Interessenorientiertes Lernen

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 28.03.2018, 21:51

Hallo Angie,

😍

der Liederkalender liegt hier schon bereit für Ostern :D
und die Satzwerkstatt wird morgen früh gleich bestellt.

Vielen Dank für deine tollen Tipps!! 😘
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 28.03.2018, 21:59

Hallo Engrid,
gerne :P
Bin ja mal gespannt, ob ihm die Sachen gefallen :wink:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 28.03.2018, 22:16

@Engrid: Ansonsten enthalten meines Wissens nach nur noch die DVD "Dezemberträume" (ein Lied sogar mit Glockengeläut im Hintergrund glaube ich :lol: ) und die DVD "12 Bunte Liedergeschichten" die Möglichkeit für Texteinblendungen . Letztere DVD gefällt mir übrigens am besten von allen :lol: und die Text haben für Kinderlieder auch ordentlich "Input".

LG
Angie
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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 29.03.2018, 11:41

Hallo Zusammen,

@Angela: Es kann gut sein, das mein Sohn auch auditive Wahrnehmungsstörungen hat. Das Gehör selbst wurde in frühen Jahren mehrmals untersucht, das war immer OK. Die Verarbeitung gesprochener Sprache im Gehirn hat man allerdings nie getestet. Wie und wo genau kann man soetwas testen lassen?


An der Grammatik meines Sohnes arbeite ich mit verschiedenen Ansätzen. Zum Einen spiele ich mit ihm diverse grammatikfördernde Brettspiele. Zum anderen habe ich auch viel Bildmaterial, über das man sprechen kann.
Mittlerweile bekommt er auch manchmal einen grammatisch korrekten Satz hin. Heute morgen hat er zu mir gesagt (beim Hinausgehen) "Ich öffne die Tür".
Wenn er sich allerdings unsicher fühlt, fällt er schnell wieder in 2-3 Wort Sätze zurück. Manchmal versucht er anderen etwas zu erzählen z.B. "Ich habe einen xy bekommen". Was er dann meint, ist, das er ein xy zum Geburtstag bekommen hat. Er versteht dann nicht, wenn die Leute fragende Gesichter machen, das andere nicht den Zusammenhang zu seinem Geburtstag automatisch wissen.
Ich habe mir schon überlegt, ihn doch noch mal ein Erlebnisheft/buch anzulegen. Wenn er seine Erlebnisse sieht, könnte er dies strukturierter erzählen.

VG,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.03.2018, 22:49

Hallo Ursula,
kontaktiere wegen der AWVS Diagnostik am besten mal direkt Alexandra2014. Die hat da eine kompetente Diagnostikstelle für behinderte Kinder gefunden!

LG
Angie
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SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 02.04.2018, 12:34

Ursula,

hast du bitte noch mal die Titel von den Grammatik-Spielen?

Lesen klappt jetzt hier einigermaßen mit der "Lese-Polizei" von Haba.
Aber 4 Aktionen pro Spielzug mit Wimmelbild dürften nicht Jedermanns Sache sein. :wink:
Hier klappt das gerade erstaunlich gut. Bis auf die soziale "ich könnte verlieren" Komponente. :D
Aber das Spiel lässt sich da gut steuern. Und wer erster ist, muss lesen. :lol:

Ansonsten wurde jetzt nach einer Idee aus der Schule ein Lese-Memory eingefordert.
Das darf ich jetzt noch basteln.

Dass beim Erzählen die Perspektive oder nötige Basisinformationen für den Zuhörer vergessen werden, ist hier auch so. Besonders wenn es um das Spezialthema geht. Wobei die zeitliche Komponente langsam besser wird.
Wieso aber auch der Opa keine Ahnung von Ninjas und deren Waffen, Fahrzeugen, Gegnern oder Namen hat?!  8) :lol:

Frohe Ostern
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 02.04.2018, 18:43

Hallo Simone,

ich habe schon sehr viele verschiedene Spiele zum Grammatik lernen eingesetzt.
Orientiert habe ich mich dabei an diesem Buch
https://www.amazon.de/Spiele-grammatisc ... ptimierung

"Spiele zur grammatischen Sprachförderung und -Therapie".

