Austausch: Persönliches Budget für Intensivpflege

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Detlef Wahsner
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Beitragvon Detlef Wahsner » 25.03.2018, 07:39

Hallo !
Ein Beschäftigungsverbot.....? Das spricht man doch nur aus bei Schwangerschaft, Oder?
Bei uns ist jetzt auch erstmal ein Abschlag gezahlt worden. Wobei ich die Zielvereinbarungen schon habe, nicht Unterschrieben da es noch Kleinigkeiten zu verhandeln gibt.

Detlef

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ChristianeT
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Beitragvon ChristianeT » 25.03.2018, 07:54

Hallo Detlef,
Wo finde ich den einen erfahrenen Rechtsanwalt/Steuerberater und Budgetbegleiter?
Viele Grüße,
Christiane.

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Nellie
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Beitragvon Nellie » 25.03.2018, 10:58

Ein Beschäftigungsverbot.....? Das spricht man doch nur aus bei Schwangerschaft, Oder?
Ja, genau!

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
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Mandy B.
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Beitragvon Mandy B. » 25.03.2018, 17:40

Hallo Nellie,

ich habe das so gemacht:

Die AN hat mir den Nachweis einer Schwangerschaft durch den FA gebracht, daraufhin habe ich mit ihr eine sog. Gefährdungsbeurteilung durchgeführt (Formulare über das Landesamt für Arbeitsschutz online in meinem Bundesland) und ihr eine Kopie ausgehändigt. Außerdem habe ich einen Termin bei einem Betriebsarzt vereinbart, die Kosten habe ich dann über das PB bezahlt. Betriebsärzte findest du über das Internet, ich habe mich für für einen Arzt von TÜV Rheinland entschieden. Die von dort gegebene (und natürlich erwartete) Empfehlung eines Beschäftigungsverbotes habe ich dann "ausgesprochen" und alles meinem Lohnsteuerbüro übermittelt, die dann die Meldung an die entsprechende Krankenkasse für das Umlageverfahren/ U2- Verfahren in die Wege geleitet haben und natürlich erfolgte durch mich auch die Meldung an die zuständigen Aufsichtsbehörde (s.o.)

Abschließend wurde eine neue Stellenanzeige geschaltet.

Ich glaube, das war´s. :lol:

Die AN war sofort ab Bekanntgabe der Schwangerschaft im Beschäftigungsverbot. Theoretisch bis zur Einschätzung des Betriebsarztes befristet und dann mal sehen, aber es war natürlich klar...

Das habe ich mir alles selbst organisiert und recherchiert, aber alle zuständigen Stellen waren sehr hilfsbereit und dann überaus zufrieden, daher denke ich, dass es zumindest für mein Bundesland vollkommen ok war.

Ich hoffe, das hat dir weitergeholfen.

LG Mandy
F. (04/04): neurodegenerative Erkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie

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anner
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Beitragvon anner » 26.03.2018, 21:10

Hallo,

was mich am meisten interessiert, wie geht Ihr mit (plötzlichen) Krankmeldungen um?
Müßt Ihr Euch dann morgens ans Telefon hängen und Ersatz suchen, obwohl Ihr eigentlich auf dem Weg zur Arbeit sein müßtet?

Die ganze Dienstplangestaltung, gerade bei Urlaub und Krankheit, stelle ich mir sehr zeitaufwendig vor.

Anne
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits, Makrocephalie, Gaumenspalt, Skoliose, Kleinwuchs, Epilepsie u. e. mehr
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Inga
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Beitragvon Inga » 26.03.2018, 21:24

Hallo Anne!

Kommt darauf an, wie du das PB organisiert hast. Wir machen alles alleine, also auch die Vertretung organisieren. Wenn du einen Assistenz-Dienst mit drin hast, kannst du diese Leistung (bei einigen Diensten) mit dazu "buchen".
Wir haben 2 Minijober, die beide als Hauptarbeit im KH arbeiten, die sagen mir immer schon im Voraus an welchen Tagen sie zur Not Einspringen können. Ansonsten haben wir 2 Vollzeitkräfte, die beide (zum Glück) sehr flexibel sind und gut gegenseitig vertreten können.

