Die Übergangsstufe

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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Die Übergangsstufe

Beitragvon Silvia & Iris » 23.02.2018, 10:14

Hallo ihr Lieben,

es hat sich einiges verändert, daher gibt es neue Bezeichnungen, neue Systeme...

- so z. B. die Bezeichnung "Übergangsstufe"

(Österreich)

Ich habe das bisher so aufgefasst, dass das eine Klasse ist - nach Möglichkeit eine Kleinklasse mit unter 14 Schülern, wo den Kindern - vor allem Kinder aus der Integration - noch ein Jahr die Möglichkeit haben Lernstoff nachzuarbeiten, wo noch große Lücken sind... - um dann in die 5. Klasse Gymnasium wechseln zu können...
- natürlich auch eine gute Möglichkeit für Kinder mit Migrationshintergrund hier noch die Sprache zu vertiefen...

Jetzt meine Fragen:
Entspricht diese Schulstufe eigentlich einer 5. Klasse Gymnasium und man wechselt danach in die 6.?
Oder ist es eher so wie ein Vorschuljahr zu sehen, und die Kinder gehen dann in die 5. Klasse?

... ich habe das noch nicht wirklich durchschaut...

Kennt sich damit jemand aus?

Wie ist das eigentlich nach einem Jahr Polytechnikum? - Kommen dann die Schüler in die 5 Klasse Gymnasium (wenn sie die sonstigen Voraussetzungen schaffen) - oder würden die dann gleich in die 6 Klasse eingeschult?

LG
Silvia
Liebe Grüße
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Elke35
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Beitragvon Elke35 » 23.02.2018, 10:48

Hi Silvia,

also Übergangsstufe ist ein extra Schuljahr und Kinder steigen dann in die 5. Klasse Gymnasium ein.

Poly ist ebenso. Man kann nach Poly in jede weiterführende und höhere Schule wechseln, jedoch jeweils in die 1. Klasse (5.) dann eben.

Poly ist eher zur Berufsvorbereitung. Hier wird der Stoff der 1.-4. NMS oder auch Gym eher wiederholt, es kommt kaum Neues dazu - außer eben die ganze Berufsvorbereitung, es wird geschnuppert, es wird gelernt wie man sich bewirbt, Vorstellungsgespräche macht, Praktikums usw....

Lg

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Beitragvon Silvia & Iris » 23.02.2018, 17:21

Dank Elke...

ja, so kommt man dann langsam auf 12 Schuljahre für 9 Schulstufen... :wink:
Liebe Grüße

Silvia

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Beitragvon Elke35 » 23.02.2018, 17:29

Ja so ungefähr...wobei ja nun sowieso Bildungspflicht eingeführt wird un keiner mehr ohne Kompetenzen ausschulen darf quasi.... :lol:

Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 23.02.2018, 18:14

Hallo,
Apropos Bildungspflicht - hab dieses Schlagwort bis jetzt immer nur aus den Medien entnommen!
Wie genau stellt man sich das konkret vor - müssen (dürfen) kognitiv schwerstbehinderte Kinder/Erwachsene so lange in die Schule gehen bis sie sterben - da sie die Bildungsziele einfach nicht erreichen? :roll:
Wo wird hier die Grenze gezogen, und wenn dann welche????
Gibt's da irgendetwas konkret Ausgearbeitetes?
Bitte um Infos!

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
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Beitragvon Elke35 » 23.02.2018, 20:27

Wäre interessant. Kann ich mir aber nicht vorstellen, dass das so gemeint ist.....Kinder mit SPF oder ASO u. SS sind sicher davon ausgenommen....da ist sicher nur Regellehrplan gemeint.

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 23.02.2018, 22:28

Kinder die aufgrund einer Behinderung einen Sonder-Lehrplan "brauchen" müssen in Ö eine Schule mit entsprechenden Angebot besuchen. Heimunterricht und Externistenprüfungen geht da nicht.
Damit ist Bastiellas Frage beantwortet: Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf müssen mindestens 9 Jahre eine Schule besuchen. Abschluss ist dann eben so weit sie kommen.

Und "Bildungspflicht" ist so zu verstehen, dass eben (für gesunde Kinder) keine Schulpflicht vorliegt, sondern dass das Kind auch extern (von den Eltern, Hauslehrern, in nicht anerkannten Schulen) unterrichtet werden, sofern es am Ende des Schuljahres eine mündliche und schriftliche Prüfung über den Jahresstoff erfolgreich ablegt. Der Stoff dieser Prüfungen entspricht dem Lehrplan der jeweiligen Regelschule.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
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Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 23.02.2018, 22:36

Naja, aber welche Kinder bekommen denn einen SPF? Natürlich jene, welche die (Regel)Bildungsziele einfach nicht erfüllen können!
Da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz.....

