Flugreise mit besonderem Kind (Fernreise)

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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Christine79
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Flugreise mit besonderem Kind (Fernreise)

Beitragvon Christine79 » 20.02.2018, 14:04

Hallo,

wer von euch hat Erfahrungen mit Langstreckenflügen und besonderen Kindern? Wir Flügen mit unserem Sohn (11) in den Osterferien nach Sri Lanka, mit KLM. Leon hat aufgrund seines Chromosomendefektes eine geistige Behinderung und eine Hör-u. Sprachbehinderung, ansonsten keine medizinischen Einschränkungen mehr. Da wir ja mit ihm fliegen brauchen wir natürlich auch keinen Service am Flughafen etc. Leon kann alleine laufen, benötigt aber ständige Begleitung, die ja durch uns gegeben ist.
Mir stellt sich nunmehr die Frage ob er trotzdem eine Flugunbedenklichkeitsbescheinigung benötigt bzw. die Airline den Transport verweigern kann?
Christine & Matthias mit Sonnenschein Leon Paul *26.12.06, unbalancierte Translokation 11;22 (Emanuelsyndrom) mit Innenohrschwerhörigkeit bds., globale Entwicklungsstörung, Sprachbehinderung und Muskelhypotonie
http://leonpaule.beepworld.de
http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=14820

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Sigrid Zas
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Beitragvon Sigrid Zas » 20.02.2018, 14:24

Hi,

wir wollen mit unserer Tochter mit GB auch eine Fernreise machen. Sie hat auch keine medizinischen Probleme.
Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich da was brauche.

Bin also sehr an antworten interessiert.

Viel Spass für Euch im Urlaub
Sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 20.02.2018, 14:54

Hallo,

das wär ja auch noch schöner, wenn man da pauschal was bräuchte. Das wäre Diskriminierung. Eure Kinder dürfen einfach mitfliegen.
Was anderes wäre es, wenn davon auszugehen ist, dass das Kind den Flugbetrieb gefährdet.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

katsch
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Beitragvon katsch » 20.02.2018, 16:12

Hallo,

wir sind schon oft mit unserem Sohn (9), frühk. Autist, non verbal Langstrecke geflogen (bis 11 Stunden). Es wird gar nichts benötigt. Ein SBA ist vor Vorteil beim Einchecken und beim Boarding. Ihr werdet dann normalerweise bevorzugt behandelt ohne langes Warten. Unbedingt die Fluglinie bereits beim Einchecken darauf hinweisen und das Boardpersonal darüber, dass ein behindertes Kind an Board ist. Sie finden es immer toll und wichtig, wenn sie darüber Bescheid wissen. KLM ist super! Wir sind nach Rio geflogen mit KLM, der Flug war damals für meinen Sohn eine Katastrophe. Auch für uns. Aber das Person war unglaublich geduldig und nett. Hat ständig gefragt ob sie etwas für uns tun können.

Und ihr könnte eine kostenlose Sitzplatzreservierung machen wenn Ihr einen SBA habt. Kontaktiert bitte die Fluggesellschaft. Und das wichtigste für Euch natürlich auf jede Situation mit Eurem Kind vorbereitet sein. Jedes Kind reagiert anders dort oben in der Luft, vor allem weil es kein mal eben raus aus der Situation können gibt. Wenn notwendig ein Notfallmedikament dabei haben, Beruhigungsmittel usw.

Viel Glück und viel Spaß!

LG, Kat

MarcelundMama
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Beitragvon MarcelundMama » 20.02.2018, 19:14

Hallo!

Wir fliegen mit unserem Sohn (frühkindl. Autst, 6 Jahre alt) recht häufig.
Bei unserem Sohn ist weniger die Flugdauer der Hauptfaktor, als vielmehr die Tagesform von Sohnemann. Wir hatten vor 10 Tagen unseren 7,5 stündigen Rückflug als recht entspannt erlebt, der Hinflug hingegen war der absolute Albtraum. Es war ein Nachtflug, alles war still, dunkel und schlief, Junior inclusive. Allerdings wachte er nach etwa 1 Stunde auf und brüllte lauthals, und brüllte und brüllte... Nix half. Es dauerte etwa 1 Stunde bis er sich halbwegs beruhigte und sich mitteilen konnte. Was war los? Er hatte stark geschwitzt (Mama, Rücken nass...) und außerdem hatte er Druck auf den Ohren (Mama, Ohr-Aua). Das einzig "Problem" war für uns weniger das Schreien, als die teils sehr unpassenden Kommentare und Einmischungen unserer Mitflieger (die alle natürlich hellwach waren... :lol: :wink: ).
Zurück hingegen lief alles recht Problemlos, bis auf 1 oder 2 Ausraster (ok, es waren einige mehr...), Treten gegen die Lehne vom Vordermann u.ä. :wink: Das alles war für uns jedoch recht "easy" und hätte durchaus auch von einem NT Kind stammen können.