Das waren dann Spiele wie "Blinde Kuh", "Max Mümmelmann", "Einkaufen", diverse Ravenburger Memories, "Tiere Füttern", "Koffer packen", "Nanu" um nur einige zu nennen.
Geübt habe ich damit vor allem die Verbbeugung und Verbzweitstellung im Hauptsatz. Man kann sie aber auch zur Übung von Akkusativ und Dativ einsetzen.

Dann habe ich eine Zeitlang auch versucht erste Nebensatzbildung anzubahnen. Zum Beispiel mit "weil" und "wenn". Leider gibt es für die Übung zur Nebensatzbildung nicht mehr so viele Spiele.

Daneben habe ich mir vorgenommen, wieder vermehrt an der Artikulation und (verständlichen) Satzbau zu arbeiten.

Zuhause spricht er vermehrt auch schon in "richtigen Sätzen". Außerhalb aber, verfällt er schnell wieder in 2-3 Wortsätzen. Ich vermute, weil er sich dann auch schnell unsicher fühlt.
Ich erinnere mich, das es vor Jahren so war, das er außerhalb gar nichts gesagt hat und zuhause zumindest in 1 - 2 Wortsätzen gesprochen hat. Ich hoffe also darauf, das mit der Übung auch seine Sicherheit zunimmt.


Ein gutes Spiel zum Übung von Lesen-Segmentierung der Wörter ist übrigens das hier, wie ich finde:

https://www.amazon.de/Lautgetreue-Lese- ... ther+Liehr
Dabei muß man komplexere Wörter lesen, die Silben klatschen und deren Anzahl im Wort zählen. Wir spielen es immer mit Würfel, weil mein Sohn gerne würfelt. Also zuerst würfeln, dann setzen, dann das Wort lesen und Silben klatschen und zählen und wieder die Silbenanzahl setzen.

Ansonsten habe ich auch noch das eine oder andere Lingoplay Kartenspiel hier zuhause. Allerdings hat es nie geklappt, diese so zu spielen, wie in der Spieleanleitung angegeben. Ich habe die Spielregeln dann immer an meinen Sohn angepaßt und dies immer mit Würfeln gespielt.

Wenn dein Sohn auch gerne Memory spielt, dann ist das prima. Mit Memory kann man eine Menge anfangen.

VG,
Ursula
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 02.04.2018, 21:21

Hallo Simone,
habe just heute mit belesenem, eloquentem, aber extrem schreibfaulen Tochterkind "Onkel Otto" erstmals gespielt.

Geht so:
Man faltet ein Blatt Papier mehrfach und schreibt zum Beispiel über die einzelnen Spalten (aber für alle Spieler gleich): Wer? Macht was? Mit wem? Wann? Wo?
Alle Spieler schreiben in dieselbe Spalte, knicken das Geschriebenen und geben den Zettel weiter. Am Schluss kommen Quatsch-Sätze raus ...
Übt Schreiben, Lesen und Grammatik und man kann die Spaltenbezeichnngen reduzieren oder erweitern mit Angaben wie? warum?
Tochterkind hatte tierisch Spaß und unglaublich viel und flüssig geschrieben :o

LG
Angue
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Beitragvon Angela77 » 05.04.2018, 20:31

Hallo zusammen,
für Kinder, die Sozialverhalten und Konfliktverhalten reflektieren sollten und Sprech- bzw. Denkblasen reflektieren sollten, wäre das vielleicht eine Idee...
https://lingoplay.de/Sprachfoerderung-D ... ::192.html
Bene kommt damit besser klar, als mit reinen Bilderfolgen. Sprache ist für ihn irgenwie klarer ...
LG
Angie
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Gertrud Braun
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Re: Interessenorientiertes Lernen

Beitragvon Gertrud Braun » 25.05.2018, 01:21

Hallo,

finde ich super, das du dir so viele Gedanken machst und spielerisch helfen willst.

Was uns sehr beim Lesen geholfen hat:

Ich habe Anki auf meinen Computer geladen. Das ist ein Freeware-Vokabel-lernprogramm, in das man eigene Vokabeln (oder Wörter oder Sätze) eingeben kann. Das Programm zeigt einem die Vokabeln (oder Sätze) in bestimmten Abständen, je nachdem wie gut man sie wusste oder lesen konnte..

