Interessenorientiertes Lernen

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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 21.03.2018, 08:57

Hallo,
danke für die Hinweise zu den Klappbüchern.
Ich habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Ich denke das meinem Sohn vor allem der Aspekt des Auf- und Zumachens an den Klappbüchern interessiert.
Genauso interessiert er sich für die Inhaltsangabe und ob die Seitenzahlen stimmen.
Er interessiert sich also für gewisse Teilaspekte des Buches, aber nicht für das Lesen an sich, also was den eigentlichen Zweck eines Buches angeht.
Deswegen, denke ich, daß auch ein weiteres Klappbuch ihn nicht zum Lesen selbst bringt.

Ich habe mir überlegt zunächst erstmal das Schnitzeljagd Spiel weiter auszubauen mit komplexeren Anweisungen.
Da er gerne einen Schatz jagt, ist er motiviert zu lesen, um an den Schatz zu kommen.
Hierbei wäre dann das Lesen das Mittel zum Zweck.

Und vlt. kommen mir ja noch weitere Ideen, bei denen das Lesen ein Mittel zum Zweck, also nötig ist um ein Ziel zu erreichen.

VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

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SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 21.03.2018, 09:58

@michie
Ich hätte da auch Ideen zum Lesen lernen. :D
Da stecken wir ja noch mitten drin.
Die Alphas kamen hier gut an.

@UrsulaK
Danke, das war die Idee.
Lesen als Mittel zum Zweck.
Ich muss also "nur" die Lego Aufbauanleitungen verschriftlichen. :D :shock:
(Setzt sich mit dem Steno-Block vor youtube Videos und pinnt mit  8) )

Aufbauanleitungen, Spieleanleitungen, Wegbeschreibungen, Personenbeschreibungen (so richtig als Schnitzeljagt durch die Nachbarschaft. "Klingle am Haus mit der ungeraden Nummer das gegenüber von xy steht und frage nach einem Ei." ) Ist nicht ganz ernst gemeint. Ich schwelge gerade in Kindheitserinnerungen.  8)

Den Schatz mit einem Zahlenschloss sichern und dazu noch ein Rätsel stellen, wäre aber realistisch.

Blöde Frage noch:
Wie kann man Seitenzahlen der Inhaltsangabe zuordnen, wenn man das Buch nicht liest?
Oder sucht er nur nach auffälligen Wörtern?
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 22.03.2018, 01:27

Hallo,

für Kinder, die gerne was Interaktives haben, und lieber so „nebenher“ lesen (und dabei noch Erzählkompetenz trainieren) vielleicht hilfreich: In der Online-Galerie von GoTalkNow ist ganz frisch ein Erzählbuch von Claudio Castaneda mit Blankoteilen, für die Variablen ausgesucht werden können. Damit kann das Kind selber mitbestimmen, wie die zu erzählende Geschichte geht, und zb auswählen, welche Personen vorkommen, was passiert (eine Hexe / der Papa / due Frau Huber // isst / träumt / spaziert // auf dem Sofa / im Eimer / hinterm Mond).
Damit kann man eine Menge machen, zb auch die angebotenen Variablen aus bestimmten Interessengebieten nehmen.
Das werde ich definitiv fürn Junior anpassen, und zwar wohl als laminierten und gebundenen Ausdruck. Muss noch überlegen, ob ich das bildgestützt mache, oder eher nur mit geschriebenen Wörtern als Auswahl.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 22.03.2018, 08:17

Hallo,

@Simone: Das mit der Inhaltsangabe und Seitenzahlen anschauen, funktioniert z. B. so, Sohn sieht im Kochbuch in der Inhaltsangabe Frikadellen ........30 .
Er schlägt Seite 30 auf und siehe da, da ist das Rezept für Frikadellen usw..


Zum Kopfrechnen üben benutze ich jetzt das Spiel "Abenteuer auf dem Zahlen-Fluss". Plus- und Minusrechnen im Zahlenraum bis 100 funktioniert damit gut. Das Spiel bietet auch die Möglichkeit der Selbstkontrolle, also ob man richtig gerechnet hat. Wenn das Ergebnis nicht stimmt, frustriert das mein Sohn deutlich weniger, als wenn ich sage, denk nochmal drüber nach.

VG,
Ursula
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Anna-Alice
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Beitragvon Anna-Alice » 22.03.2018, 08:55

@Simone: Das mit der Inhaltsangabe und Seitenzahlen anschauen, funktioniert z. B. so, Sohn sieht im Kochbuch in der Inhaltsangabe Frikadellen ........30 .
Er schlägt Seite 30 auf und siehe da, da ist das Rezept für Frikadellen usw..


Hallo Ursula,

vielleicht lässt sich dieses Interesse in die Schnitzeljagd integrieren? So im Sinne von "Such im Kochbuch das Rezept für die Frikadellen. Hier findest Du den nächsten Hinweis" (auf der entsprechenden Seite müsste dann ein Zettel mit weiteren Hinweisen stecken).
Aufwändiger, aber nach der gleichen Logik funktionierend: Selbst eine Geschichte als Buch entwerfen (quasi eine Schnitzeljagd, die in die Geschichte integriert ist).

