Unverständnis des großen Bruders

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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bellsaskia
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Beitragvon bellsaskia » 11.02.2018, 16:30

Daran habe ich noch nicht gedacht. Ist es eine zu hohe Erwartung, dass man sich an Absprachen hält ? Rücksichtslos nicht, aber ich treffe doch auch nur Absprachen die ich einhalten kann.

Er muss sich wirklich nicht anpassen. Im großen und ganzen haben wir unseren Alltag. Wenn er sich anschließen möchte kann er das gerne tun, wenn nicht dann nicht. Wenn er vorschläge hat, dann bauen wir das ein. (allerdings gibts da wenige :wink: )Auch aufpassen oder ähnliches muss unser großer nie. Dafür haben wir den FED.

Ja die Wohnungssuche gestaltet sich recht schwierig. Dann gab es ein Job Angebot im Saarland, mit kleiner wohnung, welches er aber nicht annehmen möchte da die Freundin keine Fernbeziehung will.

LG

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Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 11.02.2018, 16:50

Hallo,

kann es sein, dass da auch eine unterschiedliche Interpretation einer Aussage stattfindet ? Dass der Große das nicht als feste Absprache meint, sondern "laut denkt". Der Kleine und du nehmen das aber als unumstößliche Ansage ?
Vielleicht wäre die ganze Sache einfacher, wenn der Große solche Aussagen erst trifft, wenn es "hieb- und stichfest" sind. So handhaben wir es auch bei Annemarie, damit sie bei Ausfall einer angekündigten Aktion nicht zu sehr frustriert und enttäuscht ist.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

Lisaz
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Beitragvon Lisaz » 11.02.2018, 17:36

Hallo,

ich finde es nicht zuviel verlangt von einem 20jährigen, dass er den Abend/die Nacht zu Hause verbringt, wenn er dies vorher vereinbart bzw. versprochen hat. Ich gehe davon aus, dass er nicht jeden Abend ankündigen muss, wo er diesen verbringen wird.

Lg Lisa

Anjali
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Beitragvon Anjali » 11.02.2018, 21:10

War dein Großer für diesen Abend mit dem Kleinen verabredet oder nicht? Eine feste Verabredung kurzfritig abzusagen finde ich auch nicht in Ordnung.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es sich vielleicht gar nicht um eine „richtige“ Absprache gehandelt hat (siehe Annemaries Mammas Beitragl), oder dass sich dein Großer vielleicht aus irgendeinem Grund zu einer halbherzigen Absprache genötigt gefühlt hatte. Du schriebst ja eingangs, dass Absprachen für deinen Kleinen enorm wichtig sind und dass Unsicherheiten Chaos für ihn bedeuten.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)

konik
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Beitragvon konik » 11.02.2018, 23:07

Hey ,

Das ist wirklich sehr schwierig . In dem Alter , noch dazu wenn man wieder nach Hause kommt , ist man sein eigener Herr.
Ich denke auch das die Entscheidung ob dein Großer heim kommt oder nicht seine Sache ist ! Er ist doch alt genug und wenn er bei der Freundin schlafen möchte das ist das doch okay.
Ich würde ihm sagen das der Kleine alles für Bare Münze nimmt . Er besser sagen soll das weiß ich noch nicht vielleicht schlaf ich auch bei......
Klar ist das blöd für den Kleinen aber der muss lernen das der Große seinen Weg geht.
Ich würde dem Großen sagen das er das am Besten per What’s App oder ähnlich machen kann wenn er genau weiß ob er kommt was aber nur geht wenn der Kleine das auch empfangen kann.
Also ich würde auf ihn eingehen! Zeig ihm das du seine Selbständikeit , sein Erwachsen werden respektierst . :)
Ich habe deiner Beschreibung nach die Aussage als etwas lockeres verstanden . Das hier nicht ausgemacht war „ ich bin um 17 Uhr da und wir machen dann xxxxx.
Dann kann man ihn auch nicht festnageln.

Vielleicht kannst du es ja verbinden mit etwas Positivem in dem der Kleine zb eine Uhr bekommt auf die man anrufen kann oder eine Nachricht schicken kann. So könnte der Große ihm direkt Bescheid geben wenn er kommt . Das wär ein Schritt Verantwortung vom Großen aber auch lernen für den Kleinen und du bist nicht in der Schusslinie .


LG

Konik

Sandra F
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Beitragvon Sandra F » 11.02.2018, 23:42

Hallo,

ich bin da ganz bei Konik.

