Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Inga
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Re: Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

Beitragvon Inga » 23.05.2019, 12:49

Hallo Nellie,
ja, so sagt es auch mein Gefühl, dass um so mehr Leute um so einfacher der Dienstplan, leider bringen viele Leute aber auch mehr Unruhe.
Und hier findet man eher Leute die Vollzeit arbeiten möchten als Teilzeitler oder Minijobber.
Bei Joleen hat es sich durch eine Kündigungn und zudem deutliche Veränderungen der Lebenssituation von 2 Kräften so ergeben, dass wir jetzt nur noch 3 Leute haben. Da wird es echt eng, wenn einer länger Krank ist / Urlaub hat.
Da will ich jetzt schauen, dass sich dass hoffentlich bald wieder ändert und wir wieder mind. 4 Leute haben.

Bei der 24-Versorgung haben wir schon 2 willige Vollzeitleute, 1x nur ND und einmal Halb / Halb, hoffentlich finden wir da noch ein paar Teilzeitler. Aber hier kann man nicht wählerich sein, wird sind dankbar wenn wir alle Dienste abgedeckt bekommen, da ist es erstmal zweitrangig, wie viel Personen es sind. :?

Gruß, Inga
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Re: Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

Beitragvon Patrick`s Mama » 21.06.2019, 21:21

Hallo in die Runde,
wir sind auch am überlegen, ob wir das Pers. Budget beantragen. Haben noch sehr viele Fragen. Wo findet man einen Assistenzdienst bzw. Budgetberatung? Hat schon jemand von Euch das Pers. Budget über die AOK Sachsne-Anhalt beantragt? Wie läuft das, wenn eure Kinder ins KH müssen? In welchen Schichten arbeitet ihr? Wie macht ihr das, wenn jemand kurzfristig krank wird? wie werden die Anzahl der Beschäftigten ermittelt? Bei Patrick wird es woll auf die 24h ausgehen, da wir leider auch nicht mehr so viel machen können.

Gruß Heike
Patrick (1986) Diag.: Adrenoleukodystrophie 94, Blind, Stumm, PEG/Button, Epilepsie, Schluckstörung, Spastische Tetraparese mit kontrakten Füßen, Skoliose und Streckhemmung der Arme, Reflux-OP, Magendurchbruch, Zwölffingerdarmgeschwür, 06/2014 schwere Pneumonie, O2, Osteoporose 12/2014, Seit 01/2018 NIV-Beatmung Nachts,

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Re: Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

Beitragvon Nellie » 21.06.2019, 23:06

Hallo Heike,

ich kann nur Teile deiner Fragen beantworten. Den Assistenzdienst kannten wir hier vor Ort einfach so schon.

Wir waren bisher 1x im Krankenhaus und haben unser Team mitgenommen.

Wir haben 3 Schichten, wobei wir selbst einige Spätdienste (meist 16-20 Uhr) selbst übernehmen.

Wenn jemand krank wird, suchen wir Ersatz oder machen es selbst. Oft haben die Mitarbeiter sich aber schon vorher abgesprochen und jemand ist eingesprungen.

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
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Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
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Re: Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

Beitragvon Inga » 22.06.2019, 07:00

Hallo in die Runde,
wir sind auch am überlegen, ob wir das Pers. Budget beantragen. Haben noch sehr viele Fragen. Wo findet man einen Assistenzdienst bzw. Budgetberatung? Hat schon jemand von Euch das Pers. Budget über die AOK Sachsne-Anhalt beantragt? Wie läuft das, wenn eure Kinder ins KH müssen? In welchen Schichten arbeitet ihr? Wie macht ihr das, wenn jemand kurzfristig krank wird? wie werden die Anzahl der Beschäftigten ermittelt? Bei Patrick wird es woll auf die 24h ausgehen, da wir leider auch nicht mehr so viel machen können.

