Die Zeit nach dem 18. Geburtstag

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

Moderator: Moderatorengruppe

Bastelia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 477
Registriert: 04.03.2013, 20:29
Wohnort: Österreich (Nö)

Beitragvon Bastelia » 31.03.2018, 08:41

Hallo,

Danke Yvonne für die Info - so würde es auch Sinn machen (anteiliges Pflegegeld bei Werkstatt und ganz bei Wohngruppe)!
Aber es ist schon so, dass die Klienten in einer Werkstätte auch Geld verdienen? Natürlich nur ein Taschengeldbeitrag wie ich gehört habe, aber immerhin etwas und natürlich ein "Symbol" für die Betroffenen selbst!
Wie das dann mit der Versicherung ist würde mich allerdings auch interessieren, sind sie dann selbst versichert oder nach wie vor mitversichert? Gibt's da dann auch einen richtigen Arbeitsvertrag mit rechten und Pflichten oder ist das alles mehr oder weniger "alibimäßig"?
Greift in solchen Fällen dann auch die Mindestsicherung?

@Jonsi, du hast geschrieben das Pflegegeld bekommt der gesetzliche Vertreter! Das sind ja wohl die Eltern - oder muss man die Obsorge automatisch abtreten, wenn man das Kind in eine Wohngruppe gibt? :shock:

Liebe Grüße und Frohe Ostern!!
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
Tochter (geb. August 2015)

Werbung
 
l_jonsi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 134
Registriert: 29.07.2014, 16:41

Beitragvon l_jonsi » 31.03.2018, 08:51

Nein, natürlich tritt man die Obsorge nicht ab, aber: niemand ist automatisch besachwaltert, nur, weil er/sie 18 wird. Eine Sachwalterschaft muss beantragt werden. Es können die Eltern sein, oder Geschwister, oder jemand anderes. Es gibt den Verein für Sachwalterschaft, wenn niemand gefunden wird.

Das Geld in den Werkstätten ist ein Symbol und liegt unter 100 Euro.
Bei Berufsvorbereitung und/oder geschützten Arbeiten kann es mehr sein.
Nein, es gibt keinen Arbeitsvertrag, denn es ist keine Arbeit, sondern eine Tagesstruktur ohne Produktion.

Versichert sind die meisten bei uns über die Eltern. Manche zahlen die Selbstversicherung ein.

Die Mindestsicherung bekommt niemand, der im Vollzeitwohnen lebt.
Menschen, die selbstständig leben und nur stundenweise Unterstützung brauchen (eigene Wohnung), können Mindestsicherung bekommen, wenn sie keine Arbeit haben.


Liebe Grüße
Leiterin Wohngemeinschaft für Erwachsene mit geistiger und schwermehrfacher Behinderung

Nachhilfelehrerin für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf

l_jonsi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 134
Registriert: 29.07.2014, 16:41

Beitragvon l_jonsi » 11.11.2018, 15:10

Hallo! Ich hole den Beitrag noch Mal hervor:

Da wir (vermutlich) von verschiedenen Bundesländern gesprochen haben:
Pflegeregress wurde abgeschafft:
Aber nicht in ganz Österreich

https://vorarlberg.orf.at/m/news/stories/2920896/

Somit: je nach Bundesland zahlt man voll oder gar nicht.
Da wäre fast ein Umzug zu überlegen.... :roll:

Liebe Grüße
Leiterin Wohngemeinschaft für Erwachsene mit geistiger und schwermehrfacher Behinderung



Nachhilfelehrerin für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3538
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 11.11.2018, 21:00

… danke für die Meldung - und wie schaut das dann weiter aus? So wie ich erfahren habe erhalten die Menschen in einer Tagesbetreuung als Anerkennung 80 Euro - einen Anspruch auf sonstiges wie Notstandshilfe und ähnliches haben sie nicht bzw. einen anderen Aufwand... - wie soll man um 80 Euro Bekleidung, Freizeitgestaltung und anderes kaufen? Bzw. wie kommt man zu Freizeitassistenten? - und wie schaut es da aus mit der Bezahlung?


LG

Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

l_jonsi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 134
Registriert: 29.07.2014, 16:41

Beitragvon l_jonsi » 11.11.2018, 22:26

.... Eine Freizeit Begleitung bei einer vollbetreuten Einrichtung? Wozu? Dort wird ja auch die Freizeit verbracht ( bei uns: Kino, Sport, ausgehgruppe, etc.. )

.... Das Ws-Taschengeld steht den BewohnerInnen frei zur Verfügung (für Zeitschrift, DVDs, etc....)

...... Kleidung, etc... Wird verschieden gehandhabt. Bei manchen überweisen die gesetzlichen Vertreter das gesamte Pflegegeld und wir übernehmen damit sämtliche Kosten (Kleidung, Arzt, Urlaub, etc...)
Bei anderen wird nur ein kleiner Betrag überwiesen und die gesetzlichen Vertreter (meist Eltern) kümmern sich um Kleidung etc... Selbst.

Die Kosten des Lebens werden somit von Pflegegeld + erhöhte kinderbeihilfe bestritten.

Liebe Grüße
Leiterin Wohngemeinschaft für Erwachsene mit geistiger und schwermehrfacher Behinderung



Nachhilfelehrerin für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3538
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 11.11.2018, 22:31

Die erhöhte Familienbeihilfe bleibt also doch lebenslänglich! :wink:

Nicht nur bis Erreichen 26. Geburtstag...


Leider ist der Personalschlüssel auch in einer vollbetreuten Einrichtung nicht unbedingt so, dass wirklich Ausflüge unternommen werden... bei 24 Klienten 8 Betreuer - und alle sind auf einen Rollstuhl angewiesen... - da läuft halt auch nicht so wirklich viel...


LG

Silvia


LG
Silvia
Liebe Grüße

Silvia

Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein

Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

l_jonsi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 134
Registriert: 29.07.2014, 16:41

Beitragvon l_jonsi » 11.11.2018, 22:38

Die erhöhten Familienbeihilfe bleibt solange, solange die Person nicht am ersten Arbeitsmarkt arbeitet, ja. :)

Der Betreuungsschlüssel und die Freizeitgestaltung ist immer (auch bei uns) ein Thema.... Leider stehen uns nicht mehr betreuungsstunden zu :roll: glaube mir, auch wir würden mit unseren BewohnerInnen liebend gerne mehr Ausflüge machen..
Wir helfen uns ein bisschen mit Zivildiener und Praktikanten. Die können zwar auch nicht allein los, aber sind 2 Hände mehr zum basteln, Karten spielen, Fußball im Garten, etc....

Liebe Grüße
Leiterin Wohngemeinschaft für Erwachsene mit geistiger und schwermehrfacher Behinderung



Nachhilfelehrerin für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf


Zurück zu „Österreich, Schweiz und Nachbarländer“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste