wann mit Vorbereitung auf betreutes Wohnen anfangen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Inge
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Beitragvon Inge » 20.03.2018, 19:30

unsere kleine Gruppe kämpft zwar sehr mit den ganzen bürokratischen und sonstigen Hürden, aber ich bleibe dran und hoffe, in einigen Wochen ein paar Schritte weiter zu sein. Wenn es Neuigkeiten zum Veröffentlichen gibt, stelle ich sie auf unserer HP ein.

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Beitragvon monika61 » 20.03.2018, 22:21

unsere kleine Gruppe kämpft zwar sehr mit den ganzen bürokratischen und sonstigen Hürden, aber ich bleibe dran und hoffe, in einigen Wochen ein paar Schritte weiter zu sein. Wenn es Neuigkeiten zum Veröffentlichen gibt, stelle ich sie auf unserer HP ein.
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Sabine_T
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Beitragvon Sabine_T » 21.03.2018, 16:38

Hallo,

sehr interessantes Thema. Ich denke mit dem betreuten Wohnen gibt es noch viele Probleme.
Ich habe für Daniel auch gesucht und er wechselt jetzt gerade vom Internat des BBW wo er seine Ausbildung gemacht hat ins ABW.
Bei den Vorgesprächen habe ich einen guten Eindruck gehabt, da es auch bei der Ausbildung und im internat ganz gut lief. Jetzt ist er gerade umgezogen und ich habe das Gefühl die Betreuung läuft noch nicht so rund. Bezugsbetreuerin ist im Urlaub. Eigentlich bleibt alles an mir hängen. Wobei Daniel ja relativ selbstständig ist mit ASS. Aber er braucht eben für alles klare Anweisungen, die er dann auch (meist)ausführt. Problem ist aber vieles geht nicht so am Telefon und ich muss jedesmal wenn etwas ist 100km hinfahren, nicht ideal.
Ich hoffe aber es wird noch besser, es muss sich eben erst mal eine Beziehung aufbauen zu den Betreuern.
Das Alkoholproblem, da habe ich mir immer schon Sorgen gemacht, weil er eben durch Werbung leicht beeinflussbar ist, wusste aber gar nicht, dass es da generell so viele Probleme gibt.
@Katha zur eigentlichen Frage:
Ich denke je früher um so besser. Ich habe 2 Jahre gesucht, auch hier in der Nähe, aber im ländlichen Bereich gibt es praktisch keine Angebote, das sollte ja in Berlin besser sein. Was mir wichtig war, bei der Suche, dass Daniel in ein Haus kommt, in dem andere Menschen mit Einschränkungen leben. Klar keine perfekte Inklusion, aber er wäre in einem ABW in einem normalen Mietshaus in dem nur Menschen ohne Einschränkungen wohnen und die Betreuung alle 2 Tage mal für 2 Stunden vorbeischaut vereinsamt. Dadurch, dass seine Einrichtung auch ein BBW anbietet hat er viele junge Menschen, auf die er langsam zugehen kann. Für ihn sehr wichtig.

Was mir noch einfällt zur Windelversorgung, kann sich deine Tochter selbst versorgen? Daniel ist auch Windelträger aber es war bei uns Vorraussetzung und das wurde uns auch gleich gesagt, dass er sich selber versorgt, weil entsprechende Pflege kann im ABW nicht geleistet werden. Ich weiß nicht, ob das im normal betreuten Wohnen gemacht wird, weil für normal betreutes Wohnen ist Daniel zu fit.

LG Sabine
Sabine mit Kevin *1994 Down Syndrom und Daniel, *1992 abgeklungene Depression, nichtorganische Harninkontinenz, seit 2015 ASS Diagnose (Asperger) .
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mariannna
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Beitragvon mariannna » 21.03.2018, 20:20

Hallo Sabine,

Ich denke auch das muss sich erst mal einspielen und er muss eine Beziehung zu den Betreuern aufbauen.
mit wie vielen Personen lebt dein Sohn im ABW zusammen? Und wie eng ist da die Betreuung , also wie oft kommt jmd?

