Welches erwachsene GB-Kind lebt "alleine"?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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gesaartur
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Beitragvon gesaartur » 11.08.2018, 12:40

das meinte ich mit Betriebsnummer, wenn ihr die Leute über das Haushaltscheckverfahren laufen lassen wollt, denkt bitte an die Abgaben, die kommen obendrauf
immer noch leben wir in einem Land, da steht der Mensch nicht im Mittelpunkt, da ist der Mensch Mittel. Punkt

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Judi
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Beitragvon Judi » 11.08.2018, 12:46

Hi,
ich bin vor drei Jahren aus einer fast komplett möblierten Dienstwohnung in eine leere Wohnung gezogen (mir gehörte mein selbstgebautes Bett, mein Schreibtischstuhl und 2 Kommoden) und habe sie mangels Geld möglichst billig eingerichtet, ich schreib hier mal die Kosten zum Vergleich rein :wink: . Klar, man kriegt dafür keine Hülsta-Möbel und auch keine Massivholzeinrichtung, aber sooo schlecht sind günstige Möbel nun auch nicht. Inzwischen haben alle Möbel eine Umzug überstanden ohne auseinenderzufallen :lol: .
Gekauft habe ich Schreibtisch, Kleiderschrank, Couch + Tisch, Esstisch + 4 Stühle, Spüle mit Unterschrank, Küchenschrank, Hängeschrank, Duschstange, Duschvorhang für insgesamt 840.-€. Gekauft wurde im mBaumarkt und in einem günstigen no-name-Möbelhaus, der Schreibtisch kam von L*dl-online
Dazu kamen noch eine gebrauchte Waschmaschine für 200 € (die immer noch brav ihren Dienst tut) und ein neuer Kühlschrank für 180 € (aus einem Räumungsverkauf). Für einen Herd war in der Wohnung kein Platz, daher hatte ich eine Mikrowellen/Backofenkombi von Al*i für 89 € und einen 2-Platten"Herd". Also im Prinzip war es eine "Pantryküche". Einen gebrauchten Herd hätte ich bei Bedarf aber auch günstig haben können.
LG
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konik
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Beitragvon konik » 11.08.2018, 12:51

Hallo Imga ,

1 die Zeitung Teilhabe also den Artikel habe ich
Wasser : es gibt für Behinderte einen erhöhten Bedarf für Wasser auf Antrag so zumindest bei uns gewesen . Bei Strom wurde ich an die KK verwiesen weil die in unserem Fall ja für Hilfsmittel was übernehmen .

Aber ich hatte auch nicht die exakt gleiche Situation

LG

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Beitragvon Inga » 11.08.2018, 13:26

Hallo Konik, das mit dem Wasser ist interessant, ein behinderter Mensch verbraucht ja nicht automatisch mehr Wasser...
Also Michelle schon, die muß mind, 1x tgl. duschen und ihre Kleidung inkl. Schlafanzug muß alles mind. 1x tgl. gewechselt werden, damit man es in ihrer Nähe aushält. :(
Aber ich kenne einige Menschen mit Behinderung, die nicht mehr Wasser benötigen als z.B. ich.

Ich werde mal nachfragen...
Das Problem ist, das zuständige Amt ist über eine Stunden von uns entfernt, da kann man nicht einfach mal vorbei gehen.

Gruß, Inga
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Beitragvon Inga » 11.08.2018, 13:50

Hallo!

