Beh. Bruder hat auf Sofa beim Gast versehentlich uriniert

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Senem
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Beitragvon Senem » 28.03.2018, 20:36

Hallo,

was ich mich gerade frage, wieso hat man denn nicht erst was zum Schutz auf die Couch gelegt, bevor der Junge sich dann drauf gesetzt hat?
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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kati543
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Beitragvon kati543 » 28.03.2018, 21:12

Hallo,
vielleicht sieht hier einfach nur jemand eine Chance sich ein neues Sofa zu gönnen.
Ganz ehrlich....so koscher klingt mir das nicht. Ich würde das die Versicherung abwickeln lassen.
LG
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Beitragvon MiriamP » 28.03.2018, 21:52

Hallo,

zum einen... mit 34 ist man kein Junge mehr, sondern ein Mann!
Ich weiss nicht, wie informiert der Gastgeber hinsichtlich der Inkontinenz ist, aber Uringeruch ist nicht unbedingt so einfach weg zu bekommen. Insbesondere dann, wenn man es erst später merkt und nicht direkt, nachdem es passiert ist.

Ich würde mir das Sofa erst mal ansehen und -- wenn vorhanden -- es über die Versicherung laufen lassen.

Grüße,
Miriam

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Beitragvon Claudschal87 » 28.03.2018, 23:09

Danke für eure Antworten 😊

Also ich glaube nicht, dass der Gastgeber das wusste... die kennen sich erst seit Kurzem und meine Mutter wusste von dieser Essenseinladung auch gar nichts - vermutlich hätte sie dann auch nicht zugestimmt, da behindertes Kind bei fremden Leuten ja immer eher ungut ist. Aber mein Bruder hat da halt auch seinen Dickschädel.

Ich werde die Sache morgen mal der Haftpflicht melden und habe parallel heute dem Nachbarn die. Beteiligung an der Reinigung angeboten, er soll einen KVA einer reinigungsfirma mir vorlegen. Scheinbar hat er das Sofa doch noch (sehr merkwürdig). Zumindest klang er recht einvernehmlich und nicht so, dass man mit ihm rumstreiten muss. hoffen wir, dass es so bleibt und er meinem Bruder jetzt auch nicht auf die Pelle rückt deswegen :?

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 29.03.2018, 09:52

Hallo,

wenn der Bruder wegen gB deliktunfähig ist, kommt es auf die Versicherung an, ob sie zahlt (aus Kulanz) bzw zahlen muss (weil eine Versicherung mit Deliktunfähigkeitsklausel abgeschlossen wurde).

Wenn dein Bruder kontinent war bis 30 Jahre, dann sollte man die jetzige Inkontinenz nicht einfach hinnehmen, sondern intensiv und genauer gucken, warum sich das geändert hat. Offenbar war es ihm früher ja nicht wurscht.
Wenn er fit genug ist, um zum Nachbarn Mittagessen zu gehen, ohne das die Mutter das bemerkt, dann dürfte er auch fit genug sein, zb ein Mobiltelefon zu bekommen. Dann kann er Bescheid sagen, bzw man kann nachvollziehen, wo er ist. Ansonsten ist das nicht ungefährlich für den Bruder, einfach in fremde Wohnungen mitzugehen ...

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Claudschal87 » 29.03.2018, 10:08

Hallo,

ein Mobiltelefon hat er, ich habe ihm erklärt, wie es funktioniert, ob er es am Ende wirklich nutzen könnte, weiß/glaube ich nicht.

Dafür war ihm davor früher auch schon andere Sachen egal - generell Körperpflege ist eher nicht so seins bzw. nimmt es eher als "geht schon noch" wahr :(

Ja da hat sich meine Mutter auch recht drüber aufgeregt, dass er da einfach mitgegangen ist... bzw. der Nachbar das nicht mit meiner Mutter abgesprochen hatte... man sieht und merkt meinem Bruder die Behinderung definitiv an.

Grüße

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 29.03.2018, 11:17

Hallo,

auch wenn man deinem Bruder die Behinderung ansieht / anmerkt, kann doch ein anderer nicht wissen, dass er sich bei der Mutter melden muss, wenn er den Bruder zum Mittag einlädt.
Da bringt Aufrefung nichts, sondern nur Informieren!

Grüße,
Miriam

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Beitragvon Ani » 29.03.2018, 12:54

Hallo,

erst mal finde ich eine nette Geste das der Nachbarn dein Bruder zum Essen eingeladen hat. Das will man ja, das Menschen mir Behinderung auch Platz in der Gesellschaft finden und so akzeptiert werden wie sie sind.
Aber, du sagst ja, es ist ihn eindeutig anzusehen das er geistig Behindert ist und da muss auch jeder damit rechnen das er mit "Überraschungen" zu rechne hat. Besonders dann wenn er ihn nicht lange oder so gut wie gar nicht kennt.
Als Beispiel, wenn ich ein Kind aus der Nachbarschaft zu mir einlade, ohne bei Mutter Bescheid zu geben (was ich so nicht machen würde), der mir dann auf das Sofa "nass" macht..dann könnte ich dann nicht zur Mutter gehen und eine Entschädigung wollen, denn sie hat mir das Kind nicht anvertraut.

Von daher, sehe ich nicht ganz ein, das ihr den Schaden beseitigt.
Eine halbe-halbe wäre ein guter Diel.

Liebe Grüße,
Ani
Ani mit Max(21.06.04). Durch angeborene Fehlbildung am Gehirn schwerstmehrfach behindert. Schwer therapierbare Epilepsie (Lennox-Gastaut Syndrom), blind, ICP ,Skoliose (OP-2015) und Hüftluxation, Ateminsufizienz und Schlafapnoe, PEG Sonde. Kann nicht sprechen, laufen, sitzen.
"Wenn er lacht, geht bei mir die Sonne auf"

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Beitragvon Sylke » 29.03.2018, 21:35

ich frage mich viel eher wie es denn sein konnte das er einfach so "verduftet".....
Wenn Du seine Betreuerin bist zeigt das ja, das er geistig stark eingeschränkt ist......und eine dementsprechende Betreuung / Beaufsichtigung benötigt.

Wenn ihr das nun so der Versicherung schildert...von wegen Deine Mutter wusste nix davon, du auch nicht.....dann kann es passieren das nix gezahlt wird, wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht ( heisst das so bei erwachsenen beeinträchtigten Personen? )

Ansonsten.....Reinigung bringt nix - denn der Urin ist ja nicht nur oberflächlich, sondern sicher richtig bis unten runter eingedrungen. Das Sofa kann man nur entsorgen.
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05),
Unseren Alltag rund ums Dravet-Syndrom kann man bei Facebook nachlesen- Aufmerksam machen und aufklären über diese Krankheit ist das Ziel!
Kimberly - anders aber einzigartig

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anner
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Beitragvon anner » 29.03.2018, 22:32

Man muß der Versicherung nicht sagen, warum was passiert ist.
Die Umstände, warum der junge Mann zu Besuch war, sind völlig egal.

Und eine Betreuung kann es auch bei relativ fitten Menschen geben...

Anne
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits, Makrocephalie, Gaumenspalt, Skoliose, Kleinwuchs, Epilepsie u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen


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