WfbM: Fragen zum Antrags- u. Aufnahmeverfahren

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Mellie
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WfbM: Fragen zum Antrags- u. Aufnahmeverfahren

Beitragvon Mellie » 24.02.2018, 13:20

Hallo zusammen,

hier im Forum konnte ich leider noch nichts über das Antrags- und Aufnahmeverfahren in die WfbM lesen. Vielleicht habe ich auch falsch gesucht. :oops:

Leider gibt es für meinen Sohn keine weiteren Alternativen als die WfbM. Von der unterstützten Beschäftigung weiß ich, aber das ist alles auch nicht so einfach.

Jetzt hat uns die Arbeitsagentur für Arbeit einen Gesundheitsfragebogen zur Begutachtung im Ärztlichen Dienst zugeschickt. Muß mein Sohn dort wirklich noch untersucht werden? Mein Sohn ist voll erwerbsgemindert laut Rentenversicherungsträger. Ein Gutachten darüber ist auch vorhanden. Er bekommt ja auch deswegen schon Grundsicherung.

Ein Antrag auf Aufnahme in die Werkstatt für behinderte Menschen wurde auch beigefügt. Muß ich jetzt selbst eine WfbM aussuchen und dort eintragen? Dachte, dass uns eine Werkstatt in Wohnungsnähe zugeteilt wird.

Gibt es noch etwas, worauf man achten muß? Welche Steine können einem in den Weg gelegt werden? :roll:
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon Rita2 » 24.02.2018, 15:07

Hallo,

also wir mußten mit unserem Sohn zum Arzt bei der Agentur für Arbeit. Aber dort war es mehr ein Befragen von uns Eltern, als ein Untersuchen von unseren Sohn.
Sogar jetzt beim Wechsel in den Arbeitsbereich mußte ein neues neues ärztliches Gutachten erstellt werden. Dieses wurde glücklicherweise nach Aktenlage erstellt. Ich habe auch einen riesen Packen Papier mitgeschickt.

Also schicke alles was du an neueren ärztlichen Berichten hast mit. Vielleicht entscheidet der ärztliche Dienst nach Aktenlage.

Hier in Baden-Württemberg ist es so, daß nur zur zuständigen Werkstatt es einen Fahrdienst gibt. Rufe doch bei der Agentur für Arbeit an und frage welches die richtige Werkstatt ist. Aber hat den Sohn noch keine Praktikum in der Werkstatt gemacht?

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Mellie
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Beitragvon Mellie » 24.02.2018, 15:45

Hallo Rita,

vielen Dank für Deine Antwort.

Mein Sohn ist nicht mehr schulpflichtig und nimmt an keiner Maßnahme teil. Er ist zur Zeit zu Hause. Ein Praktikum in einer WfbM hat er noch nie gemacht. Das stand bisher von Seiten der Schule damals nie zur Debatte. Es sollte erst alles andere ausgeschöpft werden. Und nun stehen wir da. Ich werde mich noch einmal erkundigen, welche WfbM für meinen Sohn zuständig ist.

Dann werde ich die Fragebögen mal nach bestem Gewissen ausfüllen und die ärztlichen Berichte in einem Umschlag hinzufügen. :)
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon itsy » 25.02.2018, 08:22

Hi Mellie,

frag bei der in Frage kommenden Werkstätte nach, wie du vorgehen musst / kannst.
Die helfen einen meist am Besten weiter.


lg
ines

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Beitragvon Mellie » 26.02.2018, 13:50

Hallo Ines,

ich habe jetzt herausgefunden, welche WfbM für meinen Sohn zuständig ist und auch dort angerufen. Viel Informationen habe ich allerdings nicht bekommen. Wir sollen die Anträge ausfüllen und abwarten. Die Entscheidung liegt bei der Arbeitsagentur für Arbeit. Erst wenn wir eine Zusage bekommen haben, wird die WfbM aktiv. :)
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon KatjaMausB » 26.02.2018, 16:19

Liebe Mellie,

seitdem das Bundesteilhabegesetz in Kraft ist, ist das Wunsch- und Wahlrecht des Leistungsberechtigten deutlich gestärkt worden. Deswegen würde ich an deiner Stelle mir ein paar Werkstätten ansehen und mit den Leuten dort sprechen. Dann entscheide dich für eine WfbM, für die, die dein Sohn am interessantestes fand bzw. die das beste Spektrum abbildet für ihn. Dann würde ich konkret den Werkstattbesuch in dieser Werkstatt beantragen. Es ist noch vielen Trägern der Eingliederungshilfe fremd, dass das Wunsch- und Wahlrecht des Leistungsberechtigten im Vordergrund steht - und auch den Leistungserbringern. Aber nach BTHG sind Selbstbestimmung, Personenzentrierung, Barrierefreiheit und Partizipation die wesentlichen Prinzipien in der Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Falls Widerstände kommen, kannst du auf das BTHG verweisen. Zuständig für die Finanzierung ist die Bundesagentur für Arbeit, die auch das Verfahren zur Bedarfsfeststellung leiten wird. Sprich am besten dort den Rehaberater an, wie du weitervorgehen kannst, um deinen Sohn in deine Wunschwerkstatt einmünden zu lassen.

Liebe Grüße
Katja

Mellie
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Beitragvon Mellie » 27.02.2018, 11:09

Es ist noch vielen Trägern der Eingliederungshilfe fremd, dass das Wunsch- und Wahlrecht des Leistungsberechtigten im Vordergrund steht - und auch den Leistungserbringern. Aber nach BTHG sind Selbstbestimmung, Personenzentrierung, Barrierefreiheit und Partizipation die wesentlichen Prinzipien in der Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Hallo Katja,

das wußte ich nicht. Dann werde ich mich hier in der Gegegend noch einmal nach anderen WfbM umgucken. :D
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon itsy » 27.02.2018, 13:59

Mellie,

das war bei uns auch so, wir wurden von der Arge eingeladen, wir haben besprochen, die haben dann die Werkstätte angeschrieben. Ging alles recht easy...

lg

Rita Schmidt
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Beitragvon Rita Schmidt » 27.02.2018, 14:14

Hallo Mellie,
wir haben uns auch unterschiedliche Wfbm mit unserem PS angeschaut und er hat sich für die entschieden wo er einen Aussenarbeitsplatz angeboten bekam und es ihm auch gut gefällt. Jetzt hat er sogar dort in der Nähe eine eigene Wohnung mit ambulant Betreuten Wohnen.
Also schaut euch um und entscheidet euch dann. Er muss ja viele Jahre dort arbeiten und da soll er sich auch dort wohlfühlen, d. h. er soll gerne hingehen.

LG Rita

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Beitragvon Rita Schmidt » 27.02.2018, 14:15

Hallo Mellie,
wir haben uns auch unterschiedliche Wfbm mit unserem PS angeschaut und er hat sich für die entschieden wo er einen Aussenarbeitsplatz angeboten bekam und es ihm auch gut gefällt. Jetzt hat er sogar dort in der Nähe eine eigene Wohnung mit ambulant Betreuten Wohnen.
Also schaut euch um und entscheidet euch dann. Er muss ja viele Jahre dort arbeiten und da soll er sich auch dort wohlfühlen, d. h. er soll gerne hingehen.

LG Rita


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