Wie geht es weiter nach abgebrochener BVB im BBW?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Dagmar.K
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Wie geht es weiter nach abgebrochener BVB im BBW?

Beitragvon Dagmar.K » 28.02.2018, 16:18

Hallo zusammen,
mein Großer musste nun leider die BVB beenden, da er psychisch nicht in der Lage war weiter zu machen. Es war sein zweiter Anlauf und nun hat die Agentur für Arbeit erstmal die Zusammenarbeit komplett eingestellt. Ist ja soweit ok, kann ich nachvollziehen, aber was kommt nun?

Irgendwie fühlt sich niemand zuständig und da ich nicht genau weiß, was er jetzt für Rechte hat, kann ich auch niemanden direkt darauf ansprechen.

Die aus dem BBW haben eine Wohngruppe für Austisten empfohlen. Die von der Eingliederungshilfe sagen, dass das Jugendamt weiter zuständig ist. Die Dame eiert aber immer nur rum und weiß auch nicht was sie machen soll. Grundsicherung? Die gibt es doch nur, wenn jemand dauerhaft Arbeitsunfähig ist, oder? Ist er das denn?

Sein Psychiater will nochmal die Medikamente umstellen. Ein erneuten Klinikaufenthalt hält er für meinen Sohn im Moment auch nicht für angebracht.

Mein Sohn kann ja nicht hier den ganzen Tag im Bett versauern, er muss doch eine Struktur bekommen/behalten/lernen...

Weiß jemand was es in dieser Lebenssituation für Möglichkeiten gibt?
LG,
Dagmar

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anna h.
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Beitragvon anna h. » 28.02.2018, 16:26

Hallo Dagmar,
die bei der Agentur für Arbeit können nicht die Zusammenarbeit komplett einstellen.
Da gibt es eine extra Reha-Abteilung, da sind bei uns auch die Berater für die Werkstätten angesiedelt. und evtl. ist jetzt dann eine Zeit lang ein Werkstatt-Platz für ihn das richtige. Vllt eher in einer Werkstatt für psychisch Kranke als für geistig behinderte Menschen. Dann hat er jedenfalls erst mal wieder eine feste Tagesstruktur.
Viel Erfolg
Anna H.

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Dagmar.K
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Beitragvon Dagmar.K » 28.02.2018, 16:30

Hallo Anna,

die Reha-Abteilung hat aber alles gekennzelt. Halten sich nicht mehr für zuständig, weil das BBW eine Wohngruppe empfiehlt. Eine richtige Beratung haben wir dort auch noch nicht erfahren. Weder vor der BVB, noch danach. :cry:
LG,

Dagmar



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monika61
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Beitragvon monika61 » 28.02.2018, 16:41

Hallo Dagmar,

schau mal hier in die Threads da geht es auch um das Thema:

https://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic130690.html

WfbM: Fragen zum Antrags- u. Aufnahmeverfahren
https://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic130697.html

Vielleicht helfen Dir die Infos weiter.

LG
Monika

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Beitragvon Susanne Th. » 28.02.2018, 16:45

Hallo Dagmar,

oft übernimmt auch der Landschaftsverband Förderungen- gerade beim Übergang Schule/Beruf.
Hier sollte man sich beim Integrationsfachdienst der Kommune melden- in unserer Stadt sehr fähige Leute...

LG
Susanne

GabySP
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Beitragvon GabySP » 28.02.2018, 16:48

Hallo Dagmar,

dein Sohn hat die berufliche Rehabilitation im BBW aus gesundheitlichen Gründen beendet. Ich vermute, dass die Agentur für Arbeit als Kostenträger momentan keine Möglichkeit sieht, dass dein Sohn zumjetzigen Zeitpunkt eine berufliche Reha erfolgreich abschließen wird. Es dürfte einen Abschlußbericht des BBW geben. In diesen Fällen steht dann oft die Empfehlung, dass erst einmal eine medizinische Rehabilitation vorrangig sein sollte, damit eine Stabilisierung erfolgen kann. Danach kann eine weitere berufliche Rehabilitation angegangen werden.
Da die Agentur kein Leistungsträger für die medizinische Rehabilitation ist, zieht sie sich daher aus der Rehabilitation erst einmal zurück.
Ob das bei deinem Sohn tatsächlich so ist, wie ich das aus meiner beruflichen Erfahrung kenne, kann dir aber nur die Agentur beantworten.
Tatsächlich zuständig für die Eingliederungshilfe müsste meines Erachtens weiterhin das Jugendamt sein.
Wäre vielleicht eine Reha eine Option?

