Spastische Zerebralparese - Massagen

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 08.03.2018, 00:13

Lieber Burkihard,

es gibt schon einiges, was man machen kann - ob alles sinnvoll ist, das hängt auch davon ab, was man selbst zulässt... - Die Kinder reflektieren auch das, was sie von ihren Eltern als Input erhalten...

z. B. Angst vor Spritzen... wenn die Kinder spüren, dass Eltern Angst vor diesen haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die Kinder ängstlich reagieren...

Mit den Therapien ist es ähnlich, wenn die Eltern keine Angst davor haben und es zulassen, wird auch der Erfolg größer sein...

Einiges kann man auch selber machen - wie ihr ja auch wisst. - Allerdings ist es ratsam auch immer wieder mal Korrekturen zu suchen, da man manchmal auch Fehler einbaut...

Weitere Therapien die mir jetzt einfallen, die ich aber erst bei einem Kind ab über einem Meter machen würde: Therapie am Pferderücken. - Tiere sind immer zu empfehlen, besonders dann, wenn eine gewisse Therapiemüdigkeit eintritt.

... und ja, es gibt nicht immer nur Fortschritte. Man darf weder zu wenig, noch zu viel fordern... - es ist wellenförmig, ich merke es auch immer gleich 1 : 1 und plane daher auch die Zeiten der Anspannung und die der Entspannung nach Möglichkeit wellenförmig... Es braucht zuerst das Input, dieses wird verarbeitet... bis es dann auch als Output erkennbar ist... - Während der Zeit der Verarbeitung gewinnt man manchmal den Eindruck "es bringt nichts" um dann aber überrascht zu werden... leider bringt nicht immer alles das was man gerne hätte, weil die Kinder auch manchmal etwas anderes drauß machen... Lehrbücher gut und schön, die Praxis, die Realität schaut manchmal anders aus... :roll:

Ich weiß auch noch, dass meine Tochter im Alter von etwa 17 Monaten noch Lautspiele betrieben hat - da sie sich nicht gehört hat, hat sie diese wieder eingestellt... Sie ist nonverbal....

Viel Erfolg

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
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r.bircher
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Beitragvon r.bircher » 08.03.2018, 00:41

Hallo zusammen

Ob Massagen was bringen, müsst ihr selbst ausprobieren. Es gibt aber tatsächlich Spastiker wo Massagen einfach nur Zeitverschwendung sind. Ich bin beispielsweise so ein Fall. Eine Massage hat bei mir maximal eine Stunde einen Effekt, danach ist alles wieder beim alten. Das einzige was mir hilft ist Belastung. Nach einem guten Training bin ich anschliessend recht entspannt.

Ich persönlich glaube ja, dass es nicht die Spastik gibt, sondern verschiedene Arten. Wenn Massagen helfen, ist es gut... aber es gibt eben Fälle wo das nicht hilft.

Es gilt auszuprobieren und den eigenen Weg zu finden. DAS WUNDERMITTEL gegen die Spastik gibt es nicht.

Die Kontraversen Antworten zeigen wie komplex das Thema ist.

Gruss Raphael
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MarionB76
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Beitragvon MarionB76 » 08.03.2018, 07:17

Hallo Zusammen,

Junior tun Massagen (von Hand) bei seiner Spastik gut, auch wenn ihm das Massieren gelegentlich auch schmerzen bereitet. Aber er bittet mich darum. Allerdings hatten wir während einer Wachstumsphase auch den Effekt das die Spastik eine halbe Stunde nach der Massage wieder einschoss.

Mehr durch Zufall fand ich heraus das das Massageprogramm Muskellockerung meines Tens auch super für ihn ist. Tut ihm nicht weh da ich nicht die verspannte Muskulatur durchkneten muss und ist für ihn viel effektiver.

Letztendlich sind wir im Moment ums Baclofen nochmals rumgekommen.

Gruss

Marion
Viele Grüße

Marion

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Burkihard
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Beitragvon Burkihard » 08.03.2018, 19:58

Katja_S hat geschrieben:Hallo Burkhard,
was macht ihr denn außer der Physiotherapie? Habt ihr Ergotherapie? Geht ihr zum Babyschwimmen bzw. therapeutischem Schwimmen? Das wären noch Möglichkeiten, die mir spontan einfallen, wie ihr euren Sohn zusätzlich fördern könntet.


Wir haben vom SPZ nur Physiotherapie verschrieben bzw. empfohlen bekommen und zwar 2 mal 30 Minuten pro Woche. Und zwar nach Bobath.

Wir könnten zusätzlich noch privat Vojta dazu nehmen oder statt Bobath auf Vojta umschwenken über die KK.

Bekommt deine Frau bei der Physio denn gar keine Anleitung, was sie zu Hause mit ihm machen kann? Welche Übungen oder wie sie die Förderung in den Alltag einbauen kann?


Doch schon. Es gibt zwei Gruppen von Übungen, eine Gruppe mit Geräten die meine Frau nicht hat, wie zum Beispiel eine schaukelnder Hängematte. Und dann Übungen, die man auch zu Hause machen kann.

