anton,
Wir haben einen und sind bei der TK.
Gern per PN!
05/17 dyskinetische ICP durch peripartale Asphyxie, kognitiv ein normaler Zweijähriger :D

Anja07
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Beitragvon Anja07 » 05.04.2018, 21:04

Hallo,
Wir haben nicht nur einen sondern mittlerweile mehrer seit er 4 ist immer wieder das ist seine hauptlagerung er liegt sogar in der Schule drauf und hat dafür in der Schule ein fahrbares untergestell. Sein Rolli ist auch nach pörnbacher mittlerweile ist er 15 und seine Wirbelsäule ist durch die keil Lagerung für das Alter noch gut erhalten

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Beitragvon Anja07 » 05.04.2018, 21:06

Macht ihr das auch mit dem Herr seefried? Vom sanitäshaus rose

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sabine und Wolfgang
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Beitragvon sabine und Wolfgang » 06.04.2018, 21:50

Hallo

hast du das aus der Pörnbacher Homepage schon ?


Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 06.12.2005
- 1 BvR 347/98 -



Weigerung der Krankenversicherung zur Kostenübernahme einer neuen Behandlungsmethode ist verfassungswidrig

Verfassungsrichter stärken Rechte der Patienten



Wer in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, hat einen verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf freie Wahl der Arznei- und Hilfsmittel zum Schutz seines Lebens. Im Notfall müssen Krankenkassen auch alternative Behandlungsmethoden bezahlen, selbst wenn sie nicht als gängige Methode im Leistungskatalog der Kassen aufgeführt sind.

Die Verfassungsbeschwerde des 18-jährigen Beschwerdeführers, der an einer seltenen, lebensbedrohlichen Krankheit leidet, gegen die Weigerung der gesetzlichen Krankenversicherung, für die Kosten einer so genannten neuen Behandlungsmethode aufzukommen, war erfolgreich.

Das Bundesverfassungsgerichts hob das angegriffene Urteil des Bundessozialgerichts auf, das eine Leistungspflicht der Krankenkasse verneinte. Es sei mit der grundgesetzlich garantierten allgemeinen Handlungsfreiheit, dem Sozialstaatsprinzip und dem Grundrecht auf Leben nicht vereinbar, einen gesetzlich Krankenversicherten, für dessen lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankung eine allgemein anerkannte, medizinischem Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verfügung steht, von der Leistung einer von ihm gewählten, ärztlich angewandten Behandlungsmethode auszuschließen, wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht. Die Sache wurde zur erneuten Entscheidung an das Bundessozialgericht zurückverwiesen.



Sachverhalt

Der Beschwerdeführer war von 1992 bis 1994 in einer Ersatzkasse als Familienangehöriger versichert. Er leidet an der Duchenne’schen Muskeldystrophie. Diese Krankheit tritt ausschließlich beim männlichen Geschlecht auf, und zwar mit einer Häufigkeit von 1:3.500. Die Krankheit manifestiert sich in den ersten Lebensjahren; ihr prognostizierter Verlauf ist fortschreitend. Mit dem Verlust der Gehfähigkeit ist normalerweise zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr zu rechnen; es tritt zunehmend Ateminsuffizienz auf. Die Krankheit äußert sich auch in Wirbelsäulendeformierungen, Funktions- und Bewegungseinschränkungen von Gelenken sowie in Herzmuskelerkrankungen. Die Lebenserwartung ist stark eingeschränkt. Üblicherweise wird nur eine symptomorientierte Behandlung durchgeführt. Bislang gibt es keine wissenschaftlich anerkannte Therapie, die eine Heilung oder eine nachhaltige Verzögerung des Krankheitsverlaufs bewirken kann.

Seit September 1992 befindet sich der Beschwerdeführer in Behandlung bei einem Facharzt für Allgemeinmedizin. Bei dieser Behandlung werden neben Thymuspeptiden, Zytoplasma und homöopathischen Mitteln hochfrequente Schwingungen angewandt. Bis Ende 1994 hatten die Eltern des Beschwerdeführers dafür einen Betrag von 10.000 DM aufgewandt. Die Ärzte der Orthopädischen Klink der Technischen Hochschule A. und eine mitbetreuende Ärztin hielten den bisherigen Krankheitsverlauf für günstig. Seit Herbst 2000 ist der Beschwerdeführer, der eine öffentliche Schule besucht, auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Antrag auf Übernahme der entstandenen Kosten für die Therapie wurde von der Krankenkasse abgelehnt, da ein Therapieerfolg der angewandten Methoden wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei. Die hiergegen gerichtete Klage blieb in letzter Instanz vor dem Bundessozialgericht ohne Erfolg. Die Verfassungsbeschwerde war erfolgreich.



Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zu Grunde

Die Entscheidung des Bundessozialgerichts steht nicht im Einklang mit dem Grundgesetz. Es ist mit Art. 2 Abs. 1 GG (allgemeine Handlungsfreiheit) in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip nicht vereinbar, den Einzelnen unter bestimmten Voraussetzungen einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung zu unterwerfen und für seine Beiträge die notwendige Krankheitsbehandlung gesetzlich zuzusagen, ihn andererseits aber, wenn er an einer lebensbedrohlichen oder sogar regelmäßig tödlichen Erkrankung leidet, für die schulmedizinische Behandlungsmethoden nicht vorliegen, von der Leistung einer bestimmten Behandlungsmethode auszuschließen und ihn auf eine Finanzierung der Behandlung außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung zu verweisen. Dabei muss allerdings die vom Versicherten gewählte Behandlungsmethode eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf versprechen. Für die Behandlung der Duchenne’schen Muskeldystrophie steht gegenwärtig allein ein symptomatisches Therapiespektrum zur Verfügung. Eine unmittelbare Einwirkung auf die Krankheit und ihren Verlauf mit gesicherten wissenschaftlichen Methoden ist noch nicht möglich.

Die angegriffene Auslegung der leistungsrechtlichen Vorschriften des Fünften Buches Sozialgesetzbuch durch das Bundessozialgericht ist in der extremen Situation einer krankheitsbedingten Lebensgefahr auch nicht mit der Schutzpflicht des Staates für das Leben zu vereinbaren. Übernimmt der Staat mit dem System der gesetzlichen Krankenversicherung Verantwortung für Leben und körperliche Unversehrtheit der Versicherten, so gehört die Vorsorge in Fällen einer lebensbedrohlichen oder regelmäßig tödlichen Erkrankung unter den genannten Voraussetzungen zum Kernbereich der Leistungspflicht und der von Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG geforderten Mindestversorgung.

In derartigen Fällen haben daher die im Streitfall vom Versicherten angerufenen Sozialgerichte zu prüfen, ob es für die vom Arzt nach gewissenhafter fachlicher Einschätzung vorgenommene oder von ihm beabsichtigte Behandlung ernsthafte Hinweise auf einen nicht ganz entfernt liegenden Heilungserfolg oder auch nur auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf im konkreten Einzelfall gibt.

der Leitsatz

Es ist mit den Grundrechten aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip und aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG nicht vereinbar, einen gesetzlich Krankenversicherten, für dessen lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankung eine allgemein anerkannte, medizinischem Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verfügung steht, von der Leistung einer von ihm gewählten, ärztlich angewandten Behandlungsmethode auszuschließen, wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht.



Ich drück Euch die Daumen, wir konnten mit dem Lagerungskeil und dem Pörnbacher Konzept sehr viel bei unserem Sohn erreichen.

LG SABINE
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Beitragvon Senem » 06.04.2018, 21:56

Hallo,

solche Beispiele zeigen mir, das es also nicht an mir persönlich liegt, wenn die Krankenkasse sich weigert wichtige Hilfsmittel oder so zu finanzieren :roll:

Wozu soll eigentlich dieses Lagerungskeil dienen?
Gruß

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Beitragvon sabine und Wolfgang » 06.04.2018, 21:59

Hallo Senem

schau, das ist deren Homepage, dort sind die Therapieelemente beschrieben
https://www.poernbacherkonzept.de/therapieelemente/

LG Sabine
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Beitragvon Senem » 06.04.2018, 22:12

Hallo sabine und Wolfgang,

danke dir.
Gruß



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Anton09
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Beitragvon Anton09 » 07.04.2018, 19:16

Hallo,
danke für die Antworten.
Warte noch auf Rückmeldung vom vdk, wenn dort der Brief der KK eingegangen ist.
Der Lagerungskeil soll noch Maß bei Anton sein und leider steht in der Verordnung nach Pörnbacher Art.
Würde da vielleicht nur stehen Lagerungskeil usw. wäre der Vorgang schon erledigt.
Komisch ist nur, in Antons Schule haben 2 Kinder so ein Teil ohne Probleme bekommen.
Die Schule hat extra ihr Personal in dem Pörnbacher Konzept geschult und schafft durch Spenden 2 Teile an.
Wir brauchen aber einige Ausschnitte im Keil.
Bin echt mal gespannt, was rauskommt.
Sollten auch nur eine angepasste Sitzschale für daheim bekommen.
Da habe ich dem guten Mann von der Kasse erklärt, wer das machen soll und wo ich das Kind in der Zwischenzeit lasse. Pflegedienst ist ja auch allein mit Anton daheim. Und das ist echt schwer das Teil auf dem Rolli. Haben dann für daheim eine neue Anfertigung als Einzelfallentscheidung genehmigt bekommen.
Die kommen echt auf Ideen.
Ich frage mich nur, warum ich zum Spezialisten gehe, er was verordnet und Ärzte vom MDK echt mehr Erfahrung haben und nie das Kind sahen

Berichte dann mal wieder.

LG Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5

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Beitragvon Anton09 » 21.04.2018, 13:38

Hallo,

so Klage ist nun für Lagerungskeil nach Maß Pörnbacher Art eingereicht, da Widerspruchausschuss auch abgelehnt hat.
Bin da echt mal gespannt, wie es so weitergeht.

Schöne Grüße
Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5


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