Jaktation?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Philia
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Jaktation?

Beitragvon Philia » 07.03.2018, 11:13

Guten Morgen ihr Lieben,

Ich würde euch gerne mal ein verhalten von meiner Tochter beschreiben, und eure Meinung dazu hören.
In der Signatur stehen ja die Diagnosen meiner Tochter, wenn es diesbezüglich interessant ist.
Und zwar fing es damit an, dass sie ab dem sechsten Lebensmonat ungefähr anfing, beim Autofahren und zum einschlafen ihren Kopf hin und her zu wackeln. Das wurde dann im Laufe der Monate immer mehr und immer heftiger, sie benutzt jetzt auch ihren ganzen Körper dafür und wackelt so kräftig mit ihrem Kopf, dass sie durchgehend gegen ihr Gitterbett knallt.
Wir haben uns das eine Zeit lang angesehen, weil wir dachten, dass sie damit vielleicht einfach besser einschlafen kann. Nun ist es aber seit einigen Monaten wirklich so heftig, dass ich mir doch Gedanken mache. Sie legt sich in ihrem Bett extra so in die Ecke, dass sie wirklich mit ihrem Kopf ganz stark gegen das Bett knallt. Und auch leider nicht mehr nur zum einschlafen, sondern auch gerne mitten in der Nacht 3-4 Stunden lang durchgehend. Wir als Eltern können durch das laute knallen kaum schlafen, und außerdem muss es ihr doch auch weh tun.
Des weiteren fordert sie es jetzt auch tagsüber ein. Wir sind zum Beispiel mitten im Spiel und sie sagt dann „jetzt wackeln“.
Oder auch während ihrer Therapiestunden.
Sie ist ansprechbar, möchte aber nicht unbedingt unterbrochen werden.
Die Frühförderin sagt, es wäre wohl eine Wahrnehmungsstörung. Sie würde sich durch das Kopfknallen besser spüren beziehungsweise sie möchte sich dadurch besser spüren.
Nach vielem recherchieren bin ich im Internet auf den Begriff „Jaktation“
gestossen. Passt schon ziemlich genau, allerdings gibt es dafür wohl verschiedene Ursachen (vermachlässigung, Autismus, hirnschädigungen,...)
Ich habe auch schon einige Videos davon gemacht, damit ich die mal einem Arzt Vorspielen kann. Leider sind zur Zeit alle Ärzte, die das beurteilen könnten im Urlaub sowie auch die Ärztin vom SPZ.

Habt ihr eine Meinung dazu? Ich habe ja schon oft gelesen, dass viele Kinder zum einschlafen wackeln, ich habe es ja bis zu einem gewissen Grad auch einfach akzeptiert, aber jetzt wird es mir einfach doch zu heftig.
Vielleicht mag mir ja jemand seine Meinung dazu sagen oder sagen, was es noch sein könnte.

Ganz liebe Grüße
A. (Geb. 07/15) mit angeborenem Hydrocephalus bei Aquäduktstenose (shuntversorgt), Chiari-Malformation Typ 2, Balkenagenesie, Stenogyrie, LKG, gotischer Gaumen, rechter Aortenbogen, Herzklappenfehler, fatty filum terminale, Hüftdysplasie (Atlanta Orthese seit feb. 17) hypotone knick-senkfüße = unser absolutes Familienglück :-)

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jonasb
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Beitragvon jonasb » 11.03.2018, 15:54

Hallo,
nimmt sie denn sonst allgemein Schmerzen wahr? Wenn das so stark ist, wie du beschreibst, muss ihr das doch wehtun?

Das war so mein erster Gedanke, weiß nicht, ob dir das hilft.

Gruß Jonas.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie...
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Beitragvon Maria.K. » 11.03.2018, 20:54

Hallo Phillia
Meine Tochter macht das gleiche Nur das sie sich dabei nicht weh tut. Oft legt sie sich mitten Im geschäft hin und wackelt dann mit dem ganzen Körper hin und her. Sie findet es dann lustig wenn ich schimpfe und hört dann auf. Zuhause am tag vorm einschlafen im Bett und mitten in der nacht wenn sie wach wird macht sie das. Sogar am hinterkopf hat sie dadurch weniger haare schon.
Unser Neurologe sagte das machen Behinderte Kinder zur Beruhigung auch geistig Behinderte Kinder. MIT sechs Jahren sollte das aufhören meine Ist jetzt Vier.
Lg

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Beitragvon Philia » 15.03.2018, 13:38

