Früher (!) Schriftspracherwerb bei Gehörlosigkeit

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Angela77
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Früher (!) Schriftspracherwerb bei Gehörlosigkeit

Beitragvon Angela77 » 28.03.2018, 13:35

Hallo zusammen,
schaut mal hier:
https://gehoerlosekinder.de/wp-content/ ... Cnther.pdf
Sohnemann ist nicht gehörlos, aber auditiv deutlich eingeschränkt und stumm, hat aber vom Schriftspracherwerb sehr profitiert!

Schade, dass ich ganz systematisch erst mit 7 begonnen habe :?

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Patricia.S
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Beitragvon Patricia.S » 28.03.2018, 23:11

Danke für den Artikel!
Lorenz ist einseitig taub (versorgt mit Hörli) und spricht nur wenige Wörter wegen seiner Gehirnfehlbildung.
Er hat seit Weihnachten 2016 ein Ipad mit Metatalk welches er gerne benützt. Seit 5 Monaten hat er die Tastatur entdeckt und kann mittlerweile mehr Wörter schreiben als sprechen.
Er wird im Juni 4, seine Sprachentwicklung ist für mich noch nicht abgeschlossen (auch wenn eine Prognose aufgrund mangelnder Vergleichskinder schwierig ist) aber ich bin sicher das er vom Schreiben profitiert.
Sein älterer Bruder ist derzeit in der Vorschule das passt natürlich gut.
LG Patricia
Lorenz 6/2014 - Hirnstammhypoplasie mit rumpfbetonter Hypotonie, Facialisparese, Taub li. mit Hörgerätversorgung, Hornhauttrübung li. Auge, Sprachentwicklungstörung

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.03.2018, 08:52

Hallo Patricia,
wie wäre es damit ihm aktiv das Lesen beizubringen? Bene hatte seit er vier ist einen Talker, mit fünf bekam er Metatalk auf dem dem Ipad, aber die Kommunikation kam erst richtig in Fahrt seitdem er lesen und dadurch beliebige Worte schreiben kann.
Ich haben damals mit den Print-Material von Intraact gearbeitet, Silben vorlautiert. Irgendwann konnte ich durch Zeigesten überprüfen, dass er sie unterscheiden konnte, wenn er sie nur im Kopf las. Mittlerweile gibt es dazu auch ein App. Die erste Lektion ist kostenlos.
Ich würde dir und anderen Bezugspersonen( !) unabhängig davon auch empfehlen schriftsprachlich zu modeln.
Praxisbuch-Buch aus 2017 verlinke ich gleich ...
LG
Angie
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.03.2018, 08:54

noch mal ich:
http://www.ukcouch.de/
dann runterscrollen zum Buch "Modelling in der UK".

LG
Angie
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Beitragvon Angela77 » 29.03.2018, 08:58

Oh je, irgendwie hakt die Kommataste mal wieder :roll: Hoffentlich blickst du im vorletzten Posting noch durch :oops:
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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AgnesH
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Beitragvon AgnesH » 29.03.2018, 12:46

Danke für den Artikel!
Lorenz ist einseitig taub (versorgt mit Hörli) und spricht nur wenige Wörter wegen seiner Gehirnfehlbildung.
Er hat seit Weihnachten 2016 ein Ipad mit Metatalk welches er gerne benützt. Seit 5 Monaten hat er die Tastatur entdeckt und kann mittlerweile mehr Wörter schreiben als sprechen.
Er wird im Juni 4, seine Sprachentwicklung ist für mich noch nicht abgeschlossen (auch wenn eine Prognose aufgrund mangelnder Vergleichskinder schwierig ist) aber ich bin sicher das er vom Schreiben profitiert.
Sein älterer Bruder ist derzeit in der Vorschule das passt natürlich gut.
LG Patricia
Habt ihr schon mal die Gebärdensprache ausprobiert? Ist nur eine Frage aus Interesse.

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.03.2018, 14:17

Hi Agnes,
Bene kann aus dem selben Grund nicht sprechen, wie er nicht gebärden kann. Er kann keine gezielten Mundbewegungen und Gesten imitieren. Tippen kann er mittlerweile sehr gut und gezielt und schnell. Jahrelanges Training :)

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 29.03.2018, 16:34

Alexander (gehörlos, frühkindlicher Autist, CI-Verweigerer) profitiert von Gebärdensprache, lesen (bzw. schreiben) und UK - in dieser Reihenfolge!

