wann mit Vorbereitung auf betreutes Wohnen anfangen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Katha71
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wann mit Vorbereitung auf betreutes Wohnen anfangen?

Beitragvon Katha71 » 20.03.2018, 10:45

Liebe Eltern,

meine Sophie wird bald 14 Jahre alt, noch haben wir Zeit, die Suche nach geeigneter Einrichtung aufzunehmen, trotzdem möchte ich jetzt schon die Frage stellen.

Wann habt Ihr die Suche anfangen? Im welcher Alter fand der Umzug von Zuhause in eine Einrichtung statt?

Sophie ist vollständig auf Hilfe angewiesen. Sie ist köperlich fit, benötigt jedoch für alle Handlungen des täglichen Lebens enge Betreuung.
Sie weiss nicht, dass sie jetzt essen soll, sich danach die Zähne putzen und sich waschen, anziehen soll usw. Trägt Windel.


Danke!
K`71 mit Sophie`04, spätes Frühchen 35. SSW, leichte myoklonische fokale Epilepsie, 80% gb, spricht nicht, Syndrom unbekannt
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monika61
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Beitragvon monika61 » 20.03.2018, 11:49

Hallo Katha71,

das ist ein ganz schwieriges Thema. :?

Ich kann Dir nur raten früh zu schauen welche Angebote es gibt.

Wir haben hier vor Ort leider keine wirkliche Auswahl.


Unsere Probleme bei dem Ambulant betreuten Wohnen habe
ich hier beschrieben:

http://www.intakt.info/forum/forum/them ... #post61551

Unsere Tochter (29 Jahre) wohnt also wieder bei uns ohne irgendwelche
Zukunftsperspektiven in Richtung "Wohnen".


Inge hat letzthin hier geschrieben:

--------------------------------------------------------------------------------

ZITAT:
..."
9. März 2018
Inge Rosenberger‏ @IngeRosenberger
Inge Rosenberger hat mareicares retweetet

In unserer IG-Inklusives-Wohnen sind vier Mütter von 59 bis 81 Jahren, die
ihre Töchter im Alter von 35 bis 58 Jahren betreuen und pflegen.
Perspektive für den Auszug aus dem Elternhaus? Jahre. Hoffentlich nur
noch Jahre und nicht Jahrzehnte. Hoffentlich! "....

https://twitter.com/IngeRosenberger/sta ... 7864543232


Neue Wohnformen – Jede kleine Gruppe kämpft für sich alleine
Inge Rosenberger
Dez 12, 2017
Die Interessengemeinschaft Inklusives Wohnen wurde 2012 gegründet
zur Förderung von Inklusiven Wohnformen außerhalb der
Heimunterbringung für Menschen mit Behinderung. Bis heute kämpfen wir
Eltern für die Umsetzung und Finanzierung des Wohnprojektes
.


http://ig-inklusives-wohnen.de/neue-woh ... h-alleine/

-----------------------------------------------------------------------------------

Hier noch ein Video zum Thema:


140 Sekunden // Grenzerlebnis
http://www.forum-munterbunt.de/index.ph ... 1#post5151

https://www.youtube.com/watch?v=sY-TLHwIe_0

LG
Monika

Katha71
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Beitragvon Katha71 » 20.03.2018, 12:10

*reißt.die.augen.auf.und.heult*


SOOO schlimm???
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monika61
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Beitragvon monika61 » 20.03.2018, 13:04

Hallo Katha71,

ich empfinde es als soooo schlimm, ja :!: :?

Vielleicht kommen ja noch positive Antworten zum Thema.


Hier habe ich letzthin einen Artikel gefunden:
-----------------------------------------------------------------------------------

24.10.2017

Eltern von Kindern mit Behinderungen suchen nach Wohnmodellen

..."Eltern mit geistig behinderten Kindern haben eine Initiative ins Leben gerufen,
die den Zweck hat, im Enzkreis oder in Pforzheim Wohnmöglichkeiten für ihre
Kinder zu finden, wenn diese erwachsen sind."...

...."Momentan sieht es allerdings eher danach aus, dass die Behinderten
bei den Eltern wohnen bleiben, bis diese nicht mehr können
."....



Kompletter Artikel:

https://www.pz-news.de/region_artikel,- ... 93473.html

-----------------------------------------------------------------------------------

Hier in dem Thread haben wir uns u.a. auch über das Thema unterhalten:
https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... ch#1872436



Es scheint überall das selbe zu sein...Wohnmöglichkeiten für erwachsene
behinderte Menschen werden dringend benötigt, aber nichts passiert, die
Eltern werden "freundlich" angehört und das war es... :?