Gruß, Inga
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Beitragvon Inga » 27.03.2018, 10:23

Hallo Nellie!

habe gerade folgendes gefunden:

2.2.3 63BEntgelt-/Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft
Wird eine Assistentin während der Schwangerschaft krank, greift wie oben die U1. Kann sie ihre Arbeit jedoch schwangerschaftsbedingt nicht mehr ausüben, attestiert entweder der behandelnde Arzt aus medizinischen Gründen ein Beschäftigungsverbot oder die Arbeitgeberin aus Arbeitsschutzgründen. In diesen Fällen tritt die U2 für die Aufwendungen infolge der Entgeltfortzahlung ein. Die U2 deckt die Entgeltfortzah- lungskosten zu 100% (einschließlich Arbeitgeberanteil, allerdings ohne Beiträge für die U1 und U2, während eines evtl. Beschäftigungsverbotes). Mit Beginn des „normalen“ Mutterschutzes erstattet die Krankenkasse der Assistentin direkt bis zu 13 Euro kalen- dertäglich. Den Rest bis zum normalen Nettoverdienst muss die Arbeitgeberin der As- sistentin als Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld bezahlen. Diese Aufwendun- gen werden zu 100% im Rahmen der U2 von der Krankenkasse der Assistentin erstat- tet. Da dieser Zuschuss nicht nur steuer-, sondern auch sozialversicherungsfrei ist, fallen hier keine Arbeitgeberanteile an und können daher auch nicht erstattet werden.

2.6.11 Die schwangere Assistentin
Einer werdenden Mutter gilt besonderer Schutz, deshalb gibt es auch für ein Arbeits-
verhältnis strikte Bestimmungen, die im Mutterschutzgesetz (MuSchG) geregelt sind.
Sobald die Assistentin die ärztliche Bestätigung der Schwangerschaft durch ihren Arzt ihrer Arbeitgeberin vorlegt, gilt für sie ein uneingeschränkter Kündigungsschutz (§ 9 MuSchG). D.h., selbst während der Probezeit ist sie unkündbar. Sie hat auch noch bis zu zwei Wochen nach dem Austritt Zeit, die Schwangerschaft zu melden und muss dann weiterbeschäftigt werden. Wenn es sich allerdings um ein von vornherein befris- tetes Arbeitsverhältnis handelt, endet das zum vorgesehenen Termin.
Die Schwangerschaft muss von der Arbeitgeberin unverzüglich dem zuständigen Ge- werbeaufsichtsamt auf einem Vordruck, der dort und oft auch online erhältlich ist, mit- geteilt werden.
Es ist davon auszugehen, dass eine schwangere Assistentin die Arbeit nicht weiter ausüben kann, weil
• die Länge und / oder Lage der Arbeitszeit nicht mit dem MuSchG (§ 3 ff.) in Einklang zu bringen ist.
• die körperliche Schwere der Arbeit die Gesundheit der Frau und des Kindes ge- fährdet.
In diesem Fall spricht der behandelnde Gynäkologe aus medizinischen Gründen oder die Arbeitgeberin aus Arbeitschutzgründen ein Beschäftigungsverbot aus.
Im Grunde kann, muss sogar die Arbeitgeberin das Beschäftigungsverbot ausspre- chen, sobald im Assistenzverhältnis zwingend Tätigkeiten anfallen, die durch das Mut- terschutzgesetz verboten sind.
Nachfolgend geben wir die Kopie eines solchen Beschäftigungsverbotes wieder. Die Schwärzungen erfolgten aus Gründen des Datenschutzes.

Das Arbeitsverhältnis kann zwar von der Assistentin zu jedem Zeitpunkt gekündigt werden, von der Arbeitgeberin jedoch bis zum Ablauf der Schutzfrist nach der Entbin- dung (acht, bzw. zwölf Wochen nach der Entbindung) nicht. Sollte die Assistentin El- ternzeit beantragen, verlängert sich der Kündigungsschutz bis drei Jahre nach der Ent- bindung. Erst im Anschluss daran könnte mit der vertraglichen Kündigungsfrist gekün- digt werden.
Während dieser Zeit muss die Arbeit selbstverständlich dennoch getan werden. Es empfiehlt sich, dafür eine Vertretung befristet einzustellen. Als Zeitraum für den Ablauf der Befristung ist anzugeben: „für die Dauer der Abwesenheit der Assistentin (Name der Schwangeren)".