Danke für eure Antworten.
Wir haben nun einen Termin im spz bei Psychologen.
Da hohe Verletzungsgefahr besteht, muss es wohl „behandelt“ werden.
Die Ärztin am Telefon sagte, dass es schon eine auffällige Verhaltensstörung sei, die auch was mit ihren hirnschädigungen zu tun haben wird.
Ich bin nun gespannt, was das Gespräch mit den Psychologen bringen wird.
Die 2. Lösung wären Medikamente, so die Ärztin am Telefon.
Aber bevor ich daran denke, versuch ich alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen.
A. (Geb. 07/15) mit angeborenem Hydrocephalus bei Aquäduktstenose (shuntversorgt), Chiari-Malformation Typ 2, Balkenagenesie, Stenogyrie, LKG, gotischer Gaumen, rechter Aortenbogen, Herzklappenfehler, fatty filum terminale, Hüftdysplasie (Atlanta Orthese seit feb. 17) hypotone knick-senkfüße = unser absolutes Familienglück :-)

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Beitragvon Maria.K. » 15.03.2018, 13:57

Hi Philia wäre toll wenn du berichten würdest Was sie gesagt hat. Danke dir. Lg

Rita Schmidt
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Beitragvon Rita Schmidt » 15.03.2018, 14:15

Hallo Philia,

unser PS hat das Kopf hin und her wackeln auch oft und lange zur Beruhigung gemacht. Uns wurde damit gesagt das es auf seine geistige Behinderung hin deutet. Es hörte aber nicht mit 6 Jahren auf.

LG Rita.

Rita Schmidt
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Beitragvon Rita Schmidt » 15.03.2018, 14:15

Hallo Philia,

unser PS hat das Kopf hin und her wackeln auch oft und lange zur Beruhigung gemacht. Uns wurde damit gesagt das es auf seine geistige Behinderung hin deutet. Es hörte aber nicht mit 6 Jahren auf.

LG Rita.

Maria.K.
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Beitragvon Maria.K. » 15.03.2018, 15:45

Hallo Rita
Macht dein Kind es immer noch?
Auch tagsüber am Boden?
Wie alt ist dein Kind??
Lg

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Nikl
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Beitragvon Nikl » 11.01.2019, 06:49

Hallo phillia,
Ich kenn das was du beschreibst ganz gut von meinem Sohn. Ich bin grade auch auf antworten suche. Und jetzt erst auf jaktation gestoßen. Allerdings passen die Gründe dafür nicht, die ich im Netz gefunden habe, auf mein Sohn, da er keine Behinderung hat und auch nicht vernachlässigt wurde.

Ich fang mal einfach an wie es bei ihm ist:
Seit er ca. 9 Monate alt ist trillert er wie wahnsinnig im Bett, fängt langsam an und wird dann teilweise echt schnell. Habe ihm damals die Gitterstäbe vom Bett ausgepolstert damit er mit dem Kopf nicht so doll dagegen knallt und sich verletzt. Der Kinderarzt meinte das das manche Kinder zur Beruhigung machen und das das mit dem vierten Lebensjahr aufhört. Das war aber nicht so, bin dann wieder zum Arzt, der meinte dann es wäre eine Angewohnheit, das wars. Ok, hab ich erstmal so stehen lassen. Mit 5 bekam er dann einen Krampanfall und 8 Monate später einen zweiten. Möglicherweise geb es im Schlaf mehrere die unbemerkt waren. Dann wurde Rolando Epilepsie festgestellt und er bekam Medikamente. Nach 8 Monaten haben wir das Medikament gewechselt wegen Nebenwirkungen und als er das neue bekam verschwanden plötzlich die Trillerattaken. Bestimmt 4 Wochen lang. Dann kam es zurück. Nachts hat es sich stark gebessert, wenn er anfängt und ich sage ihm er soll aufhören oder leg die Hand auf ihn lässt er es und schläft ein. Er kommt nachts immer irgendwann rüber in unser Bett deswegen Merk ich es sofort. Wenn er aber morgens aufsteht geht er auf das Sofa und trillert wie wahnsinnig. Manchmal legt er sich nachmittags hin nur um zu Trillern. Wenn ich mittendrin sage er solle aufhören meint er das ginge nicht, müsste das tun. Wenn ich dann sage du musst dich anziehen wir müssen in den Kindergarten oder es gibt kein tv wenn er nicht aufhört, dann klappt das auch. Hört dann bockig auf und alles ist gut. Habe dem Neurologen ein Video davon gezeigt, er meinte beobachten. Und wir sollten die Dosis der Tabletten erhöhen. Das bringt aber nicht wirklich was, nachts schön das ist echt besser. Habe überlegt mal zu einem Psychologen zu gehen, ob der ne Idee hat, ich hab kein Plan. Denke nicht das es mit der Epilepsie zusammenhängt, das trillern macht er schon viel länger. Er hat noch eine minimale Wahrnehmungsstörung, ist kaum zu bemerken. Ach ja, er ist nun 6 Jahre alt. Ich kenn niemand im Bekanntenkreis der Ähnliches kennt, hab mich etwas gewundert das ich im Netz so viel gefunden habe.
Lg Nikl


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