Was ich aber eigentlich sagen möchte: wenn Ihr Eurem Sohn den langen Flug "zutraut", dann wird weniger er das "Problem sein, als vielmehr Eure Mitflieger, wenn überhaupt.

Mein persönlicher Tipp, um den langen Flug halbwegs gut zu überstehen ist: Tablet (samt Kopfhörer!) mitnehmen, vorher mit den Lieblingsfilmen, Spielen (Apps)und Musik von Sohnemann "vollpacken" und schauen was passiert. Bei uns schafft das, zumindest für einige Zeit, Ruhe. Ansonsten "einfach durch", der Flug wird auch irgendwann zu Ende sein. :wink:

In unserem Fall ist es so, dass wir die bunte Palette zwischen 1 und 24 Stunden (hier jedoch mit 3 Stunden Zwischenstopp) sowas von unterschiedlich erlebten, dass man dazu einfach keine pauschale Aussage treffen kann.

Einen absolut ultimativen Tipp zum Gelingen habe ich daher leider nicht parat. :D



Liebe Grüße und einen schönen Urlaub!

Jo
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Beitragvon KerstinM. » 20.02.2018, 19:44

Hi,
Wir hatten für unsere beiden Kinder jeweils eine Flugunbedenklichkeitsbescheinigung vom Kinderarzt ausgestellt bekommen.
Die Flüge verliefen problemlos ( je 10,5 Stunden ) .

LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

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Beitragvon TimFlorian » 20.02.2018, 20:08

Also wir "brauchen" auch nicht wirklich den Special Service am Flughafen aber wir buchen ihn immer dazu. Es macht so vieles einfacher. Prio Checkin und Prio Boarding. Keine Wartezeit beim Security Check. Wir bekamen schon mehrfach kostenlose Upgrades in die Business, ein Traum auf der Langstrecke! Viel Spaß!

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Beitragvon Christine79 » 21.02.2018, 05:02

Danke für eure Antworten...also doch alles recht easy :-)
Wir sind schon sehr oft mit Leon geflogen, aber nie länger als 4 Std.
Bisher verlief immer alles problemlos und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass wir vielleicht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung oder so für ihn gebraucht hätten...aber jetzt bei der Fernreise habe ich doch ziemlich viel gegoogelt, wodurch ich dann etwas verunsichert war :-)
Wir Flügen mit Zwischenstopps, so dass es auch etwas Abwechslung gibt und ansonsten helfen Tablet, Bücher & Co. die Zeit rumzubekommen.
Zur Sicherheit lassen wir aber doch noch durch die Kinderärztin eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen ;-)
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Beitragvon MarcelundMama » 21.02.2018, 10:28

Hallo!

Was mir noch einfällt: wir nutzen den "Spezial Service" der jeweiligen Fluggesellschaft nicht. Beim Einchecken zeigen wir den SBA, so durften wir bisher immer an der langen Warteschlange vorbei und das Gepäck aufgeben, Sitzplätze reserviere ich stets vorab telefonisch (kostenlos mit SBA), ABER: beim Boarding warten wir bewusst immer bis alle eingestiegen sind und wir quasi die letzten sind (wenn man nicht gerade mit dem Bus eine kostenlose "Flughafenrundfahrt" zum Flugzeug mitmachen muss - hier ist das Einsteigen als Letzter nur bedingt möglich) denn im Flugzeug sitzen wir dann noch lange genug...

Und noch was: beim Langstreckenflug nicht in unmittelbarer Türnähe sitzen, da diese nun mal nicht hermetisch abschliesst...! Die Langstreckenflieger haben eine andere Flughöhe und es kommt dadurch ggf. zu den von mir bereits genannten "Mama Ohr Aua" Problemchen wegen der Druckverhältnisse. Also: weg von der Tür! :lol:

Von der Existenz einer Flugunbedenklichkeitsbescheinigung wusste bisher nichts... :shock: Wenn es mal ganz "knallhart" kommen sollte kann man dem Flugpersonal (falls überhaupt nötig) den SBA zeigen. Wir outen unseren Sohn nur in absoluten Ausnahmefällen als Autist. :wink: Im Flugzeug war dies bisher noch nie der Fall.

Liebe Grüße!

Joanna
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Beitragvon chrissibaer » 21.02.2018, 12:13

Und noch was: beim Langstreckenflug nicht in unmittelbarer Türnähe sitzen, da diese nun mal nicht hermetisch abschliesst...! Die Langstreckenflieger haben eine andere Flughöhe und es kommt dadurch ggf. zu den von mir bereits genannten "Mama Ohr Aua" Problemchen wegen der Druckverhältnisse. Also: weg von der Tür! :lol:
Ähm, wenn die Tür nicht hermetisch schließen würde, käme es zu einem totalen Druckabfall in der gesamten Kabine.

Das mit dem SBA ist gut zu wissen, hatten wir beim Fliegen bisher nie gezeigt/benutzt.


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