Nein, "Billigmöbel" kommen mir nicht ins Haus. da hab ich ein "Trauma" von. Haben als Danielo zu uns kam eine Komplett-Kinderzimmer für 1000 DM gekauft, nach nicht mal 6 Monaten war alles von Danielo zerlegt, wir mußten alles komplett neu kaufen.
Die Möbel die wir ihm dann (gebraucht!) gekauft haben waren von Haba & Jako-o mit zeitlosem Design, die nutzt er heute nach fast 18 Jahren immer noch. Da ist nix dran, obwohl sie 1x komplett umgezogen sind und innerhalb der beiden Häuser auch mehrfach umgestellt wurden.
Alle unsere Kinder haben nun Haba / Jako-o / Wehrfritz-Möbel und da ist noch nie was kaputt gegangen.
Unsere Ikea-Schränke im Abstellraum oder die Komoden im Wohnbereich, die nur wir Erwachsene nutzen haben alle schon Defekte, die Böden senken sich, die Schrauben halten nicht mehr usw.
Solange wir es uns halbwegs leisten können unsere Kinder zu unterstützen wird keines von ihnen mit solchen Möbeln leben müssen. Zumal sie ja auch gar nicht die Möglichkeiten haben wie wir, mal was alleine zu reparieren, mal schnell wo hin zu fahren um was neues zu holen usw.

Mir ist es klar, dass wir nie 100% der Kosten von dem was wir ausgeben erstattet bekommen werden, darum geht es ja auch gar nicht. Ich wollte nur wissen, wieviel es so im Schnitt gibt und bin da echt geschockt über die extrem niedrigen Preise. :shock:
Für meine erste Wohnung (Küche war drin) vor 25 Jahren habe ich etwas über 3000 DM ausgegeben. Ich hatte auch gar nichts und habe viel Kleinzeug (Töpfe, Schüsseln,...) geschenkt bekommen. Die Möbel sind jetzt nicht mehr so "in", aber der Tisch mit 4 Stühlen ist noch immer im Gebrauch, ist halt Kiefer, das ist gerade nicht mehr der Trend, aber die Form gefällt mir noch immer. Die Regale von damals stehen auf Emma´s Empore und auf dem Dachboden zum Kleinzeug lagern. Nur das Sofa wurde entsorgt, der Rest ist alles noch bei uns oder Freunden in Benutzung.

Ich schätze, dass wir alles in Allem, mit geschenkten und mit gebrauchten Sachen, und Angeboten bei Danielo auch zwischen 3000 und 4000 € liegen werden. Das finde ich echt okay, dafür, dass ich dann weiß, dass dann erst mal die nächsten Jahre Ruhe ist...

Gruß, Inga
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Beitragvon Inga » 11.08.2018, 13:52

Hallo Susanne, schade, hatte gehofft, dass man für Möbeliert mehr Miete bekommen würde. Naja, irgendwie werden wir es schaffen, dass Danielo alles bekommt was er braucht, ohne dass wir Schrott holen müssen.

Gruß, Inga
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Susanne Th.
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Beitragvon Susanne Th. » 11.08.2018, 14:33

Hallo Inga,

gehobenen Ansprüchen trägt das Sozialamt keine Rechnung und mancher ist froh über die Unterstützung...Schrott muss es trotzdem nicht sein...
Es wäre uns ohne Probleme möglich gewesen, unseren Sohn mit anderem Mobiliar auszustatten.
Aber- erstens stand ihm diese Leistung zu, zweitens schätzt er diese "selbst" angeschaffte Ausstattung sehr und er geht entsprechend wertschätzend damit um.
Junge Leute richten sich auch anders ein und und mit ähnlichen Möbeln wie wir sie seit 20 Jahren von Hülsta haben, hätten wir ihm keine Freude gemacht.

LG
Susanne

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Beitragvon Inga » 11.08.2018, 14:56

Hallo Susanne!

Nein, gehobene Ansprüche finde ich was anderes als stabile Echtholzmöbel gebraucht zu kaufen. Für mich sind gehobene Ansprüche, wenn ich alles Neu und Schick haben muß oder nur Markenware nehmen möchte. Echtholz gibt es ja aber auch NoName. Denke das ist Ansichtssache. :wink:
Ich weiß natürlich, dass Danielo nicht auf dem gleichen Niveau leben kann wie wir leben, wo wir beide "sowas in der Art wie Voll arbeiten" und auch einiges geerbt haben.