Abgesehen davon, wird schon seit einigen Jahren die inoffizielle Parole ausgegeben, so wenige SPFs wie möglich zu beantragen! (Natürlich auf Grund der enormen Kostenexplosion im Integrationswesen - deshalb wohl auch die Abschaffung der Sonderschullehrerausbildung und der "Wechsel" von Integration zur Inklusion!)
Aber das war natürlich alles vor der neuen Regierung - mal schauen welchen konkreten Weg diese einschlägt - bildungstechnisch gesehen!
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Beitragvon Bastelia » 23.02.2018, 22:46

Hallo Lisa,

Hab gerade eben erst deinen Beitrag erst gesehen - das stimmt so nicht! Du kannst auch dein Kind mit SPF im häuslichen Unterricht unterrichten! Allerdings gibt es, wenn dein Kind nach dem Lehrplan für erhöhten Förderbedarf (früher S-LP) eingestuft ist, sicher keine Externistenprüfung, da es hier keine pauschal definierten erreichbaren Unterrichtsziele gibt! Beim ASO- LP sieht das schon wieder anders aus - da gibt es schon klarer formulierte Lehrplaninhalte!

Und die neue Regierung meint das wohl schon so wie Elke geschrieben hat, dass sie unter Bildungspflicht versteht, jeder Schüler beendet erst nach Beherrschen der Grundkompetenzen seine Schullaufbahn!
Die Frage ist nur, wie sie sich das konkret vorstellen.....

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose

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Beitragvon Lisaneu » 24.02.2018, 08:46

Bastelia hat geschrieben:Hallo Lisa,

Hab gerade eben erst deinen Beitrag erst gesehen - das stimmt so nicht! Du kannst auch dein Kind mit SPF im häuslichen Unterricht unterrichten! Allerdings gibt es, wenn dein Kind nach dem Lehrplan für erhöhten Förderbedarf (früher S-LP) eingestuft ist, sicher keine Externistenprüfung, da es hier keine pauschal definierten erreichbaren Unterrichtsziele gibt! Beim ASO- LP sieht das schon wieder anders aus - da gibt es schon klarer formulierte Lehrplaninhalte!

Und die neue Regierung meint das wohl schon so wie Elke geschrieben hat, dass sie unter Bildungspflicht versteht, jeder Schüler beendet erst nach Beherrschen der Grundkompetenzen seine Schullaufbahn!
Die Frage ist nur, wie sie sich das konkret vorstellen.....

Liebe Grüße


Es gibt Kinder, die haben, unabhängig von den tatsächlichen Fähigkeiten, allein auf Grund ihrer Behinderung erhöhten Förderbedarf. Zumindest bis zum Vorjahr waren das auch alle gehörlosen Kinder. Da ist häuslicher Unterricht nicht zulässig - eben WEIL keine Externistenprüfung nach Regelschullehrplan durchgeführt werden darf und somit nicht gewährleistet ist, dass die Bildungspflicht erfüllt wurde.

Somit besteht in Österreich für Kinder mit erhöhtem SPF ohnehin SCHULpflicht und die Kinder schließen nach mindestens 9 Jahren die Plichtschule eben (wie bisher) dort, wo sie dann gerade bildungsmäßig stehen, ab. Es darf ja gesetzlich (falls da nichtin den letzten Wochen was geändert wurde) keiner über 16 Jahren eine regüläre NMS oder Hauptschule besuchen und es darf auch nicht öfter als 2x eine Klasse wiederholt werden.

Was die Übergangsstufen betrifft, so kenne ich das so, dass ein Kind z. B. für den Stoff der 3. und 4. Grundschulklasse auch 3 Jahre in einer Mehrstufenklasse "brauchen" darf. Ich vermute mal (weiß es aber nicht sicher), dass die beschriebene Übergangsstufe vor dem Wechsel in NMS oder Gymnasium dort zur Anwendung kommt, wo es keine entsprechenden Mehrstufenklassen gibt. Und da ist klar, dass das Kind NACH der Übergangsstufe in die 5. Klasse einsteigt, und nicht in die 6., denn sonst (wenn es das zusätzliche Jahr nicht benötigen würde) könnte es ja gleich regulär die jeweilige 5. Klasse besuchen und bräuchte keine Übergangsstufe.

Somit ist die Übergangsstufe wie ein Vorschuljahr zu sehen.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS

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Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


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