Die Zeit nach dem 18. Geburtstag

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 29.03.2018, 20:38

Liebe Natascha,

Ist deine Schwester denn behindert? Oder studiert sie?
Warum sollte sie denn sonst für sich mit 20 Jahren Familienbeihilfe bekommen?
Oder meinst du für ihr Kind? Und das sie diese nicht bekommt, kann ja nun nicht sein!

Warum bekommt sie denn keine Mindestsicherung? Ist sie denn nicht beim AMS gemeldet oder überhaupt noch in Karenz -denn dann ist man natürlich schon versichert!

@Silvia, ich kenn mich ja nun mit diesem Thema nicht ansatzweise aus, deshalb hätte ich mal eine grundsätzliche Frage:
Wenn die "Kinder" nach der Schulzeit in eine Werkstatt (nur Tageswerkstatt) wechseln - wer bezahlt diesen Platz? Die Eltern abhängig vom Einkommen? Oder finanziert der Staat den Platz?

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
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YvonneE
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Beitragvon YvonneE » 29.03.2018, 20:43

Hallo Bastellia!

Ich glaub bei einem Werkstattplatz musst du zuzahlen aber nicht von deinem Gehalt sondern einen Anteil vom Pflegegeld. Möglicherweise ist das aber schon auch nochmals einkommensabhängig gestaffelt?

Wenn dein Kind fremd untergebracht ist bekommst du kein Pflegegeld aber musst soweit ich weiß auch nicht zuzahlen.

Lg
Yvonne
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NataschaSte
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Beitragvon NataschaSte » 29.03.2018, 21:07

Hallo bastella,

Aufgrund einer psychischen Krankheit nicht in der Lage arbeiten zu gehen.
Mindestsicherung bekommt sie nicht weil lt Sozialamt meine Mutter Unterhaltspflichtig ist. Bis sie 21 ist angeblich.

Die Mitarbeiter dort sagen selber es gibt Leute die durch das System rutschen und sie gehört dazu.

Ams ist sie gemeldet und karenz ist sie seit Mai letzten Jahres nicht mehr...

Sie rutscht halt überall durch.

Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus, absoluter kuschelbär und kichererbse

l_jonsi
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Beitragvon l_jonsi » 29.03.2018, 21:10

Hallo!

Bei uns leben viele Menschen mit Pflegestufe 6/7 in der Wohngemeinschaft. Warum?

-Manchmal, weil die Eltern die Pflege aufgrund des Alters nicht mehr schaffen.

- Ander, weil die Eltern einfach nicht ihr eigenes Leben komplett 24 Stunden über viele Jahre dem 'Kind' opfern wollen (inklusive Job und Ehe)

-Andere, weil sie selbst nicht mehr bei den Eltern leben wollen!

Bei uns zahlt niemand einen Kostenbeitrag, auch das Pflegegeld bekommt der gesetzliche Vertreter.
Für die Inkontinenzversorgung und für alles außerhalb der Grundversorgung muss der gesetzliche Vertreter Geld zur Verfügung stellen.

Die Wartelisten sie die ewig,.da ja manche schon über 10 Jahre und noch mehr bei uns leben!

Wenn du noch Fragen hast, gerne! 😉
Leiterin Wohngemeinschaft für Erwachsene mit geistiger und schwermehrfacher Behinderung

Nachhilfelehrerin für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf

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Beitragvon Silvia & Iris » 29.03.2018, 22:04

l_jonsi,

- ja, da sind Fragen...

bei euch werden die Klienten rund um die Uhr betreut - also 24 Stunden :?:
was passiert da mit den Klienten? - Therapien, Arbeit, Betreuung...
Wie wird denn das finanziert wenn da von Seiten der Klienten gar kein finanzieller Beitrag kommt - also auch nicht über Sachwalter und so :roll:

Wo liegt denn diese Einrichtung, wer ist der Träger?

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
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Beitragvon l_jonsi » 30.03.2018, 12:37

Hallo!

Aus Datenschutzgründen nenn ich hier nicht meinen echten Namen und auch nicht die Einrichtung, in der ich arbeite. ich hoffe du verstehst das?

Ich kann aber sagen, dass alle großen Träger in Westösterreich einen Tagsatz mit dem Land aushandeln.Das ist ein bestimmter Betrag, den das Land pro Tag bezahlt, in dem die Person in der Einrichtung ist. Egal ob Werkstatt oder Wohngemeinschaft.

Zuzahlung finden höchstens für 1 Einrichtung statt, man zahlt also nicht für Arbeit und Wohnen doppelt. Die Zuzahlung wird von Gehalt der Eltern bemessen, wobei die Freigrenze sehr hoch ist.

Die meisten Bewohner besuchen eine Tagesstruktur. Manche in Werkstätten, andere arbeiten bei integrativen Firmen, andere bei der Berufsvorbereitung.
2 sind bereits in Pension und haben in der Wohngemeinschaft eine Tagesbegleitung.
Wenn jemand krank ist, natürlich auch.