Gruß Heike
Hallo Heike,

einen Dienst findet man z.B. bei Tante Goggle, wenn du "Assistenzsdienst" in die Suchmaske eingibst. Wir haben mehrere PB laufen und haben alle selbst verhandelt und auch die Verwaltung machen wir nun selbst.
Wir haben uns in einem Fall aber von einer EUTB-Stelle beraten lassen.
Ins KH darf man die Pflegekräfte mit nehmen.
Bei Joleen haben wir nur Nachtschicht (10 h) und ab und an mal 6-8 h Tagdienst.
Bei einem anderen PB (aber nicht Intensivpflege) haben wir 3 Schichten. 10 h ND, Frühdienst ist 8 h und Spätdient ist 6 h. Einfach, weil der FD mit zur Einrichtung fährt, am Wochenende sind es dann aber 2 12 h-Dienste, damit man nicht zu viele WE im Monat arbeiten muß.
Krank ist bei uns pauschal mit einer Woche pro Mitarbeiter eingerechnet, heißt, dafür sind Extrastunden da. Da wir selbst die Dienstpläne schreiben müssen wir dann auch eine Vertretung suchen, wenn jemand krank ist. Wenn es vorkommen würde, dass jemand Langzeiterkrankt, kann man die daraus entstehenden Überstunden extra vergüten. Wenn das PB dafür nicht reicht, kann man einen Extra Antrag stellen. Aber eigentlich sollte in dem PB eine Schwankungsreserve mit drin sein, die solche Kosten mit auffängt.
Bei uns hat die KK uns ausgerechnet, wie viel Personalstunden wir brauchen um unseren Bedarf von 13 Stunden ab zu decken.
Grob funktioniert die rechnung so:
Du benötigst 24 x 365 h = 8760 h plus Zeiten für Übergabe und Teamgespräche (muß zu dir überlegen, wie lange Übergabe ist und wie oft Team und diese Stunden dazu rechnen)
Ein Arbeitsjahr hat 2020 und 2021 254 Arbeitsttage x 8 h = 2032 h
Urlaub 6 Wochen: 8 h x 30 Tage = 240 h
Krank 1 Woche: 8 h x 7 Tage = 56 h
Fortbildung 1 Woche 8 h x 5 Tage = 40 h
=> 2032 h - 240 h - 56 h - 40 h = 1696 h pro Vollzeitarbeitskraft
8760 h Jahresbedarf / 1696 h Jahresstunden pro Vollzeitkraft = 5,16 Vollzeitmitarbeiter x 40 h Wochenarbeitzeit = 206,4 h
Also grob gesagt benötigst du 207 Wochenstunden Angestellte um 168 h pro Woche ab zu decken plus die Stunden für Team und Übergabezeiten. Sinn macht es, nicht alle Stellen mit Vollzeitkräften zu besetzen, da man dann zu wenig Spielraum hat. Wenn du 3 Schichten pro Tag hast. sind von den 5 Mitarbeitern 3 am arbeiten und die anderen beiden haben frei, das passt. Aber wenn nun einer Urlaub hat und dann noch einer Krank wird, hast du das Problem, dass die anderen 3 arbeiten müssen, bis einer der anderen Beiden wieder kommt. Wenn du z.B. 2 Vollzeitkräfte und 6 Teilzeitkräfte hast, oder paar Minijobber mit drin hast, ist das Dienstplan machen viel entspannter.

Hoffe du konntest mit meiner Rechnerrei was anfangen? :oops:
Gruß, Inga
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Andrea 204
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Beitragvon Andrea 204 » 07.08.2019, 09:08

Hallo ich bin Andrea, Mutter eines 19 jährigen Mädels mit dem Leigh Syndrom. Sie ist voll beatmungspflichtig und wir werden von einem Pflegedienst rund um die Uhr versorgt. Nun haben wir das Problem, dass der Pflegedienst kein Personal mehr findet und wir vermuten, dass wir gekündigt werden. Nun würden wir uns gerne mal mit Eltern austauschen zwecks dem persönlichen Buget. Wir haben nämlich 0 Ahnung davon. Wir würden uns ganz doll über eine Antwort freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Familie Linsdorf / Windmüller aus 39307 Tucheim

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Re: Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

Beitragvon Nellie » 31.08.2019, 11:49

Hallo Andrea,

bist du schon weiter gekommen?

Hast du den Thread durchgelesen? Da stehen schon viele Tipps drin und auch Berechnungsideen. Welche Fragen hast du denn?

LG
Nellie
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