Das Problem ist, dass meine Frau Panik bekommt, weil sie sieht dass Anbo sich nicht weiter entwickelt, also damit meine ich, dass er lent zu sitzen oder zu stehen. Sie will unbedingt Übungen machen wo er sitzt oder steht. Ich hänge hier mal ein Bild ran, von einer solchen Übung die sie in China gelernt hat.

Sie glaubt, dass hier in Deutschland behinderte Kinder eher akzeptiert werden, weshalb die Therapie nicht so intensiv ist. In China wird mit Drill und Intension daran gearbeitet, dass die Kinder lernen zu sitzen, laufen, usw...

Meine Frau will eine potentielle Behinderung unseres Kindes auf keinen Fall akzeptieren. Ich sehe hier noch große Probleme auf uns zu kommen.

Sie droht immer wieder damit nach China zurück zu gehen. Ich glaube aber nicht dass das wirklich mehr bringen würde, bin mir aber nicht sicher.

Wenn das wirklich so ist, würde ich mir an eurer Stelle überlegen, die Physiotherapeutin zu wechseln :? . Denn eigentlich ist das ja meiner Meinung nach mit Aufgabe der Physio, die Eltern anzuleiten. Dann reichen im Alltag 2 Termine in der Praxis völlig aus.


Wie gesagt ich denke sie bekommt schon Anleitungen, aber meine Frau sagt, die Therapeutin wäre sehr sprunghaft und probieret viel aus, aber ist nicht systematisch, indem sie zum Beispiel Therapieziele definiert und mit wiederkehrenden Übungen an deren Erfüllung arbeitet und diese auch kontrolliert.

Wir haben im Alter deines Sohnes zum Beispiel noch Vojta geturnt, da waren wir auch "nur" 2 x die Woche bein der Physio, ich habe aber auch zu Hause die Übungen 2 x am Tag selbst mit meinem Sohn gemacht (eigentlich sollte man das sogar 4 x am Tag machen, aber das habe ich so gut wie nie geschafft, wir hatten ja auch sonst einiges an Therapien und anderen Terminen und wollten ja auch noch ein bisschen "!normalen" Alltag haben).


Das überlegen wir auch. Ich habe eben eine Mail an das SPZ geschrieben, dass wir auf Vojta umsteigen wollen und den Therapeuten wechseln wollen.

Als E. 2 war, sind wir auf Padovan umgestiegen, da fahren wir 3 x im Jahr zu Intensivtheraoiewochen (dort hat mein Sohn dann für 1 Woche 3-4 Therapien am Tag) und dazwischen mache ich die Übungen selbst mit ihm so 4-5 x die Woche und 1 x die Woche haben wir Physio nach Bobath.


So ein Intensivtherapie für einige Wochen finde ich auch gut und würde ich mir für unser Kind und mein Frau auch gut vorstellen können. Wo ist diese Therapie und wie weit fahrt ihr dafür?

Fällt diese Verschlechterung denn nur deiner Frau auf? Beobachtest du selbst das nicht so? Kann es sein, dass deine Frau generell in Deutschland (noch) nicht zufrieden ist bzw. sie sich noch nicht eingelebt hat?


Was mir auffällt ist, dass es eben keine Fortschritte gibt. Seine Rumpfkontrolle ist schlecht, da er dort hypoton ist. Seine Hände sind so, dass die Daumen oft eingeklappt sind, er aber greifen kann und dann auch mit der ganzen Hand. Er kann aber keinen Löffel zum Mund führen. meine Frau sagt, er hat schon mal einen gefüllten Löffel selber in den Mund geführt, letztens konnte er das nicht mehr. Auch hat er vermein paar Monaten die Trinkflasche selber gehalten und an den Mund geführt, jetzt hat er das nicht mehr gemacht.

An selbständiges Sitzen oder gar stehen ist gar nicht zu denken, wenn wir ihn an ein Stuhllehne stellen, dann kann er dort passiv stehen und mit den Händen auf dem Tisch mit Gegenständen spielen.

Vielen Dank für die vielen Fragen und Anregungen. Hast du bei deinem Kind Verbesserungen festgestellt und wie gelingt es dir mit den Beeinträchtigungen umzugehen, meine Frau hat große kulturelle Anpassungsschwierigkeiten und vor allem Akzeptanzprobleme bezüglich eines beeinträchtigten Kindes.

Unser Sohn ist ja im Moment in der Eingewöhnung im Kindergarten und nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft es jetzt so langsam, dass er einige Zeit ohne Mama dort verweilt und selbständig spielt, aber noch unter einer Stunde.

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Beitragvon Silvia & Iris » 08.03.2018, 20:03

Liebe Grüße

Silvia

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Burkihard
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Beitragvon Burkihard » 08.03.2018, 20:07

LovisAnnaLarsMama hat geschrieben: Dann fällt mir noch ein: Mein Kleiner zeigt bei Infekten und auch noch einige Zeit danach eine deutlich stärkere Spastik, wenn der Infekt vorrüber ist, dauert es noch einige Tage an. Seit ihr eventuell auch Gerade von Grippe und Co. betroffen?

