Nachbarschaftsstreit

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

Jessica1982
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 19
Registriert: 26.07.2017, 19:51
Wohnort: Syke

Beitragvon Jessica1982 » 05.04.2018, 11:06

Und wir tolerieren auch sein Rumgeschreie wenn er jeden Abend vor seinem pc am zocken ist. Wir sind auch jeden Tag draussen aber wenn man jedes mal ne Welle macht wenn man nach hause kommt. Weil man dem kind auch mal ne kurze Pause geben möchte anstatt immer nach draussen zu flüchten. Sorry da geht meine Toleranzgrenze auch in den Keller. Er möchte das wir uns an seine Zeiten anpassen und das 7 tage die woche neee nee das machen wir nicht mit. Dann muss er das so hinnehmen oder wie gesagt sich was neuerem umsehen.

Werbung
 
rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1674
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Beitragvon rena99 » 05.04.2018, 11:13

Für ihn was das bevor er seine neue Freundin total in Ordnung aber sie ist selber ein junges Party Küken was nachts bzw wochenende party macht und bis mittags in die puppen pennen will..
Das Problem ist ja offenbar die neue Freundin. Es kann vermutlich nicht schaden, beide gemeinsam mal zu Kaffee einzuladen und das Problem zu besprechen. Denn wenn man sich erst mal auf ein Geräusch eingeschossen hat, dann stört es einen auch ständig.

Mir geht es ein wenig so wie Engrid, so, wie du es schreibst (bis in die puppen pennen), klingt es wenig respektvoll. Wer Respekt erwartet, muss ihn auch liefern. Wobei sich ein Forum natürlich auch zum Abreagieren eignet :-)

Euer Sohn ist, wie er ist. Vielleicht muss die Freundin ihn wirklich mal kennen lernen und ihr könnt besprechen, was man tun kann, damit es besser funktioniert.

Ein Auszug ist natürlich eine Lösung, aber der Nachmieter kann es ja ähnlich empfinden. Ob ein Nachmieter Kinder hat, wird da wenig ausmachen. Wenn erst mal das Kind aus dem Schlaf gerissen wird, weil dein Kind laut ist....

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Leute direkt zu fragen, was sie denn vorschlagen, was ich tun soll. Meist sind sie dann zerknirscht, weil sie erst dann anfangen, konkret nachzudenken und eben auch keine Lösung finden.

Läuft der Schall eigentlich übers Treppenhaus oder über die Decke? Bei Türen hilft oft schon ein besser schließendes Türblatt. Das haben wir z.B. in die Toilettenräume eingebaut, damit man die Spülung nicht durchs ganze Haus hört. Evtl. kann man das auch mit dem Vermieter besprechen.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

GabySP
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 936
Registriert: 12.01.2013, 17:32
Wohnort: NRW

Beitragvon GabySP » 05.04.2018, 11:21

Hallo Jessica,

auch wenn ich deinen Unmut nachvollziehen kann, gebe ich dir, genau wie Engrid, den Rat, etwas vorsichtiger zu sein. Sollte sich ein neuer Mieter auch gestört fühlen, kann das Verständnis des Vermieters auch irgendwann aufgebraucht sein. Dann kann es auch passieren, dass sich das Blatt wendet und der Vermieter euch die Kündigung androht. Es ist tatsächlich so, dass auch ihr euch rücksichtsvoll verhalten müsst, und da macht es keinen Unterschied, ob euer Sohn behindert ist oder nicht.
Ich spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung und weiß, wie anstrengend das ist, ein Chaoskind im MFH „ruhig zu halten“ ,

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

Jessica1982
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 19
Registriert: 26.07.2017, 19:51
Wohnort: Syke

Beitragvon Jessica1982 » 05.04.2018, 11:25

Die Freundin möchte von unserem sohn ja nichts wissen. Weil sie keine Kinder mag laut ihrer Äusserung ihres Freundes. Es halt eben durch das ganze Haus weil es ziemlich alt war aber neu saniert wurde ohne das Haus richtig abzudämmen gegen Lärm und alltags Geräusche.. Und er weiss auch kein Rat was man machen kann.. Ausser sich darüber auf zu regen. Ich habe ihn mal angeboten das wir die Rolle tauschen aber wollte er nicht. Er ist ja meist so angespannt und reagiert dann so wenn sie da ist. Er möchte ja auch nicht als Weichbürste vor seiner Freundin da stehen.Sie meckert ihn an und er meckert uns dann an.

Jessica1982
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 19
Registriert: 26.07.2017, 19:51
Wohnort: Syke

Beitragvon Jessica1982 » 05.04.2018, 11:33

Unser sohn ist ja von 8 bis 14 uhr im kindergarten und nachmittags gehen wir jeden Tag raus. Kommt auch auf das wetter darauf an. Aber wieviel rücksicht sollen wir noch nehmen. Und sorry in der zeit hat er ja auch viel ruhe wo er lernen kann.. Wir sind meist dann gegen 19 uhr zu hause und ich finde das wir da schon sehr gut mütig sind zu ihm. Da er ja studiert.. Aber er sollte uns da hin gegen auch ein Stück entgegen kommen. Wir tun das schließlich auch.