Lg
Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

Lisaz
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Beitragvon Lisaz » 12.02.2018, 00:33

Hallo,

auch meine Kinder sind als junge Erwachsene nach längerer Abwesenheit (Auslandssemester, Au Pair) wieder zu Hause eingezogen und es war für alle eine Herausforderung. Sobald man in einem Familienverband lebt, muss man eben Rücksicht nehmen, die Eltern, aber auch die Kinder. Nicht nur die jungen Erwachsenen erleben Einschränkungen, auch die Eltern müssen sich umstellen (weniger Platz, mehr Wäsche, mehr kochen etc.).

Ich finde auch, dass ein junger Erwachsener seine Freizeit gestalten kann, wie er will. Aber wenn er etwas zugesagt hat, dann soll er das auch einhalten. Wenn er flexibel sein möchte, soll er halt lieber gleich nichts versprechen. Zum Erwachsen sein gehört nicht nur Freiheit, sondern auch Verlässlichkeit. So wie ich es verstanden habe ist ja hier nicht die Rede davon, dass der junge Mann sich ständig nach seinem Bruder zu richten hat.

Lg Lisa

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Beitragvon bellsaskia » 12.02.2018, 19:00

Hallo zusammen,

Also abgemacht war es schon. Ich schlafe von dann bis dann bei meiner Freundin und dann schlafe ich Zuhause und ich verbringe den Abend mit dir.



Hallo Lisa,

Ich hätte da noch ein paar Fragen. :wink: Wie lief das so bei euch, nach dem wiedereinzug ? Gab es irgendwelche Regeln ? Zum Beispiel in der Woche sei bitte um Mitternacht zuhause ?
Hilfe bei der Hausarbeit ? Feste Aufgaben ?
Hoffe das ist okay, ansonsten einfach ignorieren. :wink:

LG
Saskia

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Beitragvon Lisaz » 12.02.2018, 19:57

Hallo,

nein, das ist kein Problem.

Ich erwartete einfach gegenseitige Rücksichtnahme, vor allem von den beiden Kindern untereinander. Also keine laute Musik, wenn einer von den beiden lernen musste, keine Streitereien bei der Badbenützung usw.

Ein ständiges Thema waren Ordnung im Haushalt, also weniger das Erledigen von Arbeiten, sondern eher nicht unnötig Dreck machen ...
Fallweise Hilfe bei der Hausarbeit und im Garten, zB Rasen mähen, waren auch angesagt. Richtig feste Aufgaben gab es nicht, allerdings erwartete ich schon eine zeitnahe Erledigung, wenn ich etwas brauchte. Das funktionierte auch halbwegs.

Regeln für's zu Hause sein gab es nicht, ich finde, das sollen junge Erwachsene schon selbst entscheiden können. Ausgenommen davon sind natürlich andere fixe Absprachen für einzelne Tage.

Bei uns klappte es nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ganz gut.

Lg Lisa

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sophied
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Beitragvon sophied » 13.02.2018, 10:40

Hallo,

Nur mal so als „krankes Kimd“ der Familie.
Als meine Schwester nach dem Studium wieder bei uns eingezogen ist, nahm sie auch keine Rücksicht auf mich. In der Zeit wo sie weg war bekam ich den Rollstuhl und es wurde einiges massiv schlechter.

Für mich war dass echt sehr traurig, wenn plötzlich der Rollstuhl einfach als Dummes Ding was im Weg steht bezeichne wurde, es hieß ich soll mich nicht so anstellen. Warum brauche ich das alles im Bad. Ich soll doch die Katheter wegräumen und nicht im Bad liegen lassen, es sieht auf wie im Krankenhaus, sie müsse sich dafür schämen,...ö

Es war Dauerstreit und ich fand es ungerecht! Sie hingegen konnte einfach mit der Situation nicht umgehen, mich plötzlich schwer krank zu sehen und jetzt müsste sie nich Rücksicht nehmen, wenn sie Freunde einlädt, weil ich Immunsuppressiva nehme,...

Was geholfen hat war eine Familientherapie. Denn ich habe ihre Sichtweise erklärt bekommen und sie meine. Sorgen und Ängste wurden besprochen. Auch dass sie sich benachteiligt vorkam, seitens meiner Eltern, die das natürlich nicht so meinten.

Mitlerweile ist alles gut, trotzdem gibt es 1-2 mal im Jahr ein zusammenkommen mit einer Psychiaterin, auf Familientherapie spezialisiert. Trotz dessen, dass wir nun alle alleine wohnen. Und die Termine tun wirklich gut!

Liebe Grüße Sophied
Still Syndrom mit neurologischen Komplikationen:
- Epilepsie, Polyneuropathie, Tetraparese, Dysphagie, hochgradige Sehbehinderung und Hörbehinderung neuerogene Blase und Darm, Osteoporose, Atemmuskelschwäche
POTS, zentrales Schlafapnoesyndrom;
HB und HSB mit autistischen Zügen, zahlreiche Allergien und andere Kleinigkeiten


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