Transportkosten Obduktion - rechtliche Hintergründe

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danimops
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Transportkosten Obduktion - rechtliche Hintergründe

Beitragvon danimops » 04.02.2018, 19:44

Hallo zusammen,
ich wäre froh, wenn jemand mit juristischem Hintergrund uns zu diesem Thema weiterhelfen kann:
Wie ist die rechtliche Grundlage, wenn auf polizeiliche Anordnung eine Leiche (zu Hause verstorben) beschlagnahmt wird und auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft hin dann obduziert wird? Wer hat die Kosten für den Transport zur Staatsanwaltschaft und der Überführung von der Gerichtsmedizin zum Friedhof zu tragen? Ist es für die Familie zulässig, die Zahlung dieser Posten an das Bestattungsinstitut zu verweigern? Muss nicht die Polizei die Kosten tragen?
Es geht um das Bundesland Hessen, gibt es Gerichturteile hierzu?
Ich wäre sehr dankbar für Hilfe.
Vielleicht gibt es auch Stellen wo man sich deswegen hinwenden könnte? Es besteht allerdings keine Rechtsschutzversicherung...
Viele Grüße,
Dani
Dani mit Mann und Mops (10/2010-10/2017), Duplikation 3q, kleiner Bruder (*07/2014)

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monika61
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Beitragvon monika61 » 04.02.2018, 20:05


danimops
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Beitragvon danimops » 04.02.2018, 20:19

Danke Monika für die Links!
Hier geht es allerdings ausschließlich um die Kosten der Obduktion selbst, meine Frage bezog sich aber auf die Transportkosten (in diesem speziellen Fall von zu Hause zur Staatsanwaltschaft und von der Gerichtsmedizin zum Friedhof im Heimatort). Es war auf polizeiliche Anordnung geschehen, sonst wäre nur der Transport von zu Hause zum Friedhof angefallen.
Vielleicht weiß noch jemand etwas oder kennt jemanden, der helfen kann?
Gruß von Dani
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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 04.02.2018, 20:28

Moin,

ich habe aktuell keine Urteile oder ähnliches zur Hand - ich würde aber erwarten, dass wie folgt abgerechnet wird:

Überführung "zu Hause" zur "Rechtsmedizin": Kostenträger ist die Polizei/ der Staat, denn dieser Tranport erfolgt aufgrund der angeordneten Obduktion.

Überführung "Rechtsmedizin" zu "Friedhof": Kostenträger seid ihr, denn letztlich geht es hier dann darum, den Verstorbenen zu eurer Beerdigung zu transportieren - und ein solcher Transport wäre auch angefallen, wenn es nicht zur Obduktion gekommen wäre.

Ich würde letztlich erstmnal nur eine Überführung bezahlen und Kontakt mit der Polizei/ Staatsanwaltschaft aufnehmen und mit denen mal die Kostentragung klären ... nicht, dass der Bestatter hier Überfürhungen doppelt abrechnet.

Ich fühle mich mit meiner Meinung auch durch das hier bestätigt:
http://blog.burhoff.de/2011/09/wer-beza ... er-leiche/


Gruß
Jörg
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Beitragvon danimops » 04.02.2018, 20:39

Danke Jörg! Das ist als Denkanstoß interessant...doch ohne die polizeiliche Anordnung wäre ja auch der deutlich längere Transport gar nicht angefallen, sondern nur ein Transport von Wohnung zu Friedhof (200 m Luftlinie).
Mal schaun, was sich noch findet..
Viele Grüße,
Dani
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Beitragvon danimops » 04.02.2018, 20:45

Danke Jörg! Das ist als Denkanstoß interessant...doch ohne die polizeiliche Anordnung wäre ja auch der deutlich längere Transport gar nicht angefallen, sondern nur ein Transport von Wohnung zu Friedhof (200 m Luftlinie).
Mal schaun, was sich noch findet..
Viele Grüße,
Dani
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Beitragvon Jörg75 » 04.02.2018, 20:47

Hallo Dani,

wird denn der Transport nach Entfernung oder Zeit abgerechnet? Oft werden da einfach Pauschalen angesetzt, so dass es nicht darauf ankommt, ob 200m oder 20km transportiert wird.

Gruß
Jörg
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Beitragvon Anna-Lena1984 » 04.02.2018, 20:51

Hallo,

ich würde direkt bei der Staatsanwaltschaft anrufen und mich erkundigen. Eigentlich: Wer anordnet zahlt. Und für mein Verständnis auch wieder zurück. Es sollte doch wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt werden...
Aber ruf dort an, die haben das ja sehr oft und müssen Bescheid wissen.
Ich hoffe du kommst weiter...
Grüße

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Beitragvon danimops » 04.02.2018, 20:55

Bei Telefonkontakt schien es so, dass es einen Unterschied macht, wenn auch keinen arg großen...es geht aber dabei nicht ums Geld, sondern um das Unvorstellbare, dass so etwas angeordnet wird - für die Angehörigen bei aller Nachvollziehbarkeit sowieso schon schwer zu verkraften - und dann die Hinterbliebenen dann auch noch eine Rechnung für den Transport bekommen. Der Transport von Staatsanwaltschaft zu Gerichtsmedizin wurde übrigens in diesem Fall nicht berechnet.
Gruß
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Beitragvon danimops » 04.02.2018, 20:59

Ja, Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und Polizei scheint angebracht zu sein, v.a. angesichts des scheinbar chaotischen bis überforderten Bestattungsunternehmens.
Danke für Eure Rückmeldungen!
Dani mit Mann und Mops (10/2010-10/2017), Duplikation 3q, kleiner Bruder (*07/2014)


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