Ich habe in dem Programm für unser Kind erst ganz einfache Worte (Hut, Ast, Haus) und später kurze Sätze geschrieben, sowohl in Großbuchstaben (Vorderseite der "Vokabelkarten) als auch in Groß-/Kleinbuchstaben (Rückseite). Jeden Tag haben wir so 40 Worte (späer Sätze) gelesen. Wenn sie gut geklappt haben, konnte man das markieren, und sie wurden lange nicht mehr gezeigt, wenn sie schlecht geklappt haben, kamen sie in kurzem Abstand wieder. Am Anfang habe ich ganz kurze Sätze erfunden, die mit meinem Kind zu tun hatten. z.B. X geht in die Schule. X mag Katzen. X liebt Lego. Die Freundin von X ist Y.

Das hat er ganz gerne gelesen. Mit der Zeit habe ich die Sätze länger gemacht (mehr Adjektive eingefügt) und auch Sätze mit Worten gebildet, mit denen er Schwierigkeiten hatte (habe mir die beim Lesen der Bücher gemerkt) Auch die Schriftgröße habe ich über die Monate verkleinert, von anfänglich 40 Punkt, auf am Ende 18 Punkt.

Habe später ganz viele Kinderbücher gekauft (2nd Hand) die nach dem Interesse unseres Sohnes ausgerichtet waren und nur sehr wenig Sätze hatten. Die haben wir immer wieder gelesen. Ich lasse die Bücher nach dem Lesen noch ein paar Tage in seinem Zimmer und räume sie dann eine Zeitlang weg. Wenn ich sie ihm dann nach einer Zeitlang wieder gebe, möchte er sie oft noch einmal lesen, denn sie sind vertraut aber doch irgenwie wieder ein bisschen neu :-)

Unser Sohn ist oft so unruhig und Lesen fällt ihm schwer, alles andere macht er lieber. Aber es gibt ein paar Situationen, da klappt es ganz gut.

Ich lege immer ein neues Pixi-Buch ins Auto wenn wir irgendwo hin fahren. Beim Fahren langweilt er sich, und dann liest er lieber als sich zu langweilen... :-) Er liebt z.B. die Sachbüchlein von Benny-Blue. Die haben ganz kurze Sätze und viele Bilder, trotzdem aber viel Wissen drin. Die habe ich stapelweise gekauft und füre jede Autofahrt eins neben seinen Sitz gelegt.


Auch mag unser Kind gerne Fußbäder. Die mache ich ihm dann und setze mich mit einem Buch neben ihn, das wir zusammmen im Wechsel lesen. Ich gebe immer mehrer Bücher zur Wahl und er darf sich eins aussuchen. Oft gebe ich ihm alte Bücher noch mal, denn bei denen weiß er, dass er sie schon mal geschafft hat.

Ich versuche, ihn an Bücher-Reihen zu gewöhnen (z.B. kleiner Rabe, Findus, Drache Kokosnuss). Oft findet er die Reihe dann so schön, dass ich ihn leichter dazu bekomme, mit mir ein Buch zu lesen.

Hallo Zusammen,
ich habe/hatte die Ideen in einem Thread Ideen zu sammeln, die es für interessenorientierte Lernangebote so gibt.
Mein Sohn tut sich sehr schwer etwas zu lernen, wenn er keine Lust/Interesse hat. Seine Aufmerksamkeitsspanne ist in der Regel sehr kurz.

Das Problem ist, wie verbindet man üben und Interesse des Kindes?
Ich hoffe darauf, daß wir viele gute Ideen sammeln können.
Bei dieser Sammlung sollte es aber nicht nur um Lesen und Rechnen gehen, sondern z.B. auch um Kommunikation, Sprechen, Grammatik, Praktisches Leben usw..
Ich beginne auch gleich mit Aufschreiben von Spielideen, die bei meinem Sohn gut ankommen.

Lesen:
Schnitzeljagd spielen: An verschiedenen Orten werden Zettel versteckt mit Anweisungen, die man lesen muß. Am Ende findet man einen kleinen Schatz (kann irgendetwas sein, was das Kind mag).

Brettspiel mit einer Spirale nach Reuther-Liehr
Das Spiel enthält Wortkarten mit 1 bis n Silben. Man muß die Anzahl der Silben ermitteln. Dann darf man um diese Anzahl mit seinem Spielstein weiter setzen. Mein Sohn möchte dies nur zusammen mit einem Würfel spielen, also zuerst würfeln und die Augenzahl weitersetzen und dann das Wort lesen und die Silben zählen und dann nochmal weitersetzen.


VG, Ursula


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