LG
Monika

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Beitragvon Mellie » 20.03.2018, 13:27

Hallo Katha71,

als mein Sohn 6 Jahre alt war, da waren wir in einer Kinderklinik stationär. Der Psychologe dort hat mich damals schon darauf aufmerksam gemacht, dass es das Beste für meinen Sohn wäre, wenn er früh lernt in eine betreute Wohnform zu kommen. Das wäre mit 15 Jahren gewesen. Je älter ein Kind wird, je schwieriger sollte es laut ihm werden - wohl auch wegen der Abnabelung. Damals dachte ich noch, wie kommt er nur dazu, sowas zu sagen, denn er konnte ja noch gar nicht wissen, wie sich mein Sohn weiter entwickeln würde. Heute ist mein Sohn volljährig und ich muss immer wieder an das damalige Gespräch denken.

Ich kenne leider auch sehr viele behinderte erwachsende Kinder, die mit Mitte 30, 40, 50 noch zu Hause leben.

Ich denke, dass es wichtig ist mit der Vorbereitung auf betreutes Wohnen so früh wie möglich anzufangen. Wie man hier lesen kann, kommt ja noch hinzu, dass man oft keine Einrichtung findet, die die gewünschten Kriterien erfüllt, deswegen lassen viele Eltern ihre Kinder zu Hause. Auf einem Abstellgleis möchte niemand seine Angehörigen wissen.

Mein Sohn ist mittlerweile volljährig, aber das Thema schiebe ich momentan auch noch weg. Aber eines Tages oder doch in naher Zukunft werde ich hoffentlich eine Wohngruppe finden, wo mein Sohn gut aufgehoben ist. Es sollte möglichst auch nicht am anderen Ende von hier sein. :roll:
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon Katha71 » 20.03.2018, 13:45

Hallo Mellie, hallo Monica,

danke für Eure Antworten!

Den Ratschlag betreffend Abnabelung habe ich nicht bekommen, leuchtet aber ein.

Und jetzt: WIE soll ich nun die Suche (in Berlin wohnhaft) nun starten? Ist das ein Themenkomplex, bei dem die Schule hilfreich sein kann?
(bei uns: Förderschule mit Profil geistige Entwickung, Charlotte-Pfeffer-Schule in Mitte, sehr zu empfehlen!)
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Beitragvon Engrid » 20.03.2018, 13:57

Hallo,

ich mache es so: ich schau mir, wenn sich die Gelegenheit ergibt, immer mal wieder eine Wohneinrichtung an, damit ich mit den Jahren einen Eindruck bekomme.
Und mit Junior haben wir, was die Abnabelung betrifft, die Selbständigkeit - auf seinem Niveau - im Blick. Denn es fängt ja nicht mit dem Ausziehen an, sondern mit Urlaub auswärts, damit, dass er mehr Zeit mit jungen Leuten verbringt. (Da lernt er dann übrigens auch, was er von uns Eltern nicht lernt, jedesmal die eine oder andere Kleinigkeit.)
Wäre denn eine Kurzzeitpflegeeinrichtung denkbar? Am Wochenende und in den Ferien sind die Plätze sehr lange ausgebucht, die Häuser voll. Aber mit einer Befreiung von der Schule, und womöglich mit einer Freundin aus der Schule, die auch mitschnuppert, könnte deine Tochter das werktags ganz langsam antesten, erstmal für eine oder zwei Nächte ... langsam reinwachsen, und als Eltern kriegt man schon mal einen kleinen Eindruck, wie das laufen könnte, auf was man achten muss, wo es Probleme geben kann, ... So wurde mir das von Eltern älterer Kinder empfohlen.

Wir hatten hier mal einen Thread zum Thema :arrow: Wie erkenne ich eine gute/schlechte Wohneinrichtung?

Grüße
Engrid
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Beitragvon Katha71 » 20.03.2018, 14:35

Oh, danke, Engrid!

Und der angehängte Thred ist auch lehrreich!

Und noch auch hier eine Frage: Gibt es eine Liste solcher Woheinrichtungen? Ich vermute, es sind Träger, die von Pflegekassen finanziert werden?

Welche Behörde ist für die Träger zuständig?
Wäre in Berlin als übergeordnete "Ansprechinstanz" die Sentasverwaltung für Soziales das Richtige?
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Beitragvon Engrid » 20.03.2018, 14:37

Hallo Katha,

das finanziert das Sozialamt (Eingliederungshilfe und bei Erwachsenen auch GruSi, glaube ich). Pflegegeld fließt natürlich auch mit ein ...
Mir ist noch keine komplette Liste untergekommen ...

Grüße
Engrid
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Beitragvon Katha71 » 20.03.2018, 14:40

Aha, danke, werde dann mal schauen...*lächel*
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