Zum Thema Massage und Physiotherapie: unsere Physiotherapeutin (Bobath) hat mir viele Druckpunkte und Übungen gezeigt, mit denen ich den Kleinen unterstützen kann.


Hallo Anna, vielen Dank für deine Hilfe und deinen Beitrag zu meinen Fragen.

Richtig, Anbo war krank, hustete, schnupfte und und hatte Fieber. Dann ist uns aufgefallen dass er einen Fußklonus gezeugt hat, der uns vorher nie aufgefallen war. Jetzt wo er wieder gesund ist, scheint das weg zu sein.

Beim Robben und Aufstützen mit den Händen dreht er die linke oder rechte (weiß nicht genau) nicht korrekt mit dem Ballen nach unten, sondern so seitlich verdreht. Ich korrigiere das dann immer.

Ich muss meine mal fragen, was für Übungen die Therapeutin ihr zeigt. Auf jeden Fall Übungen mit Bällen, Übungen am Castillo Morales Kissen, wo er vor einem Spiegel nach Gegenständen greifen soll die etwas höher sind, damit er seinen Rumpf streckt.

Insgesamt hält meine Frau nicht viel von der Therapeutin, weil sie nicht genug drillt und wenig motiviert zu sein scheint, da ist wieder die kulturelle Andersartigkeit und Erwartungshaltung dir in China ganz anders ist.

Das alles nimmt mich extrem mit. Ich dachte in Deutschland wird alles besser, aber jetzt wird alles komplizierter.

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Beitragvon Burkihard » 08.03.2018, 20:13

Hallo Silvia, Raphael und Marion, vielen Dank für eure schnellen und hilfreichen Beiträgen. Ich denke die Reittherapie mit Pferden ist sicher keine schlechte Idee. Letztens waren wir auf einem Streichel Hof da waren aber sehr viele Tiere und sie kamen dicht heran und waren hungrig, da hat der kleine Mann angefangen zu weinen und auch meine Frau hatte Angst. Ich denke wenn der Therapeut und das Tier sehr behutsam auf das Kind zugehen, dann kann das aber klappen.

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Beitragvon Kerstin FF » 08.03.2018, 20:59

Hallo Burkihard,

wenn Deine Frau sich sicherer fühlt wenn Therapeuten gezielt auf etwas hinarbeiten und auch etwas vom Patienten erwarten und fordern, könnt ihr Petö ausprobieren. Das gibt es in Deutschland, kommt aus Ungarn und ist klar strukturiert mit viel Förderung der Selbständigkeit.

Ein paar Wochen in einer Klinik (z.B. Hohenstücken, Brandenburg) sind vielleicht ein guter Einstieg um zu prüfen ob das zu Euch und Eurem Kind passt.

Viele Grüße
Kerstin
Kerstin mit Felix (4/10) spastische Tetraparese, Hüftluxation, Strabismus

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Beitragvon Sinale » 08.03.2018, 21:54

Hallo Burkihard,

wegen der bestehenden Angst vor einer Verschlechterung der Spastik, zitiere ich u. g. nochmals meinen Beitrag. Euer Kind ist noch so jung, lasst eurem Kind Zeit, sich zu entwickeln! Mit Druck werdet Ihr vermutlich Nichts erreichen, denn euer Kind spürt den Druck.

Sinale hat geschrieben:

eine Spastik kann sich zwar verschlechtern, aber wenn euer Kind die beschriebenen Dinge schon einmal konnte und in diesem Alter, ist nun davon auszugehen, dass euer Kind einen neuen Entwicklungsschritt durchmacht und die Dinge, die das Kind schon konnte, später wieder tut und nun andere neue Dinge hinzukommen. Dies entspricht der Norm und kann auch bei nichtbehinderten Kleinkindern vorkommen und ist deshalb Nichts, worüber sich sorgen gemacht werden muss. Gerade bei Jungen Kindern mit einer Spastik kann sich im Laufe der Zeit Vieles zum Positiven verändern.

Bei mir verschlechterte sich die körperliche Situation erstmals im Laufe der Pubertät und nun wieder sehr schleichend seit ich etwa 40 Jahre alt war. In der Kindheit habe ich bis vor der Pubertät immer wieder Neues hinzugelernt.

Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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Beitragvon Burkihard » 09.03.2018, 04:29

Sinale hat geschrieben:Hallo Burkihard,

wegen der bestehenden Angst vor einer Verschlechterung der Spastik, zitiere ich u. g. nochmals meinen Beitrag. Euer Kind ist noch so jung, lasst eurem Kind Zeit, sich zu entwickeln! Mit Druck werdet Ihr vermutlich Nichts erreichen, denn euer Kind spürt den Druck.


Vielen Dank für deine Rückmeldung und deinen wertvollen Beitrag!


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