Doch Danielo und auch Michelle gefallen die Hülsta-Möbel, die wir nun gebraucht ausgesucht haben! Die sind nicht altbacken oder so, schön neutral in "mittelhellem" Holz.
Also ein Stuhl für 13 € finde ich wirklich sehr grenzwertig, so viel kostet ja schon allein das Material von einem Holzstuhl.
Ja, natürlich kann man alles gebraucht kaufen, aber wie bitte schön findet ein "Grundsicherungsmensch" ohne (kleines) Vermögen, Auto, PC, Internet die Möbel und schafft sie in seine Wohnung????? Wer zahlt diese Kosten? Ja, natürlich übernehmen wir dies unentgeltlich, aber wie schon geschrieben, wir sind "nur" Vormund von Danielo, das ist alles nicht unsere Aufgabe!!!! Was wäre, wenn wir nicht da wären, wie könnte Danielo dann so günstige Möbel finden und in seine Wohnung bekommen?

Ja, wir sind auch froh um die Unterstützung, und ich wußte, dass Menschen mit Hartz4 und GruSi keine großen Sprünge machen können, ist ja auch okay so, aber dass es für die Erstausstattung so wenig Geld gibt, hätte ich echt nicht gedacht. Dann ist es ja klar, dass das monatiliche Geld noch knapper ist, weil man ja "ständig" irgendwelche Möbel und Geräte ersetzen muß, die dann kaputt gehen, weil man sie billig kaufen muß und weil die Stromrechnung höher ist, weil die alten Geräte mehr Strom verbrauchen.

Danielo ist kein Zerstörer, aber er ist hyperaktiv, da ist manches bei ihm "dominater" als die Wertschätzung der Gegenstände. :oops:

Gruß, Inga
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Beitragvon Rita2 » 11.08.2018, 15:13

Hallo Inga,

bei uns im Haus werden vier Zweier-WGs mit gemeinsamer großer Küche/Eßzimmer/Wohnzimmer geben.
Aber ihr plant ja eine WG, auch wenn Michelle erst später einziehen wird. Ich würde versuchen mit Aktion Mensch zu sprechen. Vielleicht habt ich doch eine Chance.
Ihr richtet das Haus her, hast du geschrieben. Kann man davon etwas als für die Pflege notwendig begründen? Dann gibt es die 4000 Euro von der Pflegekasse.

Wir kaufen auch lieber gebraucht Sachen in guter Qualität, als Billigware neu.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon Inga » 11.08.2018, 15:27

Hallo Rita!

Danke, komme mir schon fast wie ein Snob vor, wenn ich sage, dass die Preise aus der verlinken Liste "unmenschlich" sind.

Ne, "Pflegezuschuß" wird erst was, wenn wir das Bad neu machen und was machen wir erst, wenn Michelle dazu zieht. Dafür reicht unser Geld leider aktuell nicht. Das Bad ist häßlich und mehrfach geflickt, aber noch tauglich, so dass es noch 2 Jahre so bleiben kann.

Ich werde dann bei Aktion Mensch doch noch mal fragen...

Wie sind eure WG´s geplant? 2er-WG´s sind ja eher selten, um so größer um so "Kostenneutraler". Hat jeder sein eigenes PB, werden Dienste / Nachtbereitschaften geteilt? Nur WG-Intern oder auch Hausübergreifend? Sollen Studenten o.ä. dort wohnen um dort dann auch zu helfen?
Oder bedeutet 4 2er-WG`s nur, dass es eignetlich schon eine 8er-WG ist, sich 2 Bewohner nur immer ein Bad & evtl. Flur teilen? Oder hat jede kleine WG eine richtige Wohnung und die große Küche, Eßzimmer & Wohnzimmer ist zusätzlich?

Was ich noch nicht heraus gefunden habe, wie es dann sein wird, wenn Michelle dazu zieht und dann eine Person nach beiden Bewohnern schaut, wer stellt an? Beide 50%, oder gibt es einen Untervertrag oder so was in der Art? Überweist jeder die Hälfte des Gehaltes, oder ein Bewohner komplett und der andere gibt ihm seinen Anteil?

Gruß, Inga
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