@all: Ich denke, die Chance einen Wohnplatz zu finden hängt wesentlich vom benötigten Betreuungsaufwand ab. Ein Platz in einer ambulant betreuten WG wird einfacher zu finden sein, als ein Platz in einer komplett betreuten Wohneinrichtung, wo immer (auch nachts und am WE) ein oder mehrere Betreuer anwesend sind, evt sogar Krankenschwestern.

LG,Mariannna

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Beitragvon Katha71 » 22.03.2018, 10:00


@Katha zur eigentlichen Frage:
Ich denke je früher um so besser. Ich habe 2 Jahre gesucht, auch hier in der Nähe, aber im ländlichen Bereich gibt es praktisch keine Angebote, das sollte ja in Berlin besser sein. Was mir wichtig war, bei der Suche, dass Daniel in ein Haus kommt, in dem andere Menschen mit Einschränkungen leben. Klar keine perfekte Inklusion, aber er wäre in einem ABW in einem normalen Mietshaus in dem nur Menschen ohne Einschränkungen wohnen und die Betreuung alle 2 Tage mal für 2 Stunden vorbeischaut vereinsamt. Dadurch, dass seine Einrichtung auch ein BBW anbietet hat er viele junge Menschen, auf die er langsam zugehen kann. Für ihn sehr wichtig.

Was mir noch einfällt zur Windelversorgung, kann sich deine Tochter selbst versorgen? Daniel ist auch Windelträger aber es war bei uns Vorraussetzung und das wurde uns auch gleich gesagt, dass er sich selber versorgt, weil entsprechende Pflege kann im ABW nicht geleistet werden. Ich weiß nicht, ob das im normal betreuten Wohnen gemacht wird, weil für normal betreutes Wohnen ist Daniel zu fit.

LG Sabine

Hallo Sabine!

Danke, ich habe dann doch das richtige Gefühlt, jetzt schon mit der Suche anzufangen.

Zu Sophies Fähigkeit zu Selbstversorgung: VÖLLIG ausgeschlossen. Sie muss in einer Umgebung leben, in der Erwachsene sie gaaanz eng anleiten und ihr alles vorsetzen.
Es muss praktisch so sein, wie jetzt in der Familie. Ich glaube auch nicht, dass sie wesentlich dazulernt.

Beispiel: Sie kann sich eine Brotscheibe mit Frischkäse schmieren, diese müssen schon auf dem Tisch sein.
Falls sie selbst etwas aus dem Kühlschrank nimmt, so kann es passieren, dass sie spielt, Milch auf den Boden auskippt und Kühlschrank offen lässt. Daher ist die Küche bei uns immer mit einem Gitter gesichert, den sie nicht aufkriegt (die Unfälle passieren nur, wenn ein Elternteil/Schwester aus Versehen Gitter offen lässt..früher, als sie kleiner war, kroch sie paar Mal drunter, jetzt ist sie zu gross, versucht es aber trotzdem..).

Ich weiss nicht, wie diese Art des betreuten Wohnes genannt wird. Ich habe den Ausdruck nur benutzt, weil ich das Wort kenne, ohne wirlich mit Inhalt füllen zu können.
K`71 mit Sophie`04, spätes Frühchen 35. SSW, leichte myoklonische fokale Epilepsie, 80% gb, spricht nicht, Syndrom unbekannt
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Beitragvon Katha71 » 22.03.2018, 10:06

Hallo Mariannna (wirklich mit drei n..*grins*),

ja, leider ist so eine Einrichtung notwendig, 24h Betreuung, da sie jedoch sonst gesund ist, keine medizinische.

Wie wird solche Art Betreuung genannt? Da werden immer komische Kürzel genutzt...
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Beitragvon Sabine_T » 22.03.2018, 11:12

Hallo,

@Mariannna, ja, du hast natürlich Recht, die Beziehung muss erst aufgebaut werden und die Betreuer bemühen sich auch und ich weiß Daniel macht es ihnen nicht leicht, aber das ist eben ein Teil seiner Einschränkungen.

