Suche nach App für Kleinkind-Gebärden

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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SilkeAK
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Beitragvon SilkeAK » 07.04.2018, 20:23

Hallo Leopoldine,

wir haben aufgrund einer Reha vor 3 Jahre mit GUK begonnen. Haben uns die Karten besorgt und versucht sie unserem Kind nahezubringen. Der ganze Kindergarten war mit den Gebärdenkarten die am meisten benötigt werden beklebt. Mitgenommen hat er davon leider gar nichts :-(

Nun hat er im vergangenen Sommer den Kindergarten gewechselt und dort wird mit den Gebärden von "Schau doch meine Hände an" kommuniziert. Dies hat bei meinem Sohn sofort eingeschlagen. Zwischenzeitlich spricht er aber sehr viel besser, so dass die Gebärden in den Hintergrund kommen. Aber da es dort im Kindergarten normal ist, dass sie Erzieher gebärden nimmt er natürlich das ein oder andere mit.

Ab dem Sommer geht er in die Schule und dort wird auch mit diesen Gebärden kommuniziert, da diese Sprache aus diesem Haus kommt. Der Wortschatz ist bei "Schau doch meine Hände an" auch viel größer als bei GUK und günstiger ist es auch.

Ich habe mir zwischenzeitlich das Buch und die CD besorgt, tue mir aber sehr schwer die Gebärden in den Kopf zu bekommen. Die App habe ich mir noch nicht geholt.

Liebe Grüße

Silke
Silke mit Luca (*10/2011) Entwicklungsstörung - Gendefekt (Chromosom 17 Duplication Syndrome), SBA (50%, MZ H), PG 3

Hier mehr über uns: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 08.04.2018, 08:06

@SilkeAK: "Schau doch meine Hände an" ist in Deutschland super, weil es sich von DGS ableitet. Wird nur in Österreich nicht praktiziert.

Das heißt nicht, dass die TE es nicht verwenden kann. Nur muß sie sich bewusst sein, dass es dann eben eine ausschließlich inn innerfamiliäre Kommunikationsform ist, die sonst niemand versteht.

Ich finde Gebärden lernen auch schwer und den meisten Erwachsenen, die ich kenne, geht es ähnlich. Es gibt (wie bei anderen Sprachen auch) ein paar "Naturtalente" die instinktiv und sehr schnell lernen. Für den großen Rest heißt es einfach büffeln. Sogar manche polyglotte Menschen (die etliche Lautsprachen beherrschen) haben mit Gebärdensprachen ihre Probleme.

Im Gegensatz zum lernen von fremden Lautsprachen ist bei Gebärdensprachen mMn der passive Wortschatz oft kleiner als der aktive. Das heißt man verwendet schon Gebärden, die man aber nicht versteht, wenn man sie sieht, weil das Hirn sie nicht so schnell abrufen kann. Dazu kommt, dass andere unterschiedlich deutlich gebärden, und regionale Dialekte erschweren das Ganze noch mal.

Würde ich es nicht für meinen Sohn lernen, hätte ich schon längst aufgegebn. So bin ich mittlerweile (nach 5 Jahren) auf B-Level, und komme langsam besser klar.

Kinder lernen Sprachen meistens aber viiiiiel schneller, weil sie dazu keinen analytischen Zugang haben, sondern in der Phase zwischen 1 und ca. 6 Jahren aus gehörter (oder gesehener :wink: ) Sprache instinktiv Regeln ableiten können.

@Leopoldine2017: In welchem Bezirk wohnst du (wegen Kindergartenwahl)?
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Leopoldine2107
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Beitragvon Leopoldine2107 » 09.04.2018, 10:12

Hallo, ja, ich werde wohl eher die österreichischen Gebärden verwenden, falls er doch nonverbal bleibt... Pih, da hat dann die ganze Familie etwas zu tun mit dem Lernen! Haben bei euch auch die Großeltern, Tanten, Onkeln, etc. Gebärden gelernt?

@Lisaneu, ich schreibe dir eine PN wegen den Kindergarten-Überlegungen! :-)
Kleiner Sonnenschein 07/16 Mikrozephalie, Globale Entwicklungsverzögerung, seltene Mikroduplikation auf Chromosom 5

AgnesH
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Beitragvon AgnesH » 09.04.2018, 10:49

Es gibt hier bei uns immer wieder Großeltern oder andere wichtige Bezugspersonen hier, die die Gebärdensprachkurse besuchen.

Andrea mit Roman
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Beitragvon Andrea mit Roman » 28.09.2018, 13:42

hallo
wie andere geschrieben haben, ganz wichtig, Gebärden zu nützen, die im späteren möglichen Umfeld ( Kindergarten, schule) auch genutzt werden.
Es gibt auch noch die deutschschweizer Gebärdensprache, die ist wieder anders, nicht wie die deutsche..

In der Schweiz ist eine neue Gebärdensammlung herausgekommen: Porta, die gibt's auch als app-gratis- Die Gebärden sind hergeleitet aus den Portmanngebärden für Menschen mit Behinderung und den Deutschschweizer Gebärden- also eine Mischung aus beiden. Bis jetzt gibt es 200 Gebärden weitere 300 kommen dazu.
Uunterschied Gebärdensprache_- GUK oder Porta:
bei den letzten beiden, die für behinderte Kinder sind, werden nur die wichtigsten Wörter gebärdet, keine ganzen Sätze, und es wird immer dazu gesprochen.
Wir haben mit einzelnen Gebärden die für Roman wichtig waren, angefangen, z. b. Essen Trinken Schlafen und die immer gemacht und das Wort dazu gesprochen. Erst als er die übernommen hat, haben wir mit weiteren ergänzt.

Wichtig zu wissen:
Sprachunterstützende Geäbärden verzögern die Sprachentwicklung nicht, sondern fördern sie, wenn das Kind die Wörter sicher beherrscht, wendet es die Wörter an, nicht mehr die Gebärden.
Roman spricht jetzt immer noch aus einer Mischung von Gebärden und Wörtern, wobei Worte überwiegen, aber er kann immer noch nicht alles sagen aufgrund einer schweren Sprechbehinderung (Sprechdyspraxie).
Mit 6 hat er erst Mama und Papa und wenige Tierlaute gesprochen, konnte sich aber über Gebärden gut ausdrücken und all seine wichtigen Bedürfnisse sagen.
Und ja, alle Bezugspersonen müssen die lernen, aber das geht Schritt um Schritt.
Ich habe die rauskopiert, die er am lernen war und in einem Ordner abgelegt, der jedem zugänglich war, der mit Roman zu tun hatte.
Ich habe auch einen längeren Erfahrugnsbericht über das sprachunterstützende Gebärden geschrieben, kann ich dir Mailen bei Intersse, ist zu gross, um hier einzustellen. Bin aber ab 4. Okt 2 1/2 Wochen in den Ferien.
viele Grüsse aus der Schweiz
Andrea mit Roman 5/2000, Trisomie 21 (Down-Syndrom) Innenohrschwerhörigkeit (Hörgeräte erst seit 2008),Visusminderung, schwerer geistiger Behinderung, und schwerer Sprechdyspraxie. Er verständigt sich mit Gebärden, Worten und elektr. Kommunikationshilfe


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