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

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Beitragvon monika61 » 28.02.2018, 16:49

Hallo Dagmar,

hier findest Du noch Infos zu:

J) Leistungen und Rechte im Rahmen von Ausbildung, Studium und Beruf
Ab Seite 43:

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Mein- ... s-2018.PDF

LG
Monika

Mellie
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Beitragvon Mellie » 28.02.2018, 18:20

Hallo Dagmar,

mein Großer befindet sich in einer ähnlichen Situation. Das BBW hat allerings offiziell geschrieben, dass wir die Maßnahme gekündigt haben. In einer Email an die Rehaberaterin schrieb der Casemanager allerdings "Abbruch wegen Überforderung".

Bei meinem Sohn wurde allerdings schon vor der Maßnahme festgestellt, dass er voll erwerbsgemindert ist, weswegen er auch Grundsicherung erhält.

Meine Vorgehensweise ist: Nicht lange fragen, sondern Anträge schriftlich stellen, denn die müssen bearbeitet werden.

Gibt es bei euch einen Integrationsfachdienst? Dort wird man auch gut beraten.

Eine Wohngruppe für Autisten ist vielleicht für die Zukunft gut, aber trotzdem braucht Dein Sohn ja eine Beschäftigung tagsüber.

Es gibt ja WfbM für psychisch behinderte Menschen. Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben mußt Du dann wohl beim Jugendamt stellen. Kenne dazu kein Formular. Dazu ein Begleitschreiben, dass Dein Sohn um die Aufnahme in eine WfbM bittet. Im Eingangsverfahren wird sowieso geprüft, ob die Werkstatt die richtige Förderungsstätte ist.

Hauptsache ihr beantragt es schriftlich, dann müssen sie reagieren. Parallel vielleicht mit einer WfbM für psychisch Erkrankte in Verbindung setzen. Dort gibt es auch Beratungsgespräche.

Kannst Du Dir vorstellen, dass Dein Sohn mal ein "normales" Arbeitsleben führen wird? Was meint der Psychiater zu dem weiteren beruflichen Werdegang?

Einen Antrag auf volle Erwerbsminderung kann man nicht selbst stellen. Du müsstest Grundsicherung für Deinen Sohn beantragen und dann wird vom Sozialamt das Verfahren über den Rentenversicherungsträger eingeleitet.
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon Dagmar.K » 05.03.2018, 19:24

Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich habe jetzt mit meinem Sohn zusammen Grundsicherung beantragt damit die Erwerbstätigkeit von der Rv geprüft wird. Ich glaube nicht, dass mein Sohn jemals richtig arbeiten kann.
Dann haben wir den ersten Kontakt zu einer Wohngruppe hergestellt.
Einen Integrationsfachdienst gibt es hier nicht wirklich 😕
Für eine WfbM brauchen wir ja auch einen Kostenträger. Geht das auch über die Eingliederungshilfe? Ich kenne das nur über die Agentur und die ist ja raus...
Wenn das über die Eingliederungshilfe läuft, dann kommt wieder die Dame vom Jugendamt ins Spiel und die redet ja immer nur um den heissen Brei herum.

Irgendwie fühle ich mich ganz schön allein gelassen mit den Problemen 😟
Das Zusammenleben mit Autisten ist sehr anstrengend und ich bin sehr müde
LG,

Dagmar



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Mellie
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Beitragvon Mellie » 06.03.2018, 17:55

Dagmar.K hat geschrieben:Für eine WfbM brauchen wir ja auch einen Kostenträger. Geht das auch über die Eingliederungshilfe? Ich kenne das nur über die Agentur und die ist ja raus...
Wenn das über die Eingliederungshilfe läuft, dann kommt wieder die Dame vom Jugendamt ins Spiel und die redet ja immer nur um den heissen Brei herum.


Hallo Dagmar,

hast Du von der Arbeitsagentur für Arbeit etwas Schriftliches darüber erhalten, dass für Deinen Sohn das Jugendamt zuständig ist? Wenn alles bisher mündlich lief, dann würde ich einfach einen schriftlichen Antrag stellen. Ihr müsst das Formular Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben ausfüllen und an die Arbeitsagentur hinschicken. Dann müssen sie schriftlich reagieren und den Antrag gegebenenfalls an das Jugendamt weiterleiten.  8)
Viele Grüße,

Mellie


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