Pflegegeld, erhöhte Familienbeihilfe, etc. - benötige Tipps

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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sophied
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Beitragvon sophied » 15.03.2018, 00:29

Hallo,

Zuerst zur persönlichen Assistenz. Ja da braucht man eine geistige Reife, aber es gibt adaptierte Angebote für Kinder, wie Schulbegleitung, Kindergartenbegleitung oder Freizeitbetreuung. Damit kann man die Eltern ganz schön entlasten und man bekommt auch mehr Zuschüsse für Haushaltshilfen etc. wenn man diese beantragt!
Also wenn man Entlastung möchte, ist dies leichter und zum Teil vom Land finanziert. (Für mich war die persönliche Assistenz eben die beste Wahl) und es geht nicht auf Kosten vom Pflegegeld! Sondern über die Kosten vom Land und das ist ein eigenes Buget!

Familienbeihilfe gibt es Röckwirkend, hat meine Mama damals auch bekommen. Die Pflegestufe leider erst mit Antragsstellung, daher so bald wie Möglich!! Den GdB kann man auch Rückwirkend haben, wird aber meist ab Antragsstellung gerechnet! Und man muss wirklich jede Zusatzeintragung schon in den Antrag schreiben!! Und am Besten beim Gutachten nochmal allle Erwähnen!!

An Gutachten hatte ich damals eines über das Sozialministerium (für GdB, Familienbeihilfe und Parkausweis zusammen) und eines über die PVA (für Pflegegeld und Rehageld/Invaliditätspension). Jeweils beim ersten Mal mit Gutachter.
Bei den Verschlechterungen ging es immer ohne persönlichem Gutachtertermin. Ich habe immer die aktuellen Befunde mitgeschickt (meine Ärzte schreiben aber auch Forderungen diesbezüglich rein und beschreiben genau wie viel % ich sehe,...) und dann jeweils die Gutachten oder Bescheide der anderen Anträge.
Für die persönliche Assistenz hatte ich übrigens nur ein Gespräch beim Pflegeunterstützung des Landes, die haben sich auf den GdB und die Pflegestufe bezogen (wobei ich damals noch bei 1 war und die aber wegen Rollstuhl schon 4 gerechnet haben und meinten wenn sich die PVA bei Gericht nicht umentscheidet soll ich mich bei Irenen melden. Ich sei eindeutig 4)

Also 2 Gutachten, ich denke das ist machbar!


Dann noch zum Parkausweis!
Den bekommst du wirklich nur wenn du „Unzumutbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel hast“
Also brauchst du eigenen Behindertenausweis mit der Zusatzeintragung. Diese zu bekommen ist aber eigentlich nicht schwer! Die Zusatzeintragung bekommt eigentlich jeder mit GdB 70 und mehr, wenn man es dazuschreibt!! Denn ob hochgradig Sehbehindert, Hörbehinderungen oder Begleitperson, dass passt alles!


Zum Thema Parken kann ich sagen:
In der Kurzparkzone darf unbefristete und ohne zu zahlen geparkt werden! (Trotzdem brauchst du die Parkuhr) Ganz selten ein Ort in Österreich mit Sonderregelung.
Alle Behindertenparkplätze benutzen.
Im Halteverbot darfst du halten um die Behinderte Person ein und auszuladende oder deren Gepäck.
Du hast dass Recht, auf eine Behindertenparkplatz vor deiner Haustür. (Habe ich machen lassen, da ich wo wohne wo ich sonst eine Kurzparkzone habe. Es reicht ein Formloses Schreiben und nach 4 Wochen war die Bodenmakierung und das Schild da wo ich es mir bei einer Begehung aussuchte. Ich würde gefragt wo ich ihn denn gerne ganz hätte, ....)

Link zum Thema Parken allgemein: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd ... 30000.html
Link zum privaten Behindertenparkplatz:
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd ... 60400.html


Noch was interessantes. Der Eurokey! Den kann man auch mit dem Parkausweis beantragen. Bzw. Unzumutbarkeit der Öffis im Pass.
Einerseits kann man die öffentlichen Behindertentoiletten nutzen (meist Sauberer und haben Desinfektionsmittel drinnen,...) Andererseits kann man z7m Beispiel bei uns in Salzburg damit die Poller in der Stadt runterfahren und kommt so in die Stadt hinein und kann dort die Behindertenparkplätze nutzen. Oder auch woanders kann man damit Lifte nutzen, die sonst versperrt sind!
Link: https://www.behindertenrat.at/barrieref ... /euro-key/
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Leopoldine2107
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Beitragvon Leopoldine2107 » 19.03.2018, 20:47

Hallihallo!
Ich habe letzte Woche gleich den Antrag für die erhöhte Familienbeihilfe weggeschickt (nachdem ich umsonst danach im FinanzOnline gesucht habe 🙄 - das gibt es tatsächlich nur „Oldschool“ zum Runterladen und ausdrucken).

Heute habe ich endlich den Antrag auf Pflegegeld gestellte - sogar online! Das mühsamste daran, war den „Antrag auf bargeldlose Pensionszahlung“ von der Bank zu holen. Jetzt hoffe ich, dass es der PVA reicht, dass ich den eingescannt und mitgeschickt habe.

Jetzt werde ich mich gleich durch eure tollen Links klicken, um einen Behindertenausweis zu bekommen! Wobei ich ja sehr gespannt bin, wie das die Behörden mit dem seltenen Gendefekt handhaben!

Den Zusatz „Unzumutbarkeit für Öffis“ werde ich nicht bekommen, so lange der Kleine im Kinderwagen sitzen kann, oder?

Ihr habt mit den Behörden-Dschungel auf alle Fälle extrem erleichter!!!
Kleiner Sonnenschein 07/16 Mikrozephalie, Globale Entwicklungsverzögerung, seltene Mikroduplikation auf Chromosom 5

sophied
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Beitragvon sophied » 21.03.2018, 18:01

Hallo!

Kreuze es auf jeden Fall an, dass "Unzumutbarkeit Öffis" dass brauchst du für andere Dinge, und ist nicht immer an den Kinderwagen gebunden.

Mit dem seltenen Gendefekt mach dir mal keine Gedanken! Ich habe eine Autoinflamatorische Erkrankung und bin die einzige in Österreich! In Deutschland gibt es eine mit einem ähnlichen Verlauf.
Trotzdem hab ich alles bekommen, wie ich wollte!

Liebe Grüße und viel Glück
Lass uns hören wie es ausgeht!
Sophied
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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 22.03.2018, 13:23

... eine ganz andere Frage: Wenn jemand Pflegegeld bezieht, egal, was auch immer die Ursache ist - war...
ob das wegen einer Hasenscharte war - die ersten 5 Lebensjahre, oder eine Neurodermitis, oder andere Erkrankungen...

- wenn sich also derjenige bewirbt am ersten Arbeitsmarkt - darf ein potentieller Arbeitgeber so eine Frage stellen wie:
- Beziehen sie Pflegegeld, oder haben sie schon jemals in ihrem Leben Pflegegeld erhalten? - oder ist das so eine unlautere Frage wie "Sind sie derzeit schwanger oder planen sie in naher Zukunft eine Schwangerschaft?"

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Beitragvon sophied » 22.03.2018, 15:59

Hallo Silvia & Iris,

Ich glaube nicht, dass das den Arbeitgeber etwas angeht! Darüber würde ich auch keine Auskunft genben! Schon gar nicht wenn ich es nicht mehr beziehe!

Man fragt ja eine Frau auch nicht: Waren Sie schon mal schwanger und haben sie das Kind verloren?

Wenn man aktuell Pflegegeld bezieht und im Rollstuhl zum Bewerbungsgespräch kommt und mich der Arbeitgeber interessenshalber fragt, ob ich Pflegegeld bekomme und wenn ja, welche Stufe. Dann würde ich antworten: Ja ich bekomme Pflegegeld aufgrund des Rollstuhls, aber die Stufe möchte ich in dem Rahmen nicht besprechen!


Übrigens fällt mir gerade auf, dass weder im Lebenslauf mich in den Bewerbungen bei mir steht dass ich Rollstuhlfahrer bin, Pflegegeld Stufe 4 habe oder GdB 100% mit vielen Merkzeichen. Auch steht nirgends dass ich eine persönliche Assistenz für 35h/Woche habe.
Nur im Motivationsschreiben steht, dass ich mich 2016 durch einen Schicksalsschlag umorganisiert habe weil ich einen Rollstuhl bekam.

Wer mich arbeiten lassen will, dem muss der Rest egal sein! Ob als Kind Neurodermitis vorlag muss ja egal sein!

Liebe Grüße Sophied
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Beitragvon Bastelia » 27.03.2018, 21:20

Hallo zusammen,

Also in diesem Rahmen hätte ich auch noch eine Frage! Wir sind ja gerade beim Ummelden vom Auto auf meinen Sohn!
Ist es tatsächlich so, dass ich dann einen offiziellen Kaufvertrag aufsetzen muss? Also von mir zu ihm, wo ja wiederum ich der gesetzliche Vormund bin?
Kann man also nur auf jemanden das Auto anmelden, wenn demjenigen das Fahrzeug auch gehört?
Sagt unser Versicherungsmensch zumindest- und wir blicken da auch irgendwie nicht durch! :roll:
Vielleicht kann mir da wer aus eigener Erfahrung helfen!!

Liebe Grüße

P.S.: Heute haben wir zum ersten Mal unseren neuen Parkausweis benützt und einen Behindertenparkplatz in Anspruch genommen - muss gestehen, es war irgendwie mental gar nicht so einfach für mich....
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
Tochter (geb. August 2015)

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Beitragvon michie » 27.03.2018, 22:47

Hi Bastelia,

der Kaufvertrag ist reine Formsache. Klar wirkt es ein wenig paradox, wenn man dann wieder als gesetzlicher Vormund sowieso unterschreiben muss - aber es muss halt offziell einer vorliegen, damit "dein Sohn" das Auto bei der Versicherung anmelden kann.

LG
michie
michie mit kleinem prinzen (11/2012; ASS) und kleiner fee (02/2015)
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic122077.html

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sophied
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Beitragvon sophied » 28.03.2018, 02:47

Hallo Bastelia!

Ja, das passt so, dass du als Vormund im Kaufvertrag für deine Sohn der Käufer ist unterschreibt. Alles pure Formsache! Meine Schwester steht dann nochmal als Vorsorgebevollmähtigte drinnen. Also die steht auch bei mir 3x drinnen und ihr gehört vom Auto, NICHTS!!!

Dass es am Anfang ungewohnt ist, kann ich glauben. Wir handhaben es so! Ist ein normaler Parkplatz näher, besser gelegen,.... dann wird der benutzt, ist es ein Behihindertenparkplatz, dann eben der. Irgendwann gewöhnt man sich daran.

Für mich schlimmer waren früher die Blicke, wenn ich aufstehe aus dem Rollstuhl, Beispielsweise ich hole etwas aus dem Regal oder ich richte meine Jacke.

Liebe Grüße Sophie
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