Ich will auch gar nichts negatives sagen, sie bemühen sich und es ist nicht einfach. Aber bei den Vorgesprächen hört sich immer alles ganz toll an....

Deshalb wirklich ganz genau hinschauen und gut überlegen, wo man sein Kind hingeben will.

Zu deiner Frage zur Größe des Hauses: Es sind 15 Apartments mit Menschen von 20-70 Jahren. Es ist aber kein fester Betreuer im Hause. Jeder Bewohner bekommt dann Besuch von seinen Betreuern je nach seinem Bedarf. Bei Daniel kommt täglich Mo-Fr. jemand für 1 Stunde vorbei. Ich habe das Gefühl das ist ihm schon zu viel. Am Wochenende ist er hier zu Hause.

@Katha

Ja, fange auf jeden Fall rechtzeitig damit an. Auch damit sich deine Tochter schon mal etwas an den Gedanken gewöhnen kann.

Wenn deine Tochter soviel Unterstützung braucht, weiß ich nicht, ob da betreutes Wohnen reicht? Meisnt du, sie kann in einer WFB arbeiten? Dort sind ja oft auch Wohneinrichtungen angeschlossen.

Wir haben uns auch eine Einrichtung für frühkindliche Autisten angesehen, da war natürlich ständig jemand da. Daniel war dafür aber zu fitt.
Auch wenn er vieles einfach vergisst, offener Kühlschrank, Fenster usw. kenne ich hier auch.
Bei uns haben Zettel mit Hinweisen geholfen.
Ansonsten halt klare Tagesstruktur mit Uhrzeiten, an denen dann das Handy klingelt und ihn sagt, was er machen muss. Das klappt seit Jahren erstaunlich gut. Er lässt dann alles stehen und liegen und macht das was im Handy steht :-). Problematisch ist jetzt nur, wenn er aus irgendwelchen Gründen zu der Zeit, an dem das Handy klingelt nicht an dem geplanten Ort ist. Deswegen ist der Tagesplan und die Tagesstruktur so wichtig.

LG Sabine
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Beitragvon Katha71 » 22.03.2018, 11:47

Sabine, schon wieder diese Kürzel! *lach* Was ist WFB?

Ich habe jedenfalls gerade Kontakt mit der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung telefonisch aufgenommen, ein Mitarbeiter will mir heute eine Liste mit entsprechenden Einrichtungen zumailen.
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Beitragvon Engrid » 22.03.2018, 11:59

WFB (alt) = WfMB (aktuell) = Werkstatt für Menschen mit Behinderung. :wink:

@Sabine: Was ist denn ABW?

Vielleicht sortieren wir erstmal die Wohnformen?
(Ambulant) betreutes Wohnen meint ein selbständiges Wohnen in Einzelwohnungen oder WGs, wo Betreuer ambulant vorbeikommen.
Dan gibt es noch WGs, wo Studenten und Menschen mit Behinderung gemeinsam wohnen, die Studenten leisten statt Miete Unterstützung. Das nennt sich inklusives Wohnen, gibts leider bisher nur in Ausnahmefällen bis gar nicht für Menschen mit hohem Betreuungsbedarf.
Und dann gibt es noch stationäre Wohnformen in Einrichtungen (Wohnheim), wohi die häufigste Form, wenn viel Untersützung gebraucht wird.
Das kann man dann sicherlich auch unterteilen.
Freue mich, wenn jemand eine bessere Aufzählung hat, oder einen Link. :wink:

Grüße
Engrid
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Beitragvon Katha71 » 22.03.2018, 12:12

Ah, thx, jede Gruppe hat eigenen Slang...*grins*

Jedenfalls, ich habe gerade eine ausprochen unhandliche Excel-Tabelle mit den Einrichungen bekommen, neun an der Zahl, werde sie die nächten Tage entsprechend anmailen.

Wollt Ihr diese Liste haben?
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