Benutzeravatar
Felix`s Mama Kirstin
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 210
Registriert: 16.05.2010, 14:49
Wohnort: Niedersachsen

Beitragvon Felix`s Mama Kirstin » 05.04.2018, 15:03

Hallo!

Habe Dir eine PN geschrieben.

LG
Kirstin mit Felix
Felix 06/2006 ehem. Frühgeburt 31+4 SSW ; Gastroösophagealer Reflux; Eosinophile Ösophagitis; vermuteter Gendefekt - nicht näher bezeichnet; globale Entwicklungsretardierung; körperliche und geistige Behinderung - SBA mit GdB 100 und den Merkzeichen G, B, H und aG - Pflegegrad 5/Pflegestufe III - Trotz allem immer fröhlich und mein Sonnenschein!!!

melly210
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 630
Registriert: 19.02.2018, 20:07

Beitragvon melly210 » 05.04.2018, 18:11

Rein rechtlich ist es so, daß ihr die Ruhezeiten einhalten müsst. Das ist von 10 Uhr abends bis glaube ich 7 Uhr morgens sowie an den Wochenenden und Feiertagen. Außerhalb dieser Zeiten dürfte er sich nur beschweren, wenn ihr bzw euer Kind wirklich ungebührlich Lärm macht, dh wenn es deutlich über ein normales Maß hinausgeht. Demnach müsst ihr sicher nicht den ganzen Nachmittag spazieren gehen, wenigstens unter der Woche mal sicher nicht.
Zwecks Lärmvermeidung: Was wäre zb mit dicken Gummimoosmatten oder Teppichen damit man sein Gehopse und Geklopfe nicht so hört ? Oder eben sonst schauen wie sich der Lärm fortpflanzt und da entsprechende Maßnahmen setzen, wie zb schallhemmende Deckenverbauten, schalldichte Türen etc.
Diese Dinge kosten dann allerdings nicht wenig und ihr braucht auch die Zustimmung des Vermieters. Daher würde ich falls sich die neuen Mieter auch gestört fühlen sollten dann mal mit dem Vermieter darüber reden ob er solche Maßnahmen erlauben würde und wenn ja ob ihr dann auch seine Zusicherung habt daß ihr dann auch längerfristig in der Wohnung bleiben könnt, wenn ihr diese Ausgaben tätigt.

Christiane81
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 131
Registriert: 27.01.2016, 08:11

Beitragvon Christiane81 » 05.04.2018, 18:47

Hallo Jessica,

Wie kann das denn sein, dass der Mieter über euch so laut hört, wenn euer Sohn hüpft? Er ist doch sicher kein 2m-Hühne mit 140kg, der volle Lotte durchs Haus springt?

Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass auch mich Kinderlärm gewaltig nerven kann. Ich hatte mal in einer Wohnung Nachbarn, deren Kleinkinder wirklich stundenlang laut jammerten und schrien. Ich mag Kinder sehr, aber das hat irgendwann genervt. Wenn ich mir vorstelle, in einem hellhörigen Altbau würde ein älteres Kind dauernd laut schreien, auch nachts, wäre ich bei allem Verständnis für die Situation sicherlich auch genervt. Ich hatte mich da letztlich erst mit einer Freundin in der Wolle.... ich finde nämlich nicht, dass man alles an Lärm ertragen muss, nur weil ihn Kinder machen. Ich mute meinen Nachbarn auch nicht Metallica in Discolautstärke zu,obwohl "one" meiner Meinung nach nur richtig laut auch richtig gut ist ;-)
Ich denke, wenn man offen miteinander spricht und gegenseitige Toleranz lebt, dann findet man doch immer einen Weg.
Die Nachbarn mit den dauerknatschenden Kindern sind irgendwann ausgezogen, weil die Kinder einfach mehr Platz zum Bewegen brauchten. Die armen Mäuse waren schlichtweg unzufrieden und unglücklich.
Die Aussage Deines Mannes, er würde Deinen Sohn nicht an freier Entwicklung hindern (oder so ähnlich) würde mich allerdings auch auf die Palme bringen. Das trägt sicher nicht zur Lösungsfindung bei. Und eine Lösung kann natürlich auch nicht sein, dass ihr aus der eigenen Wohnung flieht.

Ich wünsche euch, dass ihr einen vernünftigen Kompromiss findet!

Viele Grüße
Christiane

Werbung
 
Beatrice1967
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 988
Registriert: 28.12.2010, 14:27
Wohnort: Schweiz/ St. Gallen
Kontaktdaten:

Beitragvon Beatrice1967 » 05.04.2018, 19:49

Liebe Jessica

Du hast ein Urteil gesucht, wo zugunsten einer Familie mit einem behinderten Kind entschieden wurde. Hier ist eines, allerdings schon älter, aber vielleicht doch ein Lichtblick
https://www.schwaebische.de/home_artike ... 46573.html

Liebe Grüsse

Bea
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
-------------------------------------
Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste