Wie schwer ist das Leben mit besonderen Kindern?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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phoebe87
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Beitragvon phoebe87 » 07.03.2018, 14:38

Hallo. Wir haben auch Pflegegrad 3 trotzdem ist mein Sohn nicht anders...lerne das Kind kennen und seht ob ihr harmoniert. Das kann man so pauschal gar nicht sagen. Das mit 3 Kindern lebe in die Bude kommt steht ausser Frage.... Die Frage ist möchtest du das.
Gruß
Krümmel 10 /15...
Hypodysplastische Nieren, Chronische Niereninsuffizienz, Kleinwuchs, Gedeihstörung/Fütterstörung, Kombinierte Entwicklungsstörung ( Kognitiv +Sprache), ausgeprägter knick- senk- Fuß ( Gangstörung) Stillkind...
Großer Krümmel 06/13
Kombinierte Entwicklungsverzögerung- Verdacht ADHS

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 07.03.2018, 14:44

Hallo,

wir haben einen leiblichen Sohn mit PG 5, mehrfach schwerstbehindert und haben zudem ein Pflegekind aufgenommen, das ebenso schwer behindert ist.
Ein fremdes Kind, dass tief in meinem Herzen wohnt. Soll sagen, dass sich auch ein fremdes Kind ins Herz schleichen kann und glaube mir, beim Reinschleichen und Reinschleichenlassen verdrängt man so einiges und das andere, dass was das Kind als Hilfebedarf mitbringt öffnet auch gewissermaßen das Herz.

Ich weiß nicht, ob es mir mit jedem anderen Kind auch gelungen wäre, hier bei diesem Kleinchen definitiv und immer wieder.
Das hängt vom Kind ab, deshalb solltest du das Kind kennenlernen, iÜ auch das andere :-) , und dann entscheide, ob du dich erobern lassen könntest. Und vlt geht das schneller als du denkst.

Zudem denke ich, da er die Kinder "mitbringt" wird er immer sehr viel Verantwortung mittragen wollen und müssen. Das macht es leichter unter Umständen, denn bei leiblichen Familien hört man oft, dass sich die Väter dann sehr weit rausnehmen. Die Gefahr besteht hier nur sehr gering, wenn überhaupt.

LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

MarcelundMama
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Beitragvon MarcelundMama » 07.03.2018, 16:26

Hallo!

Ich habe jetzt nicht gelesen, was andere hier geschrieben haben.

Meine Meinung wäre aber: Du machst Dir viel zu früh viel zu viele Gedanken.
Lass es doch erstmal auf Dich zukommen und lerne alle gut kennen, vor allem den Mann :lol: .
Mein Sohn hat auch PG 3 und ist kein "Schwerstfall".

Viel Glück und genieße die junge Liebe! - und stell Dich nicht Dir selbst und Deinem Glück unnötig in den Weg... :wink:

LG

Jo
Joanna (47) & Marcel (11.2011) ASS Diagnose Juni 2014 und ADHS im Januar 2018 als "Sahnehäubchen" oben drauf... ;o)

Sefja
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Beitragvon Sefja » 07.03.2018, 17:31

Danke für die vielen Antworten. Ich versuch mal auf alle Fragen einzugehen die aufgekommen sind bzw gestellt wurden.

Er liebt seine Kinder sehr. Sein großer kam zu ihm weil die Mutter ihn sauer abschob. Und das nur weil der Kleine ein Papakind war/ist und sehr an seinem Vater hing.

Bei dem zweiten denke ich das die Mutter vielleicht überfordert ist und er ihn deshalb zu sich nicmmt. ( genaueres weiß ich aber erst wenn er von der Arbeit und Elternabend wieder daheim ist)

Ich denke Hilfsdienste wird er sich suchen wenn das nötig ist. Bisher scheint nur festzustehen das er den Kleinen zu sich nehmen wird.

In die tatsächliche Pflege wäre ich erstmal nicht involviert, aber sollte eine Beziehung entstehen natürlich dann voll. Als Partnerin wäre das für mich selbstverständlich mich um die Kinder meines Partners genauso zu kümmern wie um mein eigenes.

Wie die Mutter des Jüngeren ist weiß ich nicht. die des Älteren kümmert sich so gut wie gar nicht.

Seine Kinder sind 10 und 7 , meines ist 8.

Ja es ist schon öfters eine Belastung mit meinem. Er braucht halt viel Zuwendung und Aufmerksamkeit und Dinge wie zb Hausaufgaben dauern bei ihm eben da er es durch seine Konzentration und Ausdauerproblem und seine Emotionale Störung es nicht so einfach hat.

Und wenn er mal ein miesen Tag hat sind das auch mal mehrere große Wutausbrüche am Tag.

Nein wir kennen die Kinder des jeweils Anderen bisher nicht, Kennen uns aber auch erst seit knapp einem Monat und wollten erst uns Zeit füreinander nehmen bevor wir die Kinder einbeziehen.

Einfach um sie auch zu schützen. Ich finde zumindestens das es für ein Kind auch verstörend sein kann wenn Mama ( oder Papa) "ständig" neue Leute anschleppen.

Ich brauch meinen Freiraum. Aber den habe ich wenn mein Kleiner abends im Bett ist.

rosarot sehe ich es nicht, im gegenteil ich versuche es gut abzuwegen. Deshalb ja auch meine Fragen hier.

Vielleicht eher zu rational. Also ich versuch es eher so früh wie möglich dann zu kappen wenn ich den Eindruck habe das passt nicht.

Aber da ich selbst auch keine Familie habe die mich unterstützen kann/will und der Vater meines Kindes auch nicht sonderlich sich groß um unser Kind kümmert steh ich sehr allein da mit Allem

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 07.03.2018, 17:35

Mein älterer Sohn wirkt ganz normal, ist "nur" Asperger-Autist. Der jüngere Sohn ist ebenfalls Autist (ob Asperger oder frühkindlich ist noch nicht ganz geklärt) und außerdem noch gehörlos (Horchi-Verweigerer), kurzsichtig (Brillen-Verweigerer), hat Senkspreizkinickfüße (die Einlagen trägt er :P ), näßt und kotet noch ein, ist sprachverzögert auch in seiner Erstsprache Gebärdensprache (die die ganze Familie extra für ihn lernt), mit einigen Ängsten und Stereotypen. Sein Entwicklungsprofil ist eine Berg-und-Talbahn. Er hat durchaus einige Stärken (räumliches Vorstellungsvermögen und Mathe). Die meisten Außenstehenden halten ihn auf Grund des Lautierens und der Stereotypen für geistig behindert. Er hat PG3.

Und jetzt kommt die Pointe: Ich habe, bevor meine Jungs auf der Welt waren, über 9 Jahre in einer sehr, sehr kranken Beziehung gelebt, das war bei weitem anstrengender als jetzt das Leben mit 2 "besonderen" Kindern. Nur habe ich damals, als ich in diese kranke Beziehung reingeschlittert bin, nicht nachgedacht, was mich da vielleicht erwarten könnte. Auf einmal war das Leben Hölle und ich fand da nicht mehr raus.

Meine Kinder habe ich mir auch nicht so "ausgesucht" - vor allem den Kleinen nicht, der ja als "Wunschkind auf eigenen Wunsch" durch meine Spirale geschlüpft ist, als ich schon über 40 war und die Familienplanung eigentlich abgeschlossen war. Aber ich bin ganz gut in meine neue Rolle reingewachsten - glaube ich zumindest :wink: .

Man kann als Paar mit guter Peergroup (Großeltern, Verwandte, Freunde, Babysitter) mit EINEM etwas entwicklungsauffälligen Kind todunglücklich und überfordert sein oder den Alltag - vielleicht sogar nebst Beruf - mit mehreren besondern Kindern als AlleinerzieherIn fast problemlos wuppen.

Die Frage "Was erwartet mich bei dieser oder jener Voraussetzung?" kann niemand beantworten, weil das in erster Linie von deiner eigenen, emotionalen Ebene bestimmt wird.

Die Anwort kann daher nur sein: ausprobieren und sich DANN, in der Situation die Frage stellen: passt es so für mich, wie es jetzt läuft? Nicht "Ist es das, was ich mir vorgestellt habe?" - denn das ist es sowieso NIE :wink: .

So, wie Reinhard Mey schreibst:

Unendlich viele Wege, du kannst sie alle gehn,
sie alle sind von Zufällen gesäumt,
wähl aus, und überlege, um endlich einzusehn,
dass dich das Leben dorthin, wo es dich haben will, räumt! :)
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 07.03.2018, 23:16

Hi Sefja, also wie die anderen schon schreiben sind es nicht viele Informationen.

Nur ein paar Gedankenanstöße:

1. Du scheinst ja auch ein "besonderes" Kind zu haben. Schon mal mit dem Gedanken gespielt, dass deinem Kind vllt auch ein Pflegegrad zustehen könnte? Bediene doch mal einen Pflegegradrechner für Kinder, vllt würde sich daraus etwas ergeben und du damit erkennen, was ein Kind mit Pflegegrad ausmachen könnte?
(Wobei ich davon ausgehe, dass bzgl. des Hintergrundes mit dem "Gehirn" bereits vor 2017 Pflegeleistungen beantragt wurden und das Kind PS 2 hatte und mittlerweile PG4 haben dürfte... reine Vermutung meinerseits)

2. Hat er denn tatsächlich explizit von "Stufe" gesprochen? Denn eigtl wurden die Stufen seit bzw. ab Januar 2017 in Grade umgeleitet. Für einen Vater, der wirklich vorhat, das Kind zu sich zu holen, sollte er sich mit der Materie m.M.n. durchaus auseinandergesetzt haben und um solche Ist-Stände bescheid wissen. Tut er das nicht, dann kommt auf ihn anderweitige Arbeit zu, nämlich, sich mit den ganzen behördlichen, rechtlichen und organisatorischen Angelegenheiten - die mit einem besonderen Kind auf einen zu kommen - auseinanderzusetzen. Vielleicht bewerte ich das über, aber ich denke schon, das hängt durchaus stark mit dem bisherigen Interesse für diese Angelegenheiten zusammen. Und ganz wichtig: Das gehört für mich zur Planung ein solches Kind aufzunehmen dazu - ganz einfach weil es wichtig ist zu wissen, was für Ressourcen es gibt, was für Hilfen und Unterstützung es gibt und was ggf möglich wäre zu beantragen und einzureichen. Und insbesondere bei der Pflege - die ja "geplant" ist, finde ich das durchaus wichtig sich dafür zu interessieren und alles durchzugehen.

3. Das Kind lebt bisher bei der leiblichen Mutter? Geschieht das "möchte das Kind zu sich holen" im Einverständnis aller Beteiligten?
Weißt du, du kennst ihn seit einem Monat und die leibliche Mutter kennst du auch? Ich wäre da sehr vorsichtig, denn du hörst nur eine Seite - nämlich seine.
Falls er ihr es "nehmen" möchte, sie nicht einverstanden ist, finde ich schon, dass da wohl einiges im Argen liegt und diesen privaten Kampf sollte erstmal ER tragen und ausfechten - ohne "neue Flamme" (sorry für den Ausdruck, aber ich finde, das gehört zuvor geregelt).
Ich würde da nicht zwischen die Fronten geraten wollen und auch hätte ich nicht den Wunsch, in womöglich zerrüttete Verhältnisse mit Boshaftigkeiten und Streit hineinzugeraten - vorallem meinem Kind zuliebe nicht. Das sollte er dann wohl erstmal alles "auf die Reihe" kriegen, ehe es "Nägel mit Köpfen" zwischen uns wird.

4. Wie möchte er das alles durchbringen? Stellt er seine Arbeit zurück oder sucht er explizit eine Partnerin die langfristig gesehen die Pflege übernimmt? Kommt es vor das Familiengericht, ist natürlich auch entscheidend, was für Ressourcen er hat, was er bieten kann, wer für das Kind tatsächlich da ist, wie er es organisatorisch schafft für das Kind (Erziehung/Pflege) da zu sein um es zu sich zu nehmen, denn: es wird geprüft werden, ob er für das Kind tatsächlich Sorge tragen kann. Es wird geprüft werden, wie seine Familienverhältnisse sind, ob er die zeitlichen Kapazitäten einräumen kann, usw.
Es wird geprüft werden, ob es dem Kindeswohl entspricht, es aus seinen bisherigen Lebensverhältnisse herauszureißen, sprich: Es wird geprüft werden, ob tatsächlich Gründe vorliegen, der Mutter das Kind zu nehmen. Auch hier wäre interessant was im Vorfeld war. Die Mutter hätte die Möglichkeit, Hilfen in Anspruch zu nehmen, falls sie tatsächlich "überfordert" ist. Wurde von anderen Stellen bereits etwas beanstandet? Gab es einen Pflegedienst der ins Haus kam? Wenn nicht: Käme z.B. ein unterstützender Pflegedienst für die Mutter in Frage? Eine Familienhilfe könnte bspw. auch beauftragt werden.
Wie steht das Kind zu den Plänen des Vaters? Wie ist das Verhältnis des Kindes zur Mutter? Es wird immer geschaut, was im Interesse des Kindes ist.

Prinzipiell würde ich dir auch raten: lerne das Kind kennen und mache dir ein Bild.

Aber das Kind (mit Behinderung) und die damit verbundene Verantwortung wäre für mich in dieser Situation ehrlich gesagt nicht der Mittelpunkt meiner Überlegungen, sondern viel eher das ganze drumherum - die (zerrütteten??) Verhältnisse zwischen ihn und der Kindsmutter, seine Aussagen über die Kindsmutter des gemeinsamen behinderten Kindes usw. Da würde ich ganz genau prüfen wie es tatsächlich ist und ich würde mich da nicht blind mit einschleusen lassen, sondern ihn das erstmal alles regeln lassen und selbst außen vor bleiben wollen und etwas gesunden Abstand nehmen.

War nur meine persönliche Meinung dazu und meine persönlichen Überlegungen zu dem Ganzen.
Gut möglich, dass die Kindsmutter hier auch Userin ist. Ich lese hier nur von einem Vater, der mit 2 Kindsmüttern unzufrieden ist und ihnen die Schuld gibt. Ich kenne keinen der Beteiligten, möchte aber darauf hinweisen, dass es auch ganz anders sein könnte und die Mütter gar nicht so "schlecht" sind, wie es seine Meinung wiederspiegelt.
Und auch weiß man nicht, wie sehr ihn es überfordern würde plötzlich ein behindertes Kind wirklich bei sich aufzunehmen. Da wird er nämlich mit allem konfrontiert und ist verantwortlich. Hat das Kind bereits schon mal bei ihm auf Dauer gelebt? Hat er sich um das Kind schon mal längere Zeit wirklich gekümmert? Ich finde das gehört sich überlegt. Denn auch wenn die Mutter wirklich überfordert ist, sollte es nicht die 1. Wahl sein, ihr das Kind zu entreißen. Sondern da sollte man viel eher unterstützen und Hilfsangebote überdenken.

Liebe Grüße und alles Gute

Sheila

Aryan und Yagmur
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Beitragvon Aryan und Yagmur » 08.03.2018, 08:46

Hallo,

Unser Pflegesohn hat Pflegegrad 3! Er ist ein Sonnenschein. Ihm fehlt auch ein Teil des Gehirns. Er bekommt viele Medikamente, Therapien und ist nicht trocken, aber der liebenswerteste Bub überhaupt.
Ich würde mal in Ruhe schauen ob der Mann passt. Und das er die Jungs nimmt macht ihn mir sehr sympathisch,!

kati543
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Beitragvon kati543 » 08.03.2018, 09:05

Hallo,
meine Jungs haben PG2 und PG4 - die Namen der Behinderungen sind in meiner Signatur aufgeführt...und doch sagt das so gar nichts über die Kinder aus.
Ich werde jetzt einfach mehr auf meinen Jüngsten eingehen, weil das ja dem PG entspricht, den der Sohn deines Freundes hat. Er hat ganz offiziell den sonderpädagogischen Förderbedarf Geistige Entwicklung und benötigt eine 1:1-Betreuung in der Schule (in den Schulstunden und in der Pause) - und irgendwie klingt das furchtbar.
Als ich zur Mutter-Kind-Kur mit den Jungs gehen wollte, wurde ich von allen Kurhäusern abgelehnt, weil er Autist ist. Das ist witzig...er tut wirklich keiner Fliege etwas zu leide. Er zeigt keinerlei Aggressionen oder Wutanfälle. In seiner Schule (er wird inklusiv beschult in einer Regelgrundschule) ist er der absolute Liebling der Lehrer, I-Kräfte und Schüler. Letztendlich hat uns St. Ingbert doch genommen, mit der Maßgabe dass sie uns jederzeit wieder fortschicken können - sie waren begeistert von den Kindern und wir sind bis zum Schluss geblieben.
Eine weiterführende Schule für ihn zu finden, war eine Katastrophe. Wir haben jetzt weit über ein Jahr gesucht. Wirklich JEDE (!) staatliche Regelschule nimmt keine Kinder mit Förderbedarf GE. Da wir derzeit in Hessen wohnen, hatten wir uns erst auf Hessen beschränkt, dann aber auch RLP, Bayern und NRW. Irgendwann haben wir dann natürlich auch angefangen nach Privatschulen zu suchen. Jetzt werden die Kinder in Hessen eine Montessori Schule besuchen ab nächsten Schuljahr. Ich habe vom BFZ (von 2 verschiedenen Begutachtungen des Schulamtes) schriftlich, dass mein Sohn auf gar keinem Fall in der zuständigen Förderschule optimal beschult werden kann, sondern aufgrund seiner Inselbegabungen und seines IQs (der exakt zwischen Geistiger Behinderung und Lernbehinderung liegt) unbedingt weiter inklusiv beschult werden muss. Auch diese Gutachter haben mir gesagt wie toll doch mein Kind ist und wie weit entwickelt es ist und wie gut es sich benimmt. Ja super...ich weiß das, nur die Diagnosen sagen leider das Gegenteil.

Was ich dir damit sagen will...
Gib dem Kind eine Chance. Das Kind ist nicht sein Pflegegrad oder seine Behinderungen. Das Kind ist viel mehr.
Dieses Kind könnte der perfekte Spielpartner für dein Kind werden. Vielleicht ergänzen die beiden sich derart perfekt, dass ihre jeweiligen Behinderungen sogar in den Hintergrund treten und sie sich gegenseitig fördern. Ich sehe das hier bei meinen Jungs jeden Tag.

Für deine Privatsphäre empfehlen ich dir einen eigenen Raum. Wir nutzen dazu unser "Arbeitszimmer". Es gibt eine einfache Regel, wenn Mama oder Papa im Arbeitszimmer sind, dürfen die Kinder nicht stören (der andere Elternteil ist ja noch im restlichen Wohnbereich). Das ist nicht nur unser Arbeitszimmer, sondern auch der Raum zum "Abreagieren", wenn gerade alles zuviel wird.

Ansonsten solltest du wirklich vorher ganz klar mit deinem Freund regeln, wer was in der Familie machen wird und wer welche Rechte und Pflichten bei welchem Kind hat.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Sefja
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Beitragvon Sefja » 10.03.2018, 00:05

Hallo und nochmal Danke für eure vielen Worte.

Inzwischen weiß ich das das Jugendamt im Spiel war und der Kleine sonst im Heim gelandet wäre. Warum genau es soweit kommen konnte habe ich nicht nachgefragt einfach weil wir uns solange nun auch nicht kennen.

Jedenfalls wollte er das nicht. Er sagte es ist sein Sohn und da kann er es nicht zulassen das dieser ins Heim kommt. Deshalb nimmt er ihn zu sich.

Der Kleine ist nicht trocken also braucht Windeln, kann kaum sprechen und er kann keine Gefahren einschätzen bzw kennt das nicht.

Dennoch habe ich mich erstmal zurück gezogen. Ich will ihm die Chance geben in Ruhe sich auf die neue SItuation einzustellen und zu organisieren was organisiert werden muß.
Und natürlich das der Kleine sich auch eingewöhnen kann. Und der Große an die neuen Umstände.

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Petra*3
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Beitragvon Petra*3 » 10.03.2018, 10:19

Huhu,

Ich denk, dass ist so eine weise Entscheidung die kleine Familie erstmal sich selbst regulieren zu lassen und später dann dazu zu stoßen. mein Junior hat PG 2 (tendenz 3) ist ein Sonnenschein, aaaber die Stärke der behindeurng erschließt sich einem nur, wenn man damit zusammenwohnt!!! jeder (besonders Ärzte und Konsorten) schätzen den falsch positiv ein....sehr frustrierend über die Jahre erst beim Zusammenleben bemerkt man die Auswirkungen mangelhaften Sprachverständnisses, oberflächlich klappt: 1 Glas Wasser bitte usw -->wird jedoch sobald um Beziehungen geht eine Katastrophe.
Rein persönlich les ich 2 kids von 2 Mütters, dh du die 3. Beziehung? Da werd ich mißtrauisch. Das eine Beziehung zb wegen Spüezialkind nicht hält ist halt eben so, aber gleich 2 Beziehungen bereits negativ abgeschlossen und die 3 im Angriff? Vielleicht bißle tempo generell? Ich werd mich trennen 2018, aber da gibt es unter Garantie in Zukunft nur noch ambulant nix stationäres mehr.....ich finde nach einer Beziehung braucht man Pause und zwar relativ gesehen im Verhältnis zur Beziehungslänge (da muss man ja Trauer verarbeiten, sich begutachten was wann warum wie schiefgegangen ist usw). ich schon so oft mitbekommen, dass da beziehungsgehopst wird....überwiegend mit negativem Ausgang! mfg Petra


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