Die Therapien finden großteils in der Arbeit statt, für die Pensionisten in der WG.
Die Therapien sind vom Arzt verschrieben, es findet in der Regel keine Zuzahlung statt.

Der Transport von Wohnen zur Arbeit übernehmen Samariter und rotes Kreuz. Manche fahren mit den Öffentlichen.

Die Zimmer sind standardmäßig alle gleich eingerichtet, wenn jemand ein anderes Bett oder sonst was möchte, ist das selbst zu bezahlen.
Grundlebensmittel sind 'inklusiv', Sonderwünsche (Süßigkeiten, CD, Fernseher, Kleidung, Ausflüge, etc...) sind zu bezahlen.




Ich hoffe ich konnte weiter helfen.
Liebe Grüße
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Beitragvon Bastelia » 30.03.2018, 19:48

Ist halt wieder die Frage ob das in jedem Bundesland (wie so vieles) unterschiedlichen geregelt ist, weil es ev. Ländersache ist???

Prinzipiell kann ich mir nicht vorstellen, dass man als gesetzlicher Vertreter noch das Pflegegeld bekommt, wenn das Kind in einer Einrichtung LEBT! :roll:
Wenn es in einer Werkstatt arbeitet ok, aber wenn es rund um die Uhr fremdbetreut wird, aus welchem Grund sollte MIR als Elternteil dann das Pflegegeld zustehen?

Liebe Grüße
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Beitragvon Silvia & Iris » 30.03.2018, 20:21

Liebe l_jonsi,

arbeitest du in der Verwaltung, der Buchhaltung? - Landesebene? - Hast du da wirklich DEN Einblick?

- Natürlich gibt es Tagsätze, abhängig von der Pflegestufe und dem Betreuungsaufwand... - und ob der Klient irgend eine Form von Selbständigkeit hat...
... aber wenn ich nun einen Wachkoma-Patienten hernehme, der stündlich umgelagert wird - in keiner Werkstatt einsetzbar ist... - wie soll denn da irgendetwas alleine durch das Land finanziert sein? - Das Land nimmt das Pflegegeld + 7 - 10 % Familieneinkommen der Eltern... - so viel habe ich schon mitbekommen und herausgefunden... :oops: und den Klienten bleibt zur Deckung von Alltagssachen (Bekleidung, Medikamente, Therapiekosten, Friseur und ähnliches in die Richtung) ein Taschengeld...
Ein Sachwalter muss darüber Buch führen was mit dem Geld passiert...

Meine Frage ist dann eben auch - erhalten die Klienten Mindestsicherung? - Oder andere Pensionsähnliche Einkommen? - Vielleicht auch altersabhängig?
- Ich denke da vorrangig an jene, die keinen Tag in ihrem Leben in irgendeiner Weise produktiv waren und sind...

LG
an die Buchhaltung

Silvia
Liebe Grüße

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Beitragvon YvonneE » 30.03.2018, 20:45

Hallo!

Bastellia meines Wissens nimmt das Land das den Beitrag bezahlt sich den Anteil vom Pflegegeld das dem angehörgen zusteht weg. Sprich wenn er täglich 24 std in einer Einrichtung betreut wird, 100 %

Silvia' ich glaub diese Zuzahlung gibt es nicht (mehr?), zumindest in NÖ nicht....

Lg
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Beitragvon l_jonsi » 30.03.2018, 21:43

Hallo!

Nein, ich arbeite nicht in der Buchhaltung, sondern - wie in der Signatur lesbar- als Leitung einer Wohngemeinschaft.

Und damit stehe ich den BewohnerInnen und deren Angehörigen von der Antragstellung bis zum Einzug zur Seite. Ich weiß, was auf den Bescheiden des Landes steht, welche unsere BewohnerInnen erhalten. Und davon berichte ich.

Ob ich DEN Durchblick habe? Nein. Ob ich weiß, woher das Geld kommt, mit dem das Personal bezahlt wird? Ja. Durch die Vernetzung mit unseren Partnereinrichtungen weiß ich auch, dass jedes Bundesland eigene Gesetze hat.

Das Pflegegeld bekommt in unserem Bundesland der Sachwalter und muss Buch darüber führen, dass das Geld für die jeweiligen KlientInnen ausgegeben wird. Und sie brauchen es tatsächlich, für Hilfsmittel, Zuzahlung zu Einlagen, Rollstuhlversorgung, angepasste Sitzschalen, Sondennahrung,....

Ich habe nichts darüber geschrieben,dass das Geld den Eltern bleibt. Warum sollte es auch?

Liebe Silvia,
Wie du siehst, sind die Regelungen in den Bundesländern sehr verschieden und ich bin sicher, dass dir die zuständigen Behörden da gut weiter helfen können!

Und der Vollständigkeit halber: unsere BewohnerInnen haben in der Werkstatt keinen Produktionsauftrag.

Liebe Grüße und alles gute
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