Laute betreute Mitarbeiter in der WfbM

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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anjajura
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Laute betreute Mitarbeiter in der WfbM

Beitragvon anjajura » 18.03.2018, 23:17

Guten Abend miteinander,
Mein Sohn arbeitet in einer WfbM in der Landschaftspflege.
Nachdem im Sommer der Arbeitsanleiter der Gruppe, welchen er sehr schätzte, innerhalb von einer Stunde gehen musste, war die Gruppe längere Zeit verwaist und durch unterschiedliche Mitarbeiter betreut.
Mit dem neuen Anleiter tut er sich schwer, aber er gibt sich Mühe und redet zumindest darüber, was ihn stört.
So konnte bisher immer eine gute Lösung gefunden werden.
Nun ist es seit Wochen so, dass einer der beeinträchtigteren Betreuten Mitarbeiter der Gruppe seit neuesten laute, störende Laute von sich gibt und mein Sohn dies schier nicht mehr ertragen kann.
Etliche Male bat er den neuen Anleiter, diesbezüglich etwas zu unternehmen, im Übrigen nicht als Einziger.
Passiert ist seit Wochen diesbezüglich nichts, was die Situation entschärfen könnte.
Nun hat er hat eigenmächtig den jungen Mann aufgefordert, leiser zu sein.
Darauf hin ,wurde ihm vonseiten des Anleiters nahegelegt, dass dies nicht seine Sache sei er sich dies verbietet und er sichbei dem jungen Mann entschuldigen solle.
Mein Sohn ist daraufhin einfach gegangen.
Das war am Freitag. Morgen will er nicht zur Arbeit...., ich habe Angst wir kommen wieder in die Verweigerungsspirale.
Ich hatte gehofft, das nach fast 3 ruhigen Jahren, alles endlich mal gut und von alleine laufen würde.
Jetzt muss ich wohl doch wieder mal das Gespräch suchen und bitte Euch mir mitzuteilen, wie ihr mit der Situation umgehen würdert. Der Sohn ist immerhin schon 26 und er muss natürlich auch lernen mit frustierenden Situationen umzugehen.
Ich bin für Ideen und Anregungen dankbar.
LG
Anja
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

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konik
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Beitragvon konik » 19.03.2018, 06:37

Hallo ,

Das ist eine sehr schwierige Situation .
Ich verste sehr gut das Problem deines Sohnes aber was soll der Leiter tun?
Glaubst du ernsthaft wenn dieser was sagt hört das auf?

Ich mein für mich ist anhand deiner Beschreibung klar , das die Person das nicht mit Absicht macht sondern die Laute ec Behinderungsbedingt kommen .
Dann kann man nichts tun in Form von abstellen.
Das erklärt auch warum dein Sohn dann gesagt bekam er soll sich entschuldigen.

Aber vielleicht kannst du ja direkt vorsprechen , Euer Problem schildern und vielleicht kann man ihn versetzen.

Ich weiß ja nicht was dein Sohn arbeitet , ob man einen eigenen Raum finden könnte ......

Könnte vielleicht auch sein das der andere noch sehr unter Anspannung steht neuer Arbeitsplatz und die Ablehnung der Mitarbeiter ergeben großen Druck!
Vielleicht entspannt es sich und wird weniger mit der Zeit .

Ich weiß das löst nicht euer Problem derzeit , doch es ist nun mal eine Werkstatt .
Ob er wieder geht wird man sehen müssen . Bei so viel Problemen gut möglich das ist dann ja für Alle nicht tragbar. Wie lange versucht wird , bzw wie lange dieser Mann es aushält dort zu sein fraglich.

Ich vermute das lässt sich nicht anders lösen.

Vielleicht kann dein Sohn mit Kopfhörer arbeiten , Musik hören , Otoplastiken nutzen?

Ich hoffe es gibt eine Lösung für Alle

Konik

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 19.03.2018, 06:40

Hallo,

ich bin vielmehr schockiert und irritiert.
Da kommt es zu Problemen und man meldet diese. Statt das von extern eine Lösung gefunden wird scheint nichts zu passieren. Dann geht der junge Mann zu der Person und bittet darum, die störenden Geräusche zu unterlassen und bekommt dafür einen Tadel?
Sorry, aber ich finde es toll, was er gemacht hat. Er hat versucht, ruhig und sachlich mit adäquaten Mitteln eine Lösung herbei zu führen. Super! Das kann nicht jeder! So ein Verhalten sollte belohnt und nicht getadelt werden!
Das würde ich der WfbM klar mitteilen!
Grüße,
Miriam

monika61
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Re: Laute betreute Mitarbeiter in der WfbM

Beitragvon monika61 » 19.03.2018, 07:59

anjajura hat geschrieben:

Nun ist es seit Wochen so, dass einer der beeinträchtigteren Betreuten Mitarbeiter der Gruppe seit neuesten laute, störende Laute von sich gibt und mein Sohn dies schier nicht mehr ertragen kann.



Hallo.

wenn einer der (beeinträchtigteren) Betreuten, sich erst jetzt seit der neue Gruppenleiter da ist, so verhält, hat er vielleicht auch Probleme mit dem neuen Gruppenleiter ?! Vielleicht ist das seine Art zu zeigen das ihm etwas missfällt.?

In unserer Werkstatt gibt es bei Problemen einen Ansprechpartner für die Betreuten. Ich glaube Pädagogischer Dienst oder Sozialer Dienst oder so was. Sie hat ein Büro in der WfbM und ich weiß das die Betreuten sich bei Streit oder Problemen an sie wenden.

LG
Monika

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 19.03.2018, 08:07

Hallo,

wenn der laute Kollege auch seine Schwierigkeiten mit der neuen Situation hat, dann könnte das Lautieren (o.ä.) daher kommen. Bei meinem Sohn und einigen anderen die ich kenne, läuft das unbewusst ab, ist nicht steuerbar. Die Aufforderung, das zu lassen, ist dann kontraproduktiv, weil sie den Druck auf den Menschen erhöht.
Ich denke, es sind also schon von zwei Mitarbeitern des Teams, dem „Lauten“ und deinem Sohn, Anzeichen da, dass es (noch) nicht rund läuft, und die Einrichtung sollte sich damit auseinandersetzen, runder Tisch, Supervision, usw.
Für mich klingt es ein bisschen so, als wüsste der Leiter selbst keine Lösung, und hat deshalb deinem Sohn gegenüber mit so wenig Verständnis reagiert (ja, es gibt Menschen die behinderungsbedingt laut sind, oder bei Anspannung laut werden - das ist okay, aber es ist auch nachvollziehbar, dass es andere beeinträchtigt, ... ich kenne hier beides vom Junior).

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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anjajura
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Beitragvon anjajura » 19.03.2018, 17:56

Guten Tag,

erstmal vielen Dank für Eure vielen guten Ideen.
ich bin seht dankbar für deine Perspektive Engrid, dass hilft mir sehr weiter!
@Monika, der soziale Dienst würde nach dem Gespräch mit den Anleitern der nächste Weg sein.
@miriam Ich bin auch total froh, dass er versucht lösungsorientiert zu handeln, jahrelange Ergotherapie, die das trainiert, kommt da zum tragen und er soll erfahren, dass seine Meinung gleichberechtigt gewertschätzt wird.

Viel Grüße
Anja
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Beitragvon konik » 24.03.2018, 10:45

Danke Engrid

Du hast noch mal anders beschrieben.

Anja so habe ich das gemeint .


Ich denke das du da weiter oben eine Meldung machen solltest wenn die Ansprechpartner nicht reagieren.

Die Werkstatt an sich , muss schauen wie man es lösen kann , für Alle.

Mein Vorschlag was dein Sohn machen könnte diente nur dazu sich selber zu helfen in der Situation , denn manchmal dauert es ja ein paar Tage bis was voran geht . Wenn die Werkstatt die Laute als Stress , Eingewöhnung sieht sollte sie euch das klar sagen damit ihr wisst was ihr eurem Sohn sagen könnt.
Auch sollten Sie eurem Sohn etwas anbieten das ihm hilft und unbedingt mit ihm reden.

So oder so müssen sie sich darum kümmern im Grunde hätten sie das schon vor der Aufnahme der neuen Person angehen können.
Denn es muss ja bekannt gewesen sein .
Ich sehe den Fehler klar bei der Einrichtung die eben „Nichts“ tut.
Das kann nie eine Lösung sein!

LG

Konik


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