Viele Grüße
Anna

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Beitragvon SimoneChristian » 22.03.2018, 20:24

Anna-Alice hat geschrieben:
@Simone: Das mit der Inhaltsangabe und Seitenzahlen anschauen, funktioniert z. B. so, Sohn sieht im Kochbuch in der Inhaltsangabe Frikadellen ........30 .
Er schlägt Seite 30 auf und siehe da, da ist das Rezept für Frikadellen usw..


Hallo Ursula,

vielleicht lässt sich dieses Interesse in die Schnitzeljagd integrieren? So im Sinne von "Such im Kochbuch das Rezept für die Frikadellen. Hier findest Du den nächsten Hinweis" (auf der entsprechenden Seite müsste dann ein Zettel mit weiteren Hinweisen stecken).
Aufwändiger, aber nach der gleichen Logik funktionierend: Selbst eine Geschichte als Buch entwerfen (quasi eine Schnitzeljagd, die in die Geschichte integriert ist).

Viele Grüße
Anna


Oder bei einem Kochbuch ein eigenes Inhaltsverzeichnis mit Umschreibungen der Speisen schreiben.

"Mich brät man aus Hack, Zwiebeln, Ei und Brötchen." z.B.
Das ginge auch als Memory.

(Hier würde das wohl alles nicht funktionieren, weil die Seiten nicht mehr nach Original aussehen.)

Funktioniert das nur mit Kochbüchern oder auch mit anderen Sachbüchern?

Wenn es nur um Wortschatzerweiterung im Bezug aufs Lesen geht, sind übrigens die Spiele aus dem Heinevetter Verlag toll.
Das Kontrollfix mit den entsprechenden Heften.
Da gibt es dann einzelne Wortfelder wie Tiere, Musikinstrumente, Kleidungsstücke mit Selbstkontrolle.

Bezüglich Selbstkontrolle gibt es ja auch noch Lük und Minilük.
Allerdings sind da leider viele Hefte optisch völlig ungeeignet. :roll:
Zu bunt, zu verspielt, zu überladen.

Theoretisch kann man aber auch für beide Kontrollgeräte die Aufgaben selber erstellen. (Wenn man mal zu viel Zeit hat.)

LG
Simone

P.S. Das Kind liest. :D Aber leider nur für die Schule. :cry:
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Beitragvon Angela77 » 23.03.2018, 12:49

Hallo zusammen,
nur so ein Einwurf:
Ich finde Lernen per Memory zumindest für meinen Sohn nicht so günstig, da man anfangs zwangsläufig oft auch falsche Pärchen aufdeckt. Sohnemann würde wohl auch falsche Pärchen blitzschnell visuell speichern und käme beim Abrufen der richtigen Lösung durcheinander ...
Da fände ich Domino viel besser :wink:
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 24.03.2018, 09:30

Hallo Zusammen,
danke für die verschiedenen Hinweise.
Ich habe heute morgen schon eine Schnitzeljagd mit meinem Sohn gespielt. Dabei habe ich dann auch Fragen zum Inhalt von Büchern eingebaut. Zum Beispiel schlage das Kochbuch XY auf und finde heraus wie viele Eier man für einen Waffelteig braucht usw.. Oder schau in der Zeitschrift Yz nach, auf welcher Seite die Kleinanzeigen stehen. Am Ende gab es dann den Schatz, mit dem mein Sohn gerade zufrieden spielt.

@Angela: Ich finde dann Memory gut, wenn es darum geht, schon grundsätzliche verstandene Dinge zu verfestigen. Zum Beispiel, wenn grundsätzlich schon verstanden wurde, wie man mit Zehnerübergang abzieht, aber dafür eben noch einfach Übung benötigt, um schneller im Kopf rechnen zu können. Also z.B. bei der Aufgabe 82 - 7 ist das korrekte Pärchen 75. Aber, um das zu finden muß die Aufgabe immer wieder gerechnet werden und das übt dann eben die Schnelligkeit.

VG,
Ursula
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Beitragvon UrsulaK » 24.03.2018, 09:55

@Simone mir ist gerade noch aufgefallen, das ich nicht auf Deine Frage geantwortet habe. Mein Sohn hat einen großen Wortschatz. Die Probleme liegen bei ihm vor allem in der Aussprache und in der Grammatik. Außenstehende verstehen ihn leider immer nur schwer. Das sorgfältige Lesen ist insofern für ihn hilfreich, weil er dadurch die Wörter auch sieht. Zum Beispiel kann er Wapagei für Papagei sagen oder Saun für Zaun, wobei seine Aussprachprobleme keinerlei Regel folgen (verbale Dyspraxie).
Ich habe in der Vergangenheit sehr viel auch mit Wortsegmentierung und Silbenbögen bei Wörtern zeichnen, geübt. Das hat insofern einen Erfolg gebracht, das er z.B. von den Kindern in seiner Inklusionsgruppe (wird nicht zielgleich in der Regelschule beschult) die wenigsten Rechtschreibfehler macht. Das ist insofern erstaunlich, weil er derjenige ist, der wiederum in der Gruppe am schlechtesten spricht.

VG,
Ursula
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 24.03.2018, 10:18

Hallo Ursula,

mein Sohn spricht gar nicht, hat aber ein nahezu perfekte Rechtscheibung :lol: :lol: :lol: Auch für ihm geläufige Englishce Wörter ... Ich habe jahrelang mit Silben verbracht :lol: :lol: :lol:
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