Ich staune immer wieder, was er schriftlich (auch mit Metatalk) ausdrücken kann.

Erst vor zwei Tagen hatten wir einen Streit, weil er vor der vereinbarten Zeit zum PC wollte. Ich habe mich durchgesetzt und er kam dann mit dem I-Pad mit folgendem Text

VERLOREN (Metacom Symbol) COMPUTER (Metacom Symbol) 17h (dazugetippt) :lol: ! Bei uns ist Gebärdensprache trotzdem die erste Wahl, vor allem weil sogar ein Kommunikationsmuffel wie Alexander da immer wieder Wege findet, was auszudrücken, wenn es ebene KEIN Metacom-Symbol gibt (bzw. das nicht gleich auffindbar ist) oder wenn er noch nicht weiß, wie man was schreibt.

Den Anfang zum lesen und schreiben hat Alexander mit 3 Jahren und 3 Monaten selbst gesetzt, als er aus dem Gedächtnis korrekt seinen Namen schreiben konnte  8) .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon AgnesH » 29.03.2018, 18:52

Hallo Angie,

bei Euch ist das vermutlich anders gelagert als bei Patricia/Lorenz.


Hallo Patricia,

was mich aber verwundert: Ein taubes Ohr wurde mit Hörgerät versorgt? Hat er eigentlich vom Hörgerät Nutzen? Behindert das Hörgerät das Sprachverstehen auf dem guthörenden Ohr - sprich: auf der einen Seite nur akustischen Brei und auf der anderen Seite ein eigentlich gutes Gehör, für das Gehirn ist des aber stressig, das Einheitsbrei wegzufiltern? Ist Cochlea-Implantat schon mal Thema gewesen? Aber bei einseitig hörenden Kinder keine gängige Vorgehensweise.

LG

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Patricia.S
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Beitragvon Patricia.S » 29.03.2018, 23:10

Hallo,
Die Hörfähigkeit des linken Ohres ist so gering das er ohne Hörgerät dort nichts wahrnimmt. Sorry wenn das verwirrend war wenn ich von taub spreche.
Mir wurde damals vom Spezialisten erklärt das es von Vorteil ist so früh wie möglich eine einseitige starke Schwerhörigkeit mit Hörli zu behandeln. Lorenz hat das Hörgerät seit er 6 Monate ist und akzeptiert es sehr gut. Wenn die Batterien aus sind gibt er mir das Gerät oder zeigt auf sein Ohr.
Sein Sprachverständnis und das Richtungshören sind sehr gut darum glaube ich das es gut funktioniert (natürlich machen wir auch regelm. Hörüberprüfungen).
Ein Implantat ist für uns derzeit kein Thema.

Gebärden machen wir seit 2 Jahren. Leider sind Lorenz motorische Probleme nicht nur im Mundbereich sondern auch in den Armen recht ausgeprägt. Er gebärdert aber es war nach einigen Monaten deutlich das er sich mit komplexen Zeichen wo zB einzelne Finger verwendert werden sehr schwer tut. Er verbessert sich zwar stetig in seiner Feinmotorik aber ob das einmal "ausreicht" um sich "richtig" mit Gebärden zu verständigen wissen wir nicht - trotzdem gebärden wir tgl. und Lorenz benützt viele einfache Zeichen auch aktiv.

Das Programm werde ich mir mal anschauen. Wenn ich ihm ein "neues" Wort zeigen will, dann hat er oft kein Interesse und will lieber seine Lieblingswörter schreiben.

Bei seinen Sprechversuchen habe ich das Gefühl das er schon gerne will aber eben das Benützen des Mundes ihm sehr schwer fällt. Wenn ich MUHHH sage dann sagt er MMMMM (sehr gepresst) bei I-AH macht er A-AH. Leider läßt er sich sehr ungern im Gesichtsbereich berühren...

Wir machen allerlei Übungen/Therapien für Wahrnehmung/Feinmotorik/Körperspannung, wer weiß vielleicht wir er ja noch eine Plaudertasche.

LG Patricia
Lorenz 6/2014 - Hirnstammhypoplasie mit rumpfbetonter Hypotonie, Facialisparese, Taub li. mit Hörgerätversorgung, Hornhauttrübung li. Auge, Sprachentwicklungstörung


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