2.6.12.1 Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverbot
Die schwangere Assistentin hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung während des Be- schäftigungsverbots. Gemäß § 11 MuSchuG wird der Schwangeren mindestens ein Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen oder der letzten 3 Monate vor Beginn des Monats, in dem die Schwangerschaft eingetreten ist, gewährt. Verdiensterhöhun- gen vor oder während des Beschäftigungsverbotes sind dabei auch zu berücksichti- gen. Der Arbeitgeber bekommt seine Aufwendungen durch die Umlage U2 von der zuständigen Krankenversicherung voll erstattet. (siehe Kapitel 2.2.3)
0B152.6.12.2 Schutzfristen vor und nach der Entbindung
Weiterhin gelten 6 Wochen vor (§ 3 MuSchg) und 8 Wochen nach der Entbindung (§ 6 MuSchG) Schutzfristen, in denen eine Schwangere nicht beschäftigt werden darf. An- dere Fristen gelten bei Früh- oder Mehrlingsgeburten.
Mit Beginn des „normalen“ Mutterschutzes erstattet die Krankenkasse der Assistentin direkt bis zu 13 Euro kalendertäglich. Den Rest bis zum Nettodurchschnittsverdienst der letzten 3 tatsächlich abgerechneten Monate muss die Arbeitgeberin der Assistentin als Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld (§ 14 MuSchG) bezahlen. Auch hier müssen eventuelle Verdiensterhöhungen berücksichtigt werden. Dieser Zuschuss ist steuer- und sozialversicherungsfrei, hier fallen keine Arbeitgeberanteile an. Die Arbeit- geberin bekommt ihre Aufwendungen durch die Umlage U2 von der zuständigen Kran- kenversicherung erstattet. (siehe Kapitel 2.2.3)
151B2.6.12.3 Urlaubsanspruch
Die Zeiten während des Beschäftigungsverbotes werden als Beschäftigungszeiten ge- zählt. Konnte die Assistentin wegen dem Beschäftigungsverbot keinen Urlaub mehr nehmen, so kann sie den (Rest)Urlaub nach Ablauf der Fristen im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr beanspruchen (§ 17 MuSchG).
512B2.6.12.4 Elternzeit
Ein Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kin- des. Zwölf Monate davon können auch auf die Zeit bis zur Vollendung des 8. Lebens- jahres des Kindes übertragen werden. Die Assistentin muss bis spätestens 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit diese bei ihrer Arbeitgeberin schriftlich anmelden. Die Arbeit- geberin muss ihre Zustimmung nicht geben. Mit der schriftlichen Anmeldung muss sich die Assistentin verbindlich festlegen, für welche Zeiträume innerhalb von 2 Jahren die Elternzeit genommen werden soll. Meldet sie nur 1 Jahr an, bedarf es zur weiteren Verlängerung aber der Zustimmung der Arbeitgeberin. Meldet sie 2 Jahre an und möchte nach Ablauf das 3. Jahr anschließen, muss sie das wiederum 7 Wochen vor Beginn ihrer Arbeitgeberin anmelden.
Während der Elternzeit besteht für die Assistentin Kündigungsschutz. Eine Kündigung wird mit Ablauf der Elternzeit möglich.



http://www.forsea.de/ForseA_Dateien/RATGEBER.pdf

Deckt sich ziemlich mit dem, was auch Mandy schreibt! :D

Gruß, Inga
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Mandy B.
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Beitragvon Mandy B. » 27.03.2018, 18:45

Hallo,

Danke Inga für die Ergänzung der rechtlichen Grundlagen. Ich hatte das Vorwissen bei Nellie vorausgesetzt :oops: , aber die Information soll natürlich auch anderen helfen.

Meine Schilderung bezog sich auf die ganz praktische Seite: was habe ich wann wohin zu melden, worum muss ich mich kümmern etc. Dazu habe ich nirgends eine Handlungsanweisung oder Checkliste gefunden und sie mir selbst erstellt.

LG Mandy
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Beitragvon Inga » 27.03.2018, 19:33

Hallo Mandy!

Ja, so war ja auch Nellies Frage! Fand deine Antwort hilfreich, hattest du mir ja auch schon mal so in der Art erzählt als es um Betriebsarzt ging.

Über den kopierten Text bin ich heute zufällig gestolpert als ich nach was ganz anderem suchte. Dachte dann halt, dass es gut passt und hab´s daher hier rein gestellt. :wink:

Der ganze Ratgeber ist übrigens sehr lesenswert wenn man sich mit dem PB beschäftigt, nicht nur die kurzen Teile um Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit.

Gruß, Inga
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Beitragvon Missy » 28.03.2018, 18:26

Hallo,
wir suchen Ersatz auch selber, ja, das ist etwas mühselig und umständlich, wenn man Pech hat...hat man Glück, reicht ein Anruf oder SMS per whatsapp. Ich hab auch von den Aushilfen die Tage, an denen sie evtl einsprigen könnten für min. einen Monat. Ansonsten hab ich zum Glück eine sehr flexible Vollzeit. Bis jetzt waren alle Dienste abgedeckt.
Den Dienstplan mache ich selber, das ist die meiste Arbeit....aber es lohnt sich.
lg
Nina
Mama Nina (´83), Tochter Chantalle (´99) und Sonnenschein Evelin, geb. 11/06, SSW 33, extreme Muskelhypotonie, Tracheostoma-beatmet, Gastrotube, V.a. CCM + versch. Baustellen
"Wir wissen nicht was das Leben dir bringt, aber wir werden dir helfen das vieles gelingt!"
http://